Folgen über Jahrzehnte

WHO erwartet „sehr lange Pandemie“: Australien verschärft Corona-Maßnahmen - China eröffnet „Oktoberfest“

Die Corona-Pandemie kann die Welt noch über Jahrzehnte beschäftigen, schätzt die WHO. Während Australien die Maßnahmen drastisch verschärft, startet China das größte Bierfest des Landes.

Update vom 4. August, 10.29 Uhr: Weil immer mehr Verstöße gegen die Corona-Bestimmungen gemeldet werden, will der australische Bundesstaat Victoria jetzt die Bußgelder mehr als verdreifachen. Wer also öfter als einmal gegen die Maßnahmen verstößt, der muss mit einer Strafe von 5000 australischen Dollar rechnen. Das sind etwa 3000 Euro. Bisher waren es 1652 Dollar. Bei schweren Verstößen drohe sogar eine Gerichtsverhandlung, sagte der Regierungschef des Bundesstaats, Daniel Andrews. In solchen Fällen könnten bis zu 20.000 Dollar fällig werden.

In der Hauptstadt von Victoria, Melbourne, werden derweil 500 Soldaten eingesetzt, um den örtlichen Behörden bei der Durchsetzung der Corona-Maßnahmen zu helfen. Es gelten strenge Regeln. Unter anderem gibt es eine nächtliche Ausgangssperre und eine allgemeine Maskenpflicht. Viele Geschäfte dürfen nicht öffnen.

Auch Australiens bekanntester Berg - der Uluru - ist erneut wegen der Sorge vor dem Coronavirus gesperrt worden. Bereits von März bis Juni waren der Berg und der Nationalpark Uluru-Kata-Tjuta für Besucher geschlossen worden. Ab Juli wurde er dann wieder für inländische Ausflügler freigegeben worden. Doch nachdem am Montag ein Flugzeug mit Touristen aus Brisbane - einer Corona-Hochburg in Australien - auf dem örtlichen Flugplatz gelandet war, gab es Proteste der Aborigines-Ureinwohner. „Auf Ersuchen der Mutitjulu Aboriginal Community Corporation (MCAC) bleibt der Nationalpark geschlossen“, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung der Schutzbehörde „Parks Australia“.

Corona weltweit: In China startet das größte Bierfest des Landes

Update vom 4. August, 6.39 Uhr: In China scheint die Corona-Pandemie weitestgehend unter Kontrolle. Davon profitiert nun auch die ostchinesische Stadt Qingdao, wo das größte Bierfest des Landes planmäßig begonnen hat. Bis zum 23. August wollen die Organisatoren wie in jedem Jahr Hunderttausende Besucher auf das Gelände in der ostchinesischen Provinz Shandong locken. 

Die Veranstalter bezeichnen das Bierfest von Qingdao gerne als „Chinas Oktoberfest“. Allerdings sind die Besucherzahlen noch weit vom Münchner Original entfernt. Rund sechs Millionen Menschen strömen jährlich auf die Wiesn. In diesem Jahr wurde das Münchener Fest jedoch wegen des Coronavirus abgesagt.  Auf dem Bierfest in Qingdao sollen besondere Regeln gelten. Besucher müssen beim Betreten des Geländes Masken tragen, auch wird die Temperatur gemessen und eine Registrierung verlangt. Angestellte müssen wöchentlich einen Corona-Test machen. 

Das „Oktoberfest“ 2020 im chinesischen Qingdao ist trotz Corona-Pandemie eröffnet (Archivbild).

„Bierfest“ in China trotz Corona: Mehr Besucher als 2019

Einen negativen Einfluss auf das Interesse der Besucher scheinen die Maßnahmen nicht zu haben: Wie Staatsmedien berichteten, kamen zum Auftakt des Bierfestes sogar mehr Gäste als im vergangenen Jahr. China hat bereits seit Monaten keine große Infektionswelle mehr verzeichnet. Jedoch kam es zuletzt wieder zu kleineren, lokalen Ausbrüchen in verschiedenen Landesteilen, auf die in der Regel mit strengen Maßnahmen reagiert wird.

