Karibik-Kreuzfahrt

Coronavirus-Angst: Aida-Kreuzfahrtschiff darf nicht anlegen - Passagiere mit Grippe-Symptomen

Dia „Aida Perla“ durfte einen Karibik-Hafen nicht anlaufen. (Archiv-Bild)
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Die „Aida Perla“ durfte einen Karibik-Hafen nicht anlaufen. (Archiv-Bild)

Das Kreuzfahrtschiff „Aida Perla“ durfte am vergangenen Samstag aus Sicherheitsgründen einen Hafen nicht anlaufen. Zahlreiche Passagiere an Bord hatten grippeähnliche Symptome.

  • Die „Aida Perla“ durfte den Hafen von St. Lucia in der Karibik am Samstag, 1. Februar, zunächst nicht anlaufen.
  • Da viele Passagiere über grippeähnliche Symptome klagten bekam das Schiff keine Freigabe.
  • Allerdings wurde nie vermutet, dass der Coronavirus* an Bord im Umlauf war.

St. Lucia - Knapp 3000 Passagiere an Bord des Kreuzfahrtschiffes Aida Perla“ erlebten am Samstag bange Stunden. Das Schiff durfte den Hafen von Castries auf der Insel Sankt Lucia in der Karibik zunächst nicht anlaufen. Hintergrund war, dass etliche Passagiere an Bord über grippeähnliche Symptome geklagt hatten (So schützt man sich vor dem Coronavirus.)

Coronavirus-Angst: Kreuzfahrtschiff durfte Hafen nicht anlaufen - Passagiere klagten über Grippe-Symptome

Die „Aida Perla“ erhielt kurz vor dem Einlaufen in den Hafen von Castries keine Freigabe anzulegen. Das Aida-Unternehmen bestätigte der Ippen-Digital-Zentralredaktion den Vorfall. „Aufgrund einiger Gäste mit Infektionen der oberen Atemwege an Bord, wurde durch die Gesundheitsbehörden als Vorsichtsmaßnahme keine Freigabe erteilt“, hieß es in der Stellungnahme.

Wie das Portal sea1.de berichtet, hatten sich in den vergangenen neun Tagen mehr als 70 Personen mit grippeähnlichen Symptomen und Erkältungen an Bord gemeldet. Am Samstag seien dann noch knapp 20 Menschen krank gewesen. Der Hafen von Sankt Lucia hatte sich demnach aktiv nach kranken Personen an Bord erkundigt. Das Portal schließt daraus, dass man auf der Karibik-Insel „auf Nummer sicher gehen“ wollte.

Video: Verdacht auf Coronavirus bei 6000 Menschen auf Kreuzfahrtschiff 

Aida darf nicht anlegen: Gab es in der Karibik Angst vor Coronavirus?

Weiter heißt es, ein Hin- und Her vorausgegangen sei. Demnach erhielt das Schiff zunächst keine Freigabe für den Hafen. Kapitän Tommy Möller haben dann entscheiden, sich auf den Weg zum knapp 80 Kilometer entfernten Hafen von Fort de France auf Martinique zu machen. Auf der Fahrt dorthin habe man dann doch die Anlege-Freigabe aus Castries erhalten, woraufhin das Kreuzfahrtschiff kehrtmachte. 

Wiederum kurz vor Sankt Lucia soll dann die Nachricht vom Hafen gekommen sein, dass die „Aida Perla“ außerhalb des Hafens liegen bleiben solle. Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde von Sankt Lucia würden an Bord kommen und die Erkrankten überprüfen. Immerhin stellte Aida klar: „Die Gesundheitsbehörden hatten zu keinem Zeitpunkt den Verdacht, dass es an Bord des Schiffes Fälle des neuartigen Coronavirus gibt.“ Anders ist dies aktuell bei einem Kreuzfahrtschiff vor Japan: Dieses steht nun unter Quarantäne.

Allerdings lag die „Aida Perla“ gegen am Samstag 22 Uhr immer noch vor dem Hafen von Sankt Lucia und hatte keine Erlaubnis anzulegen. Am Sonntag wurde beschlossen, den Hafen von Fort de France anzufahren. Laut dem Bericht von sea1.de befürchtete man auf der „Aida Perla“, dass auch der Hafen von Dominica dem Schiff keine Freigabe geben würde.

„AIDAperla hat am Sonntagmorgen, 2. Februar 2020, in Fort-de-France (Martinique) angelegt. Am Abend nimmt AIDAperla wie geplant Kurs auf Pointe-à-Pitre (Guadeloupe)“, bestätigte Aida der Ippen-Digital-Zentralredaktion.

Unterdessen sind Deutsche aus China ausgeflogen worden. Unter ihnen waren zwei mit dem Coronavirus Infizierte. Derweil gibt es auch Fortschritte beim Kampf gegen das Coronavirus: Forscher vermeldeten einen Durchbruch, der entscheidend auf dem Weg zu einem Heilmittel sein könnte.

Coronavirus in China: Kreuzfahrt-Reedereien ziehen Konsequenz

Die internationalen Kreuzfahrt-Reedereien lassen künftig keine Passagiere oder Besatzungsmitglieder mehr an Bord, die in den vergangenen 14 Tagen auf dem chinesischen Festland unterwegs waren. Das teilte der internationale Kreuzfahrt-Verband CLIA am Montag in Hamburg mit. Zudem würden wegen des Coronavirus, das sich jetzt auch in Italien ausbreitet, Reisen und Routen in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden und der Weltgesundheitsorganisation WHO gegebenenfalls umdisponiert, verändert oder gestrichen. Das liege in der Verantwortung der jeweiligen Reederei. Zwischen sinnvollen Maßnahmen und Panikmache abzuwägen, macht auch in anderer Hinsicht Sinn, wie Vorfälle in Deutschland zeigen.

Die Kreuzfahrtgesellschaften Costa Crociere und MSC hatten wegen des Ausbruchs des Coronavirus bereits alle Kreuzfahrten abgesagt, die von chinesischen Häfen starten. Das Coronavirus ist jetzt auch in Österreich angekommen. Zwei Infektions-Fälle werden aus Tirol gemeldet. Auch sind auf einer spanischen Urlaubsinsel 1000 Hotelgäste in ihrer Hotel-Anlage gefangen.

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rjs

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