Kidnapper im Jemen fordern Lösegeld

Berlin - Die Entführer der sächsischen Familie im Jemen verlangen nach einem Medienbericht zwei Millionen Dollar Lösegeld.

Außerdem fordern sie Straffreiheit, freies Geleit und die Zusicherung, nicht an Saudi-Arabien übergeben zu werden. Das meldet Spiegel Online. Das Auswärtige Amt in Berlin nahm am Mittwoch zu dem Bericht nicht Stellung. Ein Sprecher sagte, der Krisenstab bemühe sich intensiv um die Freilassung der Geiseln. Jemens Präsident Ali Abdullah Saleh hatte Bundesaußenminister Guido Westerwelle am Montag gesagt, es gebe mittlerweile über Mittelsmänner einen Kontakt zu den Entführern. Die jemenitische Regierung kenne den Aufenthaltsort der Geiseln und beginne nun mit den Verhandlungen. Dem deutschen Krisenstab wurde mitgeteilt, dass am Dienstag über einen Emissär die Verhandlungen aufgenommen worden seien.

Der Vermittler soll laut jemenitischen Angaben gegenüber “Spiegel Online“ ein Huthi-Rebell sein. Die Gespräche fänden angeblich rund um Saada im Norden statt. Die Geiseln sollen in einem Wadi in der Dschabbara-Region versteckt sein, etwa zweieinhalb Stunden von der jemenitisch-saudiarabischen Grenze entfernt. Der deutsche Krisenstab habe bisher zurückhaltend auf die neue Entwicklung reagiert, hieß es weiter. Die Regierung des Jemen habe in jüngster Zeit keinen Beweis erbringen können, dass die Familie noch lebt. Das letzte Zeichen stamme aus dem September. Auf zwei damals übermittelten Filmen waren die gesundheitlich offenkundig angeschlagenen Kinder der Familie zu sehen.

Die deutsche Familie war im Juni nach einem Ausflug in ein Wadi bei Saada verschwunden. Stunden später fanden die jemenitischen Behörden die Leichen zweier ebenfalls verschleppter deutscher Krankenschwestern. Zu der Geiselgruppe gehört ein Brite, der wie der Deutsche Johannes H. im einzigen Krankenhaus der Provinzhauptstadt Saada arbeitete.

dpad

Rubriklistenbild: © dpa

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