Mehr als 38.000 Infizierte

Coronavirus: Frankreich trauert um Politiker - Tod einer 16-Jährigen schockiert das Land

Coronavirus in Frankreich: Schock nach dem Tod einer 16-Jährigen. Ärzte klagen nun gegen die Regierung. Zudem trauern viele um einen verstorbenen Regionalpolitiker.

Update 18.40 Uhr: Inmitten der Corona-Krise hat Frankreichs Europastaatsministerin Amélie de Montchalin den Nationen China und Russland vorgeworfen, ihre Hilfe für andere Staaten zu „instrumentalisieren“. In der Sendung Questions politiques, die von mehreren französischen Medien gemeinsam veranstaltet wird, sagte Montchalin am Sonntag, dass Solidarität nicht instrumentalisiert werden dürfe. Sie warf den beiden Staaten vor, ihre Hilfsaktionen für Propagandazwecke und „schöne Bilder“ in „Szene zu setzen“.


In Einklang damit werfen mehrere Beobachter China und Russland vor, mit ihren Hilfsangeboten an Europa ihren politischen Einfluss verdeutlichen zu wollen. Peking hatte Mitte März neun chinesische Coronavirus-Experten und mehrere Tonnen Medizinprodukte nach Rom geschickt. Russland entsandte ebenfalls Virologen nach Italien. 

Die französische Europastaatsministerin betonte, dass Euroa China auch mit 56 Tonnen Material unterstützt habe, als es noch das Epizentrum der Pandemie war. Über die gegenseitige Hilfe Buch zu führen, sie zu instrumentalisieren oder gegeneinander aufzurechnen wäre „unanständig“, sagte sie. „Wir sind solidarisch. Punkt. Und das sage ich für alle.“ 


Coronavirus in Frankreich: Regionalpolitiker ist nach Covid-19-Infektion in Klinik verstorben

Update 13.14 Uhr: Frankreich trauert um einen bekannten Politiker: Am Mittwochabend war der französische Regionalpolitiker Patrick Devedjian zur Beobachtung ins Krankenhaus gekommen, nachdem er positiv auf das Coronavirus getestet worden war - in der Nacht zum Sonntag sei er dort verstorben, wie seine Pressestelle der französischen Nachrichtenagentur mitteilte.

Devedijan hatte während der Regierungszeit von Nicolas Sarkozy verschiedene Regierungsposten inne und war zuletzt Präsident des Départmentrats der französischen Region Hauts-de-Seine. Noch am 26. März hatte er via Twitter dem Krankenhauspersonal des Landes für die großartige Arbeit gedankt:

Laut Angaben in seinem Twitteraccount hinterlässt er vier Kinder.

Update vom 29. März, 09.56 Uhr: Die französische Regierung sieht sich laut Zeit Online mit mindestens sechs Verfahren konfrontiert - die Vorwürfe lauten unterlassene Hilfeleistung und fahrlässige Tötung. Unter den Klägern ist das Kollektiv „C19“ um den Arzt Emmanuel Sarrazin: „Es ist unglaublich, wie unvorbereitet wir in diese katastrophale Situation reingeritten wurden", sagt er. Als Anfang März Sanitäter eine Guppe hustender Menschen, die aus den italienischen Corona-Gebieten kam, unangekündigt in seine Praxis brachte, musste er sich von einem befreundeten Automechaniker Schutzmasken leihen, um weiterarbeiten zu können. 

Die Regierung habe es versäumt, für ausreichend Schutzmaterial wie Masken zu sorgen - und das auch zu Zeiten, in denen die massive Ausbreitung des Virus schon absehbar war, so der Vorwurf von Anwälten. Sie sprechen von einem Staatsskandal. Wenn Staatspräsident Emmanuel Macron in einem Krankenhaus auftaucht, kritisieren ihn Ärzt hart, so die Zeit weiter. Was die Lage verschärft: Krankenschwestern und Pflegepersonal, die jetzt vollen Einsatz leisten müssen, hatten noch vor Kurzem für mehr Personal und bessere Ausstattung in Krankenhäusern gestreikt - im letzten Jahr wurden 15.000 Betten in Krankenhäusern gestrichen.

