„Nichts in Arbeit“

Alexander Gerst spricht über Nachwuchs-Gerüchte

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Der deutsche Raumfahrer Alexander Gerst ist am 20. Dezember 2018 wieder auf der Erde gelandet.

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst ist nach mehr als einem halben Jahr auf der Internationalen Raumstation ISS wieder zurück auf der Erde.

  • Alexander Gerst (42) ist am 20. Dezember sicher auf der Erde gelandet
  • Der deutsche Astronaut war mehr als sechs Monaten auf der Internationalen Raumstation ISS 
  • „Astro-Alex“ war am 8. Juni 2018 auf der ISS angekommen

Kein Mini-Astro-Alex in Sicht: „Nichts in Arbeit“

Eine Videobotschaft an seine Enkel hat er schon produziert, bisher ist beim deutschen Astronauten Alexander Gerst allerdings noch nicht mal ein Kind in Sicht. „Das werde ich jetzt ständig gefragt. Es ist aber nichts in Arbeit“, sagte der 42-Jährige dem Nachrichtenportal „Spiegel Online“. Die letzte Video-Botschaft von „Astro-Alex“ vor seiner Rückkehr von der Raumstation ISS zur Erde hatte in den sozialen Medien viel Aufmerksamkeit erregt.

In der etwa fünfminütigen „Nachricht an meine Enkelkinder“ entschuldigt sich Gerst: „Im Moment sieht es so aus, als ob wir, meine Generation, euch den Planeten nicht gerade im besten Zustand hinterlassen werden.“ Die Menschheit sei derzeit dabei, das Klima zu kippen, Wälder zu roden, Meere zu verschmutzen, die limitierten Ressourcen viel zu schnell zu verbrauchen und „zum Großteil sinnlose Kriege“ zu führen.

Auch er bemühe sich, etwas für den Schutz der Erde zu tun, hatte Gerst vor dem Start zur ISS gesagt: „Ich versuche schon für mich selber, ein bisschen nachhaltiger zu sein.“ Was allerdings schwierig sein dürfte bei einem Mann mit einem Wohnsitz und zwei Dienstsitzen, der laut seinem Buch „166 Tage im All“ allein für die Mission davor etwa 400 000 Kilometer geflogen ist und einen wohl Tausende Male größeren CO2-Fußabdruck hat als die meisten Menschen auf der Welt.

Astronaut Gerst steht für weiteren Weltraum-Flug zur Verfügung

Update vom 22. Dezember, 13.49 Uhr: Astronaut Alexander Gerst (42) steht für eine weitere Weltraummission zur Verfügung. „Ich bin nach wie vor im Astronautenkorps“, sagte Gerst am Samstag in Köln, zwei Tage nach seiner Rückkehr zur Erde. Aber das sei nicht seine persönliche Entscheidung. „Ich habe ja auch noch weitere Kollegen, die jetzt auch erstmal wieder dran sind“, sagte Gerst. Er freue sich etwa darauf, den deutschen Astronauten Matthias Maurer fliegen zu sehen und zu unterstützen.

Gerst war am Donnerstag von seiner mittlerweile zweiten Weltraummission von der Internationalen Raumstation ISS zurückgekehrt. Für ihn war es bereits die zweite Mission auf dem Außenposten der Menschheit. Er ist nun der Deutsche mit der längsten Weltraumpraxis: 166 Tage verbrachte er 2014 im All und 197 weitere Tage in diesem Jahr.

Astro-Alex fliegt nach Deutschland zurück

Update vom 20. Dezember, 10.17 Uhr: Der deutsche Raumfahrer Alexander Gerst hat nach seiner Landung auf der Erde die ersten Medizinchecks hinter sich gebracht. 

Nach ärztlicher Untersuchung sei die Besatzung der Sojus-Kapsel „MC-9“ mit einem Hubschrauber nach Karaganda in Kasachstan geflogen, schrieb Dmitri Rogosin, Leiter der Raumfahrtbehörde Roskosmos, am Donnerstag auf Twitter. Über Norwegen fliegt Alexander Gerst dann nach Deutschland. Der 42-Jährige wird um 20.45 Uhr am Flughafen Köln/Bonn erwartet.

Alexander Gerst sicher gelandet: Darum wird der Astronaut getragen

Update vom 20. Dezember, 10.02 Uhr: Lange war unklar, ob Alexander Gerst Weihnachten zu Hause feiern kann. Der Fehlstart einer russischen Sojus-Rakete Mitte Oktober zur ISS hatte den Zeitplan durcheinander gewirbelt. Doch nun ist der Astronaut um 6.00 Uhr planmäßig auf der Erde gelandet. Alexander Gerst streckt kurz nach der Landung seine rechte Faust in die Luft, jubelt und lacht. Doch dann wird der Geophysiker aus der Kapsel getragen. Der Grund: Astronauten müssen sich erstmal wieder an die Erde anpassen. 

„Man möchte nicht, dass die Astronauten umkippen. Das Blut sackt in die Beine und fehlt eventuell im Gehirn“, erläutert die Weltraummedizinerin Claudia Stern vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gegenüber der Deutschen Nachrichten Agentur.

Sojus-Raumkapsel gelandet: Alexander Gerst wird aus der Sojus-Raumkapsel getragen.

 

Alexander Gerst ist nach 197 Tagen wieder auf der Erde

Scheskasgan - Seine Sojus-Raumkapsel setzte mit zwei weiteren Raumfahrern am Donnerstag kurz nach 6.00 Uhr MEZ in der kasachischen Steppe auf. Das zeigten Live-Bilder der US-Raumfahrtbehörde Nasa.

Alexander Gerst landete mit zwei weiteren Astronauten am Donnerstag in der kasachischen Wüste, wie das Kontrollzentrum mitteilte. Mit an Bord waren die Nasa-Astronautin Serena Auñón-Chancellor und der russische Kosmonaut Sergej Prokopjew. Die Kapsel hatte rund dreieinhalb Stunden zuvor von der ISS abgedockt.

Video: Zurück von der ISS - Astronaut Alexander Gerst ist gelandet

Alexander Gerst fliegt am Donnerstag nach Köln/Bonn

Gerst soll noch am Donnerstag nach Deutschland weiterreisen und noch am Abend wieder deutschen Boden betreten: Eine Maschine mit dem 42-Jährigen wird am Abend auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn erwartet. 

Gerst verbrachte sechseinhalb Monate auf der ISS, wo er am 8. Juni angekommen war. Seine zweite Langzeitmission auf der Raumstation stand unter dem Motto "Horizons". Seither nahmen der als "Astro-Alex" populär gewordene Raumfahrer und seine Kollegen auf der ISS eine Vielzahl von Experimenten im Rahmen der Mission "Horizons" vor.

Anfang Oktober übernahm Gerst als erster Deutscher das Kommando auf der ISS. Vor Gerst hatte mit dem Belgier Frank de Winne im Jahr 2009 erst einmal ein europäischer Astronaut das Kommando auf der ISS inne.

Nach seiner Rückkehr zur Erde stehen für den deutschen Astronauten Alexander Gerst erste Untersuchungen an. Mediziner wollen herausfinden, wie sich der mehr als dreistündige Rückflug und der Aufenthalt auf der Internationalen Raumstation ISS auf seinen Körper ausgewirkt haben.

Video: Gerst hat eine Botschaft an die Erde

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dpa/afp/ml

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