Menschen in Gommern unter Schock

Drei Helfer der Tafel sterben bei Verpuffung

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Die Reste eines Propan-Heizgerätes (links) stehen am Freitag nach dem Verpuffungsunglück in Gommern in einem Raum.

Gommern - Sie unterstützten Bedürftige – und kamen ums Leben. Drei Helfer einer Tafel in Sachsen-Anhalt wurden bei einer Verpuffung getötet. Die Ursache ist inzwischen gefunden.

Kurz vorher kümmerten sie sich noch um Bedürftige: Drei ehrenamtliche Helfer der Tