Coronavirus 

Ausgangssperre in Italien - Notstand in Lombardei - „Bald nicht mehr in der Lage, Kranken zu helfen“

Italien kämpft gegen das Coronavirus Sars-CoV-2. Viele Krankenhäuser sind bereits am Limit.
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Italien kämpft gegen das Coronavirus Sars-CoV-2. Viele Krankenhäuser sind bereits am Limit.

Das Coronavirus hat das öffentliche Leben in Italien weitgehend stillgelegt: Läden, Bars und Schulen sind geschlossen, die Grenzen abgeriegelt. Die Zahl der Infizierten steigt. Ärzte kämpfen an allen Fronten.

  • In Italien ist das öffentliche Leben wegen des Coronavirus* derzeit weitgehend lahmgelegt.
  • Die meisten Geschäfte haben geschlossen und die Landesgrenzen sind komplett abgeriegelt.
  • Von der Coronavirus-Pandemie ist das Land besonders hart betroffen. Rund 3000 Menschen sind an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Hier halten wir Sie weiter über die aktuelle Situation in Italien auf dem Laufenden. 

Conte: Ausgangssperre in Italien muss verlängert werden

News 19. März, 9.37 Uhr: Die Ausgangssperre in Italien wegen der Coronavirus-Pandemie muss nach Einschätzung von Regierungschef Giuseppe Conte über den 3. April hinaus verlängert werden. Es sei unvermeidbar, die verhängten Maßnahmen wie die Schließung von Schulen und Unternehmen zu verlängern, sagte Conte der Zeitung Il Corriere della Sera vom Donnerstag. In Italien gelten landesweite drastische Beschränkungen der Reise- und Versammlungsfreiheit, die bislang bis zum 3. April dauern sollen. 

„Wir haben den Zusammenbruch des Systems verhindert, die restriktiven Maßnahmen wirken“, sagte der Regierungschef. Wenn nun „hoffentlich in einigen Tagen“ der Höhepunkt erreicht sei und die Zahl der Ansteckungen zurückgehe, „können wir nicht sofort zum vorherigen Leben“ zurückkehren. 

Der italienische Präsident sorgte nun dank einer Panne bei einer TV-Ansprache zum Coronavirus für ein Lächeln bei seinen Landsleuten.

Italien kämpft gegen das Coronavirus Sars-CoV-2. Viele Krankenhäuser sind bereits am Limit.

Notstand in der Lombardei: „Bald nicht mehr in der Lage, Kranken zu helfen“ - Zehntausende sind infiziert

Update vom 18. März, 18.35 Uhr: In Italien spitzt sich die Situation immer mehr zu. Mittlerweile gibt es mehr als 35.700 nachweislich mit dem Coronavirus infizierte Personen. Das gab der Zivilschutz in Rom am Mittwoch bekannt. Damit erhöhte sich die Zahl an einem Tag um mehr als 4000 nachgewiesene Infektionen. Die Zahl der Toten stieg währenddessen um mehr als 470 auf rund 3000. Auch in Großbritannien wird die Lage zunehmend dramatischer. Experten befürchten ähnliche Ausmaße wie in Italien.

Corona-Notstand in der Lombardei - Grenze ist erreicht

Update vom 18. März, 17.24 Uhr: In der Lombardei steht das Gesundheitssystem wegen extrem vieler Coronakranken kurz vor dem Kollaps, warnt Attilio Fontana (67), der Präsident der Lombardei. 

„Leider gehen die Zahlen der Infektionen nicht zurück, sie bleiben hoch. Bald sind wir nicht mehr in der Lage, den Kranken zu helfen“, sagte Fontana laut der Zeitung La Repubblica am Mittwoch.

Fontane appeliert eindringlich an die Bürger sich an die Ausgangssperren zu halten: „Jedes Verlassen der Wohnung ist ein Risiko für Sie und andere, wir fordern dieses Opfer, um Menschenleben zu retten.“

Die Lombardei hatte die Telefongesellschaften aufgefordert, Bewegungen über 300 Meter zu überwachen. Trotz Verbote und Appelle hätten sich demnach 40 Prozent der Menschen am Dienstag außerhalb ihrer Wohnung und jenseits dieser Begrenzung bewegt. Große Telefongesellschaften hätten Daten zur Verfügung gestellt. Der Personenfluss sei in völlig anonymer Weise zu sehen.  

Coronavirus: Patient schweigt vor OP und riskiert zwölf Jahre Haft

Update vom 18. März, 9.23 Uhr: Ein Fall in einem Krankenhaus im Aostatal sorgt für Schlagzeilen. Einem Patienten drohen jetzt bis zu zwölf Jahren Haft. Der Mann hatte vor einer anstehenden Nasen-Operation über seine Symptome einer Coronavirus-Infektion geschwiegen. Durch dieses Schweigen hat der Mann das gesamte OP-Team - einen Chirugen, einen Anästhesisten und eine Krankenschwester angesteckt, berichtet die italienische Zeitung La Repubblica. Der Anästhesist bemerkte eine erhöhte Körpertemperatur kurz vor der OP, doch da war es bereits zu spät. Der Patient wurde positiv auf das Coronavirus getestet, später das gesamte OP-Team. Das Verhalten des Patienten wertet die Staatsanwaltschaft Aostatal laut den Berichten als kriminell. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Mann jetzt ein strafrechtliches Verfahren eröffnet. Wegen fahrlässiger Verbreitung einer Epidemie drohen dem Mann bis zu zwölf Jahren Gefängnis. Die Operation sei zwar lange geplant gewesen, aber die Nasenkorrektur sei absolut nicht dringend gewesen, erklärte ein anderer Chirurg gegenüber der italienischen Zeitung.

Coronavirus in Italien: Neue Opferzahlen veröffentlicht - minimal positiver Trend erkennbar

Update vom 17. März, 19.23 Uhr: Die Zahl der Toten und Infizierten durch die Coronavirus-Pandemie steigt in Italien weiter an - allerdings minimal langsamer. Bis Dienstag starben 2503 Menschen, teilte der Zivilschutz in Rom mit. Das sind 345 Tote mehr als am Vortag. Am Montag war die Zahl der Toten im Vergleich zum Vortag noch um 349 gestiegen.

Die Zahl der Infizierten stieg von rund 28.000 auf 31.506 an. Das sind rund 12,6 Prozent in einem Tag. Vergangene Woche war die Zahl der Infizierten pro Tag noch zwischen 17 und 21 Prozent angestiegen. Experten betonten, es sei noch zu früh, einen Trend daraus abzulesen.

Update vom 17. März, 17.41 Uhr: Der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi (83) spendet zehn Millionen Euro für den Kampf gegen das Coronavirus in seiner Heimat Lombardei. Der Multimillionär möchte mit dem Geld unter anderem neue Betten für eine Intensivstation finanzieren.

Corona-Krise in Italien: Experten erwarten nach Kontaktsperren Höhepunkt des Ausbruchs 

Update vom 17. März, 12.15 Uhr: In Italien rechnen viele Experten bei der Lungenkrankheit Covid-19 bald mit einem Höhepunkt der Ansteckungswelle. Auch nach einem sogenannten „Peak“ wird die Gesamtzahl der Infizierten zwar weiter steigen, aber nicht mehr so schnell. 

„Wir erwarten, dass es sich in den kommenden Tagen, bis Sonntag, zeigt, ob sich die Entwicklung verlangsamt“, sagte der für die Lombardei zuständige Koordinator Giulio Gallera am Dienstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa für seine Region. In der Lombardei (15.000 Infizierte, Stand: Montag) war der Corona-Ausbruch in Italien zuerst entdeckt worden. In der Region in Norditalien herrscht seit dem 8. März zum Sperrgebiet ein Ausgehverbot.

Der Virologe Roberto Burioni rechnete laut der Zeitung Corriere della Sera vor, dass ein Verlangsamungseffekt wegen diverser Aspekte - wie der verzögerten Wirkung von Kontaktsperren - in der Statistik noch etwas länger auf sich warten lassen werde.

Ähnlich äußerten sich Experten der Universität von Genua in der „Repubblica“. Ihre Fachleute hätten den 25. März als möglichen Höhepunkt der Fallkurve ermittelt. Das alles gelte aber nur, wenn die Italiener sich strikt an die Vorgaben der Regierung zur sozialen Distanz halten würden. Das ganze Land war am 11./12. März zum Sperrgebiet erklärt worden. Insgesamt sind rund 28.000 Fälle bisher registriert.

Coronavirus in Italien: Ärzte appellieren an Regierung und Gesundheitsbehörden 

Update vom 17. März, 10.04: In Italien ist die Lage weiterhin sehr dynamisch, teilt das Robert Koch-Institut (RKI) in seiner Pressekonferenz am Dienstagvormittag in Berlin mit. 

Die italienische Ärzte-Gewerkschaft hat angesichts der Corona-Krise gefordert zum Schutz der Patienten alle Ärzte auf das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 zu testen. „Wir fordern, dass Ärzte auch ohne Symptome generell getestet werden“, heißt es in einem Brief an die italienische Regierung und Gesundheitsbehörden am Montag. Bislang würden Mediziner und Mitarbeiter nur getestet, wenn sie typische Symptome* zeigten. Betroffene könnten jedoch auch infiziert sein, wenn sie keine Symptome aufweisen.

Sollte dies nicht umgesetzt werden, sollten die Mediziner nach Kontakt mit einem infizierten Patienten unter Quarantäne gestellt werden  kritisierte die Generalsekretärin der Gewerkschaft Pina Onotri in dem Schreiben. Zudem fehlt es an Schutzausrüstungen, wie Atemmasken.

In Italien sind bislang zwei Ärzte an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, hundert weitere haben sich mit dem Coronavirus infiziert.  Außer Frage steht jedoch, dass die Pandemie die Wirtschaft hart trifft. Deutschland hat deshalb einige Corona-Maßnahmen für die Wirtschaft beschlossen.

Coronavirus in Italien: Die Zahl der Toten steigt dramatisch - „Höhepunkt noch nicht erreicht“

Update vom 16. März, 18.37 Uhr: Die Zahl der Todesfälle in Italien, die auf das Coronavirus Sars-CoV-2 zurückgehen, ist erneut gestiegen. Aktuellen Daten zufolge, die der Zivilschutz am Montagabend in Rom veröffentlichte, liegt die Zahl der Tote n somit nun bei insgesamt 2158. 

Am Sonntag hatte der Zivilschutz die Zahl der Fälle mit knapp 25.000 angegeben. 1809 Menschen waren an der Covid-19-Krankheit bis dahin gestorben. Experten zufolge dürfte es jedoch eine hohe Dunkelziffer bei den Infizierten geben, die bisher nicht registriert wurden - etwa weil sie keine oder nur milde Symptome zeigen. 

In Europa ist Italien damit aktuell am schwersten von der Corona-Krise betroffen. Innerhalb Deutschlands ist das Bundesland Nordrhein-Westfalen momentan die größte „Corona-Hochburg“. In der Nacht zum Montag wurden erneut zwei Corona-Todesfälle bekannt

Corona-Krise: Italien verabschiedet 25-Milliarden Hilfspaket

Update vom 16. März, 16.31 Uhr: Die italienische Regierung hat ein Hilfspaket in Höhe von 25 Milliarden Euro zur Abfederung der Folgen der Coronakrise verabschiedet. Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte am Montag in Rom, damit sollten sowohl besonders betroffene Unternehmen als auch Selbstständige und Familien unterstützt werden. Die Regierung will rund zehn Milliarden in den Arbeitsmarkt pumpen. Steuerzahlungen sollen verschoben werden. Das Gesundheitssystem wird ebenfalls mit mehreren Milliarden Euro gestärkt.