Coronavirus in Frankreich: Immer mehr Infizierte werden ausgeflogen

Update vom 28. März, 22.16 Uhr: Der John-Hopkins Universität zufolge sind in Frankreich bislang 2314 Menschen an den Folgen des Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben. Die Zahl der Infizierten ist auf mehr als 38.000 (Stand: 28. März, 22.30 Uhr) gestiegen. 

Zwei Patienten aus dem nordostfranzösischen Metz wurden am Samstag per Militärhubschrauber nach Essen gebracht, wo sie im Universitätsklinikum behandelt werden sollen, wie eine Sprecherin der nordrhein-westfälischen Landesregierung mitteilte.

Dem Leiter der Notaufnahme des regionalen Krankenhauszentrums Metz,François Braun, zufolge werden voraussichtlich am Sonntagnachmittag zwei weitere Patienten nach Deutschland ausgeflogen. Über weitere Krankentransporte werde je nach Entwicklung der Lage entschieden. Seit Beginn der Pandemie wurden Braun zufolge bereits etwa ein dutzend Corona-Patienten per Krankenwagen in deutsche Krankenhäuser gebracht.

Frankreichs Verteidigungsministerin Florence Parly schrieb auf Twitter, Militärhubschrauber des Heeres sollten in den kommenden Tagen mehrere Covid-19-Patienten von Metz aus nach Deutschland ausfliegen. Unterdessen breitet sich das Coronavirus auch in Russland immer weiter aus.*

Corona in Frankreich: 16-Jährige hatte „nur einen Husten“, jetzt ist sie tot - Mutter schildert Details

Update vom 28. März, 12.49 Uhr: Der Tod der 16-jährigen Julie schockiert Frankreich: Die Jugendliche ist das bisher jüngste Opfer der Coronavirus-Pandemiein dem Land, wie das Gesundheitsministerium in Paris bekannt gab. Ihre Mutter hat jetzt den Ausbruch der Krankheit und die tragischen Details geschildert. „Sie hatte nur einen Husten“, erklärte sie über die Anfänge der Krankheit*. 

Diesen habe Julie vor einer Woche zunächst mit Hustensaft und Inhalationen behandelt*. Ab Samstag seien dann erste Atemstörungen dazugekommen. Die Situation wurde immer schlimmer, der Hausarzt alarmierte schließlich den Notdienst. Statt der Ambulanz rückte die Feuerwehr an: mit Schutzanzügen, Masken, Handschuhen. Das sei unvorstellbar gewesen, sagte ihre Mutter, „das war die vierte Dimension“. 

Corona in Frankreich: Dramatischer Kampf mit dem Tod - 16-jährige Julie ist das jüngste Opfer

Erst wurde noch von „nichts Ernstem“ gesprochen, Corona-Schnelltests verliefen negativ. Doch dann die traurige Wende: Es handelte sich doch um Covid-19*, Julie wurde inzwischen schon auf die Intensivstation im renommierten Pariser Kinderkrankenhaus Necker verlegt.

Am frühen Mittwochmorgen erhielt die Familie dann den Schock-Anruf: „Kommen Sie schnell!“, hieß es. Als Mutter Sabine mit ihrer älteren Tochter Manon im Krankenhaus ankam, war Julie schon tot. „Ihre Haut war noch warm“, sagte ihre Mutter.

Ähnlich dramatisch ist die Situation derzeit in Spanien und Italien. In Österreich bereitet man sich auf weitere einschneidende Maßnahmen vor, während US-Präsident Donald Trump eiskalt bei einer Lüge erwischt wurde.

Corona-Krise in Frankreich: Zahl der Toten schnellt nach oben - Polizei erzählt von absurden Situationen

Update, 20.50 Uhr: Auch Frankreich hat viele Todesopfer durch die heimtückische Lungenkrankheit Covid-19 zu beklagen.

In den Krankenhäusern starben innerhalb von 24 Stunden 299 Menschen mit Coronavirus-Infektion. Damit sei die Zahl der Todesfälle auf 1.995 gestiegen, teilte am Freitagabend der Generaldirektor im Gesundheitsministerium, Jérôme Salomon, mit.