WHO erwartet „sehr lange Pandemie“: Corona-Folgen über Jahrzehnte - erstaunliche Schulidee in Mexiko

Update vom 3. August, 22.36 Uhr: Am vergangenen Sonntag ging für viele Muslime die jährliche Pilgerfahrt nach Mekka - die Haddsch - zu Ende. Die Reise nach Saudi-Arabien ist die fünfte Säule der fünf Säulen des Islam. Doch auch diese heilige Tradition stand in diesem Jahr im Zeichen von Corona. Wo sich sonst tausende Menschen dicht an dicht im Kreis um die Kaaba bewegen, musste dieses Jahr ganz besonders auf den Abstand geachtet werden.

Update vom 3. August, 21.14 Uhr: In Indien ist ein Gastronom jetzt auf eine außergewöhnliche Idee gekommen. Er will in seinem Restaurant ein „Covid Curry“ anbieten. Zu seinem vegetarischen Gericht sollen Maisfladen in Maskenform und Gemüsebällchen, die aussehen wie das Virus serviert werden. Außerdem fügt er seinem Curry ganz besondere Kräuter hinzu, die gut für die Gesundheit sein sollen. Er will damit wieder Kunden in sein Restaurant locken, denn auch in Indien zögern die Menschen noch, auswärts essen zu gehen. Indien hat derzeit 1,8 Millionen Covid-19-Infizierte. 38.000 Menschen sind bereits gestorben.

Derweil meldet die Regierung in Brasilien, dass erneut eines ihrer Mitglieder an Corona erkrankt sei. Nach dem Staatschef Jair Bolsonaro sowie einigen Ministern und Militärs ist jetzt auch General Walter Braga Netto positiv auf Covid-19 getestet worden. Netto ist „Chefe da Casa Civil" was mit dem deutschen Kanzleramtschef vergleichbar ist. Er befindet sich nun in Quarantäne, will aber seine Termine weiter von zuhause aus wahrnehmen.

Corona weltweit: In Mexiko sollen Kinder per Fernsehen und Radio unterrichtet werden

Update vom 3. August, 19.44 Uhr: Schüler in Mexiko sollen im kommenden Schuljahr per Fernsehen und Radio unterrichtet werden. Eine entsprechende Vereinbarung der Regierung mit vier privaten Sendergruppen wurde in der täglichen Pressekonferenz von Staatspräsident Andrés Manuel López Obrador in Mexiko-Stadt unterschrieben. Für die rund 30 Millionen Schüler des Landes sei es wegen der Coronavirus-Pandemie nicht sicher, zu Beginn des neuen Schuljahres ab dem 24. August in die Klassenzimmer zurückzukehren, sagte Bildungsminister Esteban Moctezuma.

Update vom 3. August, 18.10 Uhr: Die USA wirken in der Coronavirus-Pandemie weiter überfordert. Donald Trump polarisiert, der amerikanischen Wirtschaft droht ein Fiasko.

Update vom 2. August, 12.37 Uhr: Nach den USA und Südamerika, sind derzeit vor allem Indien und Südafrika stark betroffen. In Südafrika, dem am stärksten betroffenen Land auf dem afrikanischen Kontinent, stieg die Zahl der gesamten Infektionen auf über eine halbe Million. Nach offiziellen Angaben liegt die Zahl der Todesopfer bei 8153, Forscher registrierten jedoch im Zeitraum Mai bis Mitte Juli eine Übersterblichkeit von 22.000 Menschen.

Unter den Folgen der Pandemiebekämpfung leidet vor allem auch die südafrikanische Wirtschaft, die sich schon vor Corona in einer Rezession befand. Zur Wiederbelebung mahnen Experten jetzt Reformen im öffentlichen Dienst, eine Verschlankung der Bürokratie an. Außerdem hoffen Wirtschaftsexperten auf eine Wiederbelebung im Tourismus - die Grenzen sind allerdings derzeit noch geschlossen.

In Nigeria wurden offiziell insgesamt 47.000 Infektionen registriert. In der Millionenstadt Lagos sollen die strikten Ausgangsbeschränkungen nun etwas gelockert werden. In den kommenden Wochen dürfen die Moscheen und Kirchen - bei eingeschränkten Besucherzahlen - wieder Gebete und Gottesdienste abhalten.

Coronavirus weltweit: WHO-Notfallkomitee erwartet „sehr lange“ Pandemie

Erstmeldung vom 2. August, 11.01 Uhr: Genf - Nach der Tagung des WHO-Notfallkomitees am Freitag in Genf, hat die WHO eine allgemeine Prognose zur Corona-Pandemie herausgegeben. Nach den Worten von WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus könne die Pandemie „sehr lange“ dauern, die Folgen könnten noch über Jahrzehnte zu spüren sein - es sei eine „Jahrhundertkrise“.

Coronavirus: WHO befürchtet Ermüdung bei den Maßnahmen zur Bekämpfung

Zur Bewältigung der Pandemie macht das Notfallkomitee der WHO konkrete Vorschläge - es müsse Antworten auf regionaler, nationaler und globaler Ebene geben. Besonders vor Nachlässigkeit wird gewarnt.

Die WHO befürchtet, dass wegen des „sozio-ökonomischen Drucks“ eine Ermüdung bei den Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus eintreten könne. Manche Staaten sähen sich mit einem erneuten Ausbruch konfrontiert, andere hätten die Lage gut in Griff bekommen.

Das Komitee, dessen 18 Mitglieder teilweise per Video zusammengeschaltet waren, forderte die WHO unter anderem dazu auf:

  • Die Forschung* zur Herkunft des Virus, den Übertragungswegen, der Immunität und der Folgen zu beschleunigen.
  • Abgestimmte und pragmatische Richtlinien für angemessene Reaktionen auf Ausbrüche zu entwickeln.
  • Die nationalen Gesundheitssysteme und die gemeinsamen Anstrengungen international zu stärken.
  • Ein Augenmerk daraufzulegen, dass sich auch die jüngere Generation dem Kampf gegen die Pandemie verpflichtet fühle.

Coronavirus weltweit: Melbourne ruft Katastrophenzustand aus - neuer Infektionsherd in Mexiko

Australien gehört zu den Ländern, die derzeit einen Rückschlag im Kampf gegen die Pandemie erleiden - der australische Bundesstaat Victoria hat für Melbourne den Katastrophenzustand ausgerufen und eine strikte Ausgangssperre für 20.00 Uhr bis 5 Uhr auferlegt. Bis 13. September darf nur eine Person pro Haushalt einkaufen gehen, jeder Bewohner Melbournes nur eine Stunde pro Tag Sport an der frischen Luft machen.

Die Begründung für die strikten Maßnahmen seien inakzeptabel hohe Ansteckungsraten - es waren zuletzt 671 Neuinfektionen im ganzen Bundesstaat gemeldet worden. Innerhalb der Metropole Melbourne kehren auch Schulen und Universitäten zum Onlineunterricht zurück, außerhalb dürfen die Menschen ihre Wohnungen für den Gang zur Arbeit, Schule, Universität, Einkauf oder Arzt verlassen.

Der am drittschwersten betroffene Staat der Welt, was Todesfälle angeht, ist derzeit Mexiko - hier sind in der Nacht auf Samstag allein 764 Menschen verstorben. Jetzt meldet Mexiko den zweiten Tag in Folge einen Rekord an Neuinfektionen: 9556 haben sich innerhalb der letzten 24 Stunden infiziert. (kat/dpa) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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