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Christkindlmarkt Salzburg öffnet trotz Corona-Notlage

Hand-Bändchen zur Nachweiskontrolle – Unverständnis in sozialen Medien

Während in den Kliniken bereits um die letzten Intensivbetten gekämpft wird, laufen die Aufbauarbeiten am Christkindlmarkt weiter, am Donnerstag wird er aufgesperrt.
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Während in den Kliniken bereits um die letzten Intensivbetten gekämpft wird, laufen die Aufbauarbeiten am Christkindlmarkt weiter, am Donnerstag wird er aufgesperrt.

Während bekannte Christkindlmärkte in der Region wie in Traunstein, Bad Reichenhall und Laufen bereits wegen der verschärften Corona-Lage abgesagt haben, andere wie zum Beispiel in Freilassing noch überlegen, öffnet der Salzburger Christkindlmarkt am Donnerstag seine Tore, fast so, als ob nichts wäre.

Salzburg - Die Inzidenz in Salzburg steigt weiter an und hält derzeit bereits bei knapp 1600, zum Vergleich: Das Berchtesgadener Land hält derzeit bei 1044. Die rund 100 Hüttenbetreiber und ihr Obmann, Wolfgang Haider, fechten die Corona-Notlage und die Triage-Situation in den Kliniken nicht weiter an, ihr fast trotziges Motto: „Mit Abstand und Bewegung einen der schönsten Christkindlmärkte der Welt genießen“.

Zum „Genuss“ zählt heuer allerdings auch die 2G-Regel beim Kauf, also Genesen oder Geimpft, wenn man an einem Stand einen Glühwein oder eine Christbaumkugel kauft, ob eine Kontrolle im abendlichen Getümmel oder an den Wochenenden machbar ist, bezweifelt Haider selbst. Er verweist auf Kontrollstellen außerhalb des Marktes, dort würden die Nachweise kontrolliert und ein Hand-Bändchen vergeben.

Außerdem hat Landeshauptmann Wilfried Haslauer für alle Weihnachtsmärkte im Bundesland eine FFP2-Maskenpflicht, sowie ein Alkoholverbot erlassen, „das gilt allerdings nur bis 30. November“ bemüht sich Haider um eine Relativierung.

Genuss im Gehen 

„Wir appellieren an die Besucher, dass die Abstände eingehalten werden und dass Essen und Trinken im Gehen konsumiert werden“, so Haider. Wer sich länger auf einem Essstand aufhält, muss sich, wie in der gesamten Gastronomie auch, registrieren lassen. Allerdings wird diese Registrierung auch in Lokalen kaum eingefordert. Abgesagt wurden im Rahmen des Christkindlmarktes nur die sonst große Eröffnungsfeier, sowie zahlreiche Rahmenveranstaltungen. 

Salzburgs Bürgermeister Harry Preuner hält an der Eröffnung ebenfalls fest, Virologen hätten bestätigt, dass von einem Christkindlmarkt keine Gefahr ausgehe, derzeit würden die Auflagen des Bundes erfüllt, dass diese allerdings weiter verschärft werden und dann Ende November der Markt doch noch zusperren muss, will auch Preuner nicht ausschließen.

Unmut in sozialen Medien

In den sozialen Medien stößt die Eröffnung trotz offensichtlicher Corona-Notlage weitgehend auf Unverständnis. „In Salzburg und Oberösterreich krachen die Zahlen durch die Decke, dass wir am liebsten die Nachbarn nicht einreisen lassen möchten, aber die Politiker öffnen den Christkindlmarkt, trinken die das ganze Jahr Glühwein“ fragt eine Salzburgerin empört.

Eine andere Userin schreibt „Triage im Landeskrankenhaus, Ärzte und Pflegeschaft über jeglichem Limit, aber der Christkindlmarkt läuft, Chapeau, die Prioritätenliste und die Verantwortung von Landeshauptmann Wilfried Haslauer sind offenbar am Niveau von Kickls Gesundheitstipps angekommen“.

Der Chef der rechtspopulistischen FPÖ, Herbert Kickl, mittlerweile selbst an Covid-19 erkrankt, hatte zur Einnahme von Entwurmungsmitteln für Pferde geraten. Eine Leserin meint, „Ich schäme mich für Salzburg“, woraufhin ein jüngerer User meint, „es gibt Menschen, die von Veranstaltungen leben und damit ihren Unterhalt verdienen“. 

hud