In der Statistik sind jedoch keine Menschen erfasst, die im eigenen Heim oder in Alters- und Pflegeeinrichtungen an Corona gestorben sind, hieß es weiter. Ab Montag werde die Erfassung demnach präziser.

Wegen der Corona-Pandemie gilt in Frankreich seit dem 17. März bis mindestens 15. April eine strenge Ausgangssperre.

Corona-Krise in Frankreich: NRW nimmt französische Patienten auf

Update, 19.55 Uhr: Nordrhein-Westfalen wird in den kommenden Tagen vier schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich aufnehmen. Das kündigte die Staatskanzlei als Reaktion auf ein Hilfsgesuch aus dem Nachbarland an.

Die französischen Patienten sollen allesamt ins Uniklinikum Essen gebracht werden.

Update, 12.45 Uhr: In Frankreich wurde eine Ausgangssperre wegen der Ausbreitung des Coronavirus‘ verhängt. Doch viele Fragezeichen bleiben. Die Bürger sind verunsichert: Was ist eigentlich noch erlaubt? Aktuell gehen deshalb zahlreiche Anrufe bei der Polizei ein - viele davon lassen einen die Krise für einen Moment vergessen. Denn sie sind ungewollt urkomisch. Eine Frau, die in einer offenen Ehe lebt, fragt: „Kann mein Mann das Wochenende bei seiner Geliebten verbringen?"

Ein Tierfreund macht sich derweil große Sorgen um sein Pferd: "Ein Fremder streichelt mein Pferd - kann er es mit dem Coronavirus anstecken?"

Coronavirus in Frankreich: Polizei erlebt skurrile Storys

In den ersten Tagen sei die Zahl der Anrufe über die Notrufnummer regelrecht explodiert, sagt ein Sprecher der Gendarmerie im Norden Frankreichs der Nachrichtenagentur AFP. "Die Leute rufen wegen allem und nichts an, weil sie sich langweilen. Sie wollen nur reden", erklärt ein weiterer Polizist.

Ein Beamter der Gendarmerie im Département Rhône erzählt von besorgten Nachfragen, ob der Müll trotz der Ausgangssperre noch nach draußen gebracht werden dürfe. Allerdings gebe es auch viele Anrufe mit ernsthaftem Hintergrund. Etliche Menschen berichten demnach, dass ihnen häusliche Gewalt widerfahren sei. 

Einige Franzosen rufen offenbar auch an, um ihren ungeliebten Nachbarn in Schwierigkeiten zu bringen. So berichtet ein Beamter der Gendarmerie im Département Ardèche von einem Anrufer, der sich beschwerte: "Mein Nachbar plaudert mit vielen Menschen und hält sich nicht an die Ausgangssperre."

Absurde Geschichten erleben auch Beamte, die Kontrollen im öffentlichen Raum durchführen, wie ein Beispiel aus der nördlichen Region Picardie zeigt. Dort wurde ein Mann rund 50 Kilometer von seinem Wohnort entfernt angehalten. Der Grund für seine lange Reise sei ausschließlich kulinarischer Natur gewesen. Er sagte, er habe die französische Spezialität Cassoulet besorgen wollen.

Coronavirus in Frankreich: Lage im Elsass „schlimm“ - Paris bittet offenbar die deutsche Bundeswehr um Hilfe.

Corona-Krise in Frankreich: Klinik wendet Triage-Verfahren an

Update 9.23 Uhr: Die Département-Präsidentin von Straßburg, Brigitte Klinkert, erklärt in der Zeitung "Die Welt", dass das Triage-Verfahren bereits seit zwei Wochen praktiziert wird, etwa von den Ärzten am Uniklinikum Straßburg. Patienten über 80, über 75, an manchen Tagen auch über 70 könnten nicht mehr intubiert werden, weil schlicht die Beatmungsgeräte fehlten, sagte die Politikerin. Man könne es gar nicht oft genug sagen, weil sich nicht nur die deutschen Nachbarn, sondern auch die Franzosen außerhalb des Elsass den Ernst der Lage nicht klar machten.

