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"Wir besitzen Beweise für seine Existenz"

Zweifel an angeblichem Bodenradarbild von Nazi-Zug

In Walbrzych werden Militärexperten erwartet, die mit Bodenradar die Bahnstrecke absuchen sollen.
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In Walbrzych werden Militärexperten erwartet, die mit Bodenradar die Bahnstrecke absuchen sollen.

Warschau/Walbrzych - Zwei Männer haben sich im polnischen Fernsehen als Finder des sagenumwobenen "Nazi-Zugs" präsentiert. "Wir besitzen Beweise für seine Existenz", sagten Piotr Koper und Andreas Richter.

Auf ihrer noch im Aufbau befindlichen Webseite präsentieren Koper und Richter eine Bodenradaraufnahme, die den Zug zeigen soll. Hinweise von Unbekannten hatten die seit Jahrzehnten kursierenden Gerüchte um einen deutschen Panzerzug aus dem Zweiten Weltkrieg im Tunnelsystem der Bergbaustadt Walbrzych neu aufflackern lassen. Von einem "goldenen Zug" war die Rede - wegen der Hoffnung, die zu Kriegsende versteckten Waggons könnten Raubgold der Nazis enthalten.

Sie seien zur Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsministerium bereit, verlasen die beiden Männer nun eine von Anwälten verfasste Erklärung. Sie seien gründlich missverstanden worden, hieß es. Niemals hätten sie die Informationen über den Fundort von einem zehnprozentigen Finderlohn abhängig gemacht, zu Unrecht würden sie als habgierig beschrieben.

In Walbrzych trafen am Freitag 15 Soldaten und Spezialisten der polnischen Armee ein und nahmen den angeblichen Fundort in Augenschein. Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak warnte vor Erwartungen, dass die Armee nun bald den Zug berge. Die Experten müssten erst einmal sagen, was für eine eventuelle Suche benötigt werde, dann werde weiter entschieden.

"Wichtig ist jetzt Sicherheit und nicht Geschwindigkeit"

Auch Tomasz Smolarz, der Leiter der niederschlesischen Bezirksregierung in Breslau (Wroclaw), mahnte zu Geduld. Es könne etwa zwei Wochen dauern, bis Untersuchungsergebnisse vorliegen, wenn die Suche erst einmal aufgenommen werde.

„Wichtig ist jetzt Sicherheit und nicht Geschwindigkeit“, betonte Roman Szelemej, der Bürgermeister von Walbrzych. „Wenn dort unter der Erde wirklich etwas ist, liegt es dort seit 70 Jahren. Dann kann es auch noch ein paar Tage oder Wochen weiter dort liegen.“ Behörden hatten die Vermutung geäußert, der Zug könnte vermint sein.

Die angebliche Fundregion entlang der Bahnstrecke zwischen Breslau und Walbrzych wird weiter von der Polizei gesichert - vor allem, um Hobby-Schatzgräber abzuhalten. Am vergangenen Wochenende hatten sich Menschen aus ganz Polen in Goldgräberstimmung in dem Waldgebiet eingefunden.

Echtheit des Bodenradarbildes wird angezweifelt

Das als Beweis angeführte Bodenradarbild sorgt allerdings für Verwirrung - ein Experte meldet Zweifel an der Echtheit der Aufnahme an. „Das ist eine Fotomontage mit zwei Aufnahmen unterschiedlicher Auflösung. Das ist mit bloßem Auge zu sehen, es reicht (die Aufnahme) zu vergrößern und die Pixel zu vergleichen“, sagte Wieslaw Nawrocki vom Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren in Krakau der Zeitung „Gazeta Wyborcza“.

dpa

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