Wettlauf mit der Zeit gegen Friedenscamper

+
Prinz William und Kate Middleton

London - Königshochzeit und Friedenscamper im Wettlauf mit der Zeit: Vier Wochen vor der Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton sollen Friedensaktivisten von der Strecke verbannt werden.

Wenn es um die besten Aussichtspunkte für die Hochzeitskutschenfahrt von Prinz William und Kate Middleton am 29. April geht, hat Barbara Tucker eine erstklassige Position - und das schon seit fünf Jahren. So lange sitzt die etwa 40-jährige Friedensdemonstrantin auf ihrem Platz direkt gegenüber von Big Ben in London, um gegen Völkermord und Krieg und für Demokratie und Gerechtigkeit zu mahnen. Nun, gut einen Monat vor der königlichen Hochzeit, gelten sie und ihr langjähriger Mitstreiter Brian Haw als Schandfleck.

Haw, der sich zur Zeit einer Krebsbehandlung in Deutschland unterzieht, steht schon seit 2001 am Parliament Square. Sein verwittertes Gesicht und sein mit zahllosen Anti-Kriegs-Buttons dekorierter Tweedhut haben ihn zu einer Ikone der Friedensbewegung gemacht.

Nun wollen die Londoner Stadtregierung und der zuständige Bezirksrat von Westminster mit vereinter Kraft erreichen, Tucker und eine Handvoll ihrer Mitstreiter von dem Platz zu verbannen, an dem William und Kate nach der Trauung in Westminster Abbey ihre Jubelfahrt zum Buckingham Palast starten. Obwohl die Angelegenheit strikt Gerichtssache ist, soll Premierminister David Cameron sich dafür verbürgt haben, das “Problem“ der Friedenscamper rechtzeitig zu bereinigen.

Prinz William & Kate: Ihre schönsten gemeinsamen Bilder

Prinz William & Kate: Ihre schönsten gemeinsamen Bilder

Dafür hoffen die beteiligten Parteien auf einstweilige Verfügungen vom höchsten Zivilgericht, dem High Court. Aber Tucker hat schon Berufung angekündigt, so dass der Ausgang der heiklen Situation ungewiss ist. Der Parliament Square, so stellte der High Court vor kurzem fest, sei kein “geeigneter Ort für ausgedehntes Camping“. Auch wenn viele Menschen die Anliegen von Tucker und Haw unterstützen würden, seien sie dem Gesetz nach als “Unbefugte“ zu behandeln.

Von dem Rasen, auf dem Statuen von Winston Churchill und Nelson Mandela stehen, wurden Tucker und ihre Freunde mitsamt Zelten und Plakaten schon auf den schmalen Bürgersteig des verkehrsreichen Platzes verbannt. Falls der Westminster Council erfolgreich ist, muss auch der Gehweg geräumt werden.

“Sie haben vier Wochen Zeit, um uns wegzukriegen. Aber wenn wir nicht hier sind, stirbt die Demokratie“, sagte Tucker der Deutschen Presse-Agentur. Die Hochzeit werde nur als Anlass für den geplanten Rauswurf genutzt, “weil wir schon zu lange hier sind“.

Tucker, eine hartgesottene Australierin, sieht ihre Mission unter anderem auch als eine Art Fortsetzung der Arbeit von Prinzessin Diana, die schließlich mit ihrer Kampagne gegen Landminen für “Gerechtigkeit zum Schutz von Leben“ eingetreten sei. “Diana würde nicht wollen, dass wir hier wegmüssen, und sie ist schließlich Williams Mutter!“ ruft sie aus.

Auch die Umwälzungen in der arabischen Welt zitiert Tucker zu ihrem Vorteil. “Wir leben in historischen Zeiten“, sagt sie. “Wir sind ein Teil der Geschichte und, mit Verlaub, die königliche Hochzeit ist eine Fußnote der Geschichte.“ Über die Frage, ob sie denn dem königlichen Paar zuwinken würde, falls sie an ihrem Stammplatz bleiben darf, habe sie noch nicht nachgedacht.

dpa

Zurück zur Übersicht: Stars

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser