Immer mehr Hotspots

Corona in Deutschland: Nächste Großstadt wird Risikogebiet - Neues „Superspreader-Event“ macht Behörden Sorgen

Das Coronavirus breitet sich weiter in Deutschland aus. Das RKI meldet erneut einen sprunghaften Anstieg der Neuinfektionen. Es gibt immer weitere neue Hotspots.

Update vom 11. Oktober, 7.25 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Sonntagmorgen 3483 neue Corona-Infektionen gemeldet. Von Mittwoch auf Donnerstag war der Wert von 2828 auf 4058 gestiegen, von Donnerstag auf Freitag lag die Zahl bei 4516. An Sonn- und Montagen sind die Fallzahlen erfahrungsgemäß niedriger, auch weil am Wochenende nicht alles Gesundheitsämter Daten an das RKI melden. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Pandemie nach RKI-Angaben mindestens 322.864 Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert (Stand 11. Oktober, 0 Uhr). 9615 Menschen starben in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Der R-Wert lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Samstag bei 1,42 (Vortag: 1,34). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel rund 1,4 weitere Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Nach RKI-Schätzungen lag der Sieben-Tage-R-Wert nach Angaben vom Freitag bei 1,43 (Vortag: 1,37). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Coronavirus in Deutschland: Gast in einem Lokal auf Westerland (Sylt) positiv getestet

Update vom 10. Oktober, 22.17 Uhr: In einem Lokal in Westerland auf Sylt ist ein Gast positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nun bittet das Gesundheitsamt des Kreises Nordfriesland offiziell um die Mithilfe der Bevölkerung.

Demnach habe der Infizierte das Restaurant in der Nacht zum 4. Oktober aufgesucht und beschrieb, dass dort seiner Erinnerung nach 70 bis 100 Menschen zugegen waren. Allerdings seien laut Angaben des Mannes die Abstands- und Hygieneregeln kaum eingehalten worden.

Corona in Deutschland: Amt sucht Lokalgäste - „könnte Superspreader-Ereignis werden“

„Diese Party könnte ein Superspreader-Ereignis werden“, meinte Nina Rahder, Leiterin des Fachbereiches Sicherheit, Gesundheit und Veterinärwesen der Kreisverwaltung Nordfriesland. Um alle Kontaktpersonen lückenlos ermitteln zu können, kommt die Behörde den Restaurantbesuchern entgegen.

„Auf das Bußgeld, das alle Gäste zahlen müssten, die sich nicht ordentlich in die Listen eingetragen haben, verzichten wir. Uns ist es jetzt nur wichtig, die Ausbreitung des Virus zu stoppen“, meinte Rahder.

Corona in Deutschland: Stuttgart wird zum Risikogebiet

Update vom 10. Oktober, 20.56 Uhr: In Stuttgart ist die kritische Marke inzwischen erreicht. Wie die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg am Samstagabend mitteilte, wurde die 7-Tage-Inzidenz von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritten und liegt bei 50,5.

Deswegen seien die Verantwortlichen in Stuttgart gerade dabei, Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus zu treffen. Dazu zählen nach offiziellen Angaben die Einführung einer Sperrstunde, die Beschränkung des Alkoholkonsums und auch die Maskenpflicht innerhalb des City-Rings.

Corona in Deutschland: Ausbruch in niedersächsischem Altenheim mit schlimmen Folgen

Update vom 10. Oktober, 16.42 Uhr: Wie der Landkreis Osnabrück offiziell mitteilte, ist es in einem niedersächsischen Alten- und Pflegeheim zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Den Angaben zufolge starb eine 85-jährige Frau im Krankenhaus an den Folgen des Coronavirus. Zudem seien 27 Bewohner und 13 Mitarbeiter des Vitalis-Wohnparks in Bad Essen positiv auf COVID-19 getestet worden.

Nun versuche der örtliche Gesundheitsdienst, alle knapp 200 Besucher des Wohnparks über die Testmöglichkeit in einer Schule in Kenntnis zu setzen. Unterdessen lag im Landkreis Osnabrück am Samstag mit durchschnittlich 28,8 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen noch klar unter dem kritischen Schwellenwert von 50.

Corona in Deutschland: Zahlen steigen weiter an - Dobrindt warnt eindringlich

Update vom 10. Oktober, 13.28 Uhr: CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sieht angesichts der deutlich steigenden Corona-Infektionszahlen die Gefahr eines Lockdowns. „Die aktuellen Corona-Zahlen zeigen: Die Befürchtungen sind real, dass wir im Dezember zu täglichen Infektionszahlen von über 19.000 kommen können, wenn wir politisch nicht entschlossen handeln“, sagte Dobrindt am Samstag der dpa. „Wir müssen eine solche Entwicklung dringend vermeiden, um nicht in eine Art faktischen Lockdown zu kommen, weil sich zu viele Menschen in Deutschland gleichzeitig in Quarantäne aufhalten müssen.“

Gerade in Großstädten wie Berlin lasse die Disziplin erkennbar nach, und die Stadtpolitik mache erhebliche Fehler, kritisierte der CSU-Politiker. Dobrindt nannte die Zulassung großer Feiern und Festivals sowie fehlende Kontrollen bei der Einhaltung von Hygiene-Regeln. „Das alles trägt leider erheblich zur Verbreitung des Virus bei. Lokale Ausbrüche müssen aber gerade lokal und konsequent bekämpft werden. Bayern hat mit Garmisch und München gezeigt, wie das gelingen kann. Der Berliner Senat scheint hier vollkommen neben der Spur zu sein“, kritisierte Dobrindt.

