Vater: Amy Winehouse arbeitet an Platte

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Die britische Sängerin Amy Winehouse kommt mit ihrem Vater Mitch Winehouse zu einem Gerichtstermin in London.

London - Der Papa von Amy Winehouse hat sich den Jugendtraum von der eigenen Platte erfüllt und steigt ins Musikbusiness ein. Seine Tochter will sich auch nicht auf ihrem Erfolg ausruhen.

Mitch Winehouse geht lieber gleich den direkten Weg: Ja, wenn seine Tochter Amy nicht so berühmt wäre, dann hätte er nie im Leben eine eigene Platte herausbringen können. Niemand hätte wirklich ernsthaft Interesse an ihm. Vielleicht würde er immer noch in London Taxi fahren, und die Musik wie seit seiner Kindheit nur sein Hobby sein. Aber es ist nun mal, wie es ist, und der Vater von Skandal-Sängerin Amy Winehouse hat eine eigene Platte mit Jazz- und Swingstücken aufgenommen. Am 19. November erscheint “Rush of Love“ in Deutschland.

“Viele Leute sagen, ich konnte das Album nur machen, weil ich Amys Vater bin. Und das stimmt“, sagt Winehouse im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. “Schauen Sie, im Dezember werde ich 60 Jahre alt. Es gibt da draußen viele Leute, die singen können.“

Winehouse trägt ein dezentes Tweed-Jackett mit dunklem Polo-Shirt darunter, die silbergrauen Haare sind ordentlich gelegt. Draußen vor der Tür des eleganten Management-Büros, in dem das Gespräch stattfindet, parkt sein Taxi. Irgendwie stellt man sich den Vater einer der bekanntesten Sängerinnen der Zeit, die sowohl mit ihrem riesigen Talent als auch ihrem Hang zur Selbstzerstörung permanent Schlagzeilen macht, ein bisschen weniger normal vor.

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Vielleicht wählt Mitch Winehouse auch bewusst den Weg des Understatements, aber auf jeden Fall wirkt er ziemlich bescheiden, ein bisschen zurückhaltend und äußerst höflich.

“Der Grund, warum ich die Chance bekam, ist, weil ich Amys Vater bin“, erklärt er. “Aber wenn ich in dem Moment, in dem ich ins Studio kam, nicht hätte singen können, dann hätten die Leute zu mir gesagt: Moment mal, wir sind nicht hier, um Geld zu verschwenden. Bleiben Sie bei Karaoke.“ Er wolle ja nicht eingebildet wirken, sagt er, aber dass er singen könne, das habe er schon immer gewusst. Seine ganze Familie sei sehr musikalisch. Aber er habe auch die Realitäten gekannt, und es mit einer professionellen Karriere gar nicht versucht.

Erst seine Tochter überzeugte ihn dann, sein Hobby auf die Profiebene zu heben. “Wir wollten das schon vor fünf oder sechs Jahren machen. Als Amy anfing, holte sie mich öfter mal auf die Bühne, und wir haben zusammen gesungen. Und sie sagte zu mir: Weißt Du was, Papa, Du solltest ein Album machen“, erinnert sich Winehouse.

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“Aber dann wurde Amy krank, wie ja bestens dokumentiert ist. Der Zeitpunkt war einfach nicht richtig. Wir haben also gewartet, bis es ihr besser ging. Während sie krank war, hätte ich nicht mal annähernd darüber nachdenken können. Nachdem sie wieder gesund war, ungefähr vor 18 Monaten oder zwei Jahren, haben wir uns nochmal zusammengesetzt und darüber gesprochen. Sie half mir, die Lieder auszusuchen. Wir haben uns hingesetzt und es gemeinsam diskutiert. So kam es zu dem Album.“ Jeder brauche Beziehungen, und seine sei eben Amy gewesen.

Elf Lieder im Stil von Frank Sinatra sind auf dem Album zu hören. Vier sind neue Kompositionen, geschrieben von Familienfreund Tony Hiller. Der ist vor allem mit seinem Hit “Save your kisses for me“ berühmt geworden, und unterstützte Mitch von Anfang an bei den Plänen. “Wir haben extra Lieder ausgesucht, die nicht so bekannt sind. Es sind keine Rat-Pack-Songs“, sagt Winehouse.

Auch wenn er seine Lizenz als Taxifahrer jedes Jahr wieder erneuert, will Winehouse mit der Musik in Zukunft weitermachen. Vor allem will er weiter live auftreten, das sei immer das Größte für ihn gewesen. Derzeit ist er bei Jazz-Festivals unterwegs und tritt in Bars oder im Fernsehen auf. Auch Shows in Deutschland sind geplant.

“Es gibt viele Leute, die Interesse an meinen Auftritten haben“, sagt er. “Ich meine, manchmal ist es, weil ich Amys Vater bin. Die Leute kommen und denken, ich gehe auf die Bühne und mache mich lächerlich. Sie wollen vielleicht sehen, ob ich von der Bühne falle oder Leute anschreie oder so. Aber wenn sie dann meine Band hören, ist das nicht mehr wichtig.“

dpa

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