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Nach Schulausschluss von Mädchen in Afghanistan

Nächstes verrücktes Taliban-Gesetz: Frauen wieder Menschen zweiter Klasse

Einschränkung der Frauenrechte in Afghanistan
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Frauen halten bei einer Demonstration Transparente und Schilder hoch, während sie gegen die Einschränkung der Frauenrechte durch den Taliban protestieren.

Von wegen Fortschritte bei Frauenrechten: Die Taliban-Regierung in Afghanistan erhängt das nächste verrückte Gesetz, was nur noch zum Kopfschütteln ist.

Afghanistan – Was einer Erzählung aus einem satirischen Märchen gleicht, ist traurigerweise die nackte Wahrheit. Frauen dürfen in Afghanistan tatsächlich nur noch fliegen, wenn ein männlicher Begleiter mit dabei ist. Aus einem Dokument, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, konnte entnommen werden, dass die Taliban-Regierung die Fluglinien schon längst darauf angewiesen habe, keine Flugtickets mehr an Frauen ohne männlichen „Aufpasser“ zu verkaufen.

Seit Machtübernahme: Immer strengere Regeln für Frauen

Die Entscheidung trafen die Taliban demzufolge am Donnerstag (24. März) bei einem Treffen der Grenzpolizei am Kabuler Flughafen. Zwei Mitarbeiter einer Airline sollen die Authentizität des Dokuments – gegenüber der dpa – bestätigt haben. Seit ihrer Rückkehr an die Macht Mitte August 2021 haben die Taliban immer strengere Vorschriften für Frauen erlassen. Bereits zum Kopfschütteln war das Gesetz, welches Frauen ohne männliche Begleitperson nicht erlaubt, weiter als 45 Meilen (circa 72 Kilometer) zu reisen. Nun folgt der nächste Hammer.

Entgegen der Zusage: Schulausschluss von Mädchen

Die Taliban hatten erst kürzlich entgegen ihrer Zusage mitgeteilt, Schülerinnen ab der 7. Klasse bliebe die Teilnahme am Unterricht bis auf Weiteres untersagt. Erst benötige es an Schuluniformen, die noch entworfen werden müssen und die sich nach den Werten der islamischen Scharia sowie der afghanischen Kultur und Tradition richte. Zuvor war aber angekündigt worden, dass auch Mädchen – unter Auflagen – mit Beginn des neuen Schuljahres an weiterführenden Schulen wieder am Unterricht teilnehmen dürfen. Doch der Paukenschlag ließ nicht lange auf sich warten.

Nach dem Abzug der USA und ihrer Verbündeten und der Machtübernahme der Taliban vor rund sieben Monaten war in den allermeisten Provinzen nur Unterricht von Schülerinnen bis zur sechsten Klasse erlaubt worden. An Universitäten finden Seminare nun nach Geschlechtern getrennt statt. Getrennte Schulklassen gab es auch schon früher. Frauen können in vielen Fällen nicht mehr zurück an ihre Arbeitsplätze.

Getrennte Besuchszeiten in Freizeitparks

Und als man denkt, dass es nicht noch absurder gehen kann, legt die Taliban noch einen obendrauf. Auch sind Freizeitparks von der neuen Verordnung betroffen. Demnach dürfen Frauen und Männer die öffentlichen Freizeitparks in der Hauptstadt Kabul nicht mehr zur selben Zeit aufsuchen. Von nun an heißt es nämlich: Frauen nur noch sonntags bis dienstags, Männer wiederum mittwochs bis samstags.

Viele Proteste am Wochenende

Während der ersten Herrschaft der Taliban von 1996 bis 2001 waren Frauen und Mädchen praktisch vollständig von Bildung und Arbeit außerhalb ihres Hauses ausgeschlossen. Damit sie die Vergangenheit nicht noch einmal komplett einholt, protestieren nun die Afghaninnen dagegen. Wie ein Videomaterial örtlicher Medien zeigt, gingen am Sonntag (27. März) mehrere dutzende Menschen – darunter auch viele Männer – in Kabul auf die Straßen.

mck/dpa