Ausbruch auf Sizilien

Der Ätna lässt die Erde beben - Verletzte und Einstürze

Lava fließt an den Hängen des Ätna hinab. Seit Montagmorgen erschütterten Hunderte leichtere und stärkere Beben die Region. Foto: Orietta Scardino/ANSA/AP
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Lava fließt an den Hängen des Ätna hinab. Seit Montagmorgen erschütterten Hunderte leichtere und stärkere Beben die Region. Foto: Orietta Scardino/ANSA/AP
Eine dunkle Aschewolke steigt vom Ätna auf. Foto: Salvatore Allegra/AP
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Eine dunkle Aschewolke steigt vom Ätna auf. Foto: Salvatore Allegra/AP
Das Erdbeben in Ostsizilien wurde durch den Ausbruch des Ätna ausgelöst. Foto: Salvatore Allegra/AP
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Das Erdbeben in Ostsizilien wurde durch den Ausbruch des Ätna ausgelöst. Foto: Salvatore Allegra/AP
Hinter den Überresten eines eingestürzten Gebäudes steigt Rauch aus dem Ätna auf. Foto: Salvatore Allegra/AP
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Hinter den Überresten eines eingestürzten Gebäudes steigt Rauch aus dem Ätna auf. Foto: Salvatore Allegra/AP
Trümmer vor einem stark beschädigten Haus im sizilianischen Ort Fleri. Foto: Salvatore Allegra/AP
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Trümmer vor einem stark beschädigten Haus im sizilianischen Ort Fleri. Foto: Salvatore Allegra/AP

Wieder einmal bietet der Ätna auf Sizilien ein spektakuläres Naturschauspiel. Welche Kräfte der Vulkan hat, sehen die Anwohner nicht nur, sie spüren es auch. Die Erde zittert.

Catania (dpa) - Mehrere vom Vulkan Ätna ausgelöste Beben haben die Erde in Teilen Siziliens erschüttert. In der Nacht auf Mittwoch wurden Bewohner rund um den Vulkan von einem heftigen Erdstoß der Stärke 4,8 aufgeschreckt.

"Zum Glück gibt es keine Toten, nur Leichtverletzte", sagte Innenminister Matteo Salvini. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge wurden zehn Menschen durch herabfallende Trümmerteile verletzt.

Seit Beginn der neuen Aktivität des Vulkans am 23. Dezember wurden etwa 60 Beben registriert, die stärker als 2,5 waren, wie das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie mitteilte. Der Ätna gehört zu den aktivsten Vulkanen der Welt. Es kommt immer wieder zu kleineren und größeren Eruptionen.

Während eines Vulkanausbruchs kämen Erdbeben häufig vor, sagte Professor Marco Bohnhoff, Leiter der Sektion Geomechanik und Rheologie am Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ in Potsdam. "Das liegt daran, dass der Vulkan kontinuierlich von unten mit Magma gefüttert wird. Wenn der Druck zu groß wird, bricht sich die Magma ihre Wege." Vulkanotektonische Erdbeben können ausgelöst werden, wenn es im Untergrund zum Beispiel zu einer Entlastung oder einem Aufbrechen kommt.

Erdbeben seien außerdem ein Indikator, um Vulkanausbrüche vorhersagen zu können, sagte Bohnhoff. Diese ereignen sich meistens in 3 bis 8 Kilometer Tiefe, da dort Magmakammern liegen. Kommt es auf Sizilien zu Beben in größerer Tiefe, sei dies mit dem Abtauchen der afrikanischen unter die europäische Erdplatte zu erklären.

Die größten Schäden richteten die Beben in Zafferana Etnea an. Putz bröckelte von Fassaden, Mauern von Häusern stürzten ein. Stark beschädigt wurde auch eine Kirche aus dem 17. Jahrhundert. Viele Menschen verbrachten die Nacht im Freien oder übernachteten im Auto.

Wegen möglicher Schäden an der Fahrbahn wurde die Autobahn zwischen Catania und Messina streckenweise gesperrt. Der Flughafen Catania rief Reisende deshalb auf, für die Anfahrt mehr Zeit einzuplanen. Der Ausbruch des Ätnas hatte in den vergangenen Tagen zeitweise auch den Flugbetrieb beeinträchtigt. Am Mittwoch gab es zunächst keine Einschränkungen, teilte der Flughafen auf Twitter mit.

Die neue Aktivität des Vulkans sorgte für spektakuläre Bilder, etwa von glühend heißer Lava in der Dunkelheit. Den italienischen Vulkanologen zufolge hat sich durch die Eruption ein zwei Kilometer langer Spalt am Ätna aufgetan. Der Vulkan ist mehr als 3300 Meter hoch und damit einer der höchsten Europas.

Mitteilung INGV

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