Zeit im Kampf gegen Corona gestohlen?

Corona-Bericht erhebt schweren Verdacht: China soll zu Beginn der Krise entscheidende Daten zurückgehalten haben

Hat Chinas Präsident Xi Jinping uns Zeit in der Corona-Krise gestohlen?
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Hat Chinas Präsident Xi Jinping uns Zeit in der Corona-Krise gestohlen?

Unterschiedliche Medien und auch der BND kommen zu dem Schluss, dass China zu Beginn der Corona-Pandemie wichtige Informationen zurückgehalten hat.

  • China hat wohl zu Beginn der Coronavirus-Pandemie Informationen zurückgehalten. 
  • Mehrere Medien und Geheimdienste fanden heraus, dass der genetische Code erst mit einer Woche Verzögerung veröffentlicht wurde.
  • Die Welt verlor so wichtige Zeit im Kampf gegen das Virus.
  • Hier finden Sie die grundlegenden Fakten zum Coronavirus* und die Corona-News aus Deutschland. Außerdem bieten wir Ihnen in einer Karte die aktuellen Fallzahlen in Deutschland. Derzeit gibt es die folgenden Empfehlungen zu Corona-Schutzmaßnahmen*.

München - Das Coronavirus verbreitete sich vermutlich von China aus in die ganze Welt. Mittlerweile sind mehrere Millionen Menschen infiziert, hunderttausende sind gestorben. Schon länger gibt es zahlreiche Vorwürfe gegenüber China. US-Präsident Donald Trump warf dem Land sogar vor das Virus absichtlich gezüchtet zu haben. Allerdings teilten diese Meinung nicht viele. Versäumnisse seitens China scheint es aber doch gegeben zu haben. Offenbar wurden laut der Nachrichtenagentur AP wichtige Informationen am Anfang der Corona-Pandemie bewusst mehr als eine Woche lang zurückgehalten. Das geht aus Unterlagen hervor, die von AP ausgewertet wurden.

Coronavirus: China hielt zu Beginn der Pandemie wohl wichtige Informationen zurück

Die chinesischen Behörden entschlüsselten wohl Details wie den genetischen Code des Virus schneller als gedacht. Mithilfe des genetischen Codes können Forscher Tests für Medikamente* und Impfstoffe* durchführen. Die Weitergabe der Informationen wurde allerdings streng kontrolliert, um nur die chinesischen Labore mit den Daten beliefern zu können. 

Von der Weltgesundheitsorganisation WHO wurde China anfangs öffentlich noch für die schnelle Veröffentlichung des genetischen Codes gelobt. Intern gab es aber wohl Bedenken, dass China nicht genügend Daten teile. 

Aber nicht nur AP kam zu diesem Schluss, sondern auch der BND. Laut dem Spiegel hatte der Bundesnachrichtendienst von Vorgängen zwischen China und der WHO Ende Januar erfahren, die die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus verzögerten, weil angeblich wichtige Informationen bewusst zurückgehalten wurden. Dieselben Erkenntnisse gehen aus einer investigativen TV-Reportage des US-Nachrichtensenders CNN hervor.

Coronavirus: China veröffentlichte genetischen Code nicht, obwohl er bekannt war

Laut der Welt sagte Gauden Galea, der oberste WHO-Repräsentant in China: „Wir sind jetzt an dem Punkt, wo wir 15 Minuten, bevor CCTV berichtet, Bescheid bekommen.“ Bei CCTV handelt es sich um den staatlichen Fernsehsender Chinas. 

Das neu aufgetretenen Virus, Sars-Cov-2, wurde wohl schon am 2. Januar in China dekodiert. Zwei weiteren chinesischen Laboren gelang es am 5. Januar ebenfalls das Virus zu entschlüsseln. Eine offizielle Warnung gab es von China allerdings nicht. Die WHO drängte laut Focus-online China dazu mehr Informationen preis zu geben. Einen wirklichen Hebel um Informationen von ihren Mitgliedstaaten zu bekommen, hat die WHO allerdings nicht.

Erst am 11. Januar wurde der genetische Code des Virus von Professor Zhang in Shanghai veröffentlicht. Die chinesischen Behörden folgten erst einen Tag später. Am 30. Januar rief die WHO schlussendlich den weltweiten Notstand aus. Das Virus konnte sich bis dahin aber schon ungehindert verbreiten. Laut dem BND habe die Welt so vier bis sechs Wochen im Kampf gegen das Coronavirus verloren.

Coronavirus: WHO bleibt nicht von Kritik verschont - Trump kündigt Zusammenarbeit

Eine Warnung, dass das Coronavirus überhaupt gefährlich sei, machten die chinesischen Behörden erst am 20. Januar öffentlich. Daraufhin schickte die WHO ein Team nach Wuhan, um das neue Virus zu erforschen. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hielt sich mit Kritik an den Behörden stark zurück: 

„China hat bereits Unglaubliches geleistet, um die Übertragung des Virus auf andere Länder einzuschränken.“Trump wettert schon länger gegen die WHO wegen ihrer Verfehlungen. Er bezeichnete sie als eine „Marionette“ Chinas und machte sie für die Ausbreitung des Coronavirus mitverantwortlich. Deswegen kündigte die USA ihre Zusammenarbeit auf und stellte alle Zahlungen an die WHO ein. Das Ansehen der Weltgesundheitsorganisation hat während der Corona-Krise deutlich gelitten. 

md

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