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Prozessbeginn am 10. November

Drama um getötetes Pärchen auf Gardasee: Neues Gutachten entlastet deutsche Tatverdächtige

Die Opfer des tödlichen Gardasee-Unfalls: Greta Nedrotti und Umberto Garzarella.
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Starben auf dem Gardasee: Greta Nedrotti und Umberto Garzarella.

Noch immer sorgt das Drama um ein auf dem Gardasee tot gerastes Pärchen für Schlagzeilen. Greta (†25) und Umberto (†37) waren Mitte Juni mit einem kleinen Kahn unterwegs als sie von einem Motorboot gerammt wurden und starben. Auf dem Sportboot sollen sich zwei Deutsche befunden haben. Doch ein neues Gutachten entlastet die beiden - sie könnten nun mit einer deutlich milderen Strafe davonkommen.

Brecia/Gardasee - In der Nacht von 19. bis 20. Juni 2021 ereignete sich zwischen Salò und San Felice del Benaco auf der westlichen Seite des Gardasees ein tragisches Unglück: Ein italienisches Pärchen musste sterben. Eine Riva Aquarama „Orso“ zweier deutscher Geschäftsmänner war offenbar viermal schneller als erlaubt unterwegs und über das Holzboot der beiden Verlobten gerast. Auf den Aufnahmen einer Überwachungskamera ist zu sehen, wie das Motorboot den kleinen Kahn regelrecht überspringt.

Vorfall sorgte in Italien für Empörung

Der Vorfall hatte in Italien unter anderem für Empörung gesorgt, weil die zwei Männer nach dem Crash weiterfuhren und später angaben, den Unfall nicht mitbekommen zu haben. Außerdem tauchten Fotos und Videos auf, welche die beiden zeigen, wie sie zuvor Wein und Champagner tranken. Im Anschluss wurde vermutet, dass zumindest die Frau, die in den See fiel, noch hätte gerettet werden können. Doch dem war offenbar nicht so. Denn ein Gerichtsmediziner stellte inzwischen fest, dass beide Opfer schon bei dem Aufprall tödliche Verletzungen davontrugen.

„Auch bei so­fortiger Hilfe kann grundsätz­lich ausgeschlossen werden, dass der Tod von Greta Ne­drotti hätte vermieden oder verzögert werden können“, schreiben die Mediziner nach BILD-Informationen in ihrem Bericht. Das hat nach Angaben von Nebenklage-Anwalt Rai­mondo del Dosso zur Folge, dass gegen die beiden Deut­schen nicht mehr wegen Fah­rerflucht ermittelt wird. Der 37-jährige Verlobte von Greta wurde demnach sofort von der Schiffsschraube getötet. Umberto wurde damals einen Tag nach dem Unfall tot in dem kleinen Boot in der Nähe des Westufers gefunden, Taucher bargen Stunden später auch Greta aus dem Wasser.

Tödlicher Motorboot-Unfall am Gardasee: Prozessbeginn am 10. November

Bei der forensischen Untersuchung des Luxus-Bootes konnten die Experten nur Spuren von einem der Deutschen feststellen, nicht aber vom Besitzer des Bootes. Während der Besitzer einen Tag nach der Tat laut Medienberichten einen Alkoholtest verweigert haben soll, soll der Wert des anderen Deutschen ein negatives Ergebnis angezeigt haben.

Gegen den mutmaßlichen Fahrer beginnt am 10. November in Brescia der Prozess, der auf Antrag der Staatsanwaltschaft sofort mit dem Hauptverfahren losgeht. Das sagten die Verteidiger des 52-Jährigen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Sie bestätigten damit einen Bericht der Nachrichtenagentur Ansa. Gegen den angeklagten und seinen Bekannten wird weiter wegen fahrlässiger Tötung er­mittelt. Das neueste Obduktionsgutachten entlastet die beiden jedoch in gewisser Weise. Ein Verfahren ohne Vorverhandlung wird für gewöhnlich dann abgehalten, wenn die Beweislage eindeutig ist.

Angeklagter will mit Justiz kooperieren

Wenige Tage nach dem Vorfall wurden zunächst beide mutmaßlichen Täter in Gewahrsam genommen. Sie durften dann aber nach Deutschland zurückkehren, was in Italien zu großem Unverständnis führte. Sie wurden später mit einem europäischen Haftbefehl gesucht. Der Hauptverdächtige stellte sich Anfang Juli in einer Nacht- und Nebelaktion am Brennerpass den Behörden. Er kam in Untersuchungshaft und dann Anfang August in Hausarrest.

Der Mann gab an, mit der Justiz kooperieren zu wollen. Seine Anwälte machten am Mittwoch keine weiteren Angaben, deuteten aber an, dass sie womöglich schon bald eine Erklärung ihres Mandaten abgeben könnten. Umbertos Vater fordert laut Bild-Informationen neun Millionen Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld, was die Anwälte des Mannes aber be­reits als überzogen zurückge­wiesen haben.

mz

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