Schuhbeck klagt gegen Traunsteiner Lehrer

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Keine Rezepte, nichts "Gschmackiges": Auf schuhbeck.com gibt es Tipps für Religionslehrer und zum Computereinsatz im Schulunterricht
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München - Der eine heißt Schuhbeck, der andere auch. Wer aber darf die Internet-Domain www.schuhbeck.com besitzen? Ein Religionslehrer aus Traunstein wohl nicht, findet Alfons Schuhbeck.

Starkoch-Alfons Schuhbeck

Um auf die Homepage www.schuhbeck.com zu gelangen, muss der User schon die URL direkt eingeben oder ganz viel Klick-Geduld haben. Via Google taucht der Link bei Eingabe "Schuhbeck" jedenfalls auf den ersten zwölf Seiten der Trefferanzeige nicht auf. Trotzdem will Sterne-Koch Alfons Schuhbeck, der zum Beispiel unter www.schuhbeck.de zu finden ist, die .com-Web-Adresse unbedingt haben. So unbedingt, dass er oder vielmehr seine Marketing-Abteilung seit 2010 hartnäckig versucht, sie zu bekommen.

Schuhbeck.com ist eine Informationsseite für Religionsunterricht und Computereinsatz an Schulen und gehört seit 2004 einem Traunsteiner Gymnasiallehrer für Religion. Der heißt Sebastian Schuhbeck und ist irgendwie über zig Ecken mit Alfons, dem Koch, verwandt. Alfons, der 1949 in Traunstein als Alfons Karg geboren wurde, ist einst vom Waginger Koch Sebastian Schuhbeck adoptiert worden. Eben dieser Sebastian Schuhbeck soll der Cousin des Großvaters des Religionslehrers gewesen sein. 

Doch zurück zum Domain-Streit: Erst versuchte das Schuhbeck-Marketing dem Lehrer die Domain abzukaufen. Bis zu 5000 Euro wurden dem Pädagogen geboten. Aber der sperrt sich. "Ich will kein Geld. Das ist meine Homepage", sagte er der Münchner AZ. Die Haltung der Schuhbeckschen Marketing-Leute ärgert ihn sogar gewaltig. Ein fast feudalherrschaftliches Gebahren sieht er darin.

Trotz eindeutiger Abfuhr gibt die Gefolgschaft des Spitzenkochs aber nicht auf. Der vorläufige Höhepunkt: Am Dienstag, 6. Dezember 2011, treffen sich die Juristen beider Seiten nun zur Markenrechtsklage im Landgericht München I. Dort wird dann Sebastian Schuhbeck beweisen müssen, dass er seinen Familiennamen im Web nicht als Trittbrettfahrer des prominenten Sterne-Kochs nutzt. Und die Juristen von Alfons Schuhbeck werden beweisen müssen, dass die Homepage des Religionslehrers den Koch wirklich "massiv" daran hindert, seine "internationale Geschäftstätigkeit" zu vertiefen.

ck/ro24

"Ich bin einen Kampfmaschine, ich bin ein Gladiator" - eine Video-Reise durch das Geschäftsimperium des Alfons Schuhbeck:

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