Corona-Krise in Italien: Schutzmasken aus Deutschland

Update vom 16. März, 15.15 Uhr: Italien hat derzeit in Europa am stärksten mit der Coronavirus-Ausbreitung zu kämpfen und soll nun Unterstützung aus Deutschland erhalten. Die Bundesrepublik will laut EU-Kommission Italien in der Corona-Krise mit einer Million Schutzmasken helfen. „Deutschland hat angekündigt, dass es eine Million Masken nach Italien schicken wird“, teilte eine Behördensprecherin am Montag in Brüssel mit. 

Coronavirus fordert in Italien mehr als 1800 Tote - 20.000 Menschen sind infiziert

Update vom 16. März, 12.07 Uhr: Italien ist das Land in Europa, das am heftigsten vom Coronavirus erwischt wurde. Mehr als 1800 Menschen sind bereits gestorben, mehr als 20.000 sind infiziert. Das gesamte Land ist eine Sperrzone, niemand darf das Haus verlassen, wenn nicht unbedingt notwendig. Doch trotz der Sperrungen geht die Zahl der Infizierten weiter nach oben.

Der italienische Regierungschef Giuseppe Conte hat die Menschen auf den Höhepunkt der Viruskrise vorbereitet. „Die Wissenschaftler sagen uns, dass wir den Höhepunkt noch nicht erreicht haben, dass dies die riskantesten Wochen sind und wir die größte Vorsicht walten lassen müssen“, sagte Conte der Zeitung „Corriere della Sera“ (Montag).

„Wir müssen noch einige Wochen warten, um die Ergebnisse unsere Entscheidungen zu überprüfen“, sagte Conte. „Für den Rest brauchen wir keine neuen Verbote.“ Es sei wichtig, die Maßnahmen einzuhalten, die es bereits gebe. Alle Menschen sollten zuhause bleiben. Individuell Sport zu machen, sei erlaubt, „aber alle zusammen Joggen zu gehen, ist verboten“.

Coronavirus: Dramatischer Anstieg an Todesfällen erschüttert Italien - neue drastische Anweisung

Update vom 15. März, 19.12 Uhr: Italien hat Anweisungen für den Umgang mit Hausmüll herausgegeben, berichtet stol.it. Um die Infektionskette von dem Coronavirus Sars-CoV-2 zu unterbrechen, sollen positiv Personen in häuslicher Quarantäne ihren Müll nicht zu trennen und bis zu drei reißfesten Säcke zuverwenden. Die Abfallsäcke sollten mit Bändern oder Klebestreifen festverschlossen werden. Dabei sind Wegwerfhandschuhe zu verwenden. In Deutschland ist der Gang zur Mülltonne für Menschen unter Quarantäne untersagt. Helfer können den gesammelten Abfall, wenn dieser vor der Haustür abgestellt wurde, entsorgen. Um andere zu schützen, sollte der Müll lieber daheim deponiert werden.     

Coronavirus in Italien: Behörden melden drastische Zahlen

Update vom 15. März, 18.44 Uhr: Italien ist besonders hart von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Am Sonntag meldet das Land 368 weitere Todesfälle durch das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet. Es ist der höchste Anstieg innerhalb eines Tages seit Beginn der Zählungen. Damit seien in Italien inzwischen 1809 Menschen an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte der Zivilschutz in Rom mit.

Die Gesamtzahl der Coronavirus-Infektionen stieg den Angaben zufolge auf knapp 25.000, das waren 3509 Fälle mehr als am Vortag. Die am schlimmsten betroffene Region ist die Lombardei im Norden des Landes: Dort starben 1218 Menschen, 13.272 Patienten sind nach Angaben der Behörden infiziert.

Update vom 15. März, 8.46 Uhr: Obwohl das Coronavirus weiter um sich greift und Italien mittlerweile fest im Griff hat, scheint der Vatikan an seiner Ostermesse festhalten zu wollen. Wie der Spiegel nun berichtet, soll die Messe unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Die Audienzen sollen demnach über das Internet zu sehen sein. 

