Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Shitstorm gegen Sat.1

„Promis unter Palmen“: „Du bist ja eine Schwuchtel“ - Marcus Prinz von Anhalt sorgt für Homophobie-Skandal

Marcus Prinz von Anhalt
+
„Mir geht’s nicht um die Kohle, sondern darum, dabei Spaß zu haben“, begründete der Protz-Prinz und Millionär, der in Dubai lebt, seine Teilnahme.

Eine neue Staffel, ein neuer Mega-Skandal: Die Sat.1-Reality-Show „Promis unter Palmen - Für Geld mache ich alles!“ hat bereits zum Auftakt mal wieder für Entgleisungen gesorgt. Der Sender selbst nahm von einem Kandidaten Abstand.

Thailand - Eines vorweg: Marcus Prinz von Anhalt (54) ist durch die anderen Teilnehmer bereits in der ersten Folge in hohem Bogen aus der Sendung geflogen. „Marcus muss die Villa verlassen. Und das ist gut so“, kommentierte Sat.1 am Montagabend (12. April) den Rauswurf.

Bei dem Trash-TV Format „Promis unter Palmen“ wohnen Prominente zusammen in einer Villa und müssen in Wettbewerben gegeneinander antreten. Nach und nach wählen die Teilnehmer sich gegenseitig in einer Abstimmung zum Ende der Sendung raus. Alle Folgen von „Promis unter Palmen“ wurden bereits vorab vor Wochen aufgezeichnet.

„Mega-Skandal bei „Promis unter Palmen“: Was steckt dahinter?

Doch was sorgte für den Mega-Skandal zum Start der zweiten Staffel der beliebten Sendung? Kandidat Marcus Prinz von Anhalt, seines Zeichens gelernter Metzger und gegen Geld von Frédéric Prinz von Anhalt adoptierter früherer Bordellbesitzer, hatte Frauen auf ihr Aussehen reduziert und war Dragqueen Katy Bähm, hinter der der Berliner Burak Bildik steckt, homophob angegangen. Unter anderem nannte er schwule Zärtlichkeiten „eklig“ benutzte schwulenfeindliche Schimpfwörter wie beispielsweise „Du bist ja eine Schwuchtel“, und würdigte gleichgeschlechtlichen Sex herab.

Schon zuvor hatte sich der „Prinz“ gegenüber Teilnehmerin Patricia Blanco despektierlich geäußert: „In den ersten fünf Minuten Gespräch hast du mir einen komplett anderen Eindruck gegeben, als ich hatte. Viele sagen, das ist die Tochter von ‘nem Promi, die hat nichts geleistet, die fette Sau.“

Die Tochter des Schlagersängers Roberto Blanco quittierte diese Aussage mit einem Stinkefinger und einer deftigen Antwort: „Sag mal tickst du noch ganz richtig?!“ Marcus Prinz von Anhalt gab unbeeindruckt später zur Auskunft: „Sie hat jetzt vielleicht 50 Kilo abgenommen. Aber ich war ja mit Pamela Anderson liiert und das ist so mein Beuteschema“, träumt er weiter und sagt dann tatsächlich: „Fette Weiber sind besser beim Sex. Die geben sich mehr Mühe.“

Sat.1 rechtfertigt sich für Ausstrahlung

Aber vor allen Dingen die homophobe Entgleisung des früheren Bordellbesitzers sorgte im Netz für Aufruhr.

„Wir verstehen eure Entrüstung. Wir haben das lange diskutiert, aber es ist auch ein wichtiges Thema, das nicht verschwiegen werden darf - wie Katy selbst sagt“, rechtfertigte sich Sat.1 bei Twitter und zitierte Katy Bähm: „Wir brauchen diese Aufklärung auf dieser Welt. Deswegen ist es auch real, was hier passiert ist. Das ist das, was die Community Tag für Tag erlebt. Wenn es dafür sorgt, dass draußen ein klein bisschen eine bessere Welt herrscht, bin ich happy.“

Für den Sender scheint sich die Ausstrahlung dieser Schmutzeleien hingegen im Vergleich zum Vorjahr nicht gelohnt zu haben. Im Schnitt 2,23 Millionen schalteten ein, das entsprach 7,5 Prozent Marktanteil ab 20.15 Uhr.

Ende März 2020 hatten die Auftaktsendung noch 2,8 Millionen verfolgt. In der für Privatsender als wichtig erachteten Gruppe der 14- bis 49-Jährigen kam die Sendung am Montagabend jedoch auf einen guten Marktanteil von 15,5 Prozent (1,26 Millionen).

Vernichtendes Urteil der Presse für Folge von „Promis unter Palmen“

Online und in Medien waren die Reaktionen heftig. „Eine Eskalation von Ekelhaftigkeiten“ schrieb Kritikerin Anja Rützel beim „Spiegel“ Dienstagfrüh (15. April): „Der Sender Sat.1 zeigt zum Auftakt von „Promis unter Palmen“ homophobe Beleidigungen. Die Besetzung legt nahe, dass sie kalkuliert geschahen. Das ist indiskutabel und zerstört das Format unrettbar.“ Und „n-tv.de“ meinte: „Das ist die geduldete Entgleisung jeglicher Moral, der Abgesang auf alles, was gutes Trash-TV je ausmachte.“ Auch die BILD-Zeitung fragte: „Warum zeigt Sat.1 menschenfeindlichen Dreck?“

Diesmal kämpfen Promis wie Henrik Stoltenberg (Enkel des 2001 gestorbenen CDU-Politikers und Ex-Ministers Gerhard Stoltenberg), Patricia Blanco (Tochter von Roberto Blanco) und Giulia Siegel (Tochter von Eurovisions-Legende Ralph Siegel) um den Sieg. Auch die einstige RTL-Dschungelkönigin Melanie Müller ist dabei.

Schon in der ersten Staffel ekelhafte Skandale

Vergangenes Jahr hatte zum Beispiel Désirée Nick mitgemacht. Schon 2020 sorgte die Sendung für viel Aufsehen, weil Claudia Obert vor den Kameras von Mitbewohnern wie Carina Spack, Matthias Mangiapane und Bastian Yotta fertiggemacht wurde. Viele sprachen von Mobbing-TV. Damals wurde eine Folge sogar aus der Mediathek genommen.

Vom Sieger, dem ehemaligen Traunsteiner Bastian Yotta distanzierte sich Sat.1 später total: „In eigener Sache: Sat.1 distanziert sich grundsätzlich von allen gewaltverherrlichenden und sexistischen Aussagen (...) Weitere Produktionen mit Bastian Yotta sind nicht geplant.“ Es war ein älteres Video aufgetaucht, in dem Yotta sich frauenfeindlich geäußert und sexuelle Belästigung verharmlost hatte. Yotta betrieb später monatelang auf der kostenpflichtigen Videoplattform OnlyFans einen Account mit pornografischen Aufnahmen.

Kommentare