Corona in Deutschland: NRW will kostenlose Tests für Urlauber aus Hotspots

Das Land Nordrhein-Westfalen will in den Herbstferien kostenlose Testmöglichkeiten für Deutschland-Reisende aus nordrhein-westfälischen Risikogebieten ermöglichen. Das Gesundheitsministerium habe am Freitag einen entsprechenden Erlass an die Kommunen versendet, teilte ein Sprecher des Ministeriums am Samstag mit.

Wer aus einer Region komme, in der der Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche erreicht oder überschritten sei und für eine innerdeutsche Reise einen negativen Test brauche, solle sich kostenfrei testen lassen können. Die Laborkosten werden aus dem Gesundheitsfonds des Bundes übernommen, das Land trägt die Abstrichkosten der Ärzte, hieß es weiter. Am Samstagmorgen waren in Nordrhein-Westfalen sieben Städte und Kreise als Risikogebiet eingestuft, darunter auch die Millionenstadt Köln.

Corona in Deutschland: Dresden verbietet Großveranstaltungen

Wegen der steigenden Zahl von Corona-Infektionen sind in Dresden nun Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern verboten. Die Stadtverwaltung teilte am Freitag mit, dass diese Regelung mindestens bis zum 16. Oktober gelte. In den vergangenen sieben Tagen hatte es in der Stadt mehr als 22 bestätigte Fälle auf 100.000 Einwohner gegeben. Erst wenn die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz auf weniger als 20 fällt, sind größere Veranstaltungen wieder erlaubt.

„Wir alle haben mit steigenden Corona-Infektionen im Herbst gerechnet. Nun sind sie da und wir alle haben es in der Hand“, erklärte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Er rief dazu auf, Abstand zu halten, auf unnötige Kontakte zu verzichten und überall dort einen Mundschutz zu tragen, wo man sich nicht anders schützen könne.

Corona in Deutschland: 4.721 neue Infektionen am Samstag gemeldet

Update vom 10. Oktober, 8.43 Uhr: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) haben die Gesundheitsämter in Deutschland am Samstagmorgen 4.721 neue Corona-Infektionen gemeldet. Damit ist die Zahl der neuen Corona-Fälle im Vergleich zu gestern (4.516 Corona-Infektionen) um etwa 200 gestiegen.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Freitag bei 1,34 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

  • Mindestens 319.381 Menschen in Deutschland haben sich nach RKI-Angaben nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert.
  • Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt demnach bei 9.604.
  • Rund 273.500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.
  • Derzeit gibt es demnach in Deutschland 36.277 aktive Corona-Fälle.

Corona in Deutschland: Köln überschreitet Grenzwert

Update vom 10. Oktober, 7.47 Uhr: Die Stadt Köln hat den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Das nordrhein-westfälische Landeszentrum für Gesundheit gab den Wert am Samstag mit 54,8 an. Nun gelten in der Millionenstadt unter anderem ein nächtliches Alkoholverbot im öffentlichen Raum sowie eine Maskenpflicht in den Fußgängerzonen.

Corona in Deutschland: 4500 Neuinfizierte binnen 24 Stunden - Zahl der Intensiv-Patienten steigt

Update vom 9. Oktober, 22.37 Uhr: „Wir haben immer wieder sprunghafte Anstiege, die sich nicht notwendigerweise als Vorbote eines exponentiellen Anstiegs herausstellen“, sagt der Epidemiologe Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung zum aktuellen Anstieg der Infektionszahlen. Anstatt auf reine Laborbefunde zu schauen, müsse man die Erkrankungszahlen ansehen.

Als wichtigen Indikator zum Pandemie-Geschehen sehen viele Experten nach wie vor den so genannten R-Wert an. Der ist vor dem Wochenende nochmals angestiegen: Von 1,17 am Vortag auf 1,34 am Freitag. Aktuell werden 487 Patienten intensivmedizinisch behandelt.

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen 4516 neue Corona-Infektionen gemeldet. Von Mittwoch auf Donnerstag war der Wert von 2828 auf 4058 erheblich angestiegen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 314.660 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 9.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9589. Das waren 11 mehr als am Vortag. Rund 271.800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Corona in Deutschland: Noch eine Großstadt zieht nach - Köln erlässt Kontaktbeschränkungen

Update vom 9. Oktober, 17.58 Uhr: Auch Köln verschärft die Corona-Maßnahmen angesichts steigender Infektionszahlen. Noch soll es zwar keine Sperrstunde wie in anderen Städten geben, dennoch gilt: Ab Samstag dürfen sich im öffentlichen Raum nur noch fünf statt bislang zehn Menschen treffen, zudem gilt ein Alkoholverbot auf Straßen und Plätzen ab 22.00 Uhr.

Die parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker teilte am Freitag nach der Sitzung des städtischen Krisenstabs außerdem mit, dass an Orten mit vielen Menschen eine Maskenpflicht in Kraft tritt. An Privatfeiern außerhalb des eigenen Wohnraums dürfen nur noch maximal 25 Menschen teilnehmen, von privaten Feiern in der eigenen Wohnung werde „dringend“ abgeraten, sagte Reker.