Coronavirus in Italien: Lage verschärft sich

Update vom 14. März, 19.30 Uhr: Die Coronavirus-Fälle in Italien steigen weiter dramatisch an, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Am Samstag meldete die Katastrophenschutzbehörde 21.157 Infizierte (Freitag: 17.660). Insgesamt seien im Zuge der Epidemie inzwischen 1441 Menschen gestorben, hieß es weiter. Das sind 175 mehr als am Tag zuvor. 

Auf den Intensivstationen italienischer Krankenhäuser würden derzeit 1518 Menschen mit Coronavirus behandelt - eine Steigerung um 14 Prozent. Die meisten Infektionen werden weiterhin in Norditalien registriert. Aber auch in Latium, der Region um Rom, stieg die Zahl der Fälle um fast 30 Prozent, hieß es. 

Update vom 14. März 2020, 13.08 Uhr: In Italien nimmt die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Serie-A-Spieler weiter zu. Nachdem am Mittwoch beim 28 Jahre alten Juve-Spieler Daniele Rugani das Virus nachgewiesen wurde, gab es bei Sampdoria Genua fünf positive Tests unter den Profis, bei der AC Florenz drei.

Bei Sampdoria handelt es sich um Manuel Gabbiadini, Antonino La Gumina, Omar Colley, Morten Thorsby sowie um den frühere Hamburger-SV-Profi Albin Ekdal. Auch ein Vereinsarzt steht auf der Liste der Infizierten bei Sampdoria.

Zwei weitere Fälle gibt es auch beim Klub von Ex-Bayern-Star Franck Ribery, AC Florenz. Positive Tests gab es beim italienischen Angreifer Patrick Cutrone und beim argentinischen Abwehrspieler German Pezzella. Dies gab Florenz am Samstag bekannt. Zuvor war schon beim serbischen Florenz-Spieler Dusan Vlahovic das Coronavirus nachgewiesen worden.

Das Coronavirus hat Italien in den Ausnahmezustand versetzt.

Update vom 13. März, 18.45 Uhr: Italien ist hinter China das am zweitstärksten vom Coronavirus betroffene Land. Nun übermitteln die italienischen Behörden erneut schockierende Zahlen. Der Zivilschutz in Rom sprach am Freitag von 250 weiteren Todesfällen, die innerhalb eines Tages gemeldet wurden. Somit ergibt sich für den Mittelmeer-Staat eine Gesamtzahl von 1266 Toten in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19.

Auch die Anzahl der infizierten Personen wächst rapide. 17.660 Menschen sollen derzeit an dem Virus erkrankt sein. Damit sei ein beunruhigender Anstieg von 2547 Fällen gegenüber zum Vortag zu beobachten, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.

Update, 13. März, 12.25 Uhr: Der Ausnahmezustand in Italien hält an. In der Stadt Siena trotzen die Menschen dem Coronavirus* jedoch auf schöne Art und Weise.

Coronavirus in Italien: Arzt mit dramatischen Aussagen - „Diese Personen werden bereits als tot angesehen“

Update um 22.50 Uhr: Die lückenlosen Grenz- und Gesundheitskontrollen an der österreichisch-italienischen Grenze wegen des Coronavirus sorgen für spektakuläre Verkehrsbehinderungen.

Kampf gegen das Coronavirus: Kontrollen am Brenner zwischen Österreich und Italien.

Wie die italienische Tageszeitung La Repubblica berichtet, habe es am Mittwoch und Donnerstag bis zu 90 Kilometer Stau auf der Brennerautobahn zwischen dem Grenzposten und Bozen in Südtirol gegeben.

Demnach treffe es vor allem LKW-Fahrer, bei denen teils über Stunden nichts vorangehe.

Video: Österreich ergreift drastische Abschottungsmaßnahmen gegen Coronavirus

Ärzte-Streit in Italien wegen des Coronavirus

Update um 22 Uhr: Ärzte-Streit in Italien: Und alles wegen des Coronavirus.

