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Will Smith und Helen Mirren

Filmkritik zu „Verborgene Schönheit“: Zu viel Pathos

Bildet er sich’s ein – oder sitzt tatsächlich der Tod (Helen Mirren) neben ihm? Howard (Will Smith) zweifelt an sich selbst.
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Bildet er sich’s ein – oder sitzt tatsächlich der Tod (Helen Mirren) neben ihm? Howard (Will Smith) zweifelt an sich selbst.

München - David Frankels Drama „ Verborgene Schönheit“ setzt zu sehr auf Symbolik und ein allzu schöngefärbtes Happy End.

Als Kritiker befindet man sich allzu oft in einem Dilemma. Wie viel vom Inhalt eines Films darf man preisgeben, ohne dessen Wirkung zu zerstören? Bei „Verborgene Schönheit“ gilt: am besten nichts verraten. Denn es ist mal wieder eine dieser Regiearbeiten, die erst zum Schluss der Geschichte die Bombe platzen lassen – und das vorher Erzählte dadurch plötzlich in ganz anderem Licht erscheint.

Kennen muss man nur die Ausgangssituation. Die kleine Tochter des bis dato erfolgreichen Managers Howard (Will Smith) stirbt. Und damit sein eigener Lebenswille. Er beginnt universelle Fragen zu stellen, indem er Briefe an die Liebe, die Zeit und den Tod schreibt. Seine Freunde engagieren daraufhin Schauspieler, in die Rollen von „Liebe“, „Zeit“ und „Tod“ zu schlüpfen, um Howard aus seiner Gedankenwelt zurückzuholen. Sie lauern ihm überall in New York auf, um ihn mit seinen Briefen zu konfrontieren.

Der Film neigt in vielen Momenten zum Pathos, und in der Schlussszene traut Regisseur David Frankel leider nicht der Geistesgegenwart seiner Zuschauer. So manches Mal setzt er zu sehr auf Symbolik mit dem Vorschlaghammer, damit auch der Letzte die Botschaft versteht. Dass der Film dennoch funktioniert, liegt an Figuren wie der Off-Broadway-Künstlerin Brigitte. Sie sorgt für die leichten Momente. Herrlich selbstironisch gibt sich Helen Mirren in der Rolle der von sich selbst überzeugten Schauspielerin, die sich echauffiert über das Publikum, das heute nur noch über eine Aufmerksamkeitsspanne von acht Sekunden verfügt – und deshalb danach giert, in diesem Theaterexperiment in der Rolle des Todes mitwirken zu können.

Will Smith indes überzeugt als des Lebens Müder. Wenn er zu „Looking too closely“, Finks Lied über selbstzerstörerische Erinnerungen, die Brooklyn Bridge auf dem Fahrrad mit höchstem Tempo überquert, dann ist das ein hübsches Bild für den Versuch, vor der eigenen Vergangenheit zu fliehen. Die Brücke ist eins der zentralen Motive in Frankels Drama. Schließlich möchte der Oscar-Gewinner nicht weniger, als eine Brücke vom Verlust zur Hoffnung zu schlagen. Um die „verborgene Schönheit“, die selbst den düstersten Momenten innewohnt, sichtbar zu machen. Durch das allzu schöngefärbte Happy End muss es bei einem Versuch bleiben.

Katja Kraft

„Verborgene Schönheit“

mit Helen Mirren, Will Smith

Regie: David Frankel

Laufzeit: 97 Minuten

Annehmbar

Ein gelungenerer Film über den Verlust eines Kindes ist „The broken Circle“.

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