Sieben Deutsche sterben bei Horror-Unfall in Südtirol

Zahl der Todesopfer gestiegen - Todesfahrer: „Warum bin nicht ich gestorben?“

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Das von den Carabinieri Bozen herausgegebene Foto zeigt den Unfallwagen, der auf eine Mauer aufgefahren ist. Betrunken und vermutlich zu schnell - so fuhr ein Südtiroler am Sonntag (05.01.2020) in eine Gruppe junger deutscher Touristen. Am Tag danach starb ein siebtes Opfer im Krankenhaus.
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  • Martina Hunger
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Bozen/Bruneck - In Südtirol hat sich in der Nacht auf Sonntag, 5. Januar, ein schreckliches Unglück ereignet. Ein Auto raste in eine Reisegruppe. Dabei kamen sieben Menschen ums Leben. Es gab außerdem mehrere Schwerverletzte. Der betrunkene Unfallfahrer muss ins Gefängnis nach Bozen, wie am Montag bekannt wurde.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Auto rast am Sonntag, 5. Januar, gegen 1 Uhr in Luttach/Südtirol in Reisegruppe
  • Der einheimische Unfallfahrer (27) muss ins Gefängnis nach Bozen
  • Sieben Menschen aus Deutschland sterben, insgesamt elf Verletzte
  • Großeinsatz mit fast 200 Einsatzkräften

Update, Dienstag 6.45 Uhr: Unfallhergang: Ermittler tappen noch im Dunkeln

Nach dem schweren Verkehrsunfall in Luttach in Südtirol, bei dem sechs junge Menschen aus Deutschland sofort getötet wurden, ist am Montag auch noch eine schwer verletzt gewesene Frau gestorben. Der zweite schwer verletzte Patient sei laut Südtiroler Sanitätsbetrieb auf dem Weg der Besserung.

Damit kamen bei dem Unfall sieben Personen ums Leben. Von den sechs Menschen, die noch in der Unfallnacht starben, kamen vier aus Nordrhein-Westfalen. Eine Person wohnte in Hamburg, eine weitere in Niedersachsen. Woher in Deutschland die siebente Tote stammt, gaben die Behörden zunächst nicht bekannt. 

Drei Personen befinden sich noch auf der Intensivstation, der Zustand eines Patienten wurde als „sehr kritisch“ beschrieben. Jene Personen, die bei dem Unfall mittelschwere und leichte Verletzungen davontrugen, sind auf dem Weg der Besserung, manche konnten bereits entlassen werden.

Spekulationen über Unfallursache

Derzeit wird viel spekuliert über den Unfallhergang. In Lutt­ach kursieren mehrere Versionen, gesichert ist keine. Denn selbst die italienischen Ermittler tappen noch im Dunkeln. „Es ist zurzeit nicht klar, auf welcher Höhe der erste Fußgänger erfasst wurde", zitieren Südtiroler Medien einen Bericht der Staatsanwaltschaft. Danach aber, so viel stehe fest, habe der Lenker, der taleinwärts fuhr, „die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und ist gegen einen Schotterhaufen auf der rechten Straßenseite geprallt".

Die Staatsanwaltschaft Bozen teilte bereits am Sonntag mit, dass „aufgrund der gesamten Unfalldynamik" von einer „erheblichen Übertretung der Geschwindigkeitsbegrenzung" auszugehen sei. Wie ein Test ergab, hatte der Lenker fast zwei Promille Alkohol im Blut.

Nächste Tragödie: Alkolenker überfährt zwei Frauen 

Unterdessen ereignete sich am Montag die nächste Tragödie in Italien: Eine 34-Jährige und eine 43-Jährige waren nach einem Discobesuch auf dem Weg zu ihrem Fahrzeug, als sie ein Auto erfasste. Ihre Körper wurden in ein Feld am Straßenrand geschleudert. Rettungseinheiten versuchten eine Stunde lang, die Frauen wiederzubeleben - ohne Erfolg. Auch diesmal war Alkohol am Steuer im Spiel.

Update, 19.05 Uhr - Zahl der Toten auf sieben gestiegen

Die Zahl der Toten nach dem Unfall in Südtirol hat sich auf sieben erhöht. Eine der schwerverletzten Personen, eine junge Frau aus Deutschland, erlag am Montag im Krankenhaus in Bozen ihren schweren Verletzungen. Dies bestätigte die Polizei am frühen Montagabend.

Update, 16.32 Uhr - Identität der Opfer geklärt

Die 6 jungen Leute aus Deutschland, die bei einem tragischen Unfall am Sonntag in Luttach ihr Leben lassen mussten, sind identifiziert. Laut stol.it sind fünf der sechs Opfer im Jahre 1997 geboren worden. Ein Mädchen soll ein Jahr älter sein. 

Die Angehörigen der Opfer wurden alle informiert und sind mittlerweile nach Südtirol gereist. Ihnen blieb die schreckliche Aufgabe, ihre Lieben, die so plötzlich aus dem Leben gerissen wurden, zu identifizieren.

Zwei junge Menschen kämpfen weiterhin ums Überleben. Der Unfallfahrer soll am Montag in das Gefängnis nach Bozen gebracht worden sein. Laut Staatsanwaltschaft drohen dem Mann bis zu 18 Jahre Haft.

Update, 13.56 Uhr - Unfallfahrer: "Warum bin ich nicht tot?"

"Ich habe grade einen Unfall gebaut. Bitte hilf mir", das sagt der Unfallfahrer kurz nach dem Unfall am Telefon zu seinem Anwalt Alessandro Tonon, wie dieser gegenüber corriere.it berichtet. In der Psychatrie habe Tono seinen Klienten persönlich gesehen. Dieser habe ihn berichtet, dass er sich gerade von seiner Freundin getrennt hatte. Ob die Trennung kurz vor dem Unfall passierte, ist aber nicht geklärt.

"Mir war nicht bewusst, dass ich betrunken war, mir war nicht bewusst, dass ich so viel getrunken hatte. Als ich die vielen Jugendlichen am den sah, bin ich zu einem hingerannt und habe versucht ihn wiederzubeleben. Ich hatte ja Erste-Hilfe-Kurse besucht", so der 27.Jährige. Laut dem Anwalt soll der Mann immer wieder gesagt haben: "Warum bin ich nicht tot? Warum bin nicht ich anstelle der Jugendlichen gestorben?" Er war gerade alleine auf dem Weg in die Disco "Hexenkessel", aus der gerade die deutschen Studenten kamen.

Eine Person schwebt noch in Lebensgefahr

Eine Person aus Deutschland, die bei dem Unfall schwer verletzt wurde, schwebt weiterhin in Lebensgefahr, wie focus.de berichtet. Eine weitere Person ist offenbar stabil und ansprechbar. Zwei weitere werden noch in den Krankenhäusern versorgt.

Update, 12.02 Uhr - Keine neuen Angaben zum Zustand der Verletzten

Der 27-jährige Unfallfahrer, der in der Nacht von Samstag auf Sonntag sechs Deutsche in Südtirol getötet hat, wird nach Bozen ins Gefängnis verlegt. Das sagte ein Sprecher der Polizei der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Der Mann sei bereits aus dem Krankenhaus entlassen worden. 

"Aufgrund der gesamten Unfalldynamik ist von einer erheblichen Übertretung der Geschwindigkeitsbegrenzung auszugehen. Es wird ein Gutachten zur genauen Feststellung der Geschwindigkeit in Erwägung gezogen", teilte die Staatsanwaltschaft am Sonntagabend bereits mit. An der Unfallstelle sind 50 km/h erlaubt. 

Zum Zustand der Verletzten machte die Polizei in Bozen am Montagvormittag keine neuen Angaben.

Update, 11.55 Uhr - Die restliche Reisegruppe wurde mit einem Bus nach Hause gefahren

Die Studenten waren mit dem Reiseveranstalter "Semesterende" nach Luttach gereist. Sie wollten eigentlich bis zum 7. Januar dort bleiben. Jetzt meldet sich zum ersten Mal der Chef des Reiseveranstalters zur Tragödie zu Wort. "Mein Team und ich stehen völlig unter Schock", sagte Bernd Borchert gegenüber focus.de. Er habe am Sonntagmorgen durch einen seiner engsten Mitarbeiter von dem Unfall erfahren und so gut es geht versucht zu helfen. „Wir sind die Brücke zwischen den Angehörigen und den Opfern. Die Telefone laufen heiß. Aber aus Datenschutzgründen weiß auch ich noch nicht genau, welche Personen betroffen sind.“

Die restliche Reisegruppe wurde am späten Sonntagabend mit einem Bus wieder nach Hause gefahren. „Psychologen und unser Team vor Ort haben entschieden, dass es das Beste für die Gruppe ist, wenn wir die Reise früher abbrechen", so Borchert weiter.

Wie die bild.de berichtet, hat eine der Todesopfer, eine Studentin aus Wuppertal, wenige Stunden vor ihrem Tod ein Video aus der Diskothek "Hexenkessel" auf Instagram veröffentlicht. Dort hatte die Gruppe vor dem tragischen Unfall zusammen gefeiert. Die Studentin habe vor einigen Jahren den Lymphdrüsenkrebs „Morbus Hodgkin“ besiegt, wie bild.de weiter berichtet.

Update, Montag, 6. Januar, 8.21 Uhr - Polizei ermittelt weiterhin die Geschwindigkeit des Fahrers

Die Polizei ermittelt nach dem Tod von sechs jungen deutschen Urlaubern weiterhin die genauen Umstände des Unfalls und mit welcher Geschwindigkeit der betrunkene Fahrer unterwegs war. Der Wagen des 27-Jährigen, der mit zwei Promille hinter dem Steuer saß, raste am Sonntag in Luttach in eine Touristengruppe. Dabei starben sechs Menschen, drei Männer und drei Frauen noch am Unfallort. Laut Polizei waren die Toten 19, 20 und 22 Jahre alt. Die Feuerwehr gab die Altersspanne am Sonntag mit 20 bis 25 Jahren an. Elf Menschen wurde verletzt, vier davon schwer. Zwei Deutsche schweben laut stol.it weiterhin in Lebensgefahr.

Die Leichen wurden ins Krankenhaus Bruneck gebracht und sollen dort identifiziert werden. Dazu ist aber die Hilfe der Angehörigen notwendig, die um Anreise gebeten wurde. Die Ermittler machten die Identität der Toten noch nicht offiziell bekannt. Klar ist bislang, dass vier der Opfer aus Nordrhein-Westfalen stammen, einer wohnte in Hamburg, der sechste in Niedersachen. Unter den elf Verletzten sind zwei aus Südtirol, die übrigen aus Deutschland.

Der Fahrer des Unfallwagens stand unter Schock und wurde festgenommen. Am Sonntagabend berichteten mehrere Medien, dass der 27-Jährige, als er im Krankenhaus erfahren hat, dass so viele Menschen gestorben sind, versucht hat sich das Leben zu nehmen. Das Krankenhaus reagierte und verlegte den jungen Mann in eine Psychiatrie. Ihm wird unter anderem mehrfache Tötung im Straßenverkehr vorgeworfen.

Zahlreiche Menschen kamen bis spät in die Nacht an den Unglücksort und stellten Grablichter auf. Außerdem gab es viele Trauerbekundungen aus Deutschland und Italien. "Die Nachrichten aus Südtirol sind erschütternd - ein fröhlicher Abend, der in der Katastrophe endet", drückte Bundeskanzlerin Angela Merkel ihr Mitgefühl aus. "Ich trauere mit allen, die dort heute Nacht Kinder, Geschwister, Freunde verloren haben. Den Verletzten wünsche ich Kraft und baldige Genesung.

Update, 19.42 Uhr - Unfallfahrer in Psychiatrie

Der 27-jährige Unfallfahrer, der in Südtirol in eine Touristengruppe gerast ist und mehrere Menschen tot gefahren oder zum Teil schwer verletzt hat, soll sich aktuell in der Psychiatrie befinden. Das berichtet tageszeitung.it unter Berufung nationaler italienischer Medien. 

So heißt es, dass der Fahrer, als er im Krankenhaus erfahren hat, dass so viele Menschen gestroben sind, versucht hat sich das Leben zu nehmen. Das Krankenhaus reagierte und verlegte den jungen Mann in eine Psychiatrie. 

Update, 17.10 Uhr - Zwei Männer und zwei Frauen wurden schwer verletzt

Bei den sechs Todesopfern handelt es sich um drei Männer und drei Frauen. Bestätigt wurde bislang, dass zwei der Verunglückten aus Köln beziehungsweise Remscheid stammen. Die weiteren vier Opfer kommen vermutlich alle aus Nordrhein-Westfalen. 

Bei den vier Schwerstverletzten handelt es sich um zwei Männer und zwei Frauen. Das bestätigte ein offizieller Sprecher gegenüber stol.it am späten Sonntagnachmittag.

Update, 16.15 Uhr - Diskothek bleibt aus Respekt vor den Opfern geschlossen

Die Studenten verbrachten ihren Abend in der vier Kilometer entfernten Diskothek "Hexenkessel" in St. Johann. "Aus Respekt und tiefer Trauer bleibt das Lokal heute geschlossen", teilt der Betreiber über Facebook mit.

Um nach Hause zur Unterkunft zu fahren, fuhren die jungen Menschen mit dem Shuttlebus Richtung Unterkunft. Sie stiegen in der Nähe des Posthotels in Luttach aus dem Bus aus, etwa 100 Meter entfernt von ihre Unterkunft „Bruggerhof“. Auf der Höhe des Hotels Tiroler Adler wollten sie die Straße überqueren, als es zum folgenschweren Unglück kam

Die Opfer seien teils meterweit durch die Luft geschleudert worden und dann leblos auf der Straße liegen geblieben, berichtet ein Augenzeuge gegenüber stol.it. Dabei starben sechs Menschen aus Deutschland, den Rettungskräften bot sich ein furchtbarer Anblick vor Ort.

Update, 15.05 Uhr - Busfahrer versuchte noch den Audi-Fahrer zu warnen

Der Busfahrer, der die Gruppe kurz zuvor transportiert hatte, habe den Autofahrer mit viel zu hohem Tempo kommen sehen und noch versucht, ihn mittels Lichthupe zu warnen. "Da habe ich schon die Leute über die Straße fliegen sehen", beschreibt der Busfahrer die dramatische Szene vor dem Unfall gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

"Dieses schreckliche Unglück macht mich fassungslos und unendlich traurig", teilt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) auf Twitter mit. "Ihnen, allen weiteren Opfern, ihren Familien, gilt unsere tiefe Anteilnahme. Dieser Tag ist ein trauriger Tag für unser ganzes Land." Die ersten beiden Todesopfer sind nun zweifelsfrei identifiziert: Es handelt sich demnach um zwei Personen aus Nordrhein-Westfalen, eine aus Köln und eine aus Remscheid.

UPDATE, 13 Uhr - Zwei Tote aus Köln und Remscheid

Die ersten beiden Todesopfer sind nun zweifelsfrei identifiziert: Es handelt sich demnach um zwei Personen aus Nordrhein-Westfalen, eine aus Köln und eine aus Remscheid. Dies bestätigte ein Sprecher der Polizei in Bozen soeben der Deutschen Presseagentur. Zudem wurde bestätigt, dass der Unfallfahrer zum Unfallzeitpunkt mehr als 1,9 Promille hatte. Derzeit wird geprüft, ob der Totraser möglicherweise auch unter Drogeneinfluss stand.

UPDATE, 12.45 Uhr - Mit über 100 km/h in Gruppe gerast?

Die Toten stammen wohl allesamt aus Nord- bzw. Westdeutschland. Das meldete die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Unterdessen sind nun erste schockierende Details zum Hergang bekannt geworden. Demnach habe der Betrunkene laut einem Bericht des Nachrichtensenders n-tv fast zwei Promille gehabt und sei mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit auf der Straße im Ort unterwegs gewesen, als er in die Gruppe raste. Erlaubt sind im Bereich der Unfallstelle 50 km/h. Die Rede war davon, dass der betrunkene Autofahrer mindestens doppelt so schnell unterwegs gewesen sein soll. "Die Straße ist bekannt als Rennstrecke", sagte Udo Gümple, der Italien-Korrespondent des Nachrichtensenders. 

Der 27-jährige Fahrer wurde inzwischen festgenommen. Gegen ihn wird wegen Tötung im Straßenverkehr ermittelt. Bei einer Verurteilung droht ihm laut italienischem Gesetz unter Umständen eine Mindeststrafe von 12 Jahren Gefängnis.

UPDATE, 11.35 Uhr - Stimmen von der Pressekonferenz

Die Menschen haben an der Unfallstelle ein bewegendes Schild aufgehängt.

Nun liegen erste offizielle Statements der Pressekonferenz vor, die die Behörden am frühen Vormittag in der Nähe des Unfallortes abgehalten haben. "Das neue Jahr beginnt mit dieser schrecklichen Tragödie, das lässt uns hier fassungslos sein", sagte der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher.
Ein Einsatzleiter der Feuerwehr ergänzte: "Wir wurde um 1.19 Uhr alarmiert. (...) Circa vier Minuten später sind wir mit der ersten Mannschaft vor Ort gewesen." Bis alle Patienten versorgt und abtransportiert waren, dauerte es den Angaben zufolge bis 3.30 Uhr. "Es hat ausgesehen wie auf einem Schlachtfeld", sagte Helmut Abfalterer von der Feuerwehr zur "Tageszeitung Online".

Unterdessen trauern auch die Menschen in Luttach und Umgebung. Am Unfallort wurden bereits Blumen und Kerzen niedergelegt. Außerdem wurde ein Schild angebracht. "Wir sind fassungslos und erschüttert darüber, dass unsere junge Freunde aus Deutschland aus dem Leben gerissen wurden", heißt es darauf unter anderem.

Horror-Unfall in Luttach fordert zahlreiche Todesopfer

UPDATE, 11 Uhr - Identifizierung der Leichen schwierig

Die genaue Identifizierung der Todesopfer gestaltet sich offenbar weiterhin schwierig. Wie das Portal stol.it meldet, hätten sich die Personen der Gruppe nicht alle untereinander gekannt und nicht alle hätten zum Unfallzeitpunkt entsprechende Dokumente bei sich gehabt. Deswegen hielt sich auch das Auswärtige Amt in Berlin zu dem Vorfall am Sonntagvormittag zunächst bedeckt. 

Somit steht derzeit weiterhin nur fest, dass es sich bei den Opfern um Mitglieder einer Reisegruppe aus Deutschland handelt, die nach einem Disko-Besuch gerade auf dem Rückweg zur Unterkunft war, als der 27-jährige Einheimische mit seinem Wagen in die Gruppe raste. Die Deutschen waren zum Skifahren ins Pustertal gereist. Der Ort Luttach im Ahrntal gilt diesbezüglich als beliebter Urlaubsort unter Jugendgruppen aus Deutschland. Erst vergangene Woche waren in der Region bei einem Lawinenunglück drei Deutsche ums Leben gekommen.

UPDATE, 9.45 Uhr - Unfallfahrer festgenommen

Nach übereinstimmenden Medienberichten ist der mutmaßliche Unfallfahrer, ein 27-jähriger Einheimischer, inzwischen festgenommen worden. Er steht in dem dringenden Verdacht, den Horror-Unfall auf der Hauptstraße des Ortes in stark betrunkenem Zustand verursacht zu haben. Außerdem habe es in der Gemeinde schon länger Klagen darüber gegeben, dass viele Autos auf der Hauptstraße teilweise sehr schnell unterwegs seien, meldete die dpa.

UPDATE, 9.10 Uhr - Opfer zwischen 20 und 21 Jahre alt

In einer Pressekonferenz hat die Polizei am Morgen erste Details bekannt gegeben. Demnach sind die Todesopfer größtenteils Studenten, zwischen 20 und 21 Jahre alt und gehörten zu einer Reisegruppe aus Deutschland. Woher die Opfer genau kommen, stehe noch nicht fest, denn nicht alle hätten zum Unfallzeitpunkt Ausweispapiere bei sich gehabt, berichtet jetzt die Bild-Zeitung.

Nach dem Unglück wurden die Verletzten auf zahlreiche Krankenhäuser verteilt. Eine Frau sei sogar in eine Klinik nach Innsbruck in Österreich geflogen worden. Weitere Verletzte kamen in die Kliniken nach Brixen, Bozen oder Bruneck. Der Unfallhergang muss nun ermittelt werden. Fest steht bislang offenbar nur, dass das Auto, ein Audi TT, mit "hoher Geschwindigkeit" in die Reisegruppe gerast sei. Die Personen waren offenbar gerade aus einem Bus gestiegen und wollten die Straße und dann eine kleine Brücke über die Ahr überqueren, um zu ihrer nur rund 50 Meter entfernten Unterkunft zu gelangen. Der Unfallfahrer befinde sich im Krankenhaus, hieß es weiter.

