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Vorteile überwiegen Risiken „deutlich“

Seltene Herzmuskelentzündungen nach Corona-Impfung: Zusammenhang laut US-Experten „wahrscheinlich“

Experten der US-Gesundheitsbehörde CDC haben den Zusammenhang zwischen sehr seltenen Herzmuskelentzündungen und der Corona-Impfung geprüft.

Druid Hills - Nach einer Corona-Impfung mit den mRNA-Impfstoffen der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna sind in den USA bis zum 11. Juni mehr als 300 Fälle von Herzmuskelentzündungen* bei Patienten unter 30 Jahren aufgetreten. Experten der US-Gesundheitsbehörde CDC („Centers for Disease Control and Prevention“) sehen einen Zusammenhang als „wahrscheinlich“ an. Das teilten sie am Mittwoch (23. Juni) bei einer Präsentation mit.

Die Experten prüften den Verdacht, dass die Vakzine von Biontech/Pfizer* und Moderna* bei jungen Menschen vereinzelt eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) oder des Herzbeutels (Perikarditis) verursachen können. Dazu werteten sie Daten zu den mehr als 300 bestätigten Myokarditis-Fällen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus, die kurz zuvor mit einem mRNA-Impfstoff gegen das Coronavirus* geimpft worden waren.

Corona-Impfung: Zusammenhang zu Herzmuskelentzündungen „wahrscheinlich“

„Myokarditis ist eine seltene, aber keine neue Erkrankung“, erklärte der Kinderkardiologe Matthew Oster. Bislang werde davon ausgegangen, dass die Krankheit normalerweise von Viren verursacht werde. „Es scheint, dass die mRNA-Impfstoffe ein neuer Auslöser sein können“, so Oster.

US-Experten sehen einen Zusammenhang zwischen sehr seltenen Herzmuskelentzündungen und der Corona-Impfung als „wahrscheinlich“ an. (Symbolbild)

Bei insgesamt 323 Patienten im Alter von unter 30 Jahren sei in den USA nach einer Corona-Impfung* eine Myokarditis oder eine Perikarditis diagnostiziert worden, so die CDC-Experten. Ins Krankenhaus mussten 309 dieser Patienten. Neun werden derzeit noch in einer Klinik behandelt. Die meisten Fälle traten bei jungen Männern und binnen einer Woche nach der zweiten Impfdosis auf. Einen bestätigten Todesfall gibt es bislang nicht, erklärten die US-Experten.

Corona-Impfung: Myokarditis-Fälle treten „selten“ auf - Vorteile überwiegen Risiken „deutlich“

Zur Einordnung: In den USA* wurden bislang mehr als 50 Millionen Corona*-Impfdosen an Zwölf- bis 29-Jährige verabreicht. Die Zahl der Erkrankungen an einer Myokarditis ist damit im Verhältnis sehr niedrig, aber höher als bei dieser Altersgruppe zu erwarten wäre, so die Experten. Die CDC-Chefin Rochelle Walensky hatte bereits in der vergangenen Woche erklärt, diese Fälle seien „selten“ und „die große Mehrheit“ der Betroffenen habe sich „mit Ruhe und unterstützender Behandlung wieder vollständig erholt“.

Die Experten der US-Gesundheitsbehörde betonten, dass die Vorteile einer Impfung gegen das Coronavirus* die Risiken weiterhin „deutlich überwiegen“. Dennoch soll es einen neuen Warnhinweis für die Impfstoffe geben. In den USA ist der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer bislang der einzige, der auch für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen ist. Das Moderna-Vakzin ist hingegen für Personen ab 18 Jahren zugelassen. (ph/afp) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Bernd Weissbrod/dpa

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