UN bitten für Haiti um Rekordsumme

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Viele Menschen auf Haiti wüssten morgens nicht, wie sie sich den ganzen Tag lang ernähren sollten, sagt Bill Clinton.

New York - Für das von einem Erdbeben verwüstete Haiti haben die Vereinten Nationen den größten Spendenaufruf ihrer Geschichte gestartet. 1,2 Millionen Menschen brauchen Hilfe.

Generalsekretär Ban Ki Moon und sein Haiti- Sonderbeauftragter Bill Clinton forderten die Mitgliedsländer auf, im Laufe dieses Jahres 1,44 Milliarden Dollar (derzeit 1,05 Milliarden Euro) zur Verfügung zu stellen. Diese Summe sei nötig, weil jeder dritte Haitianer - drei Millionen Menschen - von der Katastrophe betroffen seien. Etwa 1,2 Millionen Menschen müssten über Monate mit Essen und Unterkünften versorgt werden. Bei dem Beben am 12. Januar waren mehr als 200 000 Menschen ums Leben gekommen. Clinton sagte, Haiti brauche jetzt “keine freundlichen Versprechungen“. “Das Land braucht richtiges Geld. Geben Sie einfach, was Sie geben können“, sagte Clinton zu den Vertretern der UN- Staaten.

Haiti: Der Kampf ums Überleben

Haiti: Der Kampf ums Überleben

Haiti: Der Kampf ums Überleben
Männer suchen unter den Toten Angehörige © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Auch eine junge Frau vermisst Angehörige © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Identifizierte Tote werden mit einem Band um den großen Zehen markiert © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein Mann schützt sich mit Kleiderfetzen vor dem Verwesungsgeruch © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein Mann hat sich an einer Tankstelle zwei Kanister Benzin abgefüllt. Vielerorts wurden Geschäfte geplündert © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Fast alle Anwesenden versuchen, sich umsonst Benzin abzuzapfen © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein Mann steht einer verletzten Frau bis zu deren Behandlung bei © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Nur der Arm eines verschütteten Opfers ragt aus den Trümmern © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein verletztes Kind wird notdürftig genäht © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein spanischer Helfer rettet den Zweijährigen Redjeson Hausteen © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Der Kleine klammert sich an seinen Lebensretter © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Schnell durfte er wieder in die Arme seiner Mutter © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein Kind wird unter mütterlichem Beistand vom Arzt behandelt © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein Überblick des Grauens © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Gladys Louis Jeune ist eine der Überlebenden © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Die Retter haben sie nach 43 Stunden aus den Trümmern befreit © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Prominenter Beistand: Rapper Wyclef Jean reist in seine Heimat © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Ein chinesischer Arzt versorgt ein verletztes Kind © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
In einer notdürftig errichteten Klinik werden Verletzte so gut es geht versorgt © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Der Franzose Pascal Simon koordiniert die Versorgung mit Arzneimitteln © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Auch Sarla Chand, 65, aus New Jersey zählt zu den Geretteten © AP
Haiti: Der Kampf ums Überleben
Französische Feuerwehrmänner haben sie von den Trümmern befreit und bringen sie ins Krankenhaus © AP

Hier können Sie helfen:

Offizielle Seite der UN für Haiti

Noch würden Hunderttausende Menschen in Haiti morgens nicht wissen, wie sie sich am Tag ernähren sollten. “Diese Menschen wollen ihr Land wieder aufbauen, aber sie brauchen Hilfe. Denken Sie an Psychologie! Wenn Ihr Kind Durchfall oder eine andere Krankheit hat, wenn der nächste Hurrikan Ihr Haus wegzublasen droht, dann können Sie Ihr Land nicht aufbauen.“ Die Welt müsse ihre beispiellose Hilfsbereitschaft fortsetzen. “Ich werde alles tun, damit Ihr Geld so gut wie möglich ausgegeben wird.“ “Vor der Katastrophe im vergangenen Monat hatten wir ein Konzept für Haiti“, sagte Ban. “Die Herausforderung ist, dieses langfristige Programm fortzusetzen, so dass wir Haiti besser aufbauen können.“

Die Situation bessere sich von Tag zu Tag, aber noch stehe Haiti ganz am Anfang des Weges. Hoffnung mache aber das “Cash for Work“-Programm (“Bares für Arbeit“), mit dem bislang 75 000 Haitianer am Wiederaufbau ihres Landes beteiligt würden. “Wenn wir die Haitianer für diese Arbeit bezahlen, geben wir Geld in ihre Hände; Geld, um ihre Familien zu versorgen, die Wirtschaft anzuschieben und ein soziales Netz zu knüpfen.“ Wenige Tage nach dem Beben hatten die UN bereits 577 Millionen Dollar bei ihren 192 Mitgliedsstaaten angefordert. Der jetzige Aufruf ist eine Erweiterung des ersten, der nach Bans Worten übererfüllt wurde. Allein ein Drittel des Geldes ist für die Lebensmittelversorgung vorgesehen.

Zudem müsse sich das Land auf die spätestens im Mai beginnende Regenzeit und die wenig später kommenden Hurrikane vorbereiten. “Wir waren in Haiti, um Leben zu retten. Jetzt sind wir in Haiti für den Wiederaufbau“, sagte der UN- Nothilfekoordinator John Holmes. “Die Haitianer sind weiter auf die Hilfsbereitschaft angewiesen, die die Welt bisher gezeigt hat.“ Den bislang größten Aufruf an die staatlichen Geldgeber hatten die Vereinten Nationen nach dem Tsunami im Indischen Ozean im Jahr 2004 gestartet. Damals hatten die UN 1,41 Milliarden Dollar angefordert. Für den Sudan wurden bislang 1,9 Milliarden Dollar verlangt, allerdings in verschiedenen Aufrufen. (Internet: www.haitispecialenvoy.org) dpa me xx z2 ch

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