Trotz Coronainfektion weitergearbeitet

Arzt aus Gasteinertal behandelt ohne Maske Patienten - jetzt im Gefängnis

Bürgermeister Markus Viehhauser
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Bad Hofgasteins Bürgermeister Markus Viehauser meint, die Bevölkerung würde die Maßnahme mittragen.

Ein Arzt im Gasteinertal in Österreich hat trotz Coronainfektion weiter in seiner Praxis gearbeitet - und die Patienten ohne Maske behandelt. Jetzt sitzt er im Gefängnis.

Bad Hofgastein/Radstadt/Österreich - Ein Arzt aus dem Gasteinertal wurde jetzt festgenommen, da er trotz einer Quarantäne- Anordnung wiederholt in seiner Praxis Patienten behandelte. Der Mediziner hatte trotz positiver Corona-Testung am Dienstag einen Patienten ohne Mindestabstand und Maske in seiner Ordination behandelt und dabei eine Quarantäneanordnung der Behörde ignoriert.

Dazu wurde er vorerst auf freiem Fuß angezeigt. Weil er am Mittwoch wieder in seiner Ordination auftauchte, wurde die Polizei verständigt. Die Staatsanwaltschaft Salzburg ordnete daraufhin die Festnahme wegen vorsätzlicher Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten an. Der Arzt wurde in die Justizanstalt Salzburg gebracht.

Wie viele Patienten der infizierte Arzt behandelt hat, ist unklar. Fakt ist jedoch, dass eine Gemeinde mitten im Gasteinertal, Bad Hofgastein, derzeit 79 aktive Fälle hat. Das sind hochgerechnet auf 100.000 Personen über 1000 Neuinfektionen pro Woche, trauriger Spitzenreiter derzeit in Österreich, gefolgt von Radstadt, ebenfalls im Pongau.

Ab Freitag Ausreisebeschränkung

Während das Gesundheitsministerium in Wien mit einer Ausreise-Test-Verordnung für ganze Bezirke mit hohen Richtwerten noch zaudert, hat die Landesregierung in Salzburg schnell gehandelt und für die beiden Gemeinde ab Freitag eine Ausreisebeschränkung erlassen.

Wie schon im Tiroler Mayerhofen praktiziert, müssen dann auch alle, die aus Bad Hofgastein oder Radstadt ausreisen wollen, einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Viele trotz Quarantäne unterwegs

Woher die vielen Fälle in Bad Hofgastein kommen, weiß Bürgermeister Markus Viehauser auch nicht so genau. Ob es private Partys oder Eisstock-Runden waren, könne er nicht bestätigen, aber auch er strapaziert eine angebliche „Pandemiemüdigkeit der Bevölkerung, die sich nicht mehr an die Vorgaben halten will“.

Es soll mehrere Cluster geben, die im Umfeld von privaten Treffen entstanden sein sollen. Abgesehen vom Arzt sollen auch andere Hofgasteiner trotz eines Absonderungsbescheides, also trotz Quarantäne, mehrfach ihre Wohnung verlassen haben. Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer hält die Maßnahmen in den beiden Gemeinden für angemessen, „wir müssen jetzt reagieren, damit die Neuinfektionen in diesen beiden Gemeinden nicht durch die Decke gehen“.

Viehauser trägt die Maßnahme mit, „ein Großteil der Bevölkerung auch“. Das bestätigt auch eine nicht repräsentative Umfrage im Ort, obwohl auch dabei eine gewisse „Müdigkeit“ sichtbar wird, also ein „nicht mehr Nachvollziehen können der Maßnahmen“.

Touristen sind so gut wie keine im Ort, die Bergbahnen befördern weiterhin Tagesski-Gäste und Einheimische auf die Schlossalm, aber auch damit ist ab Freitag für 14 Tage Schluss. Dann will man wieder aufsperren, man hofft immer noch auf ein „Ostergeschäft“.

hud

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