Rund 160 Einsatzkräfte waren bei dem Unfall vor Ort.

UPDATE, 8.20 Uhr - Unfallfahrer offenbar stark betrunken

Die italienische Nachrichtenagentur ANSA meldet soeben, dass es sich bei dem Unfallfahrer um einen 27-jährigen Einheimischen aus der Gemeinde Kiens gehandelt haben soll. Der Mann soll zum Zeitpunkt des Unfalls anscheinend stark betrunken gewesen sein. Dieser wäre anschließend ins Krankenhaus zu einer Blutentnahme gebracht worden, hieß es weiter. Offiziell bestätigt ist diese Version von der Polizei bisher allerdings (noch) nicht.

Auch zu den Opfern gibt es bislang nur spärliche Details. Die dpa berichtete soeben, dass es sich laut italienischen Medienberichten um "junge Menschen" gehandelt habe. Genaue Altersangaben gibt es bislang allerdings nicht. Demnach hätte die Gruppe aus Deutschland in der Nacht vor einem Lokal in Luttach vor einem wartenden Reisebus gestanden, als das Auto in die Gruppe gefahren ist. Sechs Menschen waren anschließend sofort tot. Derzeit ist die Rede von mindestens drei weiteren Schwerverletzten.

UPDATE, 7.35 Uhr:

Die Freiwillige Feuerwehr Luttach, die mit ihren Kräften als einer der ersten am Einsatzort war, sprach auf ihrer Facebook-Seite von einem "tragischen Verkehrsunfall", bei dem sechs Menschen ums Leben gekommen seien. Diese Personen verstarben wohl bereits an der Unfallstelle. Darüber hinaus seien elf Menschen zum Teil schwer verletzt worden, hieß es weiter. Die Menschen wurden auf umliegende Krankenhäuser verteilt.

Nach Notrufen war gegen 1.15 Uhr am Morgen "Alarmstufe 5" ausgelöst und ein Großaufgebot an Einsatzkräften nach Luttach entsandt worden. Neben der Feuerwehr aus Luttach waren auch die Floriansjünger aus St. Johann und Steinhaus vor Ort. Darüber hinaus standen auch die Berufsfeuerwehr Bozen, die Bergrettung Ahrntal, das Weiße und das Rote Kreuz, Schnelleinsatzgruppen, acht Notärzte und ein Rettungshubschrauber im Einsatz. Die Polizei nahm den Unfall auf. Notfallseelsorger kümmerten sich um Betroffene und Zeugen. Auch Bürgermeister Helmut Klammer machte sich vor Ort ein Bild der Lage.

Um 8.30 Uhr soll es eine Pressekonferenz geben. Dann werden womöglich auch weitere Details zum Unfallhergang bekannt gegeben. Unklar ist bislang auch, wer das Auto zum Unfallzeitpunkt gesteuert hat.

Die Erstmeldung:

Der Unfall passierte gegen 1 Uhr morgens in der Nähe von Bruneck. Man gehe davon aus, dass die Opfer aus Deutschland kämen, sagte ein Polizeisprecher aus Bozen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am frühen Sonntagmorgen. Woher genau die Toten stammen, ist derzeit unklar. Das Auswärtige Amt wollte sich zunächst bezüglich der Identität der Opfer gegenüber der dpa nicht weiter äußern.

Der genaue Unfallhergang ist derzeit völlig unklar. Der Sender "Rai Südtirol" berichtet, dass das Fahrzeug in Luttach im Ahrntal in eine Gruppe aus insgesamt 17 Personen gerast sei. Neben den sechs Toten hätte es auch mehrere Schwerverletzte gegeben. Insgesamt waren rund 160 Rettungskräfte im Einsatz.

Weitere Details wollen die zuständigen Stellen am Vormittag in einer Pressekonferenz bekannt geben. Das Ahrntal liegt in Italien ganz nahe der Grenze zu Österreich und ist als Ski- und Wintersportgebiet bekannt. Erst vergangenes Wochenende kamen bei einem Lawinenunglück in Südtirol drei Deutsche ums Leben.

mw/dpa

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