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Zwischen Weihnachten und Neujahr

Stille Nacht, Schützen, Perchten und Co.: Ein Blick auf einige Bräuche in Salzburg

Die Gedenkfeier für „Stille Nacht, heilige Nacht“ lockt jedes Jahr viele Einheimische und Gäste nach Oberndorf. Zum Abschluss wird gemeinsam das ewige Lied gesungen.
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Die Gedenkfeier für „Stille Nacht, heilige Nacht“ lockt jedes Jahr viele Einheimische und Gäste nach Oberndorf. Zum Abschluss wird gemeinsam das ewige Lied gesungen.

Christbaum, Mettenwürstelsuppe, Raunächte, Perchten oder auch das Wachsgießen zu Silvester. Jeder und jede von uns verbindet mit den Tagen rund um Weihnachten und Silvester ganz spezielle Erlebnisse mit der Familie oder in der Gemeinde. So vielfältig Salzburg ist, so vielfältig sind unsere Bräuche und Traditionen, die sich bei Klein und Groß höchster Beliebtheit erfreuen. Ein paar Beispiele, wie bunt und wichtig diese Traditionen sind.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Salzburg – Traditionen und Bräuche, das ist generationenübergreifend ein wichtiges Thema. Bereits die Volksschüler der 3. und 4. Klasse lernen spielerisch mit dem neuen Malbuch der Heimatvereine das Salzburger Brauchtum mit all seinen Traditionen kennen. So wird den Kindern unter anderem die Bedeutung der Perchten, der Glöckler oder der Tresterer erklärt und sie in die Geheimnisse der Volkskultur und ihren Mythen und Ritualen eingeweiht. Das Landes-Medienzentrum hat sich in allen Salzburger Bezirken das „Treiben“ von der ersten Raunacht bis zu Heiligen Drei Könige näher angesehen und stellt beispielhaft einige Bräuche vor.

Mit den Raunächten beginnt es

In den Raunächten darf man keine Wäsche aufhängen. Diese Volksweisheit ist wohl vielen bekannt. „Das, Rach’n und Sprengen‘, die Haussegnung mit der Rauchpfanne, war ursprünglich Aufgabe der Mönche und ging später auf die männlichen Familienvorstände – die Hausväter – über. Heute gewinnt dieser Brauch wieder stärker an Bedeutung. Geräuchert wird in Salzburg zumeist in vier Nächten: Vom 20. auf den 21. Dezember, vom 24. auf den 25. Dezember, vom 31. Dezember auf 1. Jänner und vom 5. auf den 6. Jänner. Wobei die ersten beiden jeweils „dürre“ – hier wurde früher gefastet – und die letzten beiden „fette“ Nächte sind“, erklärt der Leiter des Landesinstituts für Volkskunde, Michael Greger.

Das ewige Lied

Wenn am Heiligen Abend um 17 Uhr die Glocken der Kirchen Maria Bühel, Oberndorf und Laufen läuten, dann beginnt rund um die Stille Nacht Kapelle in Oberndorf die Gedenkfeier für das wohl berühmteste Weihnachtslied. 4.000 bis 5.000 Einheimische und Gäste lassen sich diese stimmungsvolle Feier nicht entgehen. „Höhepunkt ist jedes Jahr, wenn das Lied in der Originalfassung und Originalbesetzung – also zwei Männerstimmen mit Gitarre – gesungen wird. Das ist ein ganz besonderer Moment für alle Anwesenden“, sagt der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Oberndorf Clemens Konrad. Jährlich singen rund zwei Milliarden Menschen das ewige Lied unter dem Christbaum.

Wagrain im Zeichen von Joseph Mohr

In Wagrain steht der 26. Dezember ganz im Zeichen des Texters von „Stille Nacht, heilige Nacht“ Joseph Mohr. Zum mittlerweile 60. Mal findet das Gedächtnissingen für Mohr in der Pfarrkirche in der Pongauer Gemeinde statt. Organisiert wird die Veranstaltung von Charlotte Hutter: „Mein Mann und ich haben das gemeinsam aufgebaut. Heuer sind wieder 70 Musikanten dabei. Meine Kinder und Enkerl spielen auch mit verschiedenen Instrumenten mit“, so Hutter.

500 Schützen treten an

Lautstark wird am Nachmittag des 31. Dezember im Tennengau, Flachgau und in der Landeshauptstadt das alte Jahr verabschiedet. Zum 55. Mal findet das traditionelle Silvester Sternschießen der Prangerstutzenschützen statt. Von gut 50 Positionen feuern rund 500 Kameraden ab 15 Uhr in den drei Bezirken ihre Prangerstutzen ab. Höhepunkt ist der letzte Salut mit der Kanone der Bürgergarde auf der Staatsbrücke. Rund zwölf Mann der Prangerstutzenschützen Leopoldskron-Moos werden vom Standort „Bürgerwehr“ teilnehmen. Für den Bezirkskommandanten der Schützen in der Stadt Salzburg Gottfried Grömer ist es der 36. Einsatz in Folge.

