Sieben Deutsche starben bei Tragödie in Südtirol

Versicherung zahlt Millionen, Todesfahrer Stefan L. wohl keinen Cent

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Das von den Carabinieri Bozen herausgegebene Foto zeigt den Unfallwagen, der auf eine Mauer aufgefahren ist. Betrunken und vermutlich zu schnell - so fuhr ein Südtiroler am Sonntag (05.01.2020) in eine Gruppe junger deutscher Touristen. Am Tag danach starb ein siebtes Opfer im Krankenhaus.

Luttach/Bozen - Die Unfall-Tragödie von Südtirol forderte insgesamt sieben junge Todesopfer. Jetzt ist klar: Die Versicherung von Todesfahrer Stefan L. wird den Hinterbliebenen der Opfer sowie den Verletzten hohe Schmerzensgelder auszahlen.

"Die Assimoco-Versicherung hat erste Zahlungen getätigt, um einige Kosten zu decken", sagte Nebenklage-Anwalt Dr. Markus Wenter (61) jetzt der Bild-Zeitung. Wenter erklärte, dass das Unternehmen gleich am Tag nach der Legitimierung angerufen und Zahlungsbereitschaft signalisiert habe. Demnach bekommt jedes Elternteil für den Verlust ihres Kindes bis zu 331.000 Euro. Geschwister und Großeltern sollen bis zu 141.000 Euro erhalten. Auch die Verletzten sollen entsprechend entschädigt werden. Die Schwerverletzten sollen dem Bericht zufolge fünfstellige Beträge erhalten, die weniger schwer verletzten Personen eine vierstellige Summe.

Stefan L. scheint übrigens "dank" einer Klausel im Versicherungsvertrag finanziell glimpflich davonzukommen. Laut dem Bericht zufolge muss er wohl keinen Cent an die Opfer beziehungsweise Hinterbliebenen zahlen - und das trotz vorsätzlicher Trunkenheit am Steuer. 

Horror-Unfall in Luttach fordert zahlreiche Todesopfer

 © Dominik Bartl
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Bei dem Unfall in der Nacht auf Sonntag, 5. Januar 2020, war Stefan L. betrunken mit einem Audi mit mutmaßlich sehr hoher Geschwindigkeit durch den kleinen Urlaubsort Luttach gerast und hatte dort eine Personengruppe erfasst, die gerade aus einem Bus ausgestiegen war. Erlaubt sind im Bereich der Unfallstelle 50 km/h. 

Stefan L. sitzt im Kloster Neustift

Zeugen sagten hinterher, dass es ausgesehen habe "wie auf einem Schlachtfeld" und dass der Todesfahrer mindestens doppelt so schnell wie erlaubt unterwegs gewesen sein soll. Ein Gutachten soll nun die genaue Geschwindigkeit klären. Das Ergebnis ist bis dato nicht bekannt. Sechs junge Menschen waren sofort tot, eine siebte Person starb wenig später in einem Krankenhaus in Innsbruck. Später kam unter anderem heraus, dass sich Stefan L. aus Liebeskummer offenbar von Bar zu Bar getrunken hatte.

Der Täter wurde wenig später festgenommen und wartet nach kurzem Aufenthalt im Bozener Gefängnis nun im Kloster Neustift auf seinen Prozess. Ihm drohen bei einer Verurteilung bis zu 18 Jahre Gefängnis.

mw

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