Lage in Italien

Corona in Italien: Ausgangssperre könnte laut Zivilschutz-Chef bis in den Mai andauern

In Italien wird in der Corona-Krise zunehmend über ein Ende der Beschränkungen des öffentlichen Lebens diskutiert – doch diese könnten noch Wochen andauern.

  • Italien kämpft gegen das Coronavirus Sars-CoV-2*
  • Lebensmittelplünderungen in Italiens Süden wegen Coronavirus-Pandemie
  • Zahl der Neuansteckungen mit Sars-CoV-2 in Italien geht langsam zurück

+++ 11.52Uhr: In Italien wird in der Corona-Krise wie in Deutschland zunehmend über ein mögliches Ende der Beschränkungen des öffentlichen Lebens diskutiert. Der Chef des italienischen Katastrophenschutzes, Angelo Borelli, hat sich am Freitag (03.04.2020) in einem Podcast dafür ausgesprochen, die Ausgangssperre in Italien im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 bis in den Mai zu verlängern. Um zu verhindern, dass die Ansteckungen erneut außer Kontrolle geraten, müssen die Regeln mit „maximale Strenge“ eingehalten werden. Die Bevölkerung von Italien müsse damit rechnen, „sogar am 1. Mai“ zu Hause zu sein, sagte Borrelli in einem Interview mit „Radio Capital“.


Aktuell habe sich die Lage in der Corona-Krise in Italien – auch in den Krankenhäusern – stabilisiert. Dies liege aber daran, dass strenge Einschränkungen eingeführt worden seien, „die unbedingt fortbestehen müssen“, argumentiert Borelli. Er kündigte an: „Wir müssen viele Wochen zu Hause bleiben.“ Wenn sich die Lage weiterhin positiv entwickle, könne mit der sogenannten „Phase 2“ beginnen. Diese sieht eine Auflockerung der Maßnahmen und den schrittweisen Neustart des öffentlichen Lebens vor – und könnte laut Borelli sogar erst Mitte Mai eintreten. 

Damit widerspricht Borelli der italienischen Regierung. Im Coronavirus-Notstand plant Italiens Ministerpräsident Guiseppe Conte, die „Phase 2” bereits zum 13. April einzuleiten. „Wir hoffen, dass die erste Phase des akuten Notstands bald vorbei ist. Wir planen die zweite Phase, in der wir einige Maßnahmen auflockern werden”, sagte Conte laut dem spanischen TV-Sender „La Sexta“.


Corona in Italien: Forscher gehen von deutlich mehr Covid-Toten aus

+++ 09.00 Uhr: Die Zahlen in Italien sind schlimm genug. Doch eventuell sind sie nur die Spitze des Eisberges. Denn eine neue  Studie kommt zu dem Schluss, dass bisher vermutlich doppelt so viele Menschen an den Folgen der Corona-Infektion gestorben sind als offiziell bekannt.

Offiziell werden nur jene Fälle erfasst, die per Test erwiesen sind. Viele Menschen aber sind zu Hause oder in Senioren- und Pflegeeinrichtungen gestorben und niemals einem Corona-Test unterzogen worden.

Die nationale italienische Statistikbehörde Istat und das Istituto Cattaneo in Bologna nahmen sich Italiens aktuelle Gesamt-Totenziffern vor und verglichen sie mit dem Mittelwert der Jahre 2015 bis 2019 im selben Zeitraum. Laut Zivilschutz starben zwischen dem 21. Februar und dem 21. März insgesamt 4825 an Covid-19. Doch die Zahl der Todesfälle ist im Vergleich zu den Vorjahren wesentlich höher, das Plus beträgt nämlich 8740 und nicht 4825. Dies könne „nur einer äußeren Ursache zugeschrieben werden, eben Covid-19“, schreiben die Autoren der Studie.

+++ 03.04., 08.15 Uhr: Italien ist in Europa vom Coronavirus am schlimmsten betroffen. So beträgt die Sterberate derzeit geradezu erschreckende 12,1 Prozent. Allerdings ist davon auszugehen, dass viele Corona-Infizierungen bisher nicht offiziell erkannt worden sind, sodass von einer geringeren Letalität ausgegangen werden kann. Darüber kann derzeit aber nur spekuliert werden. 

Die meisten Fälle sind nach wie vor in der Lombardei zu verzeichnen. Dort haben sich Stand 02.04. bisher 46.065 Menschen mit dem Virus infiziert. das waren 1292 mehr als am 01.04., was einer Steigerung von 2,9% entspricht. 

Mehr als 115.000 Corona-Fälle in Italien

+++ 18.51 Uhr: Erneut sind in Italien Hunderte von Corona-Patienten in 24 Stunden ums Leben gekommen. Laut Zivilschutz sind seit Beginn der Coronawelle 13.915 Menschen im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gestorben, das waren 760 mehr als am Vortag.

Die Zahl der Menschen, die mit dem Coronavirusinfiziert sind, kletterte am Donnerstag (02.04.2020) um knapp 2500 Menschen im Vergleich zum Vortag. Insgesamt zeigen die Corona-Zahlen, die der Zivilschutz in Rom vorstellte, eine Stabilisierung des Trends. Die Behörden zählen bis dato 115.242 Corona-Fälle.

Coronavirus in Italien: Tausende Menschen in überfüllten Gefängnissen

+++ 17.01 Uhr: Tausende Menschen sitzen weltweit in überfüllten, schlecht belüfteten Gefängnissen – sie sind  potenziell gefährliche Brutstätten für das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2. Italien meldet nun einen erstenCovid-19-Todesfall in einem Gefängnis: In Bologna ist laut einem Bericht der „La Repubblica“ ein 76 Jahre alter Mann aus Sizilien an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. 

Er sei am 26. März wegen Atembeschwerden in ein Krankenhaus eingeliefert worden und sei erst dort positiv auf das Coronavirus getestet worden. Zuvor war er laut der Gefängnisdirektorin Antonietta Fiorillo mit einem anderem Häftling in einer gemeinsamen Zelle untergebracht. Die Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“ in Italien forderte daraufhin, dass die Überlastung von Gefängnissen aufgrund der kritischen Lage in der Corona-Krise „so schnell wie möglich“ vermindert werden soll.

Wegen der Gefahr einer Ausbreitung des Coronavirus in Gefängnissen hat Italien bereits vorzeitig Häftlinge entlassen oder in Hausarrest geschickt. Anfang März kam es zu Aufständen in 27 Haftanstalten mit mehreren Toten und Verletzten. Berichten zufolge waren der Grund für die Proteste Maßnahmen gegen das Virus, bei denen etwa Besuche in Gefängnissen ausgesetzt wurden.

Anfang März kam es in Italien wegen der Corona-Krise zu Aufständen in 27 Haftanstalten mit mehreren Toten und Verletzten.

Corona in Italien: Druck auf die Kliniken scheint abzunehmen

+++ 02.04., 16.00 Uhr: In Italien scheinen die rigorosen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus allmählich zu wirken. Die Verdopplungszeit der infizierten Menschen beträgt inzwischen nämlich knapp 14 Tage. Je größer dieser Wert, desto langsamer verbreitet sich das Virus. Zum Vergleich: In Spanien liegt der Wert bei 7,5 Tagen, in den USA und Großbritannien bei jeweils weniger als 5 Tagen.

Corona-Krise: 727 Tote in Italien 

+++ 20.27 Uhr:  Italien hat mehr als 720 Tote innerhalb eines Tages im Zuge der Corona-Pandemie vermeldet - allerdings bleibt der Anstieg der Zahl der aktuell Infizierten stabil. Bis Mittwoch stieg die Zahl der derzeit erfassten Positiven um 2937 auf 80.572, teilte der Zivilschutz mit. Das war ein Anstieg um weniger als vier Prozent. 

Eingerechnet der Toten und Geheilten lag die Summe der erkannten Corona-Infektionen in Italien bei insgesamt 110.574. Es kamen 727 Tote hinzu, insgesamt sind es nun 13.155. Der Druck auf die Kliniken scheint aber abzunehmen. Bei den Menschen auf der Intensivstation kamen nur 12 hinzu.

Corona-Krise in Italien: Sorge um Erntehelfer aus Afrika

+++ 18.29 Uhr: Weil die Wirtschaft unter der Corona-Krise leidet, hat die Regierung Italiens mehrere milliardenschwere Hilfspakete beschlossen. Bei den vielen afrikanischen Erntehelfern, die in der italienischen Landwirtschaft für Hungerlöhne und oft ohne Papiere arbeiten, kommen die Hilfsgelder allerdings nicht an. Viele leben zudem in Hütten-Siedlungen, in denen es nicht immer fließend Wasser gibt. 

In dieser Situation sei das Coronavirus eine riesige Gefahr für die Erntehelfer, warnt Antonio Bonanese von der Gewerkschaft Unione Sindacale di Base (USB) in einem Interview mit dem „Spiegel“. Die Hilfsarbeiter seien unsichtbare Arbeitskräfte, so Bonanese. „Als Schwarzarbeiter haben sie im Moment nicht einmal Anspruch auf die Maßnahmen, die für alle anderen Arbeitnehmer aus systemrelevanten Branchen gelten, etwa die Bereitstellung von Atemschutzmasken.“

Bislang seien die Arbeiter von dem Coronavirus verschont geblieben, aber schon wenige Infektionen hätten schwerwiegende Folgen nicht nur für die Gesundheit der Arbeiter, sondern auch für die europäische Landwirtschaft. „Die gesamte Lebensmittelproduktion könnte ins Stocken geraten. Sie ist ja in weiten Teilen auf diese Arbeiter angewiesen.“

Corona-Krise in Italien: Deutschland schickt Hilfe

+++ 15.39 Uhr: Angesichts der hohen Zahl von Corona-Toten in Italien schickt Deutschland weitere Hilfe. Ein vierköpfiges Team aus Ärzten und Pflegenden der Uniklinik Jena machte sich am Mittwoch (01.04.2020) vom Erfurter Flughafen aus in Richtung Süden auf den Weg, wie die Thüringer Staatskanzlei auf Twitter mitteilte. Die Mediziner sollten nach Neapel gebracht werden, berichtete der CDU-Bundestagsabgeordnete Marian Wendt.

Wendts Angaben zufolge bereitet sich außerdem der ADAC darauf vor, weitere Corona-Patienten aus der Stadt Bergamo in Nord-Italien nach Bayern zu bringen, wo sie in Erlangen und Regensburg behandelt werden sollen. Zusätzlich sollen sechs italienische Intensiv-Patienten nach Köln gebracht werden. Am Mittwoch ist die Luftwaffe deshalb zu einem weiteren Flug nach Bergamo gestartet.

Unterdessen ist im Universitätsklinikum Leipzig ist ein an Covid-19 erkrankter Patient aus Bergamo gestorben. Der Zustand des 57-Jährigen hatte sich bereits am Wochenende verschlechtert, wie das Klinikum am Mittwoch mitteilte. Am frühen Mittwochmorgen sei der Schwerkranke dann an Multiorganversagen gestorben. Der Mann hatte demnach bereits vor seiner Infektion mit dem neuartigen Coronavirus eine schwere Grunderkrankung gehabt. Er war am 24. März zusammen mit einem weiteren 57-Jährigen aus der besonders stark von der Corona-Pandemie betroffenen italienischen Stadt Bergamo nach Leipzig gebracht worden.

Corona-Krise in Italien: Im Süden des Landes drohen soziale Unruhen

+++ 01.04.2020, 11.44 Uhr: Italien befürchtet gravierende soziale Folgen aus der Corona-Krise, die laut Ministerpräsident Guiseppe Conte eine „schwerwiegende Wunde“ im Land hinterlassen werde. Während der Norden des Landes mit der besonders vom Coronavirus Sars-CoV-2 betroffenen Region der Lombardei tausende Covid-19-Tote zu beklagen hat, droht im ärmeren Süden des Landes droht ein anderes Problem: Viele Menschen haben ihre Arbeit verloren und haben jetzt Mühe, sich und ihre Familien zu versorgen.

Ein Priester aus Neapel sagte dem „Guardian“ über den Stimmungswandel in Italien: „Sie singen oder tanzen nicht mehr auf den Balkonen. Jetzt haben die Menschen mehr Angst – nicht so sehr vor dem Virus, sondern vor der Armut. Viele sind arbeitslos und hungrig. Es gibt jetzt lange Warteschlangen bei Lebensmittelbanken.“ Grund dafür sei der Shutdown der Wirtschaft im Zuge der Corona-Krise.

In den ärmsten Regionen Kampanien, Kalabrien, Sizilien und Apulien ganz im Süden von Italien kommt es zu Spannungen. Nach Berichten über Plünderungen wegen zunehmender Geldnöte aufgrund der Corona-Krise haben etwa auf Sizilien bewaffnete Polizisten vor Supermärkten Stellung bezogen. Ministerpräsident Conte sagte zu, dass die Regierung von Italien 4,3 Milliarden Euro aus einem Solidaritätsfonds sofort an alle Gemeinden überweisen würde, und weitere 400 Millionen Euro für Lebensmittelmarken. Viele Kommunen kritisieren jedoch, dass die Mittel zur Lösung der sozialen Probleme in Folge der Corona-Pandemie nicht ausreichten.

Corona in Italien: Conte wendet sich an deutsche Bürgerinnen und Bürger

+++ 21.13 Uhr: Der Ministerpräsident von Italien Giuseppe Conte hat sich in einem Fernsehinterview in der ARD-Sendung zum Coronavirus Sars-CoV-2 „ARD EXTRA: Die - Corona-Lage“ direkt an die deutsche Bevölkerung gewandt. Er sagte, Italien sei noch immer in einer „akuten Notlage“, die Coronakrise hinterlasse eine „schwerwiegende Wunde“ im Land. Auf Twitter schrieb Conte: „Ich habe eine Nachricht an die deutschen Bürger gesendet und einige Überlegungen angestellt, um diesen europäischen Notfall wirksamer anzugehen.“ 

Im ARD-Interview sagte Conte zum Streit um sogenannte Corona-Bonds, die die deutsche Bundesregierung ablehnt und Italien fordert, er und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) haben unterschiedliche Ansichten. Wörtlich sagte er: „Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um den deutschen Bürgerinnen und Bürgern zu sagen, dass wir hier keine Seiten für ein Wirtschaftshandbuch schreiben, wir schreiben die Seiten eines Geschichtsbuchs.“  

Deutschland stemmt sich seit Jahren gegen Forderungen nach Eurobonds zur Vergemeinschaftung von Schulden. Conte ist der Meinung, dass von solchen Eurobonds alle Mitgliedstaaten der EU profitieren könnten. Sie bedeuteten nicht, dass die Deutschen beim anstehenden Wiederaufbau Italiens „auch nur einen Euro für die italienischen Schulden bezahlen müssen“. Der Streit über Corona-Bonds - also gemeinsame europäische Anleihen - entzweit die EU-Staaten. Italien, Spanien, Frankreich und andere fordern sie vehement, unter anderen Deutschland ist dagegen.

Corona-Pandemie: Italien sieht sich am Höhepunkt - doch erneut 800 Tote gemeldet

+++ 18.19 Uhr:In Italien wird davon ausgegangen, dass das Land im Kampf gegen die Corona -Pandemie den vorläufigen Höhepunkt der Neu-Ansteckungen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 erreicht hat. Das teilte der Direktor des Obersten Gesundheitsinstitut Italiens, Silvio Brusaferro, am Dienstag mit. „Die Kurve zeigt uns, dass wir eine Art Plateau erreichen“, sagte Brusaferro bei einer Pressekonferenz. Das Erreichen des Plateaus bedeute nicht, dass man den Gipfel erobert habe, sondern dass nun vielmehr der Abstieg beginnen müsse, erklärte Brusaferro. Dennoch müsse die Bevölkerung wachsam bleiben. Sonst könne die Corona-Epidemie in Italien erneut mit voller Härte zuschlagen.

In der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Lombardei in Nord-Italien sank die Zahl der Neu-Ansteckungen mit dem Coronavirus erneut. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden gab es laut etwas mehr als 1000 neue Corona-Fälle. Mit der erneuten Verlangsamung des Infektionswachstums erfüllen sich Hoffnungen in der Region. Allerdings blieb die Zahl der Covid-19-Toten in ganz Italien innerhalb von 24 Stunden mit 837 weiter hoch.

Am Mittag gedachte man in Italien mit einer landesweiten Schweigeminute der Opfer des neuartigen Coronavirus. Überall in dem am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Land Europas wurden die Fahnen auf Halbmast gesetzt. Mit der Aktion sollte zugleich ein Zeichen des Dankes für und der Solidarität mit den Beschäftigten im völlig überlasteten Gesundheitssystem gesetzt werden.

Coronavirus in Italien: USA will medizinisches Gerät liefern

+++ 13.07 Uhr:Die USA wollen nach Angaben von US-Präsident Donald Trump andere Länder im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie unterstützen. Seine Regierung werde medizinisches Gerät nach Italien und in andere Staaten schicken, sagte Trump am Montag bei einer Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses. 