Roberto Fumagalli, Direktor der Anästhesie- und Wiederbelebungsabteilung in einem Mailänder Krankenhaus, hat Darstellungen vehement widersprochen, wonach in Kliniken der Lombardei Patienten in höherem Alter ausgesiebt würden, die noch bessere Überlebenschancen hätten. 

„Es ist nicht wahr, dass wir Patienten sterben lassen“, erklärte Fumagalli laut Radio Lombardia. Zudem würde nicht zutreffen, dass bei der Behandlung von Corona-Patienten nach dem Alter unterschieden werde, schilderte der Mediziner demnach.

Update um 19 Uhr: Italien kämpft weiter wacker mit dem Coronavirus und seinen Folgen.

In Italien ist die Zahl der Todesfälle durch die neuartige Lungenkrankheit auf mehr als 1000 gestiegen.

Italien: Zahl der Todesopfer wegen des Coronavirus steigt 

Der Zivilschutz in Rom teilte am Donnerstag mit, dass die Zahl der an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorbenen Personen im Vergleich zum Mittwoch um 189 gestiegen sei. Damit seien in Italien inzwischen 1016 Menschen an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, heißt es.

Den Angaben zufolge haben sich in Italien - Stand Donnerstagabend - 15.113 Menschen am Coronavirus infiziert, das sind 2651 Personen mehr als am Vortag. Am stärksten betroffen sei nach wie vor die norditalienische Region Lombardei mit 744 Todesfällen und mehr als 8700 Infektionen.

Brescia: Sanitäter arbeiten vor Notfallzelten, die in der Nähe eines Krankenhauses errichtet wurden.

 

146 Todesfälle und mehr als 1900 Infektionen wurden aus der Nachbarregion Emilia Romagna gemeldet. Italien ist inzwischen das zweitstärkste von der Coronavirus-Krise betroffene Land weltweit. Nur China, wo das Virus im Dezember seinen Ausgang genommen hatte, verzeichnete mehr Todesfälle.

Update um 17.20 Uhr: Dramatische Berichte wegen des Coronavirus aus Italien.

Der italienische Anästhesist Christian Salaroli hat mit einem Interview für Aufsehen gesorgt - man könnte es auch einen eindringlichen Appell nennen.

Coronavirus in Italien: Alarmierender Hilferuf eines Anästhesisten 

„Wenn jemand zwischen 80 und 95 Jahre alt ist und große Atemprobleme hat, führen wir in der Regel die Behandlung nicht fort“, sagte der Arzt der auflagenstarken italienischen Tageszeitung Corriere della Sera.

Auch Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, und die Probleme bei drei oder mehr lebenswichtigen Organen hätten, würden nicht weiterbehandelt, heißt es in dem Interview. „Diese Personen haben statistisch gesehen keine Chancen, das kritische Stadium der Infektion zu überleben. Diese Personen werden bereits als tot angesehen“, erklärte Salaroli.

Der Coronavirus hat Italien im Griff - die Ärzte sollen am Limit sein.

In Italien geht bereits die Angst um, das Gesundheitssystem könnte wegen des drastischen Ausmaßes der Coronavirus-Epidemie zusammenbrechen. Immer mehr Ärzte und Virologen melden sich zu Wort, um ihre Einschätzung zur Situation zu geben.

Salaroli erklärte weiter: "Es wird nach Alter und Gesundheit entschieden. Wie in allen Kriegssituationen."

Coronavirus in Italien: Ein Flughafen in Rom wird geschlossen

Update um 13.20 Uhr: In Rom werden der Flughafen Ciampino und ein Terminal des Hauptflughafens Fiumicino wegen der Coronavirus-Pandemie geschlossen. In der Nacht zum Freitag werde die Abfertigung von Passagierflügen in Ciampino eingestellt, teilte die Betreibergesellschaft ADR am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP mit. 

