Katastrophe in Südtirol mit sieben toten Deutschen

Bergsteiger-Legende baute auf selber Straße Todes-Crash

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Extrembergsteiger Hans Kammerlander (links) verursachte 2013 auf derselben Straße einen schlimmen Unfall (Foto rechts unten).

Luttach/Bozen - Bei dem Horror-Crash in Luttach starben in der Nacht auf Sonntag, 5. Januar, sieben junge Menschen aus Deutschland. Auf derselben Straße hat sich vor einigen Jahren übrigens schon einmal ein schlimmer Unfall ereignet - verursacht von einer Bergsteiger-Legende.

Extrem-Bergsteiger Hans Kammerlander war am 26. November 2013 ebenfalls auf der "Strada Statale 621"(SS621) unterwegs, als er mit einem Mercedes Vito auf die Gegenfahrbahn geriet und bei Uttenheim frontal mit einem anderen Fahrzeug kollidierte. Damals starb Rene E., ein 21-jähriger Einheimischer und angehender Lehrer, auf dem Weg ins Krankenhaus. Darüber hinaus wurden bei dem Unfall vier weitere Menschen verletzt.

Hinterher stellte sich rasch heraus, dass Kammerlander zum Unfallzeitpunkt stark betrunken war. 1,48 Promille wurden damals gemessen. "Die Höhe hat mich überrascht. (...) Aber die Tests sagen das ganz klar. Das war ein Kapitalfehler", sagte Kammerlander damals, der knapp zwei Jahre später in einem Vergleichsurteil zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einem Jahr Führerschein-Entzug verurteilt worden war, wie alpin.de berichtete. "Mit den Konsequenzen muss ich leben. (...) In diesen für mich unfassbaren und schlimmen Stunden gelten die allermeisten meiner Gedanken der Familie von René", schrieb der Bergsteiger zudem auf seiner Homepage.

2013 verursachte Bergsteiger Hans Kammerlander bei Uttenheim einen fürchterlichen Unfall.

Unfallstelle nur rund 11 Kilometer entfernt

Gut sechs Jahre später kam es nun in Oberluttach, laut Google Maps nur rund 11 Kilometer von der damaligen Unfallstelle entfernt, auf derselben Straße zu der verhängnisvollen Katastrophe mit sieben Toten jungen Deutschen. Die Opfer wurden inzwischen alle identifiziert. Über den genauen Ablauf kann bis dato nur spekuliert werden. Fest steht, dass Todesfahrer Stefan L. mit 1,97 Promille erheblich betrunken war. Ihm drohen nun bis zu 18 Jahre Haft. Bürgermeister Helmut Klammer sagte: "Es ist eine Katastrophe, wie sie das Tal noch nie erlebt hat."

Horror-Unfall in Luttach fordert zahlreiche Todesopfer

 © Dominik Bartl
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Laut Zeugenangaben soll L. mit über 100 km/h durch den kleinen Ort gerast sein. Erlaubt sind an der Unfallstelle nur 50 km/h. Eine genaue Rekonstruktion steht zwar noch aus, aber bereits kurz nach dem Horror-Crash hatten viele Anwohner geklagt, dass auf der betroffenen Straße sehr oft sehr schnell gefahren werde und es so gut wie keine Polizei-Kontrollen gäbe. Die SS621 beginnt in Bruneck, führt dann Richtung Norden und endet erst wenige Kilometer von der österreichischen Grenze bei Kasern.

Das ist Hans Kammerlander

Hans Kammerlander wurde am 6. Dezember 1956 in Ahornbach in Südtirol geboren und ist ein professioneller Extrembergsteiger und -skifahrer. Neben zahlreichen Erst- und Solobegehungen in den Alpen hat der heute 63-Jährige aus Sand/Taufers Berge Asiens und Südamerikas bestiegen, darunter zwölf Achttausender. Gemeinsam mit Reinhold Messner gelang ihm dabei die erste Doppelüberschreitung an Achttausendern: Gasherbrum II direkt gefolgt vom Hidden Peak. 

Am Mount Everest versuchte er die erste komplette Ski-Abfahrt vom Gipfel, doch eine ungünstige Schneelage verhinderte eine vollständige Fahrt. Dazu hielt er von 1996 bis 2006 den Rekord für die schnellste Besteigung des höchsten Berges der Welt. Er hält Vorträge über viele seiner Bergtouren, vorwiegend im deutschsprachigen Raum.

mw

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