Kommunikation mit dem Vierbeiner

Aus diesem Grund beißen Hunde sogar Menschen, die sie lieben

Immer wieder kommt es vor, dass Hunde Menschen beißen. Oft handelt es sich dabei sogar um Menschen, die die Hunde kennen oder sogar lieben. Das hat verschiedene Gründe.

  • Hunde sind nach den Katzen das zweitliebste Haustier der Deutschen
  • Immer wieder kommt es zu Bissverletzungen durch die Tiere
  • Oft passieren Bissunfälle mit einem bekannten und dem eigenen Hund

Backnang - Es gibt über zwölf Millionen Hunde (Hund: Zahlen und Statistiken zu Hunden in Deutschland*) in Deutschland. Davon leben über neun Millionen Vierbeiner als Haustiere bei uns Menschen. Nach den Katzen sind die Hunde (Hunde: Die teuersten Rassen der Welt*) damit auf dem 2. Rang der liebsten Haustiere in unserem Land, wie extratipp.com* berichtet. Die Anzahl der Hunderassen steigt. Schätzungen zufolge gibt es aktuell etwa 390 verschiedene Rassen. Davon sind nicht alle lieb und handzahm. Es gibt auch viele Kampfhunde (Hund: Kampfhunde in Deutschland - Alle Infos zu gefährlichen Rassen*) in Deutschland. 


Bei so vielen Hunden (Hund: Tödliche Angriffe von Hunden in Deutschland - eine Liste*) in Deutschland ist es nicht verwunderlich, dass es auch zu einigen Unfällen mit den Vierbeinern kommt. Die Hunde zählen zwar zum besten Freund des Menschen, doch es gab und gibt auch immer wieder tödliche Angriffe der Tiere. Doch warum beißen Hunde die Menschen, die sie kennen oder sogar lieben?


Hund: Die meisten Unfälle passieren mit einem bekannten oder dem eigenen Hund

In einer Studie der Kinderchirurgie der Medizinischen Universität Graz wurde Bissverletzungen bei Kindern unter 17 Jahren untersucht. Die Studie „Analysis of Dog Bites in Children“ wurde von der renommierten Wissenschafts-Zeitung „Pediatrics“ veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass 80 Prozent der Verletzungen von einem bekannten oder sogar dem eigenen Hund stammten, wie das Hundemagazin Wuff berichtet. Doch warum ist das so? Viele Hundebesitzer setzen sich mit dem Thema erst auseinander, wenn es meist schon zu spät ist. Für nicht wenige Hunde geht es danach ins Tierheim, wo sie ein Leben im Zwinger hinter Gittern verbringen müssen. Doch es gibt Gründe, weshalb ein Hund gerade die Menschen beißt, die er liebt.

Wenn Hunde ein Drohverhalten zeigen, passt ihnen meist etwas nicht.

Hund und Mensch leben quasi in einer Wohngemeinschaft. Der Vierbeiner ist bei vielen Hundebesitzern ein vollwertiges Familienmitglied, darf oft auch im Bett oder daneben schlafen. Doch die Kommunikation zwischen Mensch und Tier verläuft nicht immer reibungslos und endet daher auch in Beißattacken. Vor allem Kinder sind davon betroffen. Hundebesitzer sollten aus diesem Grund klare Regeln aufstellen, die das Zusammenleben zwischen Zwei- und Vierbeiner für beide Seiten erleichtert und so Attacken durch Hunde vorgebeugt werden kann.

Hund: Vor allem Kinder werden immer wieder von Hunden angegriffen

Kinder lieben Hunde. Im Grunde eine perfekte Basis für eine enge Freundschaft zwischen Tier und Mensch. Doch aus diesem Grund halten Kinder auch keine Distanz zu den Vierbeinern ein. Ihnen fehlt zudem noch die Empathie eines Erwachsenen. Also wird sich auf die Hunde gesetzt, an den Ohren gezogen oder den Schwanz gepackt. Bis es dem Hund zu viel wird und er zubeißt. Hundebesitzer müssen demnach ihren Kindern klar zeigen, was Hunde mögen und was nicht. Hunde reagieren mit bestimmten Verhaltensweisen auf Aktionen der Menschen. Dieses Verhalten der Vierbeiner muss den Kindern beigebracht werden.

Ein Hund, der gegenüber seiner Familie ein Drohverhalten zeigt, also gegenüber den Menschen, die er lebt, ist sicherlich nicht gut für das Klima innerhalb der Familie. Hunde ergreifen oft die Flucht, wenn sie von Kindern zu sehr bedrängt werden. Doch das gelingt nicht immer, wenn zum Beispiel das Kind auf dem Hund liegt. Dann kennt der Vierbeiner oft nur noch das Beißen als Ausweg. Es gibt noch weitere Gründe, die zu Beißattacken führen. 

Hunde sind Raubtiere

Das Beißen gehört bei Hunden nun mal dazu, so einfach kann man es sagen. Die Vierbeiner sind und bleiben Raubtiere, haben daher ein sehr starkes Gebiss und verteidigen ihre Ressourcen. Wie wir Menschen haben auch Hunde ihre Bedürfnisse. Dazu gehört zum Beispiel das ungestörte Fressen. Für den Hund stellt die Nahrung eine überlebenswichtige Ressource dar - genau so wie für uns. Nimmt man dem Tier nun sein Fressen weg, dann entzieht man ihm eine wichtige Ressource. Achtung, Alarm! Hunde sind Geduldstiere, doch auch ihnen kann irgendwann der Geduldsfaden reißen, wenn mehrere solcher Aktionen zusammenkommen.

Viele Hunde müssen nach Attacken ins Tierheim.

Auch die Gesundheit spielt bei Hundeattacken eine große Rolle. Viele Tiere, die in Beißattacken verwickelt sind, hatten vorher Schmerzen im Gebiss oder andere gesundheitliche Probleme. Wie wir Menschen reagieren auch Tiere bei gesundheitlichen Problemen gereizter auf gewisse Situationen. 

Hundeattacken kommen für die Opfer und die Hundebesitzer oft überraschend und total unerwartet. Doch jeder Biss hat seine „Vorgeschichte“. Kein Hundebiss passiert zufällig. Vor allem wir Menschen müssen lernen die Hundesprache richtig zu deuten. Dann klappt es auch mit der Mensch-Tier-Kommunikation. Ein erster Schritt, um Hundeattacken und -bisse zu vermeiden.

*extratipp.com ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Rekaktionsnetzwerkes.

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