Absturz nach 16 Minuten

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Rettungskräfte am Absturzort der iranischen Tupolew-Maschine.

Dschanatabad - 168 Menschen sterben beim Absturz einer Tupolew-Maschine im Iran. Ihr Flug dauerte nur 16 Minuten. Die Absturzursache ist noch nicht bekannt.

Der Flug dauerte nur 16 Minuten - dann endete die Reise nach Armenien für die 153 Passagiere und 15 Crewmitglieder in der iranischen Tupolew Tu-154 mit dem Tod.

Die Maschine der Fluglinie Caspian war kurz vor Mittag Ortszeit vom Teheraner Imam Chomeini Flughafen aus in Richtung Eriwan gestartet. Schon nach wenigen Minuten fing sie Feuer und stürzte in Dschanatabad, einem Dorf in der Provinz Kaswin nordwestlich der Hauptstadt Teheran, ab. “Erst hörte ich einen lauten Knall, dann wackelten bei mir alle Wände. Ich rannte raus ins Freie, und da roch es nur nach verbranntem Fleisch“, sagte Madschid, ein Einwohner aus dem Dorf.

Madschid wusste nicht, was vorgefallen war und dachte zunächst an einem Raketenangriff der Israelis. Doch dann sah er von weitem einen Flugzeugflügel und eine mehr als 300 Meter breite Grube mitten in einem Feld. “Ich habe da nur noch geschrien, denn dann wusste ich, woher der Geruch kam“, sagte der Dorfbewohner. Der Polizeichef der Provinz Kaswin war einer der ersten am Unglücksort. “Uns wurde mitgeteilt, dass eine Rauchwolke zwischen den Städten Kaswin und Takestan gesehen wurde. Sofort sind wir und die Feuerwehr zum Absturzort geeilt“, sagte Massud Dschafarnassab.

Was sie dort jedoch vorfanden, waren bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leichen. Trümmerteile des Fliegers waren im Umkreis von mehreren Kilometern um die Absturzstelle herum verstreut. “Wir haben viele Ausweise gefunden, aber wem sie gehören, das weiß derzeit nur Gott“, sagte ein Polizist. Zu den Passagieren gehörten auch Mitglieder der iranischen Judo- Jugendnationalmannschaft und ein iran-armenischer Abgeordneter.

Wegen Sanktionen erhält Iran keine Ersatzteile

Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA berichtete, dass auch eine Bordkarte mit japanischem Namen am Absturzort gefunden wurde. Die Botschaft in Teheran wies den Bericht jedoch zurück. Die Ursache des Absturzes ist noch unklar. Präsident Mahmud Ahmadinedschad ordnete eine gründliche Überprüfung des Vorfalls an. Von den westlichen Sanktionen gegen das islamische Land ist besonders die Luftfahrt betroffen. Neue Maschinen werden dem Land nicht verkauft, auch bekommt das Land keine Ersatzteile für die alten Flugzeuge. Ursprünglich besaß der Iran auch Maschinen vom Typ Boeing und Airbus. Wegen der Sanktionen musste das Land bereits auf die russische Tupolew umsteigen, weil sich Russland nicht an dem Boykott gegen das Regime beteiligen.

Einige der Familien der toten Passagiere haben sich nach Angaben von Augenzeugen im Imam Chomeini Flughafen in Teheran versammelt. Die meisten sind traumatisiert und können noch immer nicht glauben, dass ihre Angehörigen tot sind. Auch in der armenischen Hauptstadt Eriwan trafen sich Hunderte von Angehörigen. Viele waren in Tränen aufgelöst, einige schrien vor Schmerz über ihre Trauer, etliche fielen in Ohnmacht und mussten von Ärzten behandelt werden.

dpa

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