Corona in Deutschland: Hamburgs Bürgermeister will zweiten Lockdown vermeiden

Update vom 9. Oktober, 16.24 Uhr: Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen dazu aufgerufen, einen erneuten Lockdown zu verhindern. Der SPD-Politiker begrüßte den Beschluss zu weiteren Beschränkungen. Es dürfe nicht das passieren, was europäische Nachbarländer derzeit erlebten, in denen es drastischere Einschnitte gebe, die einem Lockdown oder einem Teil-Lockdown nahe kämen, sagte Tschentscher am nach der Videokonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Vertretern mehrerer deutscher Großstädte.

Corona in Deutschland: Köln verschärft Regeln nach Videokonferenz

Von Samstag an verschärft auch Köln die Corona-Einschränkungen für die Bevölkerung. Künftig sollen sich höchstens fünf Personen aus verschiedenen Haushalten in der Öffentlichkeit treffen dürfen, erklärte Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Im öffentlichen Raum soll zudem abends ab 22 Uhr der Konsum von Alkohol verboten sein, an den Wochenenden darf an Hotspots kein Alkohol mehr verkauft werden.

Eine Sperrstunde werde zunächst aber nicht eingeführt, sagte Reker. In Fußgängerzonen gebe es nun eine Maskenpflicht. Zudem wird die Personenzahl bei Feiern beschränkt: Bei privaten Feiern in angemieteten Räumen sind künftig höchstens 25 Personen erlaubt. „Von Feiern in der eigenen Wohnung raten wir dringend ab“, sagte Reker. Mehr als zehn Personen sollten dort nicht zusammen kommen.

Corona in Deutschland: Stuttgart plant bei weiterem Anstieg Maskenpflicht für öffentlich Plätze

Mit weiteren Auflagen will die Stadt Stuttgart gegen die stark ansteigenden Corona-Infektionen ankämpfen, sollte sich die Lage in der Metropole weiter verschlechtern. Sobald die Stadt die kritische Marke von mehr als 50 Infektionen auf 100.000 Einwohner erreiche, werde für öffentliche Plätze in der Innenstadt eine Maskenpflicht erlassen, sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn. Zudem sollen Auflagen für private Feiern verschärft werden und auch ein nächtliches Alkoholverkaufsverbot sei im Gespräch.

„Die Städte haben verstanden, wie dringend es ist, jetzt zu neuen und einschneidenden Maßnahmen zu kommen, wenn man einen Lockdown verhindern will“, warnte Kuhn. Er appellierte an die Stuttgarter Bevölkerung, sich mit Masken und Abstand zu schützen. „Wir müssen uns leider auf einen schwierigen Winter einstellen“, sagte Kuhn weiter. Der Leiter des Gesundheitsamtes, Stefan Ehehalt, nannte die Entwicklung besorgniserregend und sagte: „Wir beobachten eine diffuse Ausbreitung im privaten Bereich.“

Corona in Deutschland: Kanzlerin appelliert an junge Leute

Bundeskanzlerin Angela Merkel beriet sich am Freitagnachmittag in einer Videokonferenz mit den Oberbürgermeistern und Bürgermeistern von Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart, Düsseldorf, Leipzig, Dortmund, Essen und Bremen über die aktuelle Corona-Lage in Deutschland.

Im Anschluss an die Beratung richtete die Kanzlerin einen Appell vor allem an junge Leute, sich an die geltenden Corona-Regeln zu halten. Sie sagte, junge Menschen fänden Einschränkungen von Feiern oder eine Sperrstunde vielleicht übertrieben, fragte dann aber, ob es nicht wert sei, ein wenig Geduld zu haben und an die Familie und Großeltern zu denken.

Diese Tage und Wochen seien entscheidend dafür, wie Deutschland im Winter dastehe. Ziel müsse sein, die Zahlen in einem Bereich zu halten, in dem möglichst jede einzelne Infektion nachverfolgt und jeder Kontakt erreicht und gewarnt werden könne, erklärte die Kanzlerin. Merkel warb um Verständnis für Beschränkungen wie Sperrstunden und Alkoholverbote, die die Gastronomie hart treffen. Oberstes Ziel sei aber, das öffentliche Leben wenn irgend möglich nicht nochmals so weitgehend herunterzufahren, wie dies im Frühjahr notwendig gewesen sei.

Corona in Deutschland: Beschlüsse von Merkel und Bürgermeistern im Überblick

Die Beschlüsse, die Kanzlerin Merkel und die Bürgermeister der elf größten Städte gefasst haben, im Überblick:

  • Ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen entsendet das RKI auf Bitten einer Stadt Experten zur Beratung der Krisenstäbe in diese Stadt. Das gilt auch für Experten der Bundeswehr.
  • Ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern soll es umgehend neue Beschränkungen geben. Dazu gehören unter anderem eine Erweiterung der Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen und eventuelle Sperrstunden und Alkoholbeschränkungen für die Gastronomie. Hinzu kommen Teilnehmerbeschränkungen für Veranstaltungen und private Feiern.
  • Bund und Land sollen personelle Unterstützung leisten, wenn die Gesundheitsämter mit der Kontaktnachverfolgung überfordert sind.
  • Die Großstädte müssen die Ordnungsämter so entlasten, dass diese die Einhaltung der Regeln kontrollieren können. Bund und Länder beraten, ob auch Bundespolizei und Länderpolizeien unterstützen können.
  • Schutzmaßnahmen in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern und Behinderteneinrichtungen sollen an die Infektionszahlen angepasst werden. Der Bund stellt sicher, dass die Kosten von regelmäßigen Schnelltests von Bewohnern, Patienten, Besuchern und Personal übernommen werden.
  • Sollte der Anstieg der Infektionszahlen durch diese Maßnahmen innerhalb von zehn Tagen nicht ausgebremst werden, sind weitere Beschränkungsschritte geplant, um öffentliche Kontakte zu reduzieren.

Corona in Deutschland: Menschen aus Riskogebieten sollen auf Reisen verzichten

Update vom 9. Oktober, 12.56 Uhr: In den Großstädten nehmen die Corona-Infektionen extrem zu. Viele haben ihre Herbstferien geplant. Menschen aus Risikogebieten in Deutschland sollten laut Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) auf Reisen verzichten.

„Sowohl die Länder als auch die Bundesregierung appellieren eindringlich an die Menschen aus Risikogebieten, Reisen in diesem Herbst nach Möglichkeit zu vermeiden“, sagte Braun am Freitag dem Spiegel. Er äußerte sich erneut besorgt über den steilen Anstieg der Infektionszahlen (siehe auch Update vom 8. Oktober, 13.08 Uhr). Es sei auch klar, dass zum Beispiel in den Berliner Bezirken mit einer hohen Inzidenz nicht die Kapazität besteht, allen Urlaubern pünktlich vor der Abfahrt einen Test zu ermöglichen. Die Prioritäten lägen woanders. „Es geht jetzt darum, dass die Menschen weiter arbeiten können, dass Schule und Bildung funktionieren, dass unser Gesundheitswesen funktioniert“, betont Braun.

Update vom 9. Oktober, 10 Uhr: Eine Quarantäne-Pflicht für Reisende, die aus innerdeutschen Risikogebieten kommen, wird von einem großen Teil der Bevölkerung unterstützt. 64 Prozent sind laut ZDF-Politikbarometer für eine ähnlich wie bei entsprechenden Auslandsreisen quarantänepflichtig. 32 Prozent sind gegen eine solche Regelung. Die Quarantänepflicht unterstützen jeweils Mehrheiten bei allen Parteianhängergruppen außer bei der AfD. 

Corona in Deutschland: Berlin will Lockdown verhindern

Update vom 9. Oktober, 9.35 Uhr: Die Infektionslage in Deutschland entwickelt sich rasant. Bremen, Berlin und Frankfurt überschreiten die kritischen Corona-Werte. Über die Entwicklung in Berlin spricht der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller auf eine Pressekonferenz zu aktuellen Corona-Lage. Auch der Top-Virologe Christian Drosten nimmt in Berlin teil.

Corona in Deutschland: RKI meldet 4.516 Corona-Fälle

Update vom 9. Oktober, 6.18 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt auf seinem Covid-19-Dashboard 4.516 Corona Neuinfektionen und elf weitere Todesfälle in den vergangenen 24 Stunden an. Allerdings steht bei der Zahl der Coronavirus-Fälle in Deutschland null. Auch bei den Todesfällen ist nur eine null auf dem Dashboard zu sehen.

Die Deutschlandkarte auf der normalerweise Corona-Hotspots als rote Flecken eingefärbt sind, ist durchweg weiß dargestellt. Auch auf der linken Seite des Dashboards, wo sonst alle Corona-Fälle pro Landkreis angezeigt werden, sind keine Daten vorhanden. Offenbar ein technischer Fehler (Stand: 9. Oktober, 6.32 Uhr).

Tatsächlich: „Aufgrund von Verzögerungen in der Datenaktualisierung kann es zu Varianzen in den einzelnen Grafiken kommen. Wir bitten um Verständnis“: dieser Hinweis ist um 7 Uhr auf der RKI-Webseite zu lesen.

Coronavirus in Deutschland: Auf dem Covid-19-Dashboard des Robert-Koch-Instituts sind nur Corona-Fallzahlen der vergangenen 24 Stunden zu sehen.

Einen Tag zuvor hatte das RKI schon einen sprunghaften Anstieg von über 4.000 Corona-Fällen in Deutschland angegeben. Nun liegen die neuen Werte über dieser Marke. Bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab.

Laut aktuellem RKI-Lagebericht wurden am Donnerstag 487 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 239 davon wurden beatmet. Eine Woche zuvor (1.10.) hatte der Wert noch bei 362 (193 beatmet) gelegen, in der Woche davor (24.9.) bei 296 (166 beatmet) gelegen. Rund 8500 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

  • Mindestens 314.660 Menschen in Deutschland haben sich nach RKI-Angaben nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert.
  • Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt demnach bei 9.589.
  • Rund 271.800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.
  • Derzeit gibt es in Deutschland 33.271 aktive Corona-Fälle.