Die Uniklinik Straßburg hat am Donnerstagabend in einer Pressemitteilung, die dem SWR vorliegt, festgestellt, für eine Beatmung sei der Gesamtzustand der Patienten maßgeblich - nicht ausschließlich das Alter. Außerdem habe die Straßburger Uniklinik neue Beatmungsmöglichkeiten geschaffen.

Update, 27 März 2020, 7.03 Uhr: Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann ist dafür, Frankreich in der Corona-Krise auch die Hilfe der Bundeswehr zukommen lassen.

Corona in Frankreich: Hilfe durch die Bundeswehr?

Sie reagierte damit am Freitag auf einen „Spiegel“-Bericht, wonach die Regierung in Paris in Deutschland um schnelle Hilfe der Bundeswehr ersucht habe. Diese sollte im Rahmen dessen erfolgen, was die Bundeswehr momentan parallel zu Hilfseinsätzen in Deutschland leisten könne, forderte die Politikerin.

„Gerade in Zeiten, wo wir zusehen müssen, wie in Europa Grenzen hochgezogen werden, müssen wir ein besonderes Augenmerk auf die europäische und internationale Zusammenarbeit legen“, so Strack-Zimmermann.

Corona-Krise in Frankreich: 16-Jährige bei Paris gestorben

Update, 20.54 Uhr: Die Lage in Frankreich spitzt sich zu. Die Todesfälle nehmen rasant zu. Innerhalb von 24 Stunden habe es 365 neue Fälle gegeben, sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Donnerstag (26. März) in Paris. Damit liege die Zahl nun bei 1696. Erstmals sei in Frankreich auch eine Jugendliche unter den Todesopfern. Eine 16-jährige Covid-19-Patientin sei in der Region Paris gestorben, so Salomon.

Den Angaben zufolge befinden sich derzeit 3375 Patientinnen und Patienten mit schweren Krankheitsverläufen auf Intensivstationen. Die Zahl der bestätigten Infektionen ist um rund 4000 Fälle auf 29.155 Fälle gestiegen.

Coronavirus in Frankreich: Lage im Elsass auf der Kippe - Paris bittet offenbar Bundeswehr um Hilfe

München - Erst China, dann Südkorea. Kürzlich Italien und Spanien - und nun Frankreich? Die Coronavirus-Pandemie nimmt immer mehr Länder in die Mangel und stellt diese vor eine bislang nicht bekannte Herausforderung. 

Während sich in China und Südkorea die Lage inzwischen entspannt zu haben schient, steht in Europa offenbar noch das Schlimmste bevor. In Italien und Spanien stößt das Gesundheitssystem an seine Grenzen. Nun droht in Frankreich ein ähnliches Szenario. 

Wegen der Corona-Krise hat Frankreich in Deutschland nach einem Bericht des Spiegel um schnelle Hilfe der Bundeswehr ersucht. Die Regierung in Paris habe in den vergangenen Tagen über militärische und diplomatische Kanäle bei der Bundesregierung angefragt, ob die Bundeswehr wegen der Notlage im Nachbarland schnell aushelfen könne, berichtete das Nachrichtenmagazin am Donnerstag. Das Verteidigungsministerium in Berlin sagte dazu auf Anfrage, ein offizieller Antrag liege nicht vor. 

Dringend benötigt würden laut dem französischen Ersuchen Helikopter zur Verlegung von Corona-Patienten aus besonders betroffenen Regionen in andere Landesteile, heißt es in dem Bericht. Zudem könnte die Bundeswehr bei der Versorgung von Covid-19-Patienten helfen, die derzeit das französische Gesundheitssystem an seine Kapazitätsgrenzen bringen - offenkundig sind also Plätze zur medizinischen Behandlung angefragt. Paris schwebe aber auch ein Einsatz von Einheiten der deutsch-französischen Brigade vor.

Coronavirus in Frankreich: Lage im Elsass „schlimm“ - Paris bittet offenbar Bundeswehr um Hilfe

Aktuell gilt das Elsass als Corona-Epizentrum in Frankreich. Die Lage dort ist schlimm. Unweit von Deutschland entfernt werden alte Corona-Kranke inzwischen nun nicht länger beatmet.

