"Tagesschau"-Pionier Horst Jaedicke ist tot

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Horst Jaedicke war 25 Jahre lang Fernsehdirektor des Süddeutschen Rundfunks.

Stuttgart/Chiavari - Ein Urgestein des deutschen Fernsehens ist aus dem Leben geschieden: Host Jaedicke - Vater der Tagesschau, Förderer von Loriot und Wegbereiter des "Tatorts".

Er gilt als einer der Väter der “Tagesschau“, Förderer von Loriot und als Wegbereiter des “Tatorts“ - am Wochenende starb TV-Urgestein Horst Jaedicke im Alter von 86 Jahren in seinem Wohnort an der italienischen Riviera. Der Südwestrundfunk (SWR) bestätigte am Montag eine entsprechende Meldung aus der Familie.

Horst Jaedicke war von 1960 an rund 25 Jahre lang Fernsehdirektor des damaligen Süddeutschen Rundfunks (SDR) in Stuttgart. Nach Angaben der Familie starb er am Sonntagabend nach kurzer schwerer Krankheit in Chiavari nahe Genua.

SWR-Intendant Peter Boudgoust würdigte Jaedicke als einen “Fernsehmann der ersten Stunde“. Als Fernsehdirektor habe er über Jahrzehnte hinweg maßgeblich die ARD geprägt. “Dass Fernsehen heute ein demokratisches Kulturgut ist, das nicht elitär daherkommt, sondern ein Millionenpublikum anspricht, das verdanken wir auch seinem Lebenswerk“, sagte Boudgoust.

Jaedicke begann seine journalistische Laufbahn nach dem Zweiten Weltkrieg als Nachrichtenredakteur und Glossenschreiber bei dem von der US-Militärregierung betriebenen Sender Radio Stuttgart. Zur gleichen Zeit half er mit, das erste Süddeutschland-Büro des “Spiegel“ in Stuttgart aufzubauen. Geburtshilfe leistete Jaedicke auch bei der “Tagesschau“. Jaedicke war einer der beiden Redakteure, die die erste Nachrichtensendung im deutschen Fernsehen entwickelten.

Kommissare beim Kultkrimi Tatort

Kommissare beim Kultkrimi Tatort

Jaedicke machte sich zudem um Dokumentation und Fernsehspiel verdient. So öffnete er den Südfunk für den Tierfilmer Horst Stern und den Volksschauspieler Willy Reichert ebenso wie für Samuel Beckett und Loriot. Auch als Filmproduzent war er erfolgreich: unter anderem mit der Verfilmung von “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“.

dpa

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