Geplant sei die Lieferung von medizinischem und chirurgischen Gerät nach Italien im Wert von rund hundert Millionen Dollar (etwa 91 Millionen Euro), sagte Trump. Um welche Art von Ausrüstung es sich handelt, erläuterte der Präsident nicht. Italiens Regierungschef Giuseppe Conte sei über die Lieferung "sehr, sehr glücklich", sagte er lediglich. Der US-Präsident hatte kurz zuvor mit Conte telefoniert.

Lieferungen von medizinischem Gerät seien später auch nach Frankreich, Spanien und in weitere Länder geplant, sagte Trump. Es gebe in den USA ein Überangebot an bestimmtem medizinischem Gerät, dieses Material könne ins Ausland gehen.

Coronavirus-Pandemie: Italien verlängert Ausgangsbeschränkungen

+++ 11.52 Uhr: Der Stellvertreter des Papstes für das Bistum Rom ist an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt. Der Kardinalvikar des Bistums, Angelo De Donatis, sei der erste Kardinal, der sich mit dem Coronavirus angesteckt habe, berichtete die vatikanische Medienplattform Vaticannews. Der 66-Jährig habe Fieber und sei im Krankenhaus, es gehe ihm aber gut, teilte das Bistum Rom am Montagabend mit. Er liegt in der römischen Klinik, in der auch Päpste behandelt werden.+++ 13.07 Uhr: 

Der Papst ist Bischof von Rom. Franziskus habe mit De Donatis aber in letzter Zeit keinen Kontakt gehabt, so Vaticannews. In dem kleinen Kirchenstaat gibt es mittlerweile einige wenige Corona-Fälle. Franziskus ist allerdings nicht betroffen, wie der Vatikan am Wochenende mitgeteilt hatte.

+++ 31.3.2020, 6.45 Uhr: Italiens Regierungschef Giuseppe Conte äußerte sich in einem Interview zu den Auswirkungen der Coronakrise. Die Folgen der Ausgangssperre seien „wirtschaftlich sehr hart“. „Das darf nicht lange dauern.“ Um die erzielten Fortschritte im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie nicht aufs Spiel zu setzten, dürften die Beschränkungen des öffentlichen Lebens aber nur „schrittweise“ aufgehoben werden. 

Mit 11.591 Opfern führt Italien die weltweite Rangfolge der Corona-Toten an. Insgesamt mehr als 100.000 Infektionen wurden in dem EU-Land nachgewiesen.

+++ 21.02 Uhr: Die italienische Regierung verlängert die strengen Ausgangsbeschränkungen für die 60 Millionen Bürger wegen der Coronakrise bis mindestens Ostern. Das teilte das Gesundheitsministerium am Montagabend mit. Bisher galten die Ausgangsverbote bis zum kommenden Freitag. Sie waren vor rund drei Wochen, am 10. März, angelaufen.

Coronavirus in Italien: Ärzte aus Polen sollen helfen - und lernen

+++ 20.44 Uhr: Aus Polen sind 15 Ärzte nach Italien gereist, wo sie im Kampf gegen das Coronavirus helfen und zugleich Erfahrung sammeln sollen. „Das Ziel der Mission ist es, den italienischen Ärzten zu helfen, ihnen Ruhepausen zu verschaffen“, erklärte am Montag die Nothilfe-Organisation PCPM. „Zugleich wollen wir natürlich Erfahrung sammeln für den Fall, dass wir sie in Polen brauchen.“ 

„Wir wollen ins Innere des Biestes schauen, bevor es in unserem Land auftaucht“, erklärte der Kinderarzt Pawel Szczucinski auf der Facebook-Seite der Organisation. „Wir werden dann besser auf die Epidemie vorbereitet sein.“

Coronavirus: Positive Zeichen aus Italien

+++ 18.55 Uhr:Hoffnung in Italien: Der Anstieg der Zahl der aktuell positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen ist so niedrig wie seit Beginn der landesweiten Ausgangssperren nicht. Die Zahl der aktuell Erkrankten nahm bis Montag um 1648 auf 75.528 zu - so wenig wie seit dem 10. März nicht. In die Zahl sind Tote und Geheilte nicht eingerechnet. 

Die Zahl der Gesamtinfektionen stieg auf 101.739, wie der Zivilschutz mitteilte. Auch hier war der prozentuale Anstieg geringer. Die Zahl der Verstorbenen ist allerdings nach wie vor so hoch wie in keinem anderen Land der Welt. Bis Montag kamen 812 Tote hinzu, insgesamt sind es nun 11.591. 

Unterdessen zwingt Corona die Menschen ins Homeoffice. Allerdings stellt sich die Frage, wer die Mehrkosten zahlt und was man von der Steuer absetzen kann.

Coronavirus in Italien: Studie macht Hoffnung

+++ 16.01 Uhr: Seit Wochen leidet Italien unter dem Coronavirus Sars-CoV-2 und es schien kein Ende der Pandemie in Sicht - bislang. Eine erste Studie macht den Italienern nun Hoffnung auf ein „Ende der Hölle“, wie die italienische Zeitung „Il Giornale“ titelt. 

Zuvor hatte bereits der Münchener „Merkur“ über die Erlösung versprechende Studie berichtet. Demnach prognostiziert das Einaudi-Institut für Wirtschaft und Finanzen, ein unabhängiges Universitäts-Forschungszentrum in Rom, dass die Zahl der Neuinfektionen in Italien zwischen dem 5. und 16. Mai auf null sinken könnte. 

In den Regionen Venetien und Piemont könnte es sogar schon in der ersten Aprilhälfte so weit sein. Am schnellsten könnte der Prognose nach Südtirol sein: Hier wird der 6. April als möglicher Zeitpunkt genannt, an dem es keine neuen Coronavirus-Infektionen geben werde.

Länger mit Neuinfektionen rechnen müssen dagegen die stark betroffenen Regionen Lombardei (bis 22. April) und Emilia-Romagna (bis 28. April). Die letzte Region Italiens wird nach Angaben der Forscher die Toskana sein, das sich dort die Kurve der Neuerkrankungen am langsamsten biegt.

Corona in Italien: Past Franziskus trifft Regierungschef Conte

+++ 13.05 Uhr: Papst Franziskus ist aufgrund der schweren Coronaviruskrise in Italien mit dem italienischen Regierungschef Giuseppe Conte im Vatikan zusammengetroffen. Der Kirchenstaat gab zunächst aber keine Details zu den Gesprächen beim Papst bekannt. Fotos zeigten unter anderem, wie sich die beiden gegenübersitzen und sprechen, beide ohne Mundschutz.

Italien ist besonders heftig von der Lungenkrankheit Covid-19 getroffen. Das Land verzeichnet mit weit mehr als 10 000 die höchste Zahl der registrierten Toten weltweit. Bei der Gesamtzahl der Menschen, die positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet wurden, steuert Italien auf die Marke von 100.000 zu.

Coronavirus in Italien: Bundeswehr fliegt Patienten aus

+++ 30.03.2020, 11.43 Uhr: Die Bundeswehr hat Corona-Patienten aus Italien nach Hamburg geflogen. Die Italiener aus Bergamo trafen am Sonntagabend (29.03.2020) in Hamburg ein, zwei von ihnen wurde in das Bundeswehrkrankenhaus in der Hansestadt gebracht, wie eine Sprecherin am Montag sagte. Zwei weitere kamen ins Bundeswehrkrankenhaus Westerstede in Niedersachsen. Ein Spezial-Airbus A310 MedEvac der Luftwaffe hatte am Wochenende insgesamt zwölf Italiener nach Deutschland geflogen und sie neben Hamburg und Westerstede auf Kliniken in Köln, Bonn, Bochum und Koblenz verteilt.

In Hamburg hatte zuvor das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) zwei an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patientinnen aus Frankreich aufgenommen, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Die Frauen seien am Samstagabend (28.03.2020) mit dem Flugzeug nach Hamburg gebracht worden.

Coronavirus-Pandemie in Italien: Zahl der Neuansteckungen langsam rückläufig

+++ 29.03.2020, 19.50 Uhr: Gute Nachrichten aus dem vom Coronavirus gebeutelten Italien. Nach mehr als 10.000 Toten scheint sich die Kurve der Neuerkrankungen langsam abzuflachen. Das teilte der zuständige italienische Zivilschutz am Sonntagabend mit. Aber auch am Sonntag gab es wieder hunderte Todesfälle durch die vom Coronavirus verursachte Lungenkrankheit Covid-19. 756 Menschen sind seit der letzten Zählung vor 24 Stunden verstorben. Am Vortag waren es 889 Todesfälle gewesen.

Die Zahl der Neuansteckungen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 stieg am Sonntag um 5217 Personen, am Tag zuvor war noch ein Anstieg um 5974 Fällen verzeichnet worden. Das entspricht einer Zuwachsrate von 5,6 Prozent, noch vor einer Woche hatte diese bei mehr als 10 Prozent gelegen.

Gesundheitsminister Roberto Speranza wies darauf hin, dass der Kampf gegen die Epidemie noch nicht gewonnen sei: „Wir sind noch mitten drin in der Epidemie. Es wäre ein großer Fehler, jetzt unachtsamer zu werden.“

Plünderungen wegen Corona-Krise in Supermärkten in Italien

+++ 29.03.2020, 15.27 Uhr: In Italien ist es laut verschiedenen Medien zu Plünderungen in Supermärkten gekommen. Grund ist demnach, dass viele Menschen wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage angesichts der Coronavirus-Pandemie kein Geld mehr für Lebensmittel hätten.

In Sizilien – einer Region mit rund fünf Millionen Einwohnern – wurden inzwischen bewaffnete Polizisten vor Supermärkten platziert. Bereits am Donnerstag hatte dort laut Tageszeitung „La Republicca“ eine Gruppe Menschen einen Markt verlassen, ohne Waren zu bezahlen. „Wir haben kein Geld zum Bezahlen, wir müssen essen“, soll einer der Beteiligten gesagt haben.

Der „Corriere della Sera“ berichtet, dass Inhaber kleiner Geschäfte unter Druck gesetzt wurden, Lebensmittel kostenlos auszugeben. Die Zeitung schreibt von einer tickenden „sozialen Zeitbombe“ in der Region Sizilien.

Italiens Ministerpräsident: Hilfe bei Lebensmittelkauf

Den Ernst der Lage hat auch Ministerpräsident Mario Conte erkannt. Er versicherte, dass Menschen in akuter Geldnot Lebensmittelgutscheine erhalten sollen. Dafür seien den Kommunen 400 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden. „Niemand wird allein gelassen“, sagte Conte.

Noch ist der wirtschaftliche schwächere Süden Italiens weniger stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen als der wohlhabendere Norden. Auf Sizilien sind bis Sonntag 57 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 verstorben, im ganzen Land sind es bereits mehr als 10.000.

Italienischer Klubchef: „Eine unglaubliche Tragödie“

+++ 29.03.2020, 11.23 Uhr: Es sind martialische Worte, die der Klubchef des italienischen Fussballclubs Atalanta Bergamo wählt, um die Coronakrise in Italien zu beschreiben. „Wir erleben eine unglaubliche Tragödie, der eine ganze Generation zum Opfer gefallen ist. Das Virus befällt auch jüngere Menschen. Wir kämpfen gegen einen unsichtbaren Feind, es ist wie in einem Weltkrieg“, sagte Antonio Percassi der Gazzetta dello Sport am Sonntag. Der Unternehmer beklagt den Tod von acht Mitarbeitern im Umfeld seines-Serie-A-Klubs. Die Coronavirus-Pandemie hat die Stadt Bergamo besonders hart getroffen.

Am Vortag (Samstag, 28.03.2020) war die Schwelle von 10.000 Todesopfern in Italien überschritten worden. Die Zahl der Coronavirus-Toten kletterte innerhalb von 24 Stunden um 889 auf insgesamt 10.023 Tote, teilte der Zivilschutz mit. Die Zahl der Infizierten in Italien stieg von 66.414 auf 70.065.

Coronavirus in Italien: Immer mehr Tote

+++ 28.03., 18.41 Uhr: Die täglich veröffentlichen Todeszahlen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Italien zeichnen ein dramatisches Bild. Mehr als 10.000 Menschen sind nach Angaben des Zivilschutzes inzwischen in dem Land gestorben. 

Diese Zahlen hat auch die Johns Hopkins Universität übernommen, welche die Coronavirus-Fälle weltweit auswertet. Damit sind in Italien fast doppelt so viele Tote zu beklagen, wie im Land mit den zweitmeisten Zahlen Spanien.

+++ 28.03., 10.10 Uhr: Wegen der dramatischen Notlage norditalienischer Krankenhäuser in der Coronavirus-Krise fliegt die Luftwaffe Patienten nach Deutschland aus. Der Airbus A310 MedEvac, die fliegende Intensivstation der Bundeswehr, sollte am Samstag sechs schwer erkrankte Italiener in Intensivbehandlung von Bergamo nach Köln bringen. Die Maschine sei am Morgen in Köln gestartet, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. 

„In Zeiten größter Not ist es selbstverständlich, dass wir unseren Freunden zur Seite stehen“, sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zu dem Einsatz. „Deshalb holen wir mit unserer fliegenden Intensivstation der Luftwaffe jetzt Schwerstkranke aus Italien zur Behandlung nach Deutschland. Das ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Europa muss zusammenhalten.“ 

Das Flugzeug sollte am späten Mittag zurück in Köln sein. Die Patienten sollten zur Behandlung in zivile Krankenhäuser gebracht werden. Nach dpa-Informationen sollen jeweils zwei Erkrankte im Katholischen Klinikum Bochum sowie in den Uni-Kliniken Köln und Bonn weiterbehandelt werden.

Papst Franziskus spendet Segen „Urbi et Orbi“ 

+++ 20.51 Uhr: Paps t Franziskus hat zum ersten Mal außerhalb der wichtigen christlichen Feste Weihnachten und Ostern den Segen „Urbi et Orbi“ (Der Stadt und dem Erdkreis) gespendet. Die Zeremonie fand auf dem Petersplatz statt. Sonst spendet der Papst den Segen von der Loggia des Petersdoms aus.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche würdigte in seiner Predigt die Arbeit der Helfer in der Coronakrise. Der Segen wurde in acht Sprachen live im Internet übertragen. Zum ersten Mal gab es auch eine Übersetzung in Gebärdensprache.

Der Papst selbst ist bisher nicht am Coronavirus Sars-CoV-2 erkrankt. Kürzlich war eine Erkältung des Kirchenoberhauptes bekannt geworden. Ein Sprecher des Vatikans teilte jedoch mit, dass alle bisherigen Test auf das Virus negativ verlaufen seien.

+++ 17.49 Uhr: Die Coronakrise in Italien spitzt sich weiter zu. Nun vermeldete das Land fast 1.000 Tote im Zuge der Corona-Pandemie an einem Tag. So viele Tote hatte Italien seit Ausbruch des Coronavirus noch einem keinem Tag zuvor vermeldet. Die Gesamtzahl steigt damit auf 9.134, wie der Zivilschutz am Freitag in Rom mitteilte. Die Gesamtzahl der Infizierten stieg um fast 6.000 auf 86.498. 

Corona in Italien: Höhepunkt soll „in den nächsten Tagen“ erreicht sein

+++ 17.08 Uhr: Trotz eines möglichen Anstieges der Fallzahlen des Coronavirus Sars-CoV-2 im Süden verbreiten Italiens Gesundheitsbehörden Optimismus. So sagte der Direktor Oberstem Gesundheitsinstitut Italiens, Silvio Brusaferro, dass der Höhepunkt der Ausbreitung des Virus „in den nächsten Tagen“ erreicht werden könnte.

Eine wichtige Rolle bei der Verlangsamung der Ausbreitung spielen nach Ansicht von Brusaferro die strilkten Ausgangsbeschränkungen und der Produktionsstopp vieler Betriebe angesichts der Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2.

Der Virologe Fabrizio Preglisaco hatte zuvor im italiensichen Radio erklärt, dass es keinen landesweiten Höhepunkt geben werde. Dieser sei von Region zu Region unterschiedlich.

Starke Zunahme der Sars-CoV-2-Fälle im Süden Italiens befürchtet

+++ 14.16 Uhr: In Italien wächst die Angst vor einem größeren Ausbruch des Coronavirus Sars-CoV-2 im bisher weniger stark betroffenen Süden des Landes. Wie die „BBC“ berichtet, nähmen die Covid-19-Todesfälle im ärmeren Teil von Italien stark zu. Es bestehe Sorge, dass das Gesundheitssystem überwältigt werden könnte. 