Update vom 8. Oktober, 21 Uhr: Nachdem das Robert Koch-Institut bereits am Donnerstag einen starken Anstieg der Infektionszahlen gemeldet hatte, scheint auch die aktuelle Zahl der Neuinfektionen auf einem weiter hohen Niveau zu bleiben. Wie Focus.de unter Berufung auf die Gesundheitsämter berichtet, seien am Donnerstag 4184 Personen in Deutschland positiv getestet worden. Wie hoch die Zahl der Neuinfektionen tatsächlich ist, wird das Robert Koch-Institut am Freitagmorgen bestätigen.

Corona in Deutschland: Jens Spahn erinnert erneut an die AHA-Regeln

Update vom 8. Oktober, 20.10 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat trotz steigender Corona-Zahlen in Deutschland verschärfte Maßnahmen bundesweit (vorerst) klar ausgeschlossen. „Wir haben keine Ausbrüche beim Einkaufen, wir haben keine Ausbrüche beim Friseur, wir haben fast keine Ausbrüche im öffentlichen Nahverkehr“, sagte der 40-Jährige am Donnerstag. Der Westfale warb wiederholt für die sogenannten AHA-Regeln, die laut Bundesregierung besagen: „Abstand wahren, auf Hygiene achten und – da wo es eng wird – eine Alltagsmaske tragen.“

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Berlin gerät in den Fokus - auch das Parlament

Update vom 8. Oktober, 19.45 Uhr: Berlin gerät in der Coronavirus-Pandemie in Deutschland verstärkt in den Fokus.

So wurden jetzt auch reihenweise Covid-19-Infektionen aus dem Deutschen Bundestag bekannt, der mitten in der Hauptstadt zwischen Spree und Brandenburger Tor auf dem Platz der Republik beheimatet ist. Konkret: Wie die Saarbrücker Zeitung berichtet, gab es seit dem Ausbruch der Corona-Krise im deutschen Parlament insgesamt 37 festgestellte Infektionen mit dem heimtückischen Coronavirus. Die Zeitung beruft sich in ihren Recherchen auf die Bundestagsverwaltung.

Corona-Pandemie in Deutschland: 37 Covid-19-Fälle im Deutschen Bundestag

Demnach sind in den Gebäuden des Bundestags etwa 10.000 Menschen tätig - unter ihnen Abgeordnete, Fraktions- und Verwaltungsmitarbeiter sowie Handwerker und andere Dienstleister. Die 37 Infektionsfälle stammten aus diesem Personenkreis, sagte eine Sprecherin der Verwaltung.

Heimat des Parlaments: der Deutsche Bundestag in Berlin.

Dies bedeute aber nicht, „dass sich das Infektionsgeschehen im Bundestag abgespielt hat“, erklärte die Sprecherin weiter. Die Ansteckungen könnten demnach auch im Wahlkreis, im Urlaub oder in den Wohnorten stattgefunden haben.

Corona-Pandemie in Deutschland: Frankfurt am Main hat eine hohe 7-Tage-Inzidenz von 59,1

Update vom 8. Oktober, 19.15 Uhr: Nach Berlin mit seinen etwa 3,76 Millionen Einwohnern ist nun auch die fünftgrößte deutsche Stadt ein Corona-Hotspot: Frankfurt am Main (geschätzt mehr als 764.000 Einwohner).

Die Metropole am Main hat den Grenzwert 50 bei der 7-Tage-Inzidenz deutlich überschritten - und im Kampf gegen das heimtückische Coronavirus die Maßnahmen deswegen deutlich verschärft. Am Donnerstagnachmittag veröffentlichte die hessische Stadt eine Allgemeinverfügung, in der der Inzidenzwert von 59,1 angegeben wird.

Die Anzahl der Neuinfektionen habe sich in den vergangenen zehn Tagen annähernd verdoppelt, hieß es weiter. Ab diesen Freitag (9. Oktober) gelten in Frankfurt am Main laut Verordnung der Stadt deshalb folgende Corona-Maßnahmen:

  • Frankfurt am Main: Für die Gastronomie wird es eine Sperrstunde von 23 Uhr abends bis 6 Uhr morgens geben.
  • Ein allgemeines Alkoholverbot an hochfrequentierten Plätzen, zum Beispiel Altsachsenhausen, Friedberger Platz, Bockenheimer Landstraße und Hauptwache (bis mindestens Ende nächster Woche).
  • Auf belebten Einkaufsstraßen und in Gegenden mit viel Gastronomie gilt eine Maskenpflicht, heißt zum Beispiel: Auf der Zeil, im Bereich der Berger Straße, auf der Schweizer Straße und auf der Leipziger Straße.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Berlin überschreitet 7-Tage-Inzidenz von 50

Update vom 8. Oktober, 16.37 Uhr: Es war nur eine Frage der Zeit: Jetzt hat Berlin den kritischen Wert der 7-Tage-Inzidenz überschritten, teilt die Nachrichtenagentur dpa mit. Pro 100.000 Einwohner sind in den vergangenen sieben Tagen in der Hauptstadt 52,8 Neuinfektionen gemeldet worden.

Das gehe aus dem Lagebericht der Senatsgesundheitsverwaltung vom Donnerstag hervor. Ganz Berlin wäre demnach eigentlich ein Corona-Risikogebiet. Doch es obliegt noch den Bundesländern, wie sie innerdeutsche Risikogebiete ausweisen. „Wir definieren uns nicht als Risikogebiet“, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) dem Tagesspiegel. Ein Beherbergungsverbot für Urlauber aus inländischen Risikogebieten gilt derzeit für fünf Berliner Bezirke: Neukölln, Mitte, Tempelhof-Schöneberg, Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf.

Corona-Hotspot in Baden-Württemberg erlässt Maskenpflicht

Update vom 8. Oktober, 14.52 Uhr: In Baden-Württemberg gilt im Kreis Esslingen eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen. Schutzbedeckungen seien überall dort vorgeschrieben, wo Menschen keinen ausreichenden Abstand halten könnten, sagte Landrat Heinz Eininger am Donnerstag. Dazu gehörten Fußgängerzonen und Wochenmärkte. Einiger kündigte zudem an, dass die Auflagen für Teilnehmerzahlen bei privaten Feiern am Freitag (9. Oktober) weiter verschärft werden. In öffentlichen wie angemieteten Räumen dürfen dann höchstens 25 Personen gemeinsam feiern, in privaten Räumen nur noch höchstens 10 Personen, teilte der Esslinger Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger mit. Die schärferen Maßnahmen gelten auch im Landkreis Esslingen.

Der Kreis hatte am Vortag als erste Region in Baden-Württemberg die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Mit einer 7-Tage-Inzidenz von 52,3 gilt der Landkreis Esslingen nun offiziell als einer von aktuell rund zehn innerdeutschen „Hotspots“. 

Corona in Deutschland: Über 4000 Neuinfektionen - Kanzleramtschef sieht „Beginn einer zweiten Welle“

Update vom 8. Oktober, 13.08 Uhr: Hat in Deutschland die gefürchtete zweite Corona-Welle* begonnen? In einigen Großstädten stiegen die Infektionszahlen „sehr, sehr schnell“ an, sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) bei ntv Frühstart.

„Das heißt, dass die Kontaktnachverfolgung in den Gesundheitsämtern an einigen Stellen möglicherweise nicht mehr funktioniert. Und das ist der klassische Beginn einer zweiten Welle“, erklärt Braun. Deswegen müsse in diesen Regionen schnell die Kontrolle zurückgewonnen werden und das gehe nur, wenn Maßnahmen getroffen werden. Die Regierung habe bisher eine Hotspot-Strategie verfolgt: „Da wo das Problem aufgetreten ist, wird das Problem gelöst.“

Ein Zeichen dafür, dass die Lage derzeit schwierig ist, zeige das „einheitliche Beherbergungsverbot“, sagte der Kanzleramtschef. Länder haben Angst, dass die Infektionen aus den Großstädten auf ihr Gebiet „überschwappt“.

Corona in Deutschland: RKI-Chef warnt vor den drei „G‘s“ - Spahn wird in Sachen Lockdown deutlich

Update vom 8. Oktober, 10.30 Uhr: Die Bundespressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Präsident Lothar Wieler ist beendet.

Update vom 8. Oktober, 10.24 Uhr: Die Hygiene im Krankenhaus spielt immer eine große Rolle, sagt RKI-Chef Lothar Wieler. In den Krankenhäusern sei das Bewusstsein für Infektionen größer geworden ist. Aber auch Betriebe hätten Konzepte entwickelt, die funktionieren. Für den Herbst und Winter sei Wieler deswegen optimistisch. Die Zahl der 4000 Corona-Neuinfektionen sei sehr hoch. Wieler hoffe jedoch nicht, dass sie „logarithmisch“ werde. Entscheidungsträger könnten Corona-Ausbrüche bremsen. Dabei verweist der RKI-Chef auf München. Dort sei es gelungen, das Infektionsgeschehen wieder runterzudrücken.

Update vom 8. Oktober, 10.07 Uhr: Jens Spahn stellt sich gegen den Vorwurf, es würde in der Corona-Pandemie nur auf eine Zahl gucken und beispielsweise die Sterbezahlen nicht wahrzunehmen. Es sei wichtig einen Blick auf das ganze Infektionsgeschehen zu haben und das würde auch geschehen. Laut RKI-Chef Lothar Wieler seien alle Corona-Daten online zu finden, dazu gäbe es einen täglichen Lagebericht und mittlerweile auch einen dauernd aktualisierten Steckbrief zum Coronavirus Sars-CoV-2.

Corona in Deutschland - Notfallreserve von 12.000 Betten

Update vom 8. Oktober, 10 Uhr: Das Gesundheitssystem in Deutschland umfasst Intensiv-Kapazitäten wie Spanien und Italien zusammen, sagt Dr. Gassen auf Anfrage. Doch es müsse ja nicht alles genutzt werden. Es gebe eine Notfallreserve von 12.000 Betten, die im Ernstfall freigemacht werden könne, so Gassen.

Veranstaltungen in Corona-Zeiten: Spahn appelliert an die Bürger

Update vom 8. Oktober, 9.52 Uhr: Es gibt Zusammenkünfte, die seien einfach mit einem Risiko belastet, sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf der Pressekonferenz in Berlin. „Jeder von uns weiß doch, in welche Situation er sich begibt. Muss eine Hochzeit mit 200, 300 Gästen jetzt sein?“, so Jens Spahn. Auch der Veranstalter sei hier gefragt. Jeder Bürger könnte für sich das doch selbst überlegen.

