Sohn verstößt Thyssen-Witwe

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Carmen Thyssen-Bornemisza, die Witwe des Schweizer Kunstmäzens Hans-Heinrich Thyssen-Bornemisza, und ihr Sohn Borja, aufgenommen am 6.6.2002 während eines Gedenkgottesdienst für ihren Mann in Lugano. Seit 2007 stehen sich Carmen Cervera und ihr Sohn in einem Familienzwist gegenüber. Nach Schätzungen der Zeitung "El Mundo" geht es in dem Streit um Kunstwerke, Schmuck und Geldanlagen im Wert von über 300 Millionen Euro.

München - Das kommt in den besten Familien vor: Borja Thyssen (31) hat seine Mutter Carmen, Witwe von Hans-Heinrich "Heini" Thyssen-Bornemisza, verstoßen. Es geht ums Geld.

"Er öffnet nicht, wenn ich läute", erzählt Carmen "Tita" Thyssen (68) über ihren Sohn Borja (31). "Das hätte ich nie erwartet, das verdiene ich nicht", so die fünfte und stets umstrittene Frau des verstorbenen Hans-Heinrich "Heini" Thyssen-Bornemisza im Interview mit der Peoplezeitschrift FRAU IM SPIEGEL. "Ich liebe meinen Sohn zutiefst, er ist für mich das Wichtigste auf der Welt", betont die Kunstmäzenin, die von ihrem Sohn angezeigt wurde, weil sie ihm zwei Meisterwerke aus ihrem Museum verweigert. "Natürlich tut so ein Bruch enorm weh", sagt Carmen Thyssen. Sie könne nur warten, "dass Borja endlich erwachsen" werde. "Noch ist er jung und begeht Fehler. Er ist das Opfer Dritter, die ihn schlecht beraten. Ich habe keinen Zugang zu ihm, nicht mal eine Telefonnummer."

Im Hinblick auf ihre Vergangenheit ist es für Carmen Thyssen, als sei sie "mehrmals geboren worden, hätte mehrere Leben gelebt". Es komme ihr vor wie im Film. "Es geht so schnell vorbei. Was bleibt, ist Sehnsucht: nach Lex Barker, Heini, meiner Mutter, meinem Bruder. Ich spreche mit ihnen, nehme geistig Kontakt auf." Ihren Mann vermisse sie sehr. "Denn ein Bild zu erstehen, ist ein Akt der Freude, des Triumphes. Ich würde gerne alles mit ihm besprechen und teilen, aber ich vertreibe den Gedanken. Ich weiß genau, woran man ein gutes Bild erkennt."

Der Schweizer Kunstmäzen Baron Hans-Heinrich Thyssen-Bornemisza starb 2002 im Alter von 81 Jahren

Heini sei "wunderbar" gewesen. "Ich bin der Auffassung, der Mann hat die Entscheidungen zu treffen, er es ist, der glänzen soll. Frauen haben ihren Platz - aber im Hintergrund. Man muss für Männer die Gebende sein. Dann tun sie Gleiches für uns." Wenn sie mit einem Mann zusammen sei, stehe sie fest an seiner Seite. "Die Männer, die mich geliebt haben, konnten stets auf mich zählen. Ich wollte immer interessante, attraktive Männer mit Eleganz, Flair, Persönlichkeit, Weltgewandtheit", sagt Carmen Thyssen. Ihre wichtigsten Männer seien "Lex und Heini" gewesen. "Natürlich war die Beziehung zu Lex anders als die zu Heini, leidenschaftlicher, weil wir jung waren. Die zu Heini war reifer, gesetzter, aber wir liebten uns nicht weniger", erklärt sie.

Ihr größter Stolz und alles was ihr an Familie geblieben ist, sind die Zwillingstöchter María del Carmen und Guadalupe Sabina, die eine Leihmutter in den USA vor fünf Jahren auf die Welt brachte. "Sie machen mich glücklich", sagt Carmen Thyssen. "Ich bemühe mich, viel Zeit mit ihnen zu verbringen - umarme sie, küsse sie, mache Sport mit ihnen. Sie lieben Musik, beide spielen Cello. Sie erhalten eine vorzügliche Erziehung."

Nach Weihnachten will Carmen Thyssen mit ihren Memoiren beginnen. "Die werde ich selbst schreiben, weil ich mein Leben am besten kenne." Die 68-Jährige verwaltet das Erbe und die Kunstschätze ihres 2002 verstorbenen Mannes Hans-Heinrich Thyssen-Bornemisza. Davor war die einstige "Miss Spanien" mit dem 1973 verstorbenen "Tarzan"-Darsteller Lex Barker verheiratet.

Auf einen Wert von über drei Milliarden Euro wird das Vermächtnis des Industrie-Barons geschätzt, darunter Immobilien in acht Ländern und sogar eine Insel vor Jamaika. Und es sorgte schon für Familien-Zwist, dass die Hauptbegünstigten seine Witwe und Adoptivsohn Borja (aus einer früheren Beziehung von Tita) sind. Sie beziehen u.a. eine Jahresrente von 25 Millionen Euro. Drei Jahre lang hatte Thyssen einen erbitterten Streit mit seinem ältesten Sohn Georg Heinrich (61) aus erster Ehe vor Gericht geführt - er hat die Aufsicht über das Firmenimperium. Heini wollte eine höhere Apanage für sich und Tita. Der Streit verschlang rund 115 Millionen Euro und wurde kurz vor seinem Tod außergerichtlich beigelegt.

2007 war es zum Bruch zwischen Borja und seiner Mutter gekommen. Sie hatte die Verwaltung seines Erbteils übernommen, weil er und seine von Tita gehasste Frau, das Nackt-Model Blanca Cuesta (38), das Geld mit vollen Händen ausgaben. Jetzt zog Borja gegen seine Mutter vor Gericht. Denn Tita weigerte sich, Borja zwei Gemälde aus seinem Erbe, die Teil der Kunstsammlung sind, auszuhändigen, weil er sie verkaufen will.

ots/FRAU IM SPIEGEL

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