In den Regionen Kampanien mit der Hauptstadt Neapel und Latium mit Italiens Hauptstadt Rom drohen Gebiete stärker von der Corona-Pandemie betroffen zu sein, die schlechter ausgestattet sind als etwa die Lombardei. Bisher hat es laut „BBC“ in Kampanien 74 Covid-19-Tote und in Latium 95 geben. Der Präsident von Kampanien Vincenzo De Luca richtete sich mit einem offenen Brief an Italien Premierminister Guiseppe Conte: „Es besteht die reale Möglichkeit, dass die Tragödie der Lombardei bald zur Tragödie des Südens wird“, heißt es darin und weiter: „Wir stehen vor einer großen Ausweitung von Infektionen." 

Auch die Region Kalabrien an der „Stiefelspitze“ Italiens ist zunehmend von der Coronavirus-Pandemie betroffen: Wie das Nachrichtenportal „Corriere della Sera“ berichtet, seien dort in der Provinz Catanzaro fünf Gemeinden abgeriegelt worden.

+++ 9.55 Uhr: In Italien ist die Trendwende im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 verpufft: Die Zahl der Covid-19-Todesopfer und auch derCorona-Neuinfektionen hat nach vier Tagen erstmals wieder zugenommen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden erlagen binnen 24 Stunden 712 Menschen der vom Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. 6153 weitere Menschen wurden nach den Berechnungen der US-amerikanischen „Johns-Hopkins-University“ innerhalb eines Tages in Italien positiv auf das Virus getestet, die beiden Tage zuvor waren es demnach jeweils rund 5200. Die Hoffnungen, die verheerende Coronavirus-Epidemie könnte in Italien auf dem Rückzug sein, haben sich damit vorerst zerschlagen.

Besonders betroffen ist weiterhin die Lombardei mit 2500 neuen Fällen. Der erneut starke Anstieg der Anzahl der Corona-Positiven in der Region in Nord-Italien hängt laut Regionalpolitikerin Melanie Rizzoli „mit der Tatsache zusammen, dass mehr Tests durchgeführt wurden“.,Mehr positive Tests, erklärt Rizzoli, bedeuteten nicht zwingend, dass die Ausbreitung des Coronavirus wieder verstärkt zunehme. Ein weiterer Indikator der diesem Trend widerspreche sei, dass die Anzahl der Krankenhaus-Aufenthalte nicht zugenommen habe.

„Ich weiß nicht, ob wir den Höhepunkt erreicht haben oder ob wir etwas versäumt haben“, sagte der Präsident der Lombardei, Attilio Fontana, vor Reportern. „Alles, was ich sagen kann, ist, dass ich besorgt bin.“ Massimo Galli, Chefarzt für Infektionskrankheiten am Mailänder Krankenhaus Luigi Sacco, schilder die verzweifelte Lage laut „La Repubblica“ so: „Es ist, als wäre die ganze Lombardei ein riesiges Krankenhaus.“ Besonders die Zahlen aus der Hauptstadt der Region, Mailand, wo fast 900 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden verzeichnet wurden, bereitet der Region Sorge, dass sich die Metropole zu einer neuen „Brutstätte“ für das Virus entwickeln könnte. 

Italien meldet wegen Corona-Sperren weniger Verbrechen

+++ 27.03., 06.45 Uhr: In Italien ist die Anzahl der Verbrechen im Zuge der Ausgangssperren in der Corona-Krise nach Angaben der Regierung stark gesunken. Vom 1. bis 22. März seien etwa 53.000 Straftaten gemeldet worden, 64 Prozent weniger als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, teilte das Innenministerium mit. Unter anderem Drogendelikte, Kindesmissbrauch und sexuelle Verbrechen seien zurückgegangen.

Die Zahl der Infizierten ist derweil auf 80.589 gestiegen. 8215 Menschen sind an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Damit betrüge die Sterberate mehr als 10 Prozent, doch ob die Zahlen wirklich korrekt sind, ist derzeit sehr umstritten.

+++ 17.48 Uhr: In deritalienischen Stadt Rimini ist ein 101-Jähriger vom Coronavirus geheilt worden. Das teilten Behörden der Stadt mit.

Der Mann habe harte Zeiten durchlebt mit Krieg, Schmerz und Hunger, aber auch Fortschritt und Wiederaufbau gesehen, schrieb die Vize-Bürgermeisterin der Stadt Gloria Lisi in Italien.

Der 101-Jährige aus Italien, dessen Name nicht bekannt gegeben wurde, kam im Jahr 1919 zur Welt. Damals wütete die Spanische Grippe in Europa, welche mit einer Sterblichkeit von 1,5 bis zu 6 Prozent weitaus tödlicher verlief, als die aktuelle Coronavirus-Pandemie.

Italienische Serie A soll trotz Corona zu Ende gespielt werden

+++ 14.52 Uhr: Der italienische Fußball will die derzeit wegen der Coronavirus - Pandemie ausgesetzte Saison der Serie A zu Ende spielen und angesichts der Einnahmenausfälle Unterstützung suchen. Auf diese beiden Ziele wollten sich der Verband FIGC und die 20 Spitzenclubs mit Vertretern der Regierung auf einem Treffen am Donnerstag einigen. 

Es gehe aber nicht um Geld, betonte Verbandspräsident Gabriele Gravina im Sender „Radio Marte“. Vielmehr denke man über gekürzte Spielergehälter, ausgesetzte Mieten für Stadien oder Wettbüros als Sponsoren nach - letzteres war den Clubs bisher verboten. 

Italiens Fußball rechnet mit Verlusten von bis zu 700 Millionen Euro, sollte die Saison nicht zu Ende gespielt werden. Dies könnte sich auf 100 Millionen Euro reduzieren, falls die Spiele wieder aufgenommen werden. Der italienische Staat erwägt dem Vernehmen nach Hilfen für die Clubs, die jährlich etwas eine Milliarde Euro an Steuern einbringen. 

„Ich bin mir bewusst, dass es noch zu früh ist, über ein Datum für eine Wiederaufnahme nachzudenken“, sagte Gravina dem Radiosender. „Aber wir müssen positiv denken und hoffen, dass die Situation so früh wie möglich beendet werden kann.“

Corona in Italien: Lokalpolitiker fürchten, offizielle Todeszahl viel zu niedrig

+++ 14.25 Uhr: Die Corona-Zahlen in Italien sind mit mehr als 7500 Covid-19-Toten dramatisch – dennoch wachsen nun die Zweifel an den offiziellen Werten zur Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2. In Norditalien melden sich immer mehr Politiker und Behördenvertreter zu Wort, die die bestätigten Infektions- und Todeszahlen für viel zu niedrig halten. 

So wurden in Nembro bei Bergamo offiziell bislang nur 31 Covid-19-Todesfälle gemeldet, wie Bürgermeister Claudio Cancelli und der Behördenmitarbeiter Luca Foresti am Donnerstag in der Zeitung „Corriere della Sera“ schrieben. „Etwas an dieser Zahl hat uns nicht überzeugt und deshalb haben wir uns die Statistiken zu den durchschnittlichen Sterbefällen in der Gemeinde aus den Vorjahren in der Zeit von Januar bis März angeschaut“, schrieben die beiden Männer aus Nord-Italien. „Die Zahl der Sterbefälle müsste unter normalen Umständen bei ungefähr 35 liegen. In diesem Jahr haben wir aber 158 (Sterbefälle) verzeichnet, also 123 mehr als im Durchschnitt.“ Die Zahl 31 könne also nicht stimmen.

Corona-Pandemie in Italien: Bürgermeister von Brescia schlägt Alarm

Nach Angaben der beiden Männer gibt es ähnliche Auffälligkeiten in anderen Orten in Nord-Italien, vor allem in Cernusco sul Naviglio. Dort gab es demnach sechs Mal mehr Covid-19-Tote als in der offiziellen Coronavirus-Statistik auftauchen. Am Mittwoch (25.03.2020) hatte auch schon der Bürgermeister der stark betroffenen Stadt Brescia Alarm geschlagen, dass die Zahl der Infektions- und Todesfälle viel höher sei als offiziell angegeben. Viele Kranke seien bei sich zu Hause „und wir wissen nicht, wie es ihnen geht“, erklärte Emilio Del Bono. 

In die offiziellen Statistiken fließen nur Todesfälle in Krankenhäusern und Altenheimen ein. Der bekannt italienische Virologe Roberto Burioni hält auch die Zahl der Infizierten für falsch, weil Erkrankte ohne Symptome nicht mitgezählt werden.

Coronavirus in Italien: Höhepunkt laut WHO noch nicht erreicht

+++ 13.25 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht bei der Entwicklung der Coronavirus-Pandemie in Europa „ermutigende Zeichen“ – für Entwarnung im am schlimmsten betroffenen Land Italien sei es jedoch zu früh. Auch wenn die Zahlen zuletzt auf eine Trendwende hindeuteten, habe das Land bei der Ausbreitung desCoronavirus Sars CoV-2 keineswegs den Höhepunkt erreicht, hob der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag (26.03.2020) hervor. „Die Covid-19-Situation ist ein Marathon, kein Sprint. Optimistisch zu bleiben sowie körperlich und mental gesund, ist der Schlüssel zu unserer Widerstandsfähigkeit bei der Bewältigung dieser Herausforderung“, sagte Kluge.

In Italien starben nach Angaben vom Mittwochabend bereits mehr als 7500 Menschen an der durch das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 – so viele wie in keinem anderen Land der Welt. Bei insgesamt 74.400 Menschen in dem EU-Land wurde eine Infektion nachgewiesen. In den vergangenen Tagen verlangsamte sich den offiziellen Zahlen zufolge aber der Anstieg bei den Coronavirus-Neuinfektionen. Die Zahl der Neuinfektionen erreichte am Mittwoch ihren geringsten Zuwachs seit Beginn der Pandemie: Sie stieg noch um 7,5 Prozent.

Corona-Pandemie in Italien: Papst nach weiterem Fall im Vatikan getestet

+++ Update 26.03.2020, 11.12 Uhr: Ein italienischer Geistlicher, der im selben Gebäude wie Papst Franziskus lebt, ist Medienberichten zufolge positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Der Mann, der seit Jahren im Gästehaus Santa Marta wohne, sei ins Krankenhaus eingeliefert worden, berichteten mehrere italienische Zeitungen am Donnerstag (26.03.2020). In Italien sind laut der der Zeitung „Avvenire“ bereits 67 Priester an Covid-19 gestorben. Die Zeitungen „La Stampa“ und „Il Messaggero“ berichteten, das Gästehaus werde nun desinfiziert.

Die „Corriere della Sera“ berichtet, dass sich in Folge der Corona-Diagnose im Vatikan nun auch der Papst selbst einem Test unterzogen habe: Dieser sei negativ ausgefallen und habe für ein „Aufatmen“ im Vatikan gesorgt. Bisher gibt es im Vatikan fünf bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Der Papst lebt dem Bericht zufolge seit Wochen in einem Zustand der Halbisolation: allein in seinem Zimmer mit angrenzendem Arbeitszimmer werde er mit Mittag- und Abendessen versorgt. 

Corona-Pandemie in Italien: Zahlen bleiben dramatisch

+++ 19.37 Uuhr: Die Zahl der Toten infolge der Corona-Pandemie bleibt mit 683 innerhalb eines Tages weiter hoch. Wie der Zivilschutz in Rom am Mittwoch mitteilte, verzeichneten die Behörden bei den aktuell Infizierten rund 3500 Fälle mehr als am Dienstag. Auch an den drei vorausgegangenen Tagen war das Plus an registrierten Neuinfektionen jeweils leicht gefallen. Mehrere Experten mahnten, dass man erst nach einer Woche oder mehr von einer wirklichen Trendumkehr bei den Infektionen ausgehen könne.

Insgesamt registrierte Italien bisher 74.386 Corona-Fälle. Mehr als 7500 Menschen starben seit Februar in Folge des Erregers Sars-CoV-2. Italien ist in Europa das am härtesten getroffene Land. Mehr als 9000 Menschen gelten inzwischen als geheilt. Am Dienstag hatten die Behörden 743 neue Corona-Tote beklagt.

Coronavirus in Italien: Zivilschutz-Chef hat Fieber

+++ 15.36 Uhr: Der Leiter des italienischen Zivilschutzes Angelo Borrelli soll nach Informationen mehrerer Medien Fieber haben. Das berichtet unter anderem die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Demnach sei noch nicht klar, ob er sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert habe, eine Test stehe noch aus. Die Pressekonferenz des Zivilschutzes um 18 Uhr wurde abgesagt.

+++ 15.12 Uhr: Die italienische Regierung hat die Strafen für Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie drastisch verschärft. Wer positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet wird und sich bewusst nicht an die Quarantäne hält, kann nun mit Gefängnis von bis zu fünf Jahren bestraft werden. Das stand in einem am Dienstagabend veröffentlichten Dekret der Regierung in Rom.

Kurz zuvor hatte Ministerpräsident Giuseppe Conte höhere Geldstrafen von 400 bis 3000 Euro angekündigt für die Verletzung von Coronavirus-Regeln durch die Menschen. Bisher drohte den 60 Millionen Italienern bei Vergehen wie dem Verlassen des Hauses ohne triftigen Grund eine Strafe von 206 Euro, auch eine Haft von bis zu drei Monaten war möglich.

Das von Conte vorgestellte Dekret sieht vor, dass regionale Autoritäten im Kampf gegen das Virus zeitweise eigene Maßnahmen erlassen dürfen, wie der Premier ankündigte.

Coronakrise in Italien: Past Franziskus ruft wegen Pademie Gott um Hilfe

+++ 12.42 Uhr: Papst Franziskus hat bei einem Vaterunser-Gebet, das Christen aller Welt sprechen sollten, Gott um Hilfe in der Coronakrise gerufen. „In diesem Moment wollen wir um Gnade für die Menschheit bitten, die von der Coronavirus-Pandemie schwer getroffen wurde“, sagte der Pontifex am Mittwoch (25.03.2020) vor dem Vaterunser, das Christen aller Konfessionen zusammen beten sollten. „Wir tun es gemeinsam, Christen jeder Kirche und Gemeinschaft, jeden Alters, jeder Sprache und jeder Nation.“ Er betete für die Kranken und ihre Familien sowie für die Mitarbeiter in Behörden und Krankenhäusern – vor allem Italien ist mit inzwischen fast 7000 Covid-19-Toten betroffen. 

Auch die Kirche in Italien hat die Krise hart getroffen, vor allem in der Region Lombardei. Die Zeitung der italienischen Bischofskonferenz „Avvenire“ geht von insgesamt fast 70 toten Priestern aus. In Rom wurden zwei Klöster isoliert, in der Dutzende infizierte Nonnen leben. Der Almosenverwalter des Papstes, Kardinal Konrad Krajewski, überbrachte den Nonnen zuletzt Joghurt und frische Milch vom vatikanischen Bauernhof in Castel Gandolfo bei Rom.

Schon vor etwa eineinhalb Wochen hatte Papst Franziskus mit einer besonderen Aktion auf sich sich aufmerksam gemacht. An einem Sonntag (15.03.2020) verließ er den Vatikan zu Fuß nur in Begleitung von Personenschützern und pilgerte durch Rom zu verschiedenen Kirchen, um für „das Ende der Pandemie zu beten“, wie die italienische Zeitung „La Repubblica“ berichtete.

Coronakrise in Italien: Metallarbeiter streiken

+++ 11.44 Uhr: Mitten in der Coronakrise haben Metallarbeiter in Italien die Arbeit niedergelegt und einen Streik begonnen. Gewerkschaften hatten den Streik am Montag (23.03.2020) angekündigt und  der Regierung vorgeworfen, im Kampf gegen die Corona-Pandemie nicht flächendeckend genug Firmen und Fabriken geschlossen zu haben. Die Streiks seien seit Mittwochmorgen (25.03.2020) im Gange und betreffen die gesamte metallverarbeitende Industrie in den Regionen Lombardei im Norden und Latium in der Mitte Italiens, wie das Nachrichtenportal „Il Messaggero“ berichtet. Ausgenommen vom Streik sind demnach Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem Krankenhaus- und Gesundheitswesen sowie der Medizintechnik. 

Um 12 Uhr wollen sich Vertreter von Regierung und Arbeitnehmern für Verhandlungen treffen. Die Arbeitnehmer kritisieren, dass in den Unternehmen nicht genügend gegen die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus Sars-CoV-2, dass in Italien bereits fast 7000 Tote gefordert hat, getan wird. Sie fordern die Schließung aller Betriebe, die nicht systemrelevant sind. Der Gewerkschafter Andrea Donega sagte im italienischen Fernsehen: „Wir werden mit der Regierung sprechen, um die Liste der Schließungen zu verlängern.“ Ein weiterer Vertreter sagte: „Wir wollen das Land nicht zum Stillstand bringen, sondern nur dort streiken, wo die Unternehmen keine Sicherheitsgarantien geben.“ Regierungsvertreter äußerten sich kritisch über den Streik und sagten, es sei jetzt nicht die Zeit für Arbeitskampf.

