Glücklich wie nie: Victoria und Daniel vor dem Ja-Wort

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Am Samstag treten Kronprinzessin Victoria und ihr Ex-Fitnesstrainer Daniel Westling in Stockholm vor den Traualtar.

Stockholm - Eine glanzvolle royale Hochzeit und das Ja-Wort nach langem Warten: Am Samstag treten Kronprinzessin Victoria und ihr Ex-Fitnesstrainer Daniel Westling in Stockholm vor den Traualtar.

Die Schweden mögen es gelassen, auch wenn die Hochzeit des Jahres oder Jahrzehnts, eine Märchenhochzeit, eine Traumhochzeit voller Superlative vor der Tür steht. “Doch, ein paar Schmetterlinge im Bauch melden sich schon langsam“, meinte Kronprinzessin Victorias Bräutigam Daniel Westling kurz vor der Trauung am Samstagnachmittag im Stockholmer Dom verblüffend ruhig.

Als einer der ersten gratulierte Freitagabend im Namen von ganz Schweden Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt zur bevorstehenden Trauung. Bei einem Galaessen der Regierung für das Brautpaar und die Hochzeitsgäste am Freitagabend sagte Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt: “Nie zuvor haben wir die Kronprinzessin so glücklich gesehen wie jetzt.“ Der Regierungschef sprach Westling mit dem in Schweden üblichen “Du“ an und sagte: “Sie hat dich zu ihrem Prinzen erwählt.“

Die Aussicht auf mehr als hundert Millionen TV-Zuschauer in aller Welt, mehr als hunderttausend an den Straßen in Stockholms Innenstadt und nervöse Einsatzchefs von siebentausend Sicherheitskräften haben das royale Brautpaar bisher nicht aus der Ruhe gebracht.

Stockholm bereitet sich auf Victorias Traumhochzeit vor

Traumhochzeit: Stockholm bereitet sich vor

“Ganz klar, diese beiden lieben sich, hier haben sich die Richtigen gefunden“, sagte ein “Eingeweihter“ nach der ersten offiziellen Hochzeitsparty am Donnerstagabend auf Schloss Drottningholm. Königliche Hoheiten aus den skandinavischen Ländern, Kronprinzen wie William aus den Niederlanden und Felipe aus Spanien feierten hier unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne Paparazzi mit der ganz und gar nicht royalen Verwandtschaft von Victorias Auserwähltem.

Sie gehören zu einer ganz normalen Beamtenfamilie aus der unscheinbaren Ortschaft mit dem wenig glanzvoll klingenden Namen Ockelbo. Aus dem einstigen Eishockey-Jugendspieler Daniel aus Ockelbo wird nun der Stockholmer Prinz von Schweden und Herzog von Västergötland.

Für die Reporter, alles in allem mehr als 700 während der Hochzeit, gibt es bis Samstagabend noch etliche blaublütige Geheimnisse zu enthüllen: Hat wirklich der schwedische Designer Pär Engsheden Victorias Brautkleid entworfen und mit einer neun Meter langen Schleppe ausgestattet? Wohin geht denn nun die Hochzeitsreise am Sonntag? Welchen Status hat die Freundin von Monacos Fürst Albert II., die erstmals bei einem so bedeutenden royalen Ereignis als seine Partnerin dabei ist? Bislang war die Fürsten-Freundin häufig bei Sportevents, beim Rosen- oder Rotkreuzball an seiner Seite. In der offiziellen Gästeliste des schwedischen Hofes wird die Südafrikanerin keineswegs als Begleiterin des Fürsten, sondern ganz für sich allein als “Mrs. Charlene Wittstock“ geführt.

Soldaten in Reih und Glied, ein Polizist pro Meter: Die Wache übt

Traumhochzeit in Stockholm: Die Wache übt

“Immerhin“, könnte Daniel Westling da seufzen. Denn der studierte Sportpädagoge durfte bis zur Verlobung mit Victoria letztes Jahr überhaupt nicht bei offiziellen Anlässen an der Seite seiner seit neun Jahren festen Partnerin erscheinen. König Carl XVI. Gustaf sperrte sich lange gegen die Verbindung mit dem Sprössling “einfacher Leute“. Und so gilt die Hochzeit für viele Schweden auch als Sieg einer dauerhaften Liebe über Standesdenken und verstaubte Dünkel.

Überdies hat der frühere Fitnesstrainer und künftige Prinz von Schweden in den Tagen vor der Hochzeit deutlich gepunktet: Westling macht bei seinen Auftritten auf dieser gigantischen Medienbühne einen abgeklärten, vor allem aber gegenüber seiner künftigen Frau - und royalen Chefin! - liebevollen Eindruck.

Wenn der Adel heiratet

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Nicht ganz so liebevoll wie erwartet sehen die Schweden dem glanzvollen Höhepunkt mit Trauung, Kutsch- und Bootsfahrt des Paares am Samstag entgegen. Zwei Tage vor dem Ja-Wort im Dom, direkt neben dem Königsschloss, sprachen sich bei einer Umfrage nur noch 46 Prozent der Befragten für die Monarchie aus. 1996 hatte die Zustimmung noch 70 Prozent und im letzten Jahr 49 Prozent betragen.

Bei der am Freitag in “Dagens Nyheter“ veröffentlichten Umfrage des FSI-Institutes unter 1800 Befragten sprachen sich 25 Prozent gegen die Monarchie aus. Dieser Anteil hatte 1996 bei 10 Prozent und 2009 bei 22 Prozent gelegen. Damit ist der in Stockholm erwartete positive Trend vor der royalen Hochzeit komplett ausgeblieben.

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“Es könnte an einer gewissen Übersättigung liegen“, meinte der Demoskop Joachim Timander. Vor den Hochzeitsfeiern hatten unter anderem Reiseveranstalter von einem überraschend geringen Interesse an allerlei Arrangements für die Feiern in Stockholm berichtet. Die Bahngesellschaft SJ sagte Sonderzüge in die Hauptstadt mangels Kundschaft ab.

Die schwedische Polizei schraubte stufenweise ihre Erwartungen für die Zahl der Schaulustigen herunter: Erst war von über einer Million, dann von einer halben Million und kurz vor dem Wochenende von “vielleicht 250 000“ die Rede. Bei der Hochzeit von Victorias Eltern, König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia, vor 34 Jahren am 19. Juni 1976 hatten 180 000 Schaulustige die Straßen gesäumt.

dpa

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