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Braunbär streift durch die Wildnis in Oberbayern

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Raser spricht bei ARD-Talkshow " Maischberger"

"Ich habe ihm beim Sterben zugesehen und gedacht: Was machst du eigentlich hier?"

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Sandra Maischberger
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Wer illegale Autorennen fährt, gehört dringend bestraft, aber wer auf der Autobahn rast und drängelt, ist ein normaler deutscher Autofahrer. Bei der ARD-Talkshow "Maischberger" ist über ein brisantes Thema diskutiert worden.

Die Deutschen und ihr Auto sind eine Geschichte für sich. In der ARD-Talkshow von Sandra Maischberger ist am Mittwochabend das Thema aufgegriffen worden: "Raser, Rüpel, Drängler: Werden Autofahrer immer aggressiver?". Dabei diskutieren Raser, Betroffene und Experten über das Thema.

"Es ist eine Sucht!", räumt Ex-Raser Nico Klassen (38) dann auch direkt ein. Der Kfz-Mechaniker ist mitgerast, bis ein Freund tödlich verunglückt ist. Seitdem ist er quasi bekehrt. "Du blendest alles aus, was um dich herum passiert. Du siehst den Gegner, es ist immer ein Duell, und du willst unbedingt gewinnen!"

Sein Kumpel ist bei einem Rennen im nordrhein-westfälischen Hamm auf dem Motorrad von einem BMW abgedrängt worden und mit dem Helm an einem Verkehrsschild hängen geblieben. "Ich habe ihm beim Sterben zugesehen und gedacht: Was machst du eigentlich hier?", erzählt er.

"Die Täter sind vollkommen gleichgültig und ignorant"

In der Sendung wird der 38-Jährige auch mit der anderen Seite konfrontiert. Der Vater von Maximilian Warshitsky (37) ist in Berlin das Opfer zweier Raser geworden, die ab Montag erneut vor Gericht stehen.

"Bei jedem Detail, jedem Foto kommt alles wieder hoch", sagt er. "Die Familie, die Angehörigen leiden einen Schmerz, der einfach nur sinnlos ist. Die Täter sind vollkommen gleichgültig und ignorant." Besonders schlimm: Der Sohn hat damals gar nicht gewusst, dass sein Vater nachts noch unterwegs und bei seiner Freundin gewesen ist. Er hat erst am Nachmittag erfahren, was geschehen ist - von einem Nachbarn.

Der Unfall ist zum Präzedenzfall geworden. Seither gibt es den Paragrafen 315d über verbotene Kraftfahrzeugrennen, erklärt Verkehrspolizist Stefan Pfeiffer (54). Der Bayer wacht über 400 Kilometer Autobahn, auf denen jedes Jahr etwa 3.500 Unfälle passieren - auch mit zahlreichen Toten. ARD-Rechtsexpertin Gigi Deppe fügt hinzu, dass der neue Paragraf bereits in fünf weiteren Strafverfahren angewendet wird.

"Ein Tempolimit würde uns viele Tote und Schwerverletzte ersparen"

Das Problem erklärt Verkehrspsychologin Ute Hammer so: "Immer mehr Autos, Busse und Güterverkehr, aber die Straßen sind die gleichen geblieben. Immer weniger Platz, der Zeitdruck wird immer stärker. Ein unheimliches Gewusel und Gedränge. Das macht aggressiv."

Stefan Pfeiffer nennt noch einen weiteren Grund: "Die Leute fühlen sich im Recht. Sie haben das Recht, auf der Autobahn schnell zu fahren. Bei Verkehrsverstößen sind wir ein Billigland!" Er schlägt vor: "Ein Tempolimit würde die Differenzgeschwindigkeit und damit viele Verkehrskonflikte rausnehmen. Das würde uns viele Tote und Schwerverletzte ersparen."

ksl

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