Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Bürgermeister jubelt über 2,6 Millionen Übernachtungen, aber...

Betten-Obergrenze für Salzburg, Großhotels in Freilassing?

Salzburg Tourismus Harry Preuner
+
Mit 2,6 Millionen Übernachtungen ist die Stadt Salzburg wieder auf dem Weg zu neuen Rekorden, Bürgermeister Preuner (links) sieht aber 3,5 Millionen Übernachtungen als eine Art Obergrenze.

Das Tourismusjahr 2022 startete mit einem Lockdown und endete mit einem ausgebuchten Jahresende. So lässt sich die Tourismusbilanz von Bürgermeister Harry Preuner und Tourismus-Chefin Christine Schönhuber zusammenfassen.

Salzburg – Mit 2,6 Millionen Übernachtungen liegt man aber noch deutlich unter dem Rekordjahr 2019 mit damals 3,3 Millionen Übernachtungen. Preuner sieht  dennoch eine Art Obergrenze, wegen einer neuen Vorschrift, die den Neubau von Hotels mit mehr als 60 Zimmern verbietet. Er glaubt, dass die Stadt am Ende rund 15.000 Gästebetten haben wird, „dann werden wir mit 3,5 Millionen Übernachtungen eine Grenze erreicht haben“.

Auch drei Monate nach der Übernahme des Stadttourismus durch die gebürtige Bad Reichenhallerin Christine Schönhuber ließ sich Preuner eine kleine Spitze gegen sie nicht entgehen. Man habe mit Schönhuber einer sehr erfahrene, kompetente Kraft aus Bayern, „die unserer Mentalität schon sehr nahe kommt, da können wir noch einiges erwarten“. 

„Gäste beschwerten sich über zu viele Gäste“

Preuner erinnert an die Jahre 2018 und 2019, als extrem viele Gäste in der Stadt waren, „massive Beschwerden gab es nicht nur von den Einheimischen sondern auch von Hotelgästen über zu viele Tagestouristen in der Stadt“. 2019 sei überhaupt das Jahr gewesen, wo alle noch schnell überall hinreisen wollten, „als ob das Ende der Welt bevorstünde“, 2020 kam dann mit der Corona-Pandemie das „böse Erwachen“, die Stadt sei leer gewesen. Im abgelaufenen Jahr habe sich der Stadttourismus erholt, auch wenn die Zahl der Übernachtungen mit 2,6 Millionen noch unter dem „Allzeithoch“ von 2019 mit 3,3 Millionen liege. 

Mit 1. Januar 2021 wurde in Stadt und Land Salzburg dem  ungezügelten Neubau von Hotel-Bettenburgen ein Riegel vorgeschoben, Neubauten dürfen nicht mehr als 60 Zimmer haben, also im besten Fall 120 Betten. „das wird große Konzerne abschrecken“, ist sich Preuner sicher. Wenn die aktuellen Neubauten - zum Teil mit noch mehr als 120 Betten - und eingereichte Pläne verwirklicht sind rechnet der Bürgermeister mit einem maximalen Bettenbestand in der Stadt von 15.000, „damit ist dann der Plafond erreicht, über die Zahl von 3,5 Millionen Übernachtungen pro Jahr werden wir dann nicht mehr hinauskommen“. Wichtiger als die Zahl der Betten ist für den tourismusverantwortlichen Bürgermeister ohnehin die Auslastung, die derzeit bei 60 Prozent liegt. 

Bettenburgen in Freilassing statt Salzburg?

Im Übrigen brauche die Stadt mehr Wohnungen als Hotelbetten, die erwartete, maximale Bettenzahl von 15.000 sei auch der Bevölkerung zumutbar. Die Frage, ob er mit dem 120-Betten-Limit Investoren nicht in das Umland vertreibe, verneinte Preuner, das entsprechende Raumordnungsgesetz gelte im gesamten Bundesland. „Und wenn Investoren dann in Freilassing Hotels bauen?“. Darauf Preuner eher launisch: „Also da hat Salzburg schon einen anderen Stellenwert, aber Hotelgäste können gerne auch aus Freilassing zu uns kommen, aber  bitte mit dem Bus“.

Nicht erst in und nach der Corona-Pandemie sind Österreicher (756.000 Übernachtungen) und Deutsche (695.000 Übernachtungen) die treuesten Gäste der Stadt, diese sogenannten „Nahmärkte“ werden weiter stark wachsen. Auf Platz 3 mit 210.000 Übernachtungen folgen aber wieder US-Amerikaner, mit knapp 70.000 Nächtigungen dann das Vereinigte Königreich und Italien. Asiaten, also Chinesen, Japaner und Koreaner, kommen zögerlich zurück. 

Während Tourismus-Chefin Schönhuber verstärkt die schwachen Saisonen bewerben will ist Preuner über „ruhigere Tage“ in der Stadt nicht unglücklich. „Ich finde das auch schön, wenn man als Salzburger die Stadt in einer ruhigen Zeit auch mal genießen kann“. 

hud

Kommentare