Katastrophenmediziner berichten angesichts der Corona-Pandemie über dramatische Zustände im Elsass. Demnach arbeiten Mediziner an der Universitätsklinik Straßburg auch dann weiter mit Corona-Patienten, wenn sie selbst infiziert sind. Zudem würden über 80-jährige Patienten nicht mehr beatmet. Stattdessen erfolge „Sterbebegleitung mit Opiaten und Schlafmitteln“, schreiben Mitarbeiter des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin in Tübingen in einem Bericht an die baden-württembergische Landesregierung, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Mehrere Medien haben darüber berichtet.

Das Elsass gilt als Frankreichs Epizentrum der Krise. Die deutschen Katastrophenmediziner besuchten die Universitätsklinik in Straßburg am Montag - und schlagen angesichts der Zustände Alarm. Sie berichten in dem Papier von einer „greifbaren Gefahr“ durch das Virus. Unter der Annahme, dass sich die Entwicklung im Elsass bald in Deutschland einstellen werde, sei eine optimale Vorbereitung von „allerhöchster Dringlichkeit“. Die Gefahr durch das Coronavirus mache „weitere konsequente Maßnahmen der Landesregierungen, der Krankenhäuser und der Rettungsdienste in Deutschland“ unabdingbar.

Nadelöhr seien die zu beatmenden Patienten, heißt es in dem Papier. Seit dem Wochenende würden Patienten, die älter sind als 80 Jahre, an der Straßburger Klinik nicht mehr beatmet. So werde auch verfahren mit Patienten in Pflegeheimen in dem Alter, die beatmet werden müssten. Sie sollen durch den Rettungsdienst eine „schnelle Sterbebegleitung“ erhalten. Die Ethikkommission gebe diese Vorgehensweise vor.

Coronavirus in Frankreich - Bericht aus dem Elsass: Patienten über 80 werden nicht mehr beatmet

Die Klinik nahm am Montag dem Bericht zufolge stündlich einen Patienten auf, der beatmet werden muss. 90 Beatmungsbetten standen zu dem Zeitpunkt zur Verfügung. Die Klinik baut ihre Kapazitäten derzeit aus. Patienten zwischen 19 und 80 Jahren werden dort beatmet, wobei nur 3 der 90 Patienten jünger als 50 waren und keine Vorerkrankungen hatten. Am Universitätsklinikum wird pro Tag nur noch eine lebenswichtige Bypass-Operation durchgeführt, es gibt keine Tumor-Chirurgie mehr und keine ambulanten Operationen. Alle Patienten, die gehen können und bei denen es gesundheitlich vertretbar ist, wurden entlassen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte die an Deutschland grenzenden ostfranzösischen Gebiete Elsass und Lothringen bereits vor rund zwei Wochen als Coronavirus-Risikogebiet eingestuft. Auch die Region Champagne-Ardenne, die eine Grenze mit Belgien teilt, gilt als Risikogebiet. Die drei Gebiete bilden zusammen die Region Grand Est. Sie grenzt an Baden-Württemberg, an das Saarland und an Rheinland-Pfalz. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte bei einem Besuch einer neuen mobilen Armeeklinik am Mittwochabend im elsässischen Mülhausen (Mulhouse) eine Militäroperation zur Unterstützung der Bevölkerung an.

Nach Angaben der regionalen Gesundheitsbehörde der Region Grand Est waren bis Mittwoch 3068 Menschen mit einer Sars-CoV-2-Infektion in Krankenhäusern untergebracht. Fast 651 davon sind Patienten auf Intensivstationen. Seit Beginn der Pandemie wurden in der gesamten Region mehr als 500 Todesfälle verzeichnet. Ein Sonderzug mit 20 Corona-Patienten an Bord verließ am Donnerstag Straßburg Richtung Westfrankreich, um die Intensivstationen in der betroffenen Region zu entlasten.

Der britische Premierminister Boris Johnson ist positiv auf Coronavirus getestet worden. 

dpa/smk

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