Am Dienstag werde überdies Terminal 1 von Fiumicino geschlossen. Wie lange die Maßnahmen gelten sollen, wurde nicht mitgeteilt. Der Betrieb „wird zur Normalität zurückkehren, sobald die gegenwärtige Notfallphase überwunden ist“, hieß es lediglich.

Das Coronavirus hat Italien fest im Griff

Erstmeldung vom 12. März 2020: Rom - Das Coronavirus hat Italien fest im Griff. Nach offizieller Statistik haben sich bis Donnerstagmorgen dort mehr als 12.400 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 820 sind daran gestorben. Zudem gehen Experten davon aus, dass die Dunkelziffer noch höher ist. 

Italien kämpft nun schon seit längerem mit extremen Mitteln gegen die Coronavirus-Ausbreitung. Anfang März wurde der Notstand ausgerufen*, mittlerweile gilt das ganze Land als Zone mit stark eingeschränkter Bewegungsfreiheit. Regierungschef Giuseppe Conte betonte aber noch am Mittwochabend, dass ein Ansturm auf Supermärkte auch jetzt nicht nötig sei, da die Versorgung garantiert werde.

In Italien hat das Coronavirus europaweit bislang am stärksten zugeschlagen. Viele Infizierte müssen stationär behandelt werden.

 

Der Premierminister kündigte außerdem an, dass alle nicht notwendigen Geschäftsaktivitäten der Wirtschaft eingestellt werden müssten. So soll beispielsweise die Produktion in der Industrie weiterlaufen.

Coronavirus in Italien: Suche nach Patient Null

Abteilungen, die für die Produktion nicht unbedingt erforderlich seien, sollten aber schließen. Dieses neue Maßnahmenpaket gilt zunächst bis zum 25. März. Die Suche nach Patient Null* geht unterdessen in Italien weiter.

Seit Donnerstagmorgen haben nun die meisten Geschäfte im ganzen Land geschlossen. Es gibt nur wenige Ausnahmen: So dürfen zum Beispiel Lebensmittelläden, Apotheken, Tankstellen und einige andere Geschäfte weiter öffnen. Bars und Restaurants müssen vorübergehend ganz dichtmachen.

Bereits zuvor galten für die Lokale eingeschränkte Öffnungszeiten von 6 bis 18 Uhr. Ziel ist es, dass die 60 Millionen Italiener so weit wie möglich zu Hause bleiben, damit die Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch* möglichst verhindert wird.

Italien: Wegen Coronavirus haben nur noch Supermärkte und Apotheken geöffnet

Am Donnerstagmorgen hatten in Rom beispielsweise Bäcker geöffnet und verkauften Milch, Brot und Kuchen. Größeren Andrang als an den vorangegangenen Tagen gebe es nicht, sagte ein Verkäufer. Öffentliche Busse fuhren ebenso wie einige Autos auf den Straßen der Hauptstadt. 

Während in Italien trotz geschlossenen Geschäften die Bäcker und Supermärkte keinen Kundenansturm haben, kam es in Deutschland bereits vermehr zu Hamsterkäufen

Während In Bayern nun sogar alle Schulen und Kindertagesstätten schließen, tauchen gleichzeitig in vielen Wohnhäusern Zettel auf. Die Aushänge rufen zu einer solidarischen Aktion auf. Derweil geht ein Video viral, das eine herzerwärmende Aktion von Nachbarn in Italien zeigt.

Die Regierungschefs der G7-Staaten beraten am Montag in einer Video-Konferenz zur Coronavirus-Pandemie und dem Umgang damit. Gastgeber wird Donald Trump sein.

Im Corona-Talk bei „Hart aber fair“ stellte ein Virologe eine happige Prognose. Minister Präsident Altmaier räumte eine Fehleinschätzung ein. 

Es gibt viel zu wenige Atemschutzmasken in Deutschland. Die Schuld dafür soll laut einem Hersteller auch beim Gesundheitsministerium und Minister Jens Spahn liegen.

Übrigens: Alle bisherigen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise in Italien lesen Sie in unserem vorherigen News-Ticker

dpa/AFP/cia/pm

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