Immer mehr zivile Opfer bei ISAF-Offensive

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Mit 15.000 Soldaten kämpft die internationale Schutztruppe ISAF in einer Großoffensive gegen die Taliban in Afghanistan.

Kabul/Washington - Die Internationale Schutztruppe ISAF gerät wegen ihrer Großoffensive in Afghanistan immer stärker in die Kritik. Die Zahl der zivilen Opfer nimmt täglich zu.

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Die Zahl der zivilen Opfer bei der Großoffensive gegen die Taliban in Südafghanistan steigt immer weiter an. Die Internationale Schutztruppe ISAF teilte in der Nacht zum Dienstag mit, Soldaten hätten bei der Operation “Muschtarak“ (“Gemeinsam“) in der Provinz Helmand versehentlich drei Zivilisten erschossen. Wenige Stunden zuvor hatte die ISAF gemeldet, in der Nachbarprovinz Kandahar seien fünf Unbeteiligte bei einem Luftschlag gestorben, der aber nicht Teil der Operation war. Bei der größten Offensive gegen die Taliban seit dem Sturz ihres Regimes Ende 2001 waren am Sonntag in Helmand nach ISAF-Angaben zwölf Zivilisten getötet worden, als eine Rakete der Truppen ihr Ziel verfehlte.

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Nach den zwölf zivilen Opfern vom Sonntag hatten Regierung und Militärs angekündigt, Unbeteiligte besser zu schützen. In der ISAF- Mitteilung in der Nacht zum Dienstag hieß es, die drei bei verschiedenen Vorfällen getöteten Zivilisten seien von Soldaten irrtümlich für Angreifer gehalten worden. In zwei Fällen hätten sich die Männer den Truppen trotz Warnsignalen genähert. Ein weiteres Opfer sei in einem Haus gewesen, von dem aus Aufständische sich ein Feuergefecht mit Soldaten lieferten. Der Mann sei angeschossen worden und trotz medizinischer Versorgung an seinen Verletzungen gestorben. Die Familien der Opfer würden entschädigt.

Die ISAF teilte mit, in Kandahar sei eine Patrouille mit afghanischen und ausländischen Soldaten fälschlicherweise davon ausgegangen, dass Verdächtige eine Sprengfalle versteckten. Die ISAF bedauerte den “tragischen Unfall“ und bekundete den Familien der Opfer ihr Mitgefühl. Der Vorfall werde untersucht. Die Familien würden auch in diesem Falle entschädigt.

Die ISAF teilte am Dienstag mit, bei der Verfolgung eines Taliban- Kommandeurs in Helmand sei es zu Kämpfen gekommen, bei denen mehr als zehn Aufständische getötet worden seien. Bei der Operation “Muschtarak“, an der sich 15 000 afghanische und ausländische Soldaten beteiligen, komme es weiterhin zu sporadischen Feuergefechten mit den Taliban.

Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte, bei der Großoffensive in Helmand leisteten die Aufständischen erfolgreich Widerstand gegen die Truppen. Meldungen über eine Festnahme des Stellvertreters von Taliban-Chef Mullah Omar, Mullah Abdul Ghani Baradar, in Pakistan sollten nur dazu dienen, “unsere Kämpfer zu demoralisieren“. Mullah Baradar sei in Afghanistan, leite dort die Operationen der Taliban und sei wohlauf.

Die ISAF teilte am Dienstag mit, am Vortag seien in Südafghanistan zwei ihrer Soldaten getötet worden, die sich aber nicht an der Operation “Muschtarak“ beteiligt hätten. Angaben zur Nationalität der Opfer machte die ISAF nicht.

dpa

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