Besinnliche Weisen in Lessach

Während Außergebirg das alte Jahr laut zu Ende geht, wird es im Lungau ruhig und besinnlich verabschiedet. Am 31. Dezember um 18 Uhr versammeln sich Einheimische und Gäste in Lessach. Seit mehr als 30 Jahren findet dort unter freiem Himmel das traditionelle Silvesterblasen statt. Ausschließlich Blechbläser spielen volkstümliche Lieder und Weisen und stimmen so Jung und Alt auf den Jahreswechsel ein. Nicht fehlen darf dabei Glühwein, der frisch aus dem Kupferkessel zubereitet wird, und die Ansprache des Bürgermeisters.

Thalgau wird hell erleuchtet

Wenn am 4. Jänner der Abend in Thalgau anbricht, gehört die Flachgauer Gemeinde ganz den Glöcklern. Mit ihren weißen Hosen und Hemden und mit den prachtvollen und hellerleuchteten Kappen, es stellt den Schrein für das kostbare Licht dar, ziehen sie durch den Ort. Vor 31 Jahren wurde der „Thalgauer Glöcklerlauf“ vom Trachtenverein „D‘Wartenfelser“ ins Leben gerufen und findet seither immer am vierten Tag des neuen Jahres statt. „Im Moment haben wir 18 Kappen, die in liebevoller Handarbeit angefertigt und vor jedem Lauf mit neuen Fransen ausgestattet werden“, sagt der ehemalige Vereinsobmann Josef Winkler.

Hoch zu Ross in Annaberg-Lungötz

Drei Könige im prächtigen Gewand und ein Vorreiter hoch zu Ross ziehen in Annaberg-Lungötz am 5. Jänner durch die beiden Ortsteile. Seit rund 70 Jahren findet der Dreikönigs-Ritt in der Tennengauer Gemeinde bereits statt. „Das Besondere bei uns ist, dass wir als einzige Gruppe im Bundesland mit Blasinstrumenten für die Menschen aufspielen und nicht singen“, sagt der Vereinsobmann Georg Lanzinger. Rund 60 Mal spielen die berittenen Musikanten am Tag vor Heilig Drei König auf.

Schnabelperchten kehren aus und bringen Glück

Mit „Ga Ga Ga“ ziehen am 5. Jänner die Rauriser Schnabelperchten im Tal von Haus zu Haus. Sie tragen lange Schnäbel, Strickjacken, geflickte Kittel sowie Strohpatschen und sind mit Buckelkorb, einer großen Schere, Nadel, Zwirn und einem Besen ausgestattet. „Acht Passen zu je fünf Perchten sind am Vortag der letzten Raunacht unterwegs und prüfen, ob die Haushalte ordentlich geführt werden und ob die Böden sauber gewischt sind. Diesen Brauch gibt es nur bei uns im Raurisertal“, erzählt einer der Schnabelperchten, die Glück und Segen für das kommende Jahr bringen.

An Fried, an Gsund und an Reim im Pongau

Zum 64. Mal findet am 6. Jänner 2023 der große Pongauer Perchtenlauf statt. Zum 17. Mal versammeln sich die Schön- und Schiachperchten mit ihren Begleitern, etwa der Habergeiß und Zapfenmandl, in Altenmarkt. Manfred Steger ist seit rund 16 Jahren bei den Perchten aktiv. Als Hauptmann geht er voran und überbringt den Gästen „an Fried, an Gsund und an Reim“: „Die letzten Vorbereitungen bei den rund 430 Teilnehmern laufen auf Hochtouren. Die Spiegel werden geputzt und die Fellmäntel gesäubert. Der ganze Ort ist froh, dass der Lauf wieder stattfinden kann. Wir hoffen auf gutes Wetter und viele Zuschauer“, so Steger.

In Zell am See wird getrestert

In der Vorweihnachtszeit bis zum 6. Jänner zieht die Zeller Tresterer Pass von Hof zu Hof. Ihr mystisch anmutender Stampftanz und der alte Perchtenspruch „an Fried, an Gsund und an Reim“ verheißt den besuchten Bauern einen Erntesegen. Sie erscheinen in prunkvoller Kleidung sowie mit einer Federkrone am Kopf, mit 50 bis 60 weißen Hahnenfedern. „Die ältesten Quellen für das Trestern geht auf 1838 zurück. Da sind sie so dargestellt, wie jetzt. Der Tanzschritt der Trester ist einzigartig und unvergleichbar, den gibt es nur im Pinzgau. Das haben uns auch Tanzwissenschaftler bestätigt“, berichtet Lukas Schmiderer, der Chronist der Zeller Tresterergruppe.

Pressemitteilung des Landes-Medienzentrum Salzburg

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