Corona-Pandemie: Italien verschärft Strafen – bis zu fünf Jahre Haft möglich

+++ Update vom 25.03.2020, 6.38 Uhr: Die Regierung in Italien hat die Strafen für Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie drastisch erhöht. Wer positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet sei und sich vorsätzlich nicht an die Quarantäneauflage halte und die Wohnung verlasse, könne mit Gefängnis von einem bis zu fünf Jahren bestraft werden, stand in einem am Dienstagabend (24.03.2020) veröffentlichten Dekret der Regierung in Rom. 

Schon zuvor hatte Ministerpräsident Giuseppe Conte auch höhere Geldstrafen von 400 bis 3000 Euro angedroht. Bisher drohte bei Vergehen eine Strafe von 206 Euro, auch eine Haft von bis zu drei Monaten war möglich. Italiens Polizei hat seit Einführung der Ausgangsverbote im Kampf gegen die Corona-Pandemie am 10. März mehr als zwei Millionen Menschen kontrolliert. Dabei habe es mehr als 100 000 Anzeigen wegen Verstößen gegeben, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Kontrolliert wurden zum Beispiel Menschen, die versuchen, aus dem stark von der Covid-19-Krankheit betroffenen Norden in Ferienhäuser und zu Familien in den Süden zu fahren. Das ist nicht erlaubt.

Auch in Deutschland sind harte Strafen möglich – so etwa in Nordrhein-Westfalen. Zur Umsetzung des Kontaktverbots, das die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 eindämmen soll, hat dort die Landesregierung einen Straf- und Bußgeldkatalog veröffentlicht. Grundlage ist das Infektionsschutzgesetz. Öffentliche Treffen von mehr als zwei Personen können demnach mit 200 Euro pro Person bestraft werden, Grillen in der Öffentlichkeit gar mit 250 Euro pro teilnehmender Person. Wer sich gemeinsam mit mehr als zehn Personen in der Öffentlichkeit aufhält, dem droht – ähnlich wie in Italien – eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. „Das sind harte Strafen. Aber wer nicht hören will, muss eben zahlen oder wird aus dem Verkehr gezogen“, erklärte NRW-Innenminister Herbert Reul.

Corona-Pandemie: Keine Trendumkehr – wieder über 700 Tote in Italien

+++ 18.38 Uhr: In Italien sind wieder mehr als 700 Menschen innerhalb eines Tages in Folge der Corona-Pandemie gestorben. Damit wurden kurzzeitig aufgeflammte vorsichtige Hoffnungen auf eine rasche und deutliche Abflachung der Virus-Kurve deutlich gedämpft. 

Insgesamt zählte der italienische Zivilschutz bisher 6820 Todesopfer - das waren am Dienstag 743 mehr als am Vortag. In den beiden Tagen davor hatte es jeweils etwas weniger neue Tote gegeben als zuvor. Die Zahl der Menschen, die in Italien positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet wurden, stieg auf über 69.000. Das teilte Zivilschutzchef Angelo Borrelli mit.

Italien befindet sich in der schwersten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg

+++ 17.21 Uhr: Zollbeamte in Italien haben am Dienstag in Ancona fast 2000 Beatmungsgeräte beschlagnahmt, die für die Behandlung vonCovid-19-Patienten nach Griechenland geliefert werden sollten. Der italienische Wirtschafts- und Finanzminister Roberto Gualteri teilte via Twitter mit: „Dank der Intervention der Guardia di Finanza (ital. Zoll-Spezialeinheit, Anm. d. Red.) und des Zolls wurden 1.840 Beatmungsgeräte beschlagnahmt, die trotz des Verbots ins Ausland transportiert werden sollten.“ Sie sollen nun umgehend an Krankenhäuser geliefert werden, die sie zur Behandlung von Covid-19-Patienten dringend benötigen. 

Die Beatmungsgeräte und die dazugehörenden Masken und Schläuche seien auf einem Lastwagen entdeckt worden, der gerade auf eine Fähre nach Griechenland fahren wollte, teilten Polizei und Zoll mit. Der Export solcher Geräte ist in Italien seit Ende Februar verboten. 

Pandemie in Italien: Priester überlässt Corona-Mitpatient Beatmungsgerät – und stirbt

+++ 13.59 Uhr: In Italien befinden sich Priester als Seelsorger in Zeiten der Corona-Pandemie in besonderer Gefahr - etliche sind wegen des Kontakts zu Covid-19-Patienten bereits gestorben. Nun hat ein italienischer Priester mit einer selbstlosen Tat inmitten der Corona-Krise weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Laut Medienberichten rettete der 72-Jährige Priester einem ebenfalls am Virus erkrankten Mitpatienten das Leben, indem er ihm das eigene Beatmungsgerät überließ. Der Geistliche selbst starb wenig später an den Folgen der Krankheit. 

Seine Kirchengemeinde nahe Bergamo hatte das Gerät den Angaben zufolge speziell für den mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierten Priester erworben, weil es in der Region an entsprechender Ausstattung in den Kliniken mangelt. Don Giuseppe Berardelli habe jedoch darauf bestanden, den lebenswichtigen Apparat an einen jüngeren - ihm nicht bekannten - Patienten weiterzugeben.

Corona-Pandemie in Italien: Mindestens 60 Priester gestorben

„Don Giuseppe ist als Priester gestorben“, zitiert das Lokalblatt „Araberara“ einen Pfleger, der Berardelli kannte. Die Tat habe ihn „tief berührt“. Auch in den sozialen Netzwerken löste die Nachricht große Anteilnahme aus. Ein Nutzer schrieb auf Twitter: „Dieser Mann ist ein Held! Die meisten würden in solch einer Lage nicht einmal eine Rolle Klopapier hergeben.“ 

Bislang sind in Italien mindestens 60 katholische Priester an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Viele waren einem Appell von Papst Franziskus gefolgt und wollten den Gläubigen in schwerer Zeit beistehen. Die meisten Opfer in den Reihen des Klerus verzeichnete des Bistum Bergamo. Mindestens 17 Geistliche ließen dort ihr Leben. Die norditalienische Provinz ist besonders von der aktuellen Notlage betroffen.

Coronakrise: Hoffnung in Italien – doch Behörden warnen vor Optimismus

+++ Update vom 24.03.2020, 11.18 Uhr: In Italien scheint der Höhepunkt der Corona-Pandemie überschritten. Nach offiziellen Angaben vom Montagabend (23.03.2020) sank die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 zuletzt von mehr als 6500 auf knapp 4800. 601 Menschen starben innerhalb von 24 Stunden an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19. Dies entspricht einem leichten Rückgang von sechs Prozent.

Doch die italienischen Gesundheitsbehörden warnen nun vor vorschnellem Optimismus angesichts des Rückgangs bei den Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus Sars CoV-2. „Wir dürfen uns keine Illusionen wegen eines leichten Rückgangs machen“, sagte der Direktor des italienischen Gesundheitsinstituts (ISS), Silvio Brusaferro, am Dienstag (24.03.2020) im Sender Rai Radio2. Er rief die Italiener eindringlich dazu auf, die Ausgangsbeschränkungen wegen des Coronavirus weiter einzuhalten.

Coronakrise in Italien: Vorsichtige Hoffnung

+++ 19.31 Uhr: Italien hofft auf eine Verlangsamung der Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2. Die Regierung meldete zwar immer noch rund 600 Tote für diesen Montag (23.03.2020), das sind jedoch weniger als am Wochenende. Die Zahl der Opfer hatte am Samstag (21.03.2020) mit 793 Toten einen traurigen Höchststand erreicht. Die Regierung in Italien hatte ihre Maßnahmen gegen Corona nochmals verschärft. Nun scheint sich der Trend zumindest etwas zu verlangsamen. 

„Es reicht nicht aus, zwei Tage eine Verlangsamung der Ansteckung zu sehen - und hoffen wir, dass es heute der zweite Tag wird -, um zu sagen, dass alles in Ordnung ist", sagte der Regionalkommissar Giulio Gallera dem Sender Rai1. Italien musste bisher nach den Daten der John-Hopkins-Universität über 6000 Todesfälle aufgrund der Coronavirus-Pandemie beklagen. Über 63.000 Menschen haben sich bisher mit dem Coronavirus infiziert.

Wegen der Coronavirus-Pandemie will Italien seine Häfen für gerettete Flüchtlinge nicht öffnen. Das bekräftigte der italienische Außenminister Luigi Di Maio nach einer Video-Konferenz der europäischen Außenminister. Er verwies darauf, dass Italien durch die Coronavirus-Krise schon überlastet sei. Seit ihrer Gründung 2015 hatte die Militär-Mission "Sophia" rund 45.000 gerettete Migranten nach Italien gebracht.

Virologen: Fußballspiel war wohl Beschleuniger für Corona-Ausbreitung in Italien

+++ 14.35 Uhr: Nach Ansicht italienischer Gesundheitsexperten könnte das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League zwischen Atalanta Bergamo und dem FC Valencia (4:1) ein Grund sein, weshalb die Stadt Bergamo und deren Umgebung besonders stark vom Coronavirus betroffen sind. Die Partie war am 19. Februar vor 44.236 Zuschauern im Mailänder San-Siro-Stadion ausgetragen worden und könnte ein Beschleuniger in der Coronakrise sein, die Rede ist in Italien nun vom „Spiel null“.

Coronavirus in Bergamo am stärksten

Wegen des Champions-League-Spiels waren 44.000 Atalanta-Tifosi zum San-Siro-Stadion nach Mailand gereist. „Sie waren in Bussen, Zügen oder auf Autobahn-Raststätten und Restaurants in engem Kontakt“, sagte Francesco Le Foche, Leiter der Abteilung für Infektiologie der römischen Poliklinik „Umberto I“. Und dann „ist die Epidemie in Bergamo genau zwei Wochen nach diesem Spiel explodiert“ – also direkt nach Ablauf der Inkubationszeit. Zuvor soll die hohe Anzahl internationaler Unternehmen in der Gegend um Bergamo die Ausbreitung des Virus Corona gefördert haben.

Aufgrund des Umbaus im eigenen Stadion und der hohen Nachfrage für Tickets war Atalanta Bergamo ins San Siro nach Mailand umgezogen. Eine Absage oder ein Geisterspiel waren damals noch kein Thema.

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, waren unter den Fans auch 540 Zuschauer aus dem Val Seriana, einem heute bekannten Infektionsherd.

Corona in Italien: Arbeiter protestieren

+++ 14.25 Uhr: In Italien regt sich unter Arbeitern Protest gegen das im am Wochenende im Kampf gegen die Corona-Pandemie erlassene Regierungsdekret. Dieses besagt, dass bis zum 3. April Firmen und Fabriken geschlossen bleiben sollen, die nicht essenziell wichtig für das tägliche Leben sind. Doch aus Sicht der Gewerkschaften geht das nicht weit genug. Es erlaube immer noch zu vielen Firmen, trotz der Coronavirus-Krise den Betrieb fortzuführen.

Nach den Metallarbeitern kündigten deshalb am Montag (23.03.2020) auch die Mitarbeiter im Chemiesektor Arbeitsniederlegungen in der norditalienischen Lombardei Streik an. Ein Vertreter des Italienischen Metallarbeiterverbands FIM-CISL forderte: „Es sind restriktivere Maßnahmen erforderlich.“ In einem Streikaufruf, der via Twitter geteilt wurde, heißt es zur Liste der Firmen, die nach dem Willen der Regierung weiterarbeiten sollen: „Wir glauben, dass die Liste zu stark erweitert wurde, einschließlich Sektoren, die wenig oder gar nicht notwendig sind.“ Man befürchte, dass das Leben und die Gesundheit der Menschen „erneut der Logik des Profits“ unterworfen werde. Um mehr Corona-Infizierte und Covid-19-Tote zu verhindern, werde man „ohne wenn und aber“ intervenieren und rufe zum Streik auf.

Wie „La Repubblica“ berichtet, haben bereits erste Streiks in Unternehmen von Nord- bis Süd-Italien begonnen. Die Landwirtschaftsministerin Teresa Bellanova forderte im italienischen Fernsehen zur Mäßigung auf: „Jetzt ist nicht die Zeit für Streiks.“

Coronavirus-Pandemie: Italien schränkt Bewegungsfreiheit weiter ein

+++ 11.28 Uhr: Italien geht im Kampf gegen die Corona-Pandemie einen weiteren, extremen Schritt: Bis zum 3. April sollen in der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone alle Firmen und Fabriken dichtbleiben, die nicht essenziell wichtig für das tägliche Leben sind. Dieser Beschluss zieht weitere Beschränkungen in der Bewegungsfreiheit der italienischen Bevölkerung nach sich. 

Die Anordnung der Innenministerin Luciana Lamorgese und des Gesundheitsministers Roberto Speranza verbietet allen Italienern, „sich mit öffentlichen oder privaten Transportmitteln in einer anderen Gemeinde als der, in der sie sich befinden, zu bewegen“, heißt es. Nur für arbeitsrelevante oder gesundheitlich begründete Fahrten gelten Ausnahmen. Dies soll die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 eindämmen.

Corona-Pandemie in Italien: Lange Staus vor Fähren nach Sizilien

Ziel der Verordnung sei, zu verhindern, dass Menschen nach der Schließung zahlreicher Fabriken von Nord nach Süd oder von einer Gemeinde in eine andere in ihre Heimat mit dem Coronavirus im Gepäck zurückkommen. Dazu war es bereits vermehrt gekommen, als Schulen geschlossen wurden und die Lombardei zur „roten Zone“ wurde. Die Corona-Epidemie in Italien weitete sich so von Nord-Italien auf andere Regionen des Landes aus.

Kurz bevor die neue Beschränkung in Kraft trat, kam es im Süden Italiens am Sonntag an der Straße von Messina zu langen Staus, wie die „La Repubblica“ berichtet. Hunderte von Autofahrern wollten demnach am Abend noch von Kalabrien nach Sizilien per Fähre übersetzen. Auf Twitter teilten Nutzer Bilder von langen Autoschlangen. Der Präsident der Region Sizilien Sebastiano Musumeci kritisierte die Unbelehrbaren: „Es ist unmöglich und ich akzeptiere dies nicht. Ich habe den Präfekten gebeten, sofort Maßnahmen zu ergreifen. Es gibt ein Dekret der Innenministerin und des Gesundheitsministers, das dies verbietet.“ Er forderte, in Kalabrien strengere Kontrollen durchzuführen.

Corona-Pandemie in Italien: Kuba schickt Dutzende Mediziner

+++ 10.25 Uhr: Italien erhält bei seinem Kampf gegen die Corona-Pandemie Hilfe aus vielen Ländern – jetzt auch aus dem kommunistisch regierten Inselstaat Kuba: Seit dem Wochenende sind 52 kubanische Mediziner in der Lombardei, um dem am schlimmsten vom Coronavirus Sars-CoV-2 betroffenen Land zu helfen. Auch andere Länder, etwa Jamaika, haben in der Corona-Krise um die Entsendung kubanischen Medizinpersonals gebeten. Was steckt dahinter?

Tatsächlich sind Kubas größte Exportschlager nicht etwa Rum oder Zigarren, sondern: Ärzte und Pfleger. Deren Entsendung wie jetzt in der Corona-Krise ins Ausland ist die wichtigste Einnahmequelle des Karibikstaates – im Jahr 2018 waren es rund 6,4 Milliarden US-Dollar (etwa 5,9 Milliarden Euro). 

Kubanische Ärzte und Pfleger arbeiten derzeit im Auftrag ihrer Regierung in gut 60 Ländern, wo sie teils dringend benötigte Beiträge zur Gesundheitsversorgung leisten. Sie sind für den sozialistischen Staat auch ein Mittel der Diplomatie. Großes Lob gab es international für ihren Einsatz 2014 im Kampf gegen Ebola in Afrika. Das soll nun auch der Einsatz im schwer von der Corona-Pandemie betroffenen Italien bringen. Im Land sind nach Erhebungen der „Johns Hopkins University“ inzwischen fast 60.000 Menschen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert.

Seit dem Wochenende sind 52 kubanische Mediziner in Italien, um im Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 zu helfen.

Corona-Pandemie: Italien macht mehr Firmen und Fabriken dicht

+++ Update vom 23.03.2020, 6.34 Uhr: Italien kämpft verzweifelt gegen die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 an und fährt das Land mindestens bis Anfang April noch weiter runter: Ab heute bleiben in der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone alle Firmen und Fabriken dicht, die nicht essenziell wichtig sind für das tägliche Leben. 

Am Sonntag (22.03.2020) verfügte der Wirtschaftsminister von Italien Stefano Patuanelli (5-Sterne-Partei) das neue Dekret zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Neben den wirtschaftlichen Beschränkungen wird damit auch die Bewegungsfreiheit der italienischen Bevölkerung noch einmal eingeschränkt. Von den Maßnahmen ist auch eine Region in Süd-Italien betroffen. „Die Basilikata schließt wie die Lombardei aus Vorsichtsgründen“, verkündete Patuanelli laut „La Repubblica“. Die Provinz in der norditalienischen Lombardei ist die am schwersten betroffene in Italien.

Der Präsident der Basilikata Vito Bardi ergriff Maßnahmen, um die Einreise in die Region zu beschränken. So soll „eine mögliche und wahrscheinliche Welle von Arbeitern aus der Lombardei“ und weitere Infektionen mit Coronavirus Sars-CoV-2 verhindert werden. 

Corona-Pandemie: Italien in der „schwersten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg“

+++ 18.45 Uhr: In Italien sind im Zuge der Coronavirus-Pandemie innerhalb der letzten 24 Stunden 651 Menschen ums Leben gekommen, wie der Zivilschutz am Sonntag laut der dpa mitteilte. Damit steigt die Zahl der Toten durch das Coronavirus Sars-Cov-2 auf 5476. Nach den 793 Toten am Samstag ist die heutige Zahl die zweithöchste für Italien. Die Behörden vermeldeten zudem einen Zuwachs von gut zehn Prozent unter den Coronavirus-Infizierten. Italien ist das in Europa am stärksten von der Pandemie betroffene Land, am Donnerstag überholte es China hinsichtlich der Todesfälle durch den Coronavirus.

+++ 14.45 Uhr: Wegen der dramatischen Lage in Italien während der Corona-Pandemie sendet Russland medizinische und personelle Hilfe in das Land. Auf dem Militärflughafen Tschkalowski in der Nähe von Moskau starteten am Sonntag die ersten von neun Flugzeugen des Typs Iljuschin Il-76 nach Italien, wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte. Insgesamt sollten acht Brigaden mit entsprechender medizinischer Ausrüstung in das südeuropäische Land verlegt werden. Das Ministerium machte keine Angaben zur Zahl der Mitglieder je Brigade.

Fast 5000 Tote in Italien

+++ 11.18 Uhr: Mittlerweile haben sich in Italien 53.578 Menschen mit dem Coronavirus (Sars-CoV-2) infiziert. 4825 Menschen sind in Italien an Covid-19 gestorben. Die Zahl der diagnostizierten Fälle spiegelt jedoch nur einen Bruchteil der tatsächlichen Zahl der Infektionen wider, da in vielen Ländern nur noch die Fälle getestet werden, die einen Krankenhausaufenthalt erfordern. 

Der an Covid-19 erkrankte italienische Mittelstreckenläufer Edoardo Melloni (29) appelliert an die Vernunft der Jogger in seinem Land. Es gebe kein Risiko durch das Laufen an sich, sagte er in einem Interview, das der "Tagesspiegel" ins Deutsche übersetzt hat (Sonntag). Das Problem sei jedoch, dass sich viele Jogger Risiken aussetzen und Menschenmassen nicht meiden würden. Laut Melloni fehlt vielen momentan gesunder Menschenverstand. Es sei daher unvermeidlich, dass die Regierung strengere Regeln beschließe. " (...) auch wenn damit diejenigen getroffen werden, die bisher vernünftig im Freien Sport getrieben haben", sagte der Leistungssportler.

Update vom 22.3.2020, 7.30 Uhr: Italien schließt angesichts immer weiter steigender Totenzahlen die gesamte nicht lebensnotwendige Produktion. Davon seien Supermärkte, Banken, Post und Apotheken ausgenommen, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Samstagabend. 

„Es ist die schwerste Krise für das Land seit dem Zweiten Weltkrieg.“ Nun werde jede produktive Tätigkeit eingestellt, „die nicht entscheidend und unerlässlich dafür ist, uns essenzielle Güter und Dienstleistungen zu garantieren“. Diese drastische Maßnahme in der drittgrößten Volkswirtschaft in der Eurozone soll zunächst bis 3. April gelten.

Corona in Italien - Fast 800 Tote an einem Tag

+++ 18.15 Uhr: In Italien sind innerhalb von 24 Stunden fast 800 weitere mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Menschen gestorben. Die Zahl der Todesopfer sei um 793 auf 4825 gestiegen, wie der italienische Zivilschutz am Samstag mitteilte. Damit erreichte die Zahl der täglichen Todesopfer der Pandemie in dem EU-Land ebenso einen neuen traurigen Rekord wie die Zahl der Neuansteckungen, die mit 6557 angegeben wurde.

+++ 12.30 Uhr: Für die vielen Covid-19-Toten gibt es in der italienischen Stadt Bergamo seit langem keinen Platz mehr - erneut müssen daher Militärwagen die Särge in andere Städte bringen. Rund 70 Särge seien in der Nacht zu Samstag weggebracht worden, damit sie in einer anderen Provinz in Italien verbrannt werden können, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. 

Allein am Freitag seien fast 90 Menschen in Bergamo gestorben. Die Provinz in der norditalienischen Lombardei ist die am schwersten betroffene in Italien. Mehr als 5100 Menschen sind infiziert, und es wird mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet. „Wir hoffen, dass wir bald Licht am Ende des Tunnels sehen, bisher sehen wir es noch nicht“, sagte Bürgermeister Giorgio Gori. 

Coronavirus-Krise in Italien: 627 Tote an einem Tag

+++ 21.3.2020, 8.45 Uhr: In Bergamo ist die Zahl der Coronavirus-Fälle nach wie vor besonders dramatisch. Tausende sind dort erkrankt. 

„Die Menschen sterben allein, ohne dass jemand kommen kann, um Abschied zu nehmen“, sagt ein Seelsorger in der Zeitung „La Stampa“. Er habe „noch nie solch schockierende Szenen erlebt wie jetzt“, so der Priester.

+++ 18.21 Uhr: Die Lage in Italien scheint immer dramatischer. Behörden haben an nur einem Tag rund 600 neue Coronavirus-Tote registriert. Die italienische Zeitung „La Repubblica“ schreibt von 627 Todesfällen innerhalb von 24 Stunden. In dem Land steigt die Zahl der Corona-Todesopfer auf insgesamt 4032. Das teilte der Zivilschutz in Rom am Freitag mit. Es gibt inzwischen 47.021 nachweislich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierte Menschen. 

Coronavirus Sars-CoV-2 in Italien: Viele Priester sterben

+++ 15.53 Uhr: Seit Wochen sind Priester in Italien ganz nah bei den Coronavirus-Patienten. Sie beten mit den Schwerkranken, geben den Sterbenden die letzte Ölung - und riskieren damit ihr Leben. Mehr und mehr Pfarrer fallen jetzt der Pandemie zum Opfer. Die Diözese Bergamo im Nordosten von Mailand scheint am stärksten betroffen zu sein. Mindestens zehn Priester seien dort an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, berichtete nun die katholische Tageszeitung „Avvenire“.

Es gebe so viele Tote - Geistliche und andere Gemeindemitglieder - dass „sie schwer zu zählen sind“, heißt es in dem Bericht. In der Stadt Parma wurden fünf Todesfälle unter Pfarrern gemeldet. Auch in Brescia, Cremona und der Metropole Mailand starben Geistliche. Alle diese Gemeinden liegen im Norden des Landes.

Laut einer Zählung der italienischen Nachrichtenagentur Ansa vom Donnerstag starben bisher 13 Ärzte. Bei den Geistlichen sind es mindestens 18 Tote. „Ausgestattet mit Atemmaske, Schutzbrille, Kappe, Kittel und Handschuhen laufen wir Pfarrer wie Zombies durch die Flure“, sagte Claudio del Monte der italienischen Nachrichtenagentur Adnkronos.

Corona-Krise in Italien: Ferrari soll bei Produktion von Beatmungsgeräten helfen

+++ 12.40 Uhr: Die italienischen Autobauer Ferrari und Fiat Chrysler sind in Gesprächen mit dem größten Hersteller von Beatmungsgeräten in Italien, um die Produktion der lebensrettenden Maschinen anzukurbeln, die im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie dringend benötigt werden. Das teilte die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf Sprecher beider Unternehmen mit. 

Demnach sei das Unternehmen Siare Engineering aus Norditalien, wo die Zahl der Covid-19-Toten immer stärker ansteigt, in Gesprächen mit Fiat Chrysler, Ferrari und dem italienischen Zulieferer Marelli, um Bauteile herzustellen, andere zu beziehen und möglicherweise bei der Montage von Beatmungsgeräten zu helfen. „Wir sprechen mit Fiat Chrysler, Ferrari und Marelli, um zu verstehen, ob sie uns bei diesem Prozess helfen können“, sagte ein Unternehmensvertreter.

Die italienische Regierung habe Siare Enginieering darum gebeten, die monatliche Produktion von Beatmungsgeräten von 160 auf 500 aufzustocken, weil das Coronavirus Sars-CoV-2 das Gesundheitssystem von Italien an den Rande des Zusammenbruchs geführt hat. Das Virus löst die Lungenkrankheit Covid-19 aus, die vor allem für ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen lebensgefährlich verlaufen kann.

Corona-Krise in Italien: 20.000 Soldaten sollen Straßen und Plätze kontrollieren

+++ 11.59 Uhr: Im schwer vom Coronavirus Sars-CoV-2 getroffenen Italien sollen tausende Soldaten zur Kontrolle des öffentlichen Raums im Kampf gegen die Corona-Pandemie zum Einsatz kommen. Da die Menschen in den Städten trotz der rasanten Verbreitung und der bereits mehr als 3400 Covid-19-Toten weiterhin zahlreich unterwegs seien, könnte die Militärpräsenz in der Mission „Sichere Straßen“ (ital.: strade sicure) jetzt um 13.000 auf insgesamt 20.000 Soldaten erhöht werden, berichten italienische Medien übereinstimmend. 

Die italienischen Autobauer Ferrari und Fiat Chrysler sollen bei der Herstellung von Beatmungsgeräten in Italien helfen.

Momentan sind demnach 7.300 Soldaten auf den Straßen von Italien im Einsatz. Laut „Corriere della Serra“ hat der italienische Verteidigungsminister Lorenzo Guerini der Partito Democratico „volle Bereitschaft des Militärs“ in der Corona-Krise angekündigt. Die Streitkräfte seien bereit, ihren Beitrag zu leisten. Vor Ort gehen die Soldaten gegen Verstöße gegen Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung der Coronavirus-Infektionen vor. Gestern kündigte Regierungschef Giuseppe Conte  an, die Ausgangssperre in über den 3. April hinaus zu verlängern. Inzwischen wird laut „Corriere della Serra“ auch darüber nachgedacht, Spaziergänge und Outdoor-Sportarten weiter zu beschränken.

Corona-Pandemie in Italien: Sterberate beängstigend hoch

+++ 20.03.2020, 07.05 Uhr: Die Sterberate in Italien ist nach wie vor außergewöhnlich und geradezu beängstigend hoch. Laut Angaben der Johns Hopkins University in Baltimore (USA) ist die Zahl der Infizierten über Nacht auf 41.035 gestiegen, 3405 Menschen sind bisher an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Die Mortalität beträgt damit knapp 8,3 Prozent.

Weil die Zahl der in Italien mit dem Coronavirus Infizierten rasant steigt, verzweifeln die Ärzte.

+++ 20.15 Uhr: In Italien liegt das Durchschnittsalter der an den Folgen des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 Gestorbenen bei 79,5 Jahren. Das teilte das italienische Institut für Gesundheit (ISS) in Rom mit. Demnach handele es sich bei 70 Prozent der Toten um Männer. Von mehr als 2.000 untersuchten Todesfällen waren nur fünf jünger als 40 - und alle litten an schweren Vorerkrankungen.

Corona-Pandemie in Italien (Sar-CoV-2): Mehr Tote als in China

+++ 18.27 Uhr: Im Zuge der Coronavirus-Pandemie hat Italien mehr Todesfälle als China gemeldet. Damit ist es das Land mit den weltweit meisten offiziell gemeldeten Toten. Bisher seien 3.405 Menschen gestorben, teilte der italienische Zivilschutz am Donnerstag in Rom mit. 

Allein in den vergangenen 24 Stunden kamen 427 weitere Todesfälle hinzu. Damit ist Italien nun das Land mit den meisten Corona-Todesopfern weltweit vor China mit nach Angaben der Behörden bisher 3.245 Todesfällen. Danach folgt der Iran mit offiziell bisher 1284 Todesopfern und Spanien mit 767. 

Vor knapp einem Monat (22. Februar) hatte Italien die ersten zwei Todesopfer durch das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 registriert. In dem Land herrscht inzwischen eine Ausgangssperre, Schulen und die meisten Geschäfte sind geschlossen.

Corona-Pandemie in Italien (Sar-CoV-2): Ärzte in Angst - „Gehen selbst zum Schlachthof“

+++ 18.01 Uhr: Die Coronakrise in Italien spitzt sich weiter zu. Vor allem Bergamo hat es hart getroffen. Militärtransporter helfen dabei, die Särge abzutransportieren. Die Krematorien der Stadt sind schlicht überfüllt. Auch die Zahl der Infizierten steigt rasant. Mehr als 4.300 infizierte Menschen sind es in Bergamo mittlerweile. 

Die Lage ist derart prekär, dass inzwischen auch Hausärzte an vorderster Front kämpfen müssen, weil die Intensivbetten alle belegt sind. Das heißt für die Ärzte aber auch: Behandeln ohne die sanitären Einrichtungen und Sicherheitsvorkehrungen. Diese bräuchte es jedoch zum Schutz der Ärzte selbst. 

Il Fatto Quotidiano“ zitiert einen der betroffenen Ärzte aus Bergamo: „Jeden Tag gehen wir zur Arbeit und riskieren unser Leben.“ Mehr noch: „Obwohl wir das wissen, kommt irgendwann wieder ein Anruf, irgendjemand, der dich um Hilfe fragt. ‚Nein‘ zu sagen ist unmöglich. Wir gehen trotzdem. Aber ohne Schutzanzüge und ohne Schutzmasken gehen wir selbst zum Schlachthof.“

Corona-Pandemie in Italien: Armee muss die Toten abtransportieren - Krematorien sind überlastet

+++15.59 Uhr: Es sind schockierende Bilder, die zeigen, wie schwer der Norden von Italien unter der Coronavirus-Pandemie leidet: Militärtransporter rollen durch Bergamo. Sie transportieren Särge mit den Körpern gestorbener Menschen. Immer wieder steuert der Konvoi Friedhöfe und Krematorien an. Wie mehrere Medien berichteten, war die italienische Armee von den Behörden in Bergamo um Hilfe gebeten worden, da die Krematorien der Stadt nördlich von Mailand die große Zahl der Toten nicht mehr aufnehmen könnten. 

Demnach bestätigte ein Armeesprecher, 15 Laster und 50 Soldaten seien abkommandiert worden, um die Leichen in benachbarte Provinzen zu bringen. Mehrere Kommunen in der angrenzenden Provinz von Monza, in Modena und der Emilia-Romagna hatten angeboten, die Särge aufzunehmen, wie der Tagesspiegel berichtete.

Bergamo ist wie ganz Norditalien von der Coronavirus-Pandemie besonders schwer betroffen. Die Leichenhäuser der Stadt sind überfüllt, Särge müssen laut Medienberichten in Kirchen gelagert werden.

Coronavirus-Pandemie: Krankenhäuser in Italien sind voll

+++ 14.32 Uhr: Krankenschwestern und Pfleger aus Italien haben in einem Video-Appell auf die dramatische Lage in den Krankenhäusern des Nordens hingewiesen. Diese werden durch Covid-19-Kranke überrannt. „Es gibt nicht mal mehr Zeit zu weinen“, heißt es. Es fehlten Material und Menschen. Die Mitarbeiter seien am Ende ihrer Kräfte. Die Ansteckungsrisiken für Helfer seien riesig: „Wir sind in Dauergefahr.“ 

Der Film mit Bildern erschöpfter, vom Masken- und Schutzbrillentragen gezeichneter Gesichter wurde zunächst in Italienisch ins Netz gestellt. In vier Tagen wurde das Stück bis Donnerstag rund 250.000 Mal aufgerufen. 

Später entstand mit Hilfe des Pfleger-Verbandes FNOPI auch eine englische Variante, um international um Hilfe zu bitten. Die Macher fordern die Italiener im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie auf: „Bleibt zu Hause!“

Coronavirus in Italien: Joggen und Spazierengehen könnten verboten werden

+++ 14.04 Uhr: Angesichts der weiterhin drastisch zunehmenden Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 könnte in Italien bald sogar das Joggen und Spazierengehen untersagt werden. Der Präsident der norditalienischen Region Emilia-Romagna, Stefano Bonaccini, unterzeichnete bereits am Mittwochabend eine Anordnung, derzufolge das Fahrradfahren und das Verlassen des Hauses zu Fuß nur noch zu medizinischen oder beruflichen Gründen sowie zum Einkaufen erlaubt sind. 

Von der landesweiten Ausgangssperre sind Joggen und Spaziergänge bisher ausgenommen. Dies könnte sich aber bald ändern. Mehrere Regionalpolitiker riefen die Regierung in Rom dazu auf, auch das Joggen und Spazierengehen zu untersagen.

„Bleiben Sie zu Hause und unternehmen Sie, soweit es möglich ist, keine Spaziergänge“, forderte der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, am Mittwoch. Der Politiker der rechtsradikalen Lega forderte die Regierung in Rom zu einer Verschärfung der Eindämmungsmaßnahmen auf. Als Beispiele nannte er ein Verbot von Spaziergängen und die Schließung von Geschäften an Sonntagen, „einschließlich Supermärkten“. 

Zaia bezeichnete auch die Auswertung von Handydaten als „ausgezeichnete Lösung“ zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Zugleich räumte er ein, dass dies ein Eingriff in das Recht auf Privatsphäre wäre.

Coronavirus in Italien: Die Zahl der Toten steigt

+++ 12.55 Uhr: In Italien mehren sich angesichts steigender Totenzahlen die Forderungen nach noch schärferen Maßnahmen. Dabei wird diskutiert, die Arbeit in allen nicht zur Versorgung notwendigen Firmen und Büros zu stoppen. 

Bisher gilt in Italien zum Beispiel der Weg zur Arbeit als ein Ausnahmegrund bei der Ausgangssperre. Die hart betroffene Lombardei wolle das forcieren, sagte der für Gesundheit zuständige Regionalkommissar Giulio Gallera nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa am Donnerstag. Die Krankenhäuser in der Region stünden vor dem Kollaps, nun kämen immer mehr jüngere Patienten, die Beatmung brauchten: „Nicht nur ältere Menschen kommen, sondern auch Menschen um 50 und 40 Jahre alt.“

Außerdem gebe es zu viele Jogger und Spaziergänger, die sich nicht an die Verbote hielten, klagten andere Politiker aus Italien. „Schließen wir alles, was nicht überlebenswichtig ist“, forderte der Oppositionsführer Matteo Salvini von der rechten Lega mit Blick auf Fabriken, die weiter arbeiten. Wenn Schuhe und Parfüm einige Zeit nicht produziert würden, sei das verkraftbar.

Coronavirus in Italien: Ausgangssperre soll verlängert werden

+++ 11.43 Uhr: Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte hat im Kampf gegen die Folgen der Coronavirus-Pandemie in Italien ein weiteres Wirtschaftspaket mit hohen Milliardenhilfen in Aussicht gestellt. Die Regierung in Rom arbeite daran und wolle es in den nächsten zwei Wochen vorstellen, sagte Conte der Zeitung „Corriere della Sera“ vom Donnerstag. 

Er rechne zudem damit, dass die strikten Maßnahmen zur Eindämmung des Virus wie Laden- und Schulschließungen sowie die Ausgangssperren in Italien für die Bürger über ihre bisherigen Fristen verlängert würden.

Coronavirus-Pandemie in Italien: Conte will Ausgangssperre verlängern

+++ 19.03.2020, 09.40 Uhr: Die Ausgangssperre in Italien wegen der Coronavirus-Pandemie muss nach Einschätzung von Regierungschef Giuseppe Conte über den 3. April hinaus verlängert werden. Es sei unvermeidbar, die verhängten Maßnahmen wie die Schließung von Schulen und Unternehmen zu verlängern, sagte Conte der Zeitung „Il Corriere della Sera“ vom Donnerstag. 

In Italien gelten landesweite drastische Beschränkungen der Reise- und Versammlungsfreiheit, die bislang bis zum 3. April dauern sollen. „Wir haben den Zusammenbruch des Systems verhindert, die restriktiven Maßnahmen wirken“, sagte der Regierungschef. Wenn nun „hoffentlich in einigen Tagen“ der Höhepunkt erreicht sei und die Zahl der Ansteckungen zurückgehe, „können wir nicht sofort zum vorherigen Leben“ zurückkehren.

Coronavirus-Pandemie: Lage in Italien spitzt sich zu

+++ 18.46 Uhr: Die Lage in Italien spitzt sich weiterhin zu. Nun gibt es neue Zahlen: In dem Land gibt es inzwischen mehr als 35.700 nachweislich mit dem Coronavirus infizierte Menschen. Die Zahl der Toten im Zuge der Pandemie stieg um insgesamt 475 auf fast 3000. Diese Zahlen gab der Zivilschutz in Rom am Mittwoch (18.03.2020) bekannt. Damit kamen innerhalb eines Tages mehr als 4000 Nachweise hinzu. Die Dunkelziffer nicht erfasster Infektionen dürfte Experten zufolge allerdings sehr hoch sein. Italien ist in Europa derzeit am härtesten von der Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit Covid-19 getroffen.

Coronavirus in Italien: Stadt Bergamo steht am Abgrund

+++ 13.30 Uhr: Die Stadt Bergamo in Italien gilt als Epizentrum für die Coronavirus-Krise in Europa. Beinahe 400 Menschen sind in der Stadt gestorben. Der Bürgermeister Giorgio Gori sprach im „Spiegel“-Interview über die Situation in der Stadt. Darin warnt er, dass die Stadt der Krise nicht mehr lange standhalten könne. Die Zahl der Kranken steige konstant und es gebe sehr viele Pflegebedürftige. 

Deutschen Bürgermeistern rät der Italiener: „Sorgt dafür, dass sich die Leute nicht mehr treffen, sondern auf Abstand gehen. Nutzt die Zeit gut, die Ihr noch zur Verfügung habt.“ 

Experte zu Coronavirus-Pandemie in Italien: „Ausgangssperre war sinnlos“

+++ 18.03.2020, 09.40 Uhr: Der Präsident des Weltärzteverbandes, Frank Ulrich Montgomery, hält Ausgangssperren nicht für ein geeignetes Mittel im Kampf gegen das Coronavirus. „Ich bin kein Freund des Lockdown. Wer so etwas verhängt, muss auch sagen, wann und wie er es wieder aufhebt“, sagte Montgomery der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vom Mittwoch. Zudem habe sich in Italien gezeigt, dass dieses Mittel nicht funktioniere. 

Dramatische Szenen aus Bergamo. Die Stadt gilt als Epizentrum der Corona-Pandemie. 

Italien habe Ausgangssperren verhängt und damit einen gegenteiligen Effekt erzielt, gab der frühere Präsident der deutschen Ärztevereinigung Marburger Bund zu bedenken. „Die waren ganz schnell an ihren Kapazitätsgrenzen, haben aber die Virusausbreitung innerhalb des Lockdowns überhaupt nicht verlangsamt.“ Ausgangssperren, wie sie neben Italien auch mehrere weitere europäische Staaten verhängt haben, seien eher eine politische Verzweiflungsmaßnahme.

In Deutschland denkt man aktuell immer lauter über eine bundesweite Ausgangssperre nach. Grund die weiterhin stark ansteigenden Zahlen an Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2. 

Coronavirus in Italien: Zahl der Toten steigt weiter – Kirchen sollen für Obdachlose öffnen

+++ 20.28 Uhr: Die Zahl der Toten und Infizierten durch die Coronavirus-Pandemie steigt in Italien weiter an - allerdings minimal langsamer. Bis Dienstag starben 2503 Menschen, teilte der Zivilschutz in Rom mit. Das sind 345 Tote mehr als am Vortag. Am Montag war die Zahl der Toten im Vergleich zum Vortag noch um 349 gestiegen. Die Zahl der Infizierten stieg von rund 28 000 auf 31 506 an. 

Eine Frau mit Mundschutzmaske geht eine Straße entlang. Die Zahl der Toten durch die Coronavirus-Pandemie ist in Italien erneut gestiegen.

Das sind rund 12,6 Prozent in einem Tag. Vergangene Woche war die Zahl der Infizierten pro Tag noch zwischen 17 und 21 Prozent angestiegen. Experten betonten, es sei noch zu früh, einen Trend daraus abzulesen. Italien ist in Europa das am härtesten von der Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit getroffene Land. Seit einer Woche ist eine landesweite Ausgangssperre in Kraft. Laut Experten ist der Höhepunkt der Ansteckungen noch nicht erreicht.

Coronavirus in Italien: Berlusconi spendet Millionenbetrag

+++ 18.47 Uhr: Der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi spendet zehn Millionen Euro für den Kampf gegen das Coronavirus in seiner Heimat. Das Geld solle an die norditalienische Region Lombardei gehen, die von dem Ausbruch besonders betroffen ist und aus der Berlusconi stammt. Es soll unter anderem neue Betten für eine Intensivstation finanzieren, teilte der 83-jährige Mailänder Multimillionär am Dienstag auf Instagram mit. Italien ist nach China das am schlimmsten betroffene Land von der Covid-19-Lungenkrankheit. Mehr als 2100 Menschen kamen bereits ums Leben, die meisten davon in der Lombardei.

Coronavirus in Italien: Kirchen sollen für Obdachlose öffnen

+++ 16.59 Uhr: Der päpstliche Sozialbeauftragte Kardinal Konrad Krajewski will in der Corona-Krise Kirchen für Obdachlose öffnen. Pfarreien sollten „die Kirchen offen halten, um Arme ohne Wohnsitz aufzunehmen“, sagte Krajewski in Rom der italienischen Zeitung „La Repubblica“ (Onlineausgabe Dienstag). Auch wenn wegen des Versammlungsverbots Messen ausgesetzt seien, könne man in den Kirchen beten, „und wer kein Dach über dem Kopf hat, kann dort sein Zuhause finden“.

Bislang leidet besonders Norditalien unter der Coronavirus-Pandemie. In den Provinzen Bergamo und Brescia gab es besonders viele Infektionen und Todesfälle. Wie der Tagesspiegel berichtet, veröffentlichte allein die Lokalzeitung „L'Eco di Bergamo“ zuletzt zehn Seiten Todesanzeigen mit jeweils rund 150 Namen und musste ihren Seitenumfang deshalb erhöhen. Üblich seien Todesanzeigen in einem Umfang von zwei oder drei Seiten.

Coronavirus-Pandemie: Pfarrer hat kuriose Idee

+++ 15.16 Uhr: Das Coronavirus breitet sich in Italien weiter aus. Ein Pfarrer in der Nähe von Mailand hatte nun eine kuriose Idee, wie die Messe trotz abwesender Gemeinde stattfinden kann. Er bat die Gläubigen, Fotos von sich selbst an ihn zu schicken. 

Nachdem die Gemeinde der Aufforderung nachgekommen war, druckte der Pfarrer Giuseppe Corbari die Gesichter aus und klebte sie an der Bänke seiner Kirche. „So habe ich das Gefühl, dass ich ihnen nahe bin“, sagte er gegenüber EWTN News. Er soll so viele Fotos bekommen haben, dass die Kapazitäten seines Druckers nicht ausgereicht hätten. 

In den sozialen Medien sorgt die Aktion für Begeisterung. Auch Papst Franziskus lobte die Kreativität des Pfarrers und seiner Kollegen, auf solch kreative Weise mit der aktuellen Krise umzugehen. 

Corona in Italien: Höhepunkt der Ansteckungswelle erwartet 

+++ 12.05 Uhr: In Italien rechnen viele Experten bei der Lungenkrankheit Covid-19 bald mit einem Höhepunkt der Ansteckungswelle. Auch nach einem sogenannten „Peak“ wird die Gesamtzahl der Infizierten zwar weiter steigen, aber nicht mehr so schnell. „Wir erwarten, dass es sich in den kommenden Tagen, bis Sonntag, zeigt, ob sich die Entwicklung verlangsamt“, sagte der für die Lombardei zuständige Koordinator Giulio Gallera am Dienstag. In der norditalienischen Region war die Corona-Welle im Februar landesweit zuerst entdeckt worden. Sie ist mit über 15 000 Infizierten (Montag) weiterhin am heftigsten betroffen und wurde am 8. März zum Sperrgebiet mit Ausgehverboten. 

Italiener müssen sich strikt an Vorgaben der Regierung halten

Der Virologe Roberto Burioni rechnet laut „Corriere della Sera“ vor, dass ein Verlangsamungseffekt wegen diverser Aspekte - wie der verzögerten Wirkung von Kontaktsperren - in der Statistik noch etwas länger auf sich warten lassen werde. 

Ähnlich äußerten sich Experten der Universität von Genua in der „Repubblica“. Ihre Fachleute hätten den 25. März als möglichen Höhepunkt der Fallkurve ermittelt. Das alles gelte aber nur, wenn die Italiener sich strikt an die Vorgaben der Regierung zur sozialen Distanz halten würden. 

Derweil wird die Kritik an den österreichischen Behörden immer lauter. Sie sollen auf die Pandemie zu spät reagiert haben. So mutierte Ischgl zum Corona-Infektionsherd.

+++ 10.20 Uhr: Die italienische Regierung will die Fluggesellschaft Alitalia verstaatlichen, deren wirtschaftliche Schwierigkeiten durch die Coronavirus-Krise massiv verstärkt wurden. Diese Entscheidung habe das Kabinett im Rahmen eines Hilfspakets für die Wirtschaft getroffen, hieß es am Dienstag in einer offiziellen Mitteilung der Regierung. Wegen der Corona-Krise sind weltweit unzählige Flüge ausgefallen, Fluggesellschaften in aller Welt haben dadurch massive Einbußen.

Die Coronavirus-Pandemie nimmt dramatische Züge an. Die Zahl der Toten durch Covid-19 steigt immer schneller.

Update vom 17.03.2020, 09.35 Uhr: Angesichts der Corona-Krise hat die italienische Ärzte-Gewerkschaft gefordert, zum Schutz der Patienten alle Ärzte auf das Virus zu testen. Bislang würden nur solche Beschäftigte im Gesundheitswesen getestet, die für das Virus typische Symptome aufwiesen, kritisierte die Generalsekretärin der Gewerkschaft, Pina Onotri. Betroffene könnten jedoch auch infiziert sein, wenn sie keine Symptome aufweisen.

Coronavirus-Pandemie in Italien: Zwei Ärzte an Covid-19 gestorben

Laut Statistik mache das Fachpersonal zudem zehn Prozent der Infizierten aus, erklärte Onotri. Sollte dies nicht umgesetzt werden, sollten die Mediziner nach Kontakt mit einem infizierten Patienten unter Quarantäne gestellt werden, empfahl Onotri. Zudem müssten die Tests „auf alle Patienten mit Symptomen ausgeweitet werden“. Onotri bemängelte zudem einen deutlichen Mangel an Schutzausrüstung, insbesondere an Atemschutzmasken.

Bislang sind in Italien zwei Ärzte an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, hunderte weitere haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Jüngsten Angaben zufolge wurden in Italien knapp 140.000 Menschen getestet, rund 28.000 Tests fielen positiv aus.

+++ 18.43 Uhr: Neue dramatische Todeszahlen in Italien lassen keine entscheidende Trendwende im Kampf gegen die Pandemie erkennen: Wurden am Montagmorgen (16.03.2020) noch rund 1800 Tote durch die Covid-19-Pandemie vermeldet, ist die Zahl nur wenige Stunden später um rund 350 Tote auf 2158 gestiegen. Bis Montag zählten die Behörden insgesamt 27.980 Infizierte mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 im ganzen Land. Das waren rund 3000 mehr als am Vortag. Diese Zahlen teilte der Zivilschutz am Montagabend in Rom mit. Italien ist in Europa bislang das am härtesten von der Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit getroffene Land. Experten vermuten zudem eine hohe Dunkelziffer bei den Infizierten, die bisher nicht registriert wurden - etwa weil sie keine oder nur milde Symptome zeigen.

Süd-Italien im Alarmzustand: Coronavirus-Fälle häufen sich

+++ 17.15 Uhr: In der schwer von der Covid-19-Pandemie betroffenen norditalienischen Region Lombardei sieht Gouverneur Attilio Fontana erste Anzeichen für eine langsamere Ausbreitung des Coronavirus Sars CoV-2. Die Zahl der Infektionen sei nicht so stark gestiegen wie in den Tagen zuvor, sagt der Politiker im Radio 1. Doch nun versetzt die Ausbreitung der Infektionskrankheit verstärkt den armen Süden Italiens in Alarmzustand. Seit Anfang der Woche stehen mehrere Gemeinden im Süden unter voller Quarantäne, weil sich dort die Fälle häuften, wie Nachrichtenagenturen schrieben. Zu- und Ausfahrtsperren gebe es etwa in Orten der Provinz Avellino östlich von Neapel in der Region Kampanien. In ganz Kampanien zählten die Behörden bis Sonntag gut 330 Infizierte, in der Lombardei sind es mehr als 13.000.

Auch im Süden von Italien wie hier in Neapel machen sich die Sperrmaßnahmen immer mehr bemerkbar.

Für Sizilien ganz im Süden erließen die Behörden Reiseverbote. Flugzeuge dürfen fast nicht mehr landen und starten, Züge und Fähren wurden auf ein Minimum reduziert. Auf der Insel sind die Verantwortlichen aufgeschreckt, weil Zehntausende Menschen aus dem Norden in kurzer Zeit dort eingetroffen seien, hieß es. Einige haben dort Familien, andere Ferienquartiere. Auch für die Urlaubsinsel Sardinien gelten Reiseverbote. Die Krankenversorgung im armen Süden gilt als deutlich schlechter als im wirtschaftsstarken Norden. Ein Ausbruch der Covid-19-Krankheit wie im Norden könnte dort noch gravierendere Auswirkungen haben als etwa rund um Bergamo, wo die Hospitäler am Limit sind.

Coronavirus in Italien: Höhepunkt von Toten und Infizierten noch nicht erreicht

+++ 16.04 Uhr: Die italienische Regierung hat ein Hilfspaket in Höhe von 25 Milliarden Euro zur Abfederung der Folgen der Coronakrise verabschiedet. Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte am Montag in Rom, damit sollten sowohl besonders betroffene Unternehmen als auch Selbstständige und Familien unterstützt werden.

Coronavirus-Pandemie in Italien: Zahl der Todesopfer auf über 1800 gestiegen

Die Regierung will rund zehn Milliarden in den Arbeitsmarkt pumpen. So soll zum Beispiel die Kurzarbeit für Beschäftigte von Unternehmen unterstützt werden, die wegen der Krise nicht mehr arbeiten. Auch sollen Steuerzahlungen verschoben werden. Das Gesundheitssystem wird ebenfalls mit mehreren Milliarden Euro gestärkt.

Coronavirus-Pandemie: Deutschland schickt Schutzmasken

+++ 13.01 Uhr: Deutschland will laut EU-Kommission Italien in der Coronavirus-Pandemie mit einer Million Schutzmasken helfen. „Deutschland hat angekündigt, dass es eine Million Masken nach Italien schicken wird“, sagte eine Behördensprecherin am Montag in Brüssel. Italien ist in Europa derzeit am schwersten von der Pandemie betroffen.

+++ 12.42 Uhr: Ein italienischer Krawattenhersteller will der massiven Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars CoV-2 in seiner Heimat Italien nicht tatenlos zusehen. Er kündigte daher an, aus Stoffresten Atemschutzmasken zu produzieren und den Erlös für den Kauf medizinischer Ausrüstung zu spenden. „Ich habe mich gefragt, was ich in dieser tragischen Zeit für Italien und meine Heimatregion Kalabrien tun kann“, sagte der Chef des Krawattenherstellers Talarico, Maurizio Talarico, der Nachrichtenagentur AGI.

Seine Firma werde deshalb aus Stoffresten insgesamt 10.000 Schutzmasken herstellen - 500 Stück am Tag. Die Einnahmen aus ihrem Verkauf sollen nach Kalabrien gehen, damit dort dringend benötigtes medizinisches Material gekauft werden könne.

„Das ist der Moment, wo wir alle großzügig sein müssen und anderen Menschen das zur Verfügung stellen müssen, was wir können“, sagte Talarico, der aus dem kalabrischen Catanzaro in Italien stammt. Auch wenn die von seiner Firma hergestellten Masken nicht den offiziellen Vorschriften entsprächen, „können sie sicherlich diejenigen schützen, die nicht infiziert sind“.

Sars-CoV-2 in Italien: Regierungschef Giuseppe Conte ruft zu Kampf auf

Update vom 16.03.2020, 09.59 Uhr: Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hat die europäischen Partner zu einem koordinierten Kampf gegen die Folgen der Coronavirus-Pandemie aufgerufen. In einem am Montag veröffentlichten Interview mahnte der Regierungschef „eine notwendige europäische Koordination der Maßnahmen im Gesundheits- und Wirtschaftssektor“ an. 

Zugleich warnte er in dem Gespräch mit der Zeitung „Corriere della Sera“, in Italien, das in Europa von der Corona-Pandemie am stärksten betroffen ist, sei der Höhepunkt der Krise noch nicht erreicht. Conte äußerte sich vor der für Montag geplanten Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten zur Corona-Krise. Bei der Konferenz soll es um Maßnahmen für die Gesundheit der Bürger, für die Wirtschaft und die Finanzmärkte sowie um Fragen der Forschung gehen, wie der Elysée-Palast in Paris mitteilte. Zur G7-Gruppe gehören neben Italien auch Deutschland, Frankreich, die USA, Großbritannien sowie Japan und Kanada. 

„Es ist der Moment gekommen, mutige Entscheidungen zu treffen“, sagte Conte. „Italien kann einen bedeutenden Beitrag leisten, denn es ist das Land, das als erstes eine derartige Ausbreitung des Virus erlebt hat.“ Inzwischen wurden in Italien 1809 Todesfälle durch die Lungenkrankheit Covid-19 verzeichnet, die durch das neuartige Coronavirus ausgelöst wird. Die Zahl der Infizierten kletterte auf 24.747. 

„Die Wissenschaftler sagen uns, dass wir den Höhepunkt noch nicht erreicht haben. Diese Wochen jetzt sind die mit dem größten Risiko, man muss höchste Vorsicht walten lassen“, sagte der Regierungschef. Angesichts der Pandemie hatte die Regierung Conte drastische Maßnahmen verhängt und ganz Italien zur Schutzzone erklärt.

Coronavirus-Pandemie: Papst Franziskus pilgert durch Rom

+++ 22.34 Uhr: Die Gesamtzahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Italien ist von 21.157 am Samstag (14.03.2020) auf 24.747 gestiegen. Die Zahl der Covid-19-Todesopfer erlebte am Sonntag (15.03.2020) einen Anstieg um 25 Prozent im Vergleich zum Vortag von 1441 auf 1809 – ein Anstieg von 368 innerhalb von nur einem Tag. 

Am Sonntagnachmittag wurden unterdessen ungewöhnliche Bilder von Papst Franziskus publik. Der Papst verließ den Vatikan zu Fuß nur in Begleitung von Personenschützern durch Rom und besuchte eine Basilika. Wie auf einer Wallfahrt pilgerte er zu einer weiteren Kirche, um für „das Ende der Pandemie zu beten“, zitiert die italienische Zeitung „La Repubblica“ den vatikanischen Pressesprecher Matteo Bruni.

+++ 20 Uhr: Die Situation in der Lombardei spitzt sich dramatisch zu und auch die Finanzmetropole stößt mit der Versorgung der Erkrankten so langsam an ihre Grenzen. Der Gouverneur der Region Lombardei, Attilio Fontana, zeigt sich in einem Interview mit dem italienischen Nachrichtensender TG24 tief besorgt. 

Vor allem die Utensilien, die es für die Versorgung der Menschen, die an der Lungenkrankheit Covid-19 leiden, gingen langsam zur Neige. Es würden dringend künstliche Beatmungsgeräte gebraucht, "die wir leider nicht finden können", sagte Fontana weiter. In der Lombardei wurden in den vergangenen drei Wochen 966 der 1441 Todesfälle in Italien registriert - mehr als in ganz Europa zusammen. Nach Angaben der Behörden sind in der Region mehr als 11.600 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. 732 Menschen werden demnach auf Intensivstationen behandelt.  Wie sich die Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 entwickelt, hat die Johns Hopkins University in den USA aufbereitet.  

Ein Behördenvertreter hatte bereits am Samstag gegenüber Reportern erwähnt, dass es in den Gebieten um Mailand keine Krankenwagen mehr gebe. Auch der Gouverneur von Venetien, Luca Zaia, rief "alle dazu auf, in der Isolation zu bleiben", um die Krankenhäuser nicht weiter zu belasten. "Wenn Sie sich nicht an die Regeln halten, wird das Gesundheitssystem zusammenbrechen und ich werde eine Ausgangssperre verhängen müssen", warnte er die Bevölkerung.

Coronavirus in Italien: Dramatische Todeszahlen, höchster Anstieg seit Beginn der Zählung

+++18.54 Uhr: Es sind dramatische Nachrichten, die am Sonntagabend veröffentlicht werden. Allein an diesem Tag sind in Italien 368 Menschen an dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben. Das ist der höchste Anstieg seit Beginn der Zählung. 

Damit sind in Italien inzwischen 1809 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilt der Zivilschutz in Rom mit. Insgesamt 25.000 Menschen sind mit Sars-CoV-2 infiziert. Das sind 3509 Fälle als am Vortag. 

Besonders dramatisch ist die Lage in der Lombardei. Dort starben 1218 Menschen, 13.272 Patienten sind nach Angaben der Behörden infiziert. 

+++ Update vom 15.03.2020, 09.15 Uhr: Die Zahl der Covid-19-Toten in Italien steigt unvermindert an. Laut Johns Hopkins University in Baltimore (USA) sind inzwischen 1441 Menschen am Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben. Die Zahl der Infizierten ist auf 21.157 gestiegen (Stand 15.03.). 

Coronavirus in Italien: Land steht komplett unter Quarantäne

Das Land befindet sich derweil komplett in Quarantäne, für die Menschen bedeutet das ein Leben in den eigenen vier Wänden. Was kann man da tun? Vor allem kommen da natürlich Fernsehen, Computer und  Smartphones zum Einsatz. Viele hängen jetzt noch mehr vor dem Bildschirm als sowieso. Der Sender Rai zeigt Tierdokus der BBC und des ZDF, „die besten der Welt“, wie die Nachrichtenagentur Ansa schreibt. Yoga oder Fitnessklassen via Video sind angesagt. Dinner mit Freunden auf Skype. Und natürlich Schule online. Eltern werden zu Lehrern. Kindergärten machen Teleprogramm mit kleinen Aufgaben, um den Tag zu strukturieren.

Doch andere nehmen lieber ein Buch in die Hand. Und welches? Ganz offenbar „Die Pest“ von Albert Camus – das Buch ist derzeit angeblich ausverkauft.

Coronavirus in Italien: „Die Pest“ von Albert Camus wird zum Bestseller

+++ 18.10 Uhr: Die Regierung in Italien hat mit den Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften vereinbart, dass die Fabriken trotz der Corona-Pandemie weiterhin offen bleiben, wie dpa vermeldet. Die Absprache beinhalte auch höhere Sicherheitsstandards für Arbeitnehmer. So hätten diese Anspruch auf Schutzausrüstung wie Atemmasken, wenn sie keinen Sicherheitsabstand halten könnten.

Doch nicht alle Unternehmen fahren diesen Kurs. Wie die dpa weiter berichtet, hat der Sportwagenhersteller Ferrari seine zwei Werke in Italien aufgrund des Coronavirus-Ausbruchs für zwei Wochen geschlossen. In einer Erklärung von Ferrari heiße es, dass „die ersten ernsthaften Probleme in der Lieferkette“ eine weitere Produktion nicht mehr zuließen. 

Update vom 14.03.2020, 07.15 Uhr: Jeder für sich, aber alle zusammen: Millionen Italiener müssen wegen des Coronavirus zuhause bleiben - aber auf Balkonen musizieren dürfen sie noch. Von Nord bis Süd stellten sich daher am Freitagabend zur gleichen Zeit Menschen mit Instrumenten oder singend auf ihre Balkone oder an die Fenster, um Lieder gegen Angst, Einsamkeit und Langeweile in der Isolation anzustimmen.

Beim „Flashmob sonoro“ (klingender Flashmob) war das ganze Land dabei: Harfenspieler, Flötisten, Pianisten, Kinder an Trommeln, Gitarrenspieler und tanzende Menschen auf Balkonen waren in Videos zu sehen. Der Aktion „Zeigt Euch am Fenster“ schloss sich auch Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi an. „Zusammen schaffen wir das“, erklärte sie in den sozialen Netzwerken. 

+++ 18.27 Uhr: Das Gesundheitssystem in Italien stößt an seine Grenzen: Im Zuge der Corona-Krise sind im Land am Freitag (13.03.2020) an nur einem Tag 250 Tote mehr gezählt worden. Mittlerweile seien 1266 Menschen gestorben, teilte der Zivilschutz am Freitag in Rom mit. Die Zahl der Infizierten stieg derweil auf 17.660 von mehr als 15 000 am Vortag. Italien ist nach China das Land mit den meisten Covid-19-Toten. Trotz drastischer Sperrmaßnahmen steigt die Zahl der Opfer immer weiter.

In den Krankenhäusern im Norden von Italien verschlechtern sich derweil die Zustände - die Ärzte kämpfen verzweifelt gegen das Coronavirus Sars-CoV-2. In einem bericht des Tagesspiegels warnt ein Arzt: „Wenn wir nicht bald neue Betten schaffen, mehr Krankenpflegepersonal und Ärzte bekommen, halten wir unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr lange durch.”

+++ 15.55 Uhr: Die Regierung in Italien unternimmt Anstrengungen, um die Arbeitnehmer im Land vor der raschen Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 zu schützen: Ministerpräsident Giuseppe Conte versicherte am Freitag (13.03.2020), dass in den kommenden Tagen „kostenlose Masken und Handschuhe für alle Arbeiter“ verteilt werden sollen, berichten italienische Medien übereinstimmend. Der Katastrophenschutz soll die individuelle Schutzausrüstung, die vor weitere Infektionen möglichst verhindern soll, an alle Arbeitnehmer verteilen. „Die Arbeiter, die Ärzte und Krankenschwestern, die an der Front stehen und außergewöhnliche Anstrengungen unternehmen, die Polizei, die Streitkräfte, die Feuerwehr, die Ehrenamtlichen des Katastrophenschutzes sind derzeit das Rückgrat“, sagte Conte. Man habe die moralische und rechtliche Verpflichtung, ihnen maximale Sicherheit zu garantieren. 

Coronavirus Sars-CoV-2: Mehr als 1000 Tote in Italien - Hilfe aus China

+++ 10.55 Uhr: Italien bekommt im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie jetzt dringend benötigte Schutzmasken und Beatmungsgeräte aus China. Die Volksrepublik selbst ist schwer vom Virus Sars-CoV-2 gezeichnet. 

In der Nacht zu Freitag landete ein chinesisches Frachtflugzeug mit medizinischen Hilfsgütern und Experten in Rom. Außenminister Luigi Di Magio bedankte sich in einem Video noch gegen Mitternacht auf Facebook ausdrücklich für diese Form der „Solidarität“, wie er sagte.

Nach Agenturberichten kamen mit der Maschine am späten Donnerstagabend Dutzende Beatmungsgeräte und Tausende Gesichtsmasken aus Shanghai. Es sei eine Lieferung des Roten Kreuzes aus China. „Wir sind nicht allein. Es gibt Menschen in der Welt, die Italien helfen wollen“, sagte Di Maio.

Coronavirus-Epidemie: Italien bekommt Hilfe aus China

Update vom 13.03.2020, 09.00 Uhr: Der Vatikan hat angesichts der Corona-Pandemie die Schließung aller katholischen Kirchen in Rom verfügt. Die Regelung gelte bis 3. April, teilte der Vatikan-Vertreter Kardinal Angelo De Donatis mit. Die Gläubigen seien daher von ihrer „Verpflichtung“ zum Besuch des Gottesdiensts befreit, fügte De Donatis hinzu. 

Der Zugang zu den Kirchen der Diözese Rom sowie zu allen „religiösen Gebäuden irgendeiner Art“ sei verboten, erklärte De Donatis. Kloster blieben hingegen für „Gemeinden, welche sie als Wohnungen benutzen“ geöffnet. Die Vorgaben dienten dem „Gemeinwohl“, betonte De Donatis.

Update vom 12.03.2020, 18.25 Uhr: In Italien ist die Zahl der Toten im Zuge der Coronavirus-Krise auf mehr als 1000 gestiegen. Das teilte der Zivilschutz am Donnerstag in Rom mit. Am Vortag waren es noch 827 Tote. Die Zahl der Infizierten stieg derweil auf mehr als 15.000. Noch fehlen verlässliche Daten, um die Letalität von Covid-19* zu bestimmen. In Italien sind besonders viele Alte betroffen.

Italien steht still - bis zu 90 Kilometer Stau am Brenner

Update vom 12.03.2020, 17.09 Uhr: Die harten Maßnahmen in Österreich an der Grenze zu Italien haben drastische Auswirkungen auf Verkehr zwischen den beiden Ländern. Wegen der Gesundheitskontrollen, die als Reaktion auf die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 am Mittwoch (11.03.2020) eingeführt wurden, kommt es zu extremen Verkehrsbehinderungen: Am Mittwoch und Donnerstag reichte der Stau auf der italienischen Brennerautobahn laut der Zeitung „La Repubblica“ zeitweise bis zu 90 Kilometer zwischen der Grenze und Bozen in Südtirol - vor allem Lkw-Fahrer sind betroffen und müssen stundenlang ausharren.

Corona-Pandemie in Italien: Kontrollen an den Grenzübergängen

Am Grenzübergang überprüfen die österreichischen Behörden mit zwei mobilen Gesundheitscheck-Teams alle Einreisenden. Seit zwei Tagen werden laut dem  italienische Industriellenverband Confindustria bei allen Lastwagenfahrern, die italienische Waren transportierten, die Temperatur kontrolliert, selbst wenn sie auf dem Weg nach Deutschland oder Nordeuropa Tirol nur passierten. Wegen des Staus wurden in Südtirol alle Zufahrten auf die Brennerautobahn in Richtung Norden zwischen Bozen-Nord und dem Brenner gesperrt. Confindustria ist über die Tests empört. In einer Pressemitteilung bezeichnen sie die „Blockierung italienischer Fracht“ als unzulässig und „ernsthaft schädlich für europäische Exporte und Handel“. Sie fordern die italienische Regierung und die EU-Kommission dazu auf, „dringend und entschlossen gegen die österreichische Regierung vorzugehen, um die Sperrung des Straßentransits von Brennergütern zu stoppen“.

Die österreichischen Maßnahmen bezeichnet der Industriellenverband als „Pseudo-Vorsichtsmaßnahmen“. Die Maßnahmen seien unnütz und hätten tausende Lkw-Fahrer dazu gezwungen, die Nacht auf den Donnerstag am Straßenrand der Autobahn zu verbringen. Die Situation habe sich am Donnerstag nicht verbessert: „Verderbliche und frische Produkte werden nicht rechtzeitig geliefert und könnten unbrauchbar werden.“

Die Lage am Brenner betrachtet indes auch der Speditions- und Logistikverband Baden-Württemberg mit Sorge. „Es ist genau das passiert, was wir befürchtet haben, dass am Brenner die Grenze insofern dicht gemacht wird, dass jeder LKW kontrolliert wird“, sagte Geschäftsführer Andrea Marongiu im SWR. Es gebe einen kilometerlangen Stau und Zeitverlust. „Es ist an der Stelle außer Kontrolle geraten“, beklagte er. „Alles, was bis gestern noch funktioniert hat, funktioniert heute nicht mehr.“

Coronavirus-Pandemie: Italien steht still

Update vom 12.03.2020, 10.38 Uhr: Bürgermeister und Regierungschefs der vom Coronavirus Sars-CoV-2 besonders betroffenen Regionen in Norditalien machen Druck auf die Landesregierung in Rom. Sie fordern härte Maßnahmen gegen die Pandemie. Man könne weitere 14 Tage dem Virus nicht standhalten, zitiert spiegel.de Politiker aus der Lombardei.  Italien befinde sich seit gestern Abend in einer Art „Kriegszustand“. 

Der Regionalpräsident der Lombardei, Attilio Fontana, hat sich selbst in Quarantäne begeben, nachdem er mit Mitarbeitern Kontakt hatte, die mit Sars-CoV-02 infiziert sind. 

Update vom 12.03.2020, 6.23 Uhr: Italien ist von allen Ländern in Europa am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Über 12.000 Menschen sind mit Sars-CoV-2 infiziert, 827 Menschen sind in Italien an der Erkrankung Covid-19 gestorben. Warum sind die Todeszahlen so hoch? Das liegt laut Recherchen von spiegel.de am hohen Alter der Gesellschaft. Der Altersdurchschnitt in ganz Europa liegt bei 43,1 Jahren, in Italien liegt er bei 46,3 Jahren. 

In der Regel haben ältere Menschen mit Vorerkrankungen zu kämpfen und sind aus diesem Grund stärker gefährdet, an einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 zu sterben. Als einen anderen Grund nennt spiegel.de die extrem schnelle Verbreitung des Coronavirus in Italien. Deshalb versuche man jetzt in anderen Ländern die Ausbreitung des Coronavirus Sars-COV-2 zu verlangsamen. 

Coronavirus: In Italien spitzt sich die Lage zu - fast alle Geschäfte schließen

Update vom 11.03.2020, 22.12 Uhr: Italien ordnet weitere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus an und schließt Bars und Restaurants sowie fast alle Geschäfte. Nur Supermärkte und Apotheken seien weiter geöffnet, erklärte Premierminister Giuseppe Conte am Mittwochabend.

Alle nicht notwendigen Geschäftsaktivitäten müssten eingestellt werden. Insgesamt haben sich in Italien mehr als 12 400 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 820 sind gestorben. Am meisten betroffen ist die Region Lombardei.

Update vom 11.03.2020, 20.10 Uhr: In Italien spitzt sich die Situation zu. Im Zuge der Coronavirus-Epidemie steigt die Zahl der Infizierten und Toten dramatisch an. 12 462 Nachweise des Virus wurden bis Mittwoch gemeldet, knapp 2300 mehr als am Vortag, wie der Zivilschutz mitteilte. So einen hohen Anstieg hatte es bisher noch nicht gegeben - was allerdings auch mit fehlenden Daten vom Vortag zu tun hat. Die Zahl der Toten stieg von 631 auf 827. Es dürfte Experten zufolge eine hohe Dunkelziffer bisher nicht registrierter Infektionen geben.

Update vom 11.03.2020, 16.31 Uhr: Mehrere Hilfsorganisationen machen auf die gravierenden sozialen Folgen der Corona-Krise in Italien aufmerksam. Save the Children kritisierte am Mittwoch, dass vor allem Kinder aus ärmeren Familien die Leidtragenden der landesweiten Schulschließungen seien. Von den fünf Millionen Menschen in Italien, die laut Statistik in absoluter Armut leben, sind 1,2 Millionen Kinder.

Auch die italienische Caritas kritisiert, dass besonders die Armen in Italien unter der Ausnahmesituation zu leiden hätten. So hätten wegen des herrschenden Versammlungsverbots vielerorts die Suppenküchen geschlossen werden müssen. In Florenz etwa seien Caritas-Mitarbeiter nun gezwungen, die Mahlzeiten für Obdachlose im Freien zu verteilen. Ein weiteres Problem ist nach Caritas-Angaben, dass etliche freiwillige Helfer aus Angst vor einer Ansteckung mitSars-CoV-2 lieber zu Hause blieben.

Italien: Obdachlose und Bedürftige leiden unter Coronavirus Sars CoV-2

Update vom 11.03.2020, 13.15 Uhr:  In Italien versucht die Regierung alles, um das Coronavirus Sars-CoV-2 einzudämmen. Doch dem Regierungschef der besonders stark betroffenen Region Lombardei gehen die umfangreichen Maßnahmen noch nicht weit genug. „Wenn die Epidemie sich weiter in dem Tempo ausbreitet, hält das (Gesundheits-)System das nicht lange aus“, sagte Regionalpräsident Attilio Fontana in einem Interview mit der Zeitung „Corriere della Sera“.

„Also ist die einzige Waffe, die wir haben, die Epidemie zu verlangsamen, und dazu haben wir nur ein Mittel: die Kontakte zwischen Menschen reduzieren“, führte Fontana aus. Daher hätten er und die Bürgermeister der wichtigsten Städte der Lombardei der Regierung in Rom „geschrieben, um noch drastischer Maßnahmen zu fordern“.

Fontana gehört der rechtsradikalen Lega an, die in Opposition zur Demokratischen Partei und zur Fünf-Sterne-Bewegung stehen, die Italien gemeinsam regieren. Schon vor dem Zeitungsinterview hatte der Regionalpräsident gefordert, alle Produktions-, Handels- und Verkehrsaktivitäten in der Lombardei auszusetzen - mit Ausnahme der Produktion und Verteilung von Lebensmitteln und Medikamenten.

Coronavirus Sars-CoV-2: Italien kündigt Notprogramm an

Update vom 11.03.2020, 11.28 Uhr: Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hat Italien ein milliardenschweres Notprogramm angekündigt. Zur Verfügung stünden 25 Milliarden Euro, teilte Regierungschef Giuseppe Conte laut den italienischen Agenturen am Mittwoch mit. 

Die Hälfte der 25 Milliarden Euro stehe für Sofortmaßnahmen zur Verfügung, teilte die Regierung in Rom mit. Die andere Hälfte sei für "mögliche weitere Bedürfnisse" des Landes im Kampf gegen das Coronavirus gedacht.

In Italien sind bereits mehr als 600 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Das Land wird wegen dem Coronavirus Schritt für Schritt abgeschottet. Die Bevölkerung ist verunsichert, wie eine Reise durch Italien zeigt.

+++ 18.50 Uhr: Neue Zahlen aus Italien: Infolge derCoronavirus-Welle sind inzwischen 631 Menschen gestorben. Die Gesamtzahl der gemeldeten Infizierten übersprang die 10.000er-Marke und lag am Dienstag bei 10.149 Menschen. Das teilte der Zivilschutz in Rom mit.

+++ 16.16 Uhr: Auf Facebook appelliert ein Arzt aus Italien an seine Landsleute - es ist ein bewegender Aufruf an das Verantwortungsbewusstsein der Italienerinnen und Italiener, deren Land besonders vom Ausbruch des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 betroffen ist. 

Daniele Macchini ist Assistenzarzt in der Chirurgie der Klinik Gavazzini in Bergamo. Die Situation in dem Krankenhaus in Italien sei dramatisch, schreibt er. „Der Krieg ist losgebrochen und die Schlachten sind erbarmungslos, Tag und Nacht. Die Leute kommen reihenweise ins Krankenhaus.“ Die Notaufnahme stehe am Rande des Zusammenbruchs.

Wegen der rasanten Ausbreitung von Sars-CoV-2 fordert der Arzt Rücksicht und Geduld von seinen Mitbürgern: „Versuchen Sie, an all die älteren Menschen zu denken, die man mit tödlichen Folgen anstecken könnte. Bitte, hören Sie uns zu, versuchen Sie nur für die unverzichtbaren Dinge aus dem Haus zu gehen.“

Er selbst habe seine Familie seit fast zwei Wochen nicht mehr gesehen, s chreibt der Arzt Gavazzini auf Facebook - aus Angst, sie mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 anzustecken. Sein Appell ist eindringlich: „Wir haben mit unserem Handeln Einfluss auf Leben und Tod von einigen Dutzend Menschen.“

Coronavirus Sars-CoV-2: Bundesregierung rät von Reisen nach Italien ab

+++ 12.50 Uhr: Die Bundesregierung rät wegen der raschen Ausbreitung des Coronavirus von allen nicht erforderlichen Reisen nach Italien ab. Die Reisehinweise des Auswärtigen Amts wurden entsprechend aktualisiert. Bisher hatte das Auswärtige Amt nur von Reisen in besonders stark betroffenen Regionen im Norden des Landes ausdrücklich abgeraten. Auf eine Reisewarnung verzichtet die Bundesregierung weiterhin, auch wenn das Robert Koch-Institut inzwischen ganz Italien zum Coronavirus-Risikogebiet erklärt hat. Reisewarnungen werden aber nur bei einer akuten Gefahr für Leib und Leben ausgesprochen und sind daher äußerst selten. 

+++ 12.08 Uhr: Ein Mann aus Neapel erhebt schwere Vorwürfe gegen die italienischen Behörden. In einem Facebook-Video schildert er, wie er um das Leben seiner mit dem Coronavirus infizierten Schwester kämpfte und keine institutionelle Hilfe bekommen haben soll. Als seine Schwester schließlich mutmaßlich an den Folgen der Infektion mit Sars-CoV-2 verstarb, kamen weder Bestatter noch Arzt vorbei, um sich um die Tote zu kümmern. Das Video haben Millionen Menschen geteilt. 

Erstmeldung, Dienstag, 10.03.2020: Rom – Italien leidet unter dem Coronavirus Sars-CoV-2. Die Zahl der Infizierten und Toten durch die Covid-19-Lungenkrankheit steigt immer weiter an, mittlerweile haben sich fast 10.000 Menschen angesteckt, mehr als 460 sind gestorben. Jetzt zog die Regierung in Rom die Notbremse und weitete ihre Maßnahmen gegen Sars-CoV-2 nochmals drastisch aus. 

Am späten Montagabend (09.03.) erklärte Ministerpräsident Giuseppe Conte das ganze Land zur „Schutzzone“, was bedeutet, dass sich von nun an rund 60 Millionen Menschen nicht mehr frei bewegen können. Es gebe keine Zeit zu verlieren, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sagte Premierminister Giuseppe Conte am Montagabend: „Unsere Gewohnheiten müssen sich ändern, wir müssen alle etwas Aufgeben zum Wohl Italiens.“

Coronavirus Sars-CoV-2 in Italien: Fußballspiele der Serie A komplett abgesagt

Schulen, Universitäten und Kindergärten bleiben bis zum 3. April geschlossen, die zuletzt für große Teile Norditaliens verhängten Reisebeschränkungen werden auf das ganze Land ausgedehnt. Außerdem gilt nun landesweit ein Versammlungsverbot. Dies betrifft auch sämtliche Sportveranstaltungen in Italien, darunter auch die Spiele der Serie A. Sämtliche Fußballspiele wurden bis auf Weiteres abgesagt. „Veranstaltungen mit vielen Menschen dürfen im ganzen Land nicht mehr stattfinden. „Es wird keine roten Zonen mehr geben (...). Es wird eine einzige Schutzzone Italien geben“, sagte Conte. Die jetzt komplett verbotenen Spiele der Serie A hatten zuletzt noch in leeren Stadien stattgefunden.

Ausgenommen von dem Verbot sind allerdings solche Sportveranstaltungen, die von internationalen Verbänden organisiert werden. Dazu gehören etwa die europäischen Fußballwettbewerbe. Die Spiele der Champions League und Europa League dürfen in italienischen Stadien also weiterhin stattfinden, allerdings nur ohne Publikum. Der italienische Zivilschutz schloss auch alle Skiorte.

Papst fordert Priester zu Besuchen bei Coronavirus-Infizierten auf

Der Premier fasste die Auswirkungen des Dekrets kurz und knapp zusammen: „Zu Hause bleiben", sagte Conte an die Bürger gerichtet. Landesweit müssten nun alle Reisen vermieden werden, die nicht aus beruflichen, gesundheitlichen oder sonstigen wichtigen Gründen gerechtfertigt seien. 

Wie umfassend die Reisebeschränkungen sind und wie sie durchgesetzt werden sollen, blieb aber zunächst unklar. Die Regierung setzt zu einem Großteil auf freiwilligen Reiseverzicht der Bürger. Conte sagte, dass der Verkehr von öffentlichen Transportmitteln nicht eingeschränkt werden solle, damit die Wirtschaft nicht zum Erliegen komme und „die Menschen weiter zur Arbeit gehen können“.

Coronavirus Sars-CoV-2 in Italien: Krankenhäuser sind am Limit

Vor allem die Krankenhäuser in den besonders betroffenen Zonen im Norden, etwa in der Lombardei, sind am Limit, Plätze in den Intensivstationen sind knapp. Deshalb weisen Ärzte in Italien inzwischen verstärkt darauf hin, dass alle Krankenhäuser in ganz Europa sich frühzeitig für das Coronavirus wappnen und entsprechende Maßnahmen ergreifen sollten.

Trotz der Vorgaben der italienischen Regierung hat Papst Franziskus alle Priester aufgefordert, „den Mut zu haben“ und die mit dem Coronavirus Infizierten zu besuchen. Bei seiner per Livestream übertragenen Frühmesse in seiner Residenz Santa Marta bat der 83-Jährige alle Geistlichen, den freiwilligen Helfern, Ärzten und Pflegekräften bei ihrer Arbeit zur Seite zu stehen sowie den „Erkrankten die Kraft des Wortes Gottes und die Eucharistie zu bringen“.

Coronavirus Sars-CoV-2 in Italien: Hamsterkäufe in Rom und Neapel

Die drastischen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus* in Italien haben in Rom und Neapel zu nächtlichen Hamsterkäufen geführt. In Supermärkten, die auch nachts geöffnet haben, deckten sich Verbraucher mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln ein, wie italienische Medien in der Nacht zum Dienstag berichteten.

Die Kunden warteten demnach in Schlangen vor den Märkten, Mitarbeiter regelten den Einlass. Ein Verkäufer sagte der Nachrichtenagentur Ansa, dass Äpfel, Zwieback, Milch, Zucker, Mehl, aber auch Seife und Desinfektionsmittel zuerst vergriffen gewesen seien.

Von Christian Stör (mit dpa/afp)

Joe Biden und Bernie Sanders haben Wahlkampfauftritte im US-Bundesstaat Ohio abgesagt. Dort wurden laut dortigem Gesundheitsministerium drei Menschen positiv auf den Coronavirus-Erreger Sars-CoV-2 getestet, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.

Cornoavirus-Pandemie: Was Kliniken in Deutschland* jetzt schon tun können, um Szenarien wie in Italien zu verhindern

Das Leben in den USA kommt zum Erliegen – Donald Trump auf Coronavirus Sars-CoV-2 getestet

Derweil plant das Mainzer Biotechnologie-Unternehmen „BioNtech“ in Kooperation mit dem Unternehmen „Fosun Pharma“ aus Shanghai die Entwicklung eines Impfstoffes gegen die durch das Virus Sars-CoV-2 ausgelöste Krankheit Covid-19.*

Wege des Coronavirus könnte Deutschland bald eine Ausgangssperre verhängen. Wird es Ausnahmen geben? Was, wenn man dagegen verstößt? Alles, was wichtig ist.

Das Coronavirus breitet sich weiter aus. Auch Promis und Stars haben sich mit dem Virus infiziert. Wer bereits positiv getestet wurde, zeigt unser Ticker.

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © AFP/Piero Cruciatti

Kommentare