Corona in Deutschland: Spahn reagiert empfindlich auf Lockdown-Diskussion

Update vom 8. Oktober, 9.39 Uhr: Auf die Frage von Journalisten, wann es in Deutschland zu einem erneuten Lockdown kommen könnte und ob es einen Grenzwert dafür gäbe, antwortet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn deutlich. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass bestimmte Maßnahmen greifen und sich die Menschen daranhalten würden. „Beim Friseur und im öffentlichen Nahverkehr hat es bis jetzt keinen Ausbruch gegeben“, sagt Spahn. Deswegen sei es seiner Meinung nach ungut vom Lockdown zu sprechen und einem Kioskbesitzer Angst zu machen.

Update vom 8. Oktober, 9.33 Uhr: 1,2 Millionen Corona-Tests werden derzeit pro Woche durchgeführt, so Dr. Gassen. Dabei liegen die positiven Ergebnisse bei 1,5 bis 1,6 Prozent, sagt Dr. Gassen. Seiner Auffassung nach sei die Dunkelziffer wohl sehr gering. Zu Beginn der Pandemie sei der Anteil der positiven Tests bei 10 Prozent gelegen. Wichtig sei es derzeit die AHA-Regeln einzuhalten, um das Infektionsgeschehen einzudämmen.

Update vom 8. Oktober, 9.26 Uhr: Zum Thema Lüften und Corona informiert Prof. Dr. Kriegel. Gut gelüftete Räume seien in Corona-Zeiten wichtig. Das haben in der Vergangenheit Superspreaderevents gezeigt, so Kriegel. Gerade im Winter sei eine gute Luftqualität wichtig. „Die Luftmenge, die sauber zugeführt wird bestimmt die Zahl der Viren-Teilchen in einem Raum“, so Kriegel. „Je mehr Luft sie reinbringen, desto weniger Risiko haben sie“, betont Kriegel. Eine gute Luftqualität sei besonders wichtig, so sein Fazit. Praktische Tipps für den Alltag nannte Prof. Dr. Kriegel zunächst nicht.

Update vom 8. Oktober, 9.19 Uhr: Die Zahl der Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern steigt, sagt Prof. Dr. Herold auf der Pressekonferenz. „Wir haben viel gelernt seit März“, sagt Herold. Es könne zu einer Infektion der Gefäße kommen. Deswegen sei eine neue Therapie eingeführt worden. Wie beispielsweise sogenannte Blutgerinner um Thrombosen zu vermeiden. Dazu würde Dexamethason und Remdesivir bei besonders schwerkranken Patienten eingesetzt werden. Das Risiko an einer Covid-19-Infektion zu sterben, steigt ab 60 Jahren. Selbst fitte, gesunde Patienten würden schwer krank werden.

RKI warnt vor unkontrollierter Verbreitung von Coronavirus

Update vom 8. Oktober, 9.11 Uhr: RKI-Chef Lothar Wieler informiert über die Corona-Lage in Deutschland. Seit September steigen die Corona-Infektionen in Deutschland, sagt Wieler. Die meisten Menschen stecken sich in Deutschland an, betont der RKI-Chef. Die Zahl der Corona-Fälle aus dem Ausland seien zurückgegangen. „Wir sind gut durch den Sommer gekommen“, so Wieler. Dass das Virus deswegen doch nicht so gefährlich sei, sei aber ein Trugschluss. „Wir wissen nicht, wie sich das Virus weiter entwickelt.“ In den kommenden Wintermonaten seien deswegen die „AHA-Regeln“ und das Lüften sowie die Corona-Warn-App wichtig. Es gehe auch darum die sogenannten drei G‘s zu vermeiden: also Gedränge, Gespräche und geschlossene Räume.

Update vom 8. Oktober 2020, 09.03 Uhr: In einer Pressekonferenz informieren Gesundheitsminister Jens Spahn und das RKI über die aktuelle Lage. Spahn beginnt und will erklären: „Was erwartet uns in den nächsten Monaten“. Er sieht einen „besorgniserregend starken“ Anstieg. Dies sei besonders gefährlich, da man sich „an der Wegmarke Herbst“ befinde. Immerhin sei die Zahl der intensivmedizinisch zu behandelnden Personen vergleichsweise niedrig. Das liege auch daran, dass sich aktuell vor allem Jüngere anstecken.

In Europa steigen überall die Zahlen. Bislang sei man gut gefahren. Doch nun müsse man reagieren, um die Kontrolle nicht zu verlieren.

Die Entwicklung in Berlin zeige, dass ein „sorgloser Umgang“ mit der Pandemie zu einer schlimmen Entwicklung führe. Spahn begrüßt deshalb die eingeleiteten Maßnahmen des Berliner Senats.

Als Reaktion auf die steigenden Zahlen wolle man die „AHA“-Regel verändern: Man wolle ein „L“ für Lüften hinzufügen. Außerdem wolle man Schnelltests vermehrt einsetzen. Unter anderem sollen diese in Seniorenheimen eingesetzt werden. Zudem werden die Einreise- und Quarantäne-Regeln, wie am Mittwoch bekannt geworden war, neu angepasst.

Corona in Deutschland: Über 4000 Neuinfektionen

Update vom 8. Oktober, 6:18 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist sprunghaft auf mehr als 4000 binnen eines Tages angestiegen. Die Gesundheitsämter meldeten 4058 neue Corona-Infektionen innerhalb der vorangegangenen 24 Stunden, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mitteilte. Das sind über 1200 mehr als am Mittwoch, als mit 2828 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit April gemeldet worden war. Ein höherer als der nun gemeldete Wert war zuletzt in der ersten Aprilwoche erreicht worden.

Corona in Deutschland: Positive Tests sprunghaft angestiegen - 16 neue Todesfälle

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des RKI mindestens 310.144 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 8.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9578. Das sind 16 mehr als am Vortag. Rund 269.600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Rate der positiven Tests stieg stark an und lag in der 40. Kalenderwoche (28.9.- 2.10.) bei 1,64 Prozent. In der Woche zuvor waren es 1,22 und davor 1,16 Prozent gewesen.

Update vom 7. Oktober, 20.14 Uhr: Der R-Wert in Deutschland bleibt weiter über der kritischen Marke von 1, sinkt aber von 1,15 auf 1,10. Im aktuellen Lagebericht des Robert-Koch-Instituts vom Mittwoch heißt es: „Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten. Daher ist es weiterhin notwendig, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert.“

Corona in Deutschland: Nächster Landkreis überschreitet kritische Marke - Esslingen über 50

Update vom 7. Oktober, 18.16 Uhr: Der Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg hat die Grenze von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Laut den lokalen Gesundheitsbehörden liegt der Wert momentan bei 52,3. Damit gehen nun schärfere Maßnahmen zum Infektionsschutz einher. Wie diese konkret aussehen, ist noch nicht klar.

Derweil zeigt eine Studie, wie viele Corona-Fälle durch die Maskenpflicht verhindert werden können.

Corona in Deutschland: Merkel-Sprecher sieht bedenkliche Entwicklung - neuer Massenausbruch in Schlachtbetrieb

Erstmeldung vom 7. Oktober, 15.42 Uhr: Berlin/München - Die Bundesregierung warnt vor einem Verlust der Nachverfolgbarkeit bei der Ausbreitung des Coronavirus*. „Wir haben sprunghaft ansteigende Zahlen, insbesondere in einigen deutschen Großstädten, auch in der Hauptstadt“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Fälle seien nicht mehr einem einzelnen Ausbruchsgeschehen zuzuordnen. Das lasse befürchten, „dass es zu einer weiteren diffusen Verbreitung des Virus kommen kann“, sagte Seibert.

Die Gesundheitsämter müssten weiterhin in der Lage bleiben, Infektionsketten zu verfolgen und zügig zu unterbrechen. „Und mit steigenden Zahlen ist einfach zu befürchten, dass Gesundheitsämter an den Rand oder über den Rand ihrer Fähigkeiten hinaus kommen“, sagte Seibert. „Die Pandemie werden wir nur eindämmen können, wenn wir die Infektionsketten erkennen und durchbrechen.“

Corona in Deutschland: Stuttgart verschärft Auflagen für Feiern

Aufgrund steigender Infektionszahlen verschärft die Stadt Stuttgart ihre Corona-Auflagen. Von Freitag an und für die kommenden zwei Wochen sind Feiern in privaten Räumen nur noch erlaubt, wenn weniger als 25 Menschen zusammenkommen, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte. In der Öffentlichkeit oder in angemieteten Räumen liegt die Grenze bei 50 Teilnehmern.

In ganz Deutschland ließen sich Corona-Ausbrüche vermehrt auf Feiern und Partys zurückführen, sagte der Leiter des Gesundheitsamts, Stefan Ehehalt. „Überall dort, wo Menschen auf engem Raum zusammenkommen, laut reden, sich locker austauschen, verbreiten sich Viren. Wenn wir Infektionen nachverfolgen und Ketten durchbrechen wollen, müssen wir den Hebel hier ansetzen“, sagte er.

Corona in Deutschland: Größere Zahl von Infektionen in großem Schlachthof in Niedersachsen

Erneut hat es in einem großen Schlachthof in Niedersachsen eine größere Zahl von Corona-Infektionen* gegeben. In dem Betrieb in Emstek im Landkreis Cloppenburg seien bei Tests unter Mitarbeitern in den vergangenen Tagen insgesamt 63 Fälle bekannt geworden, teilte Landrat Johann Wimberg (CDU) am Mittwoch mit. Der Schwerpunkt der Infektionen sei im Bereich der Grobzerlegung festgestellt worden. Mitarbeiter im Bereich der Schlachtung seien hingegen kaum betroffen. Der Betrieb in dem zum Vion-Konzern gehörende Schlachthof solle zunächst eingeschränkt, aber nicht komplett heruntergefahren werden.

Ob das öffentliche und private Leben wegen der Neuinfektionen flächendeckend im Landkreis eingeschränkt werden muss, stehe noch nicht fest, sagte Wimberg. „Ad hoc sehen wir das nicht.“ Das Infektionsgeschehen sei bislang auf den Bereich des Schlachthofes eingrenzbar. Er rechne aber damit, dass die Zahl von Neuinfektionen wieder die kritische Marke von 50 Fällen auf 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen überschreiten werde. *Merkur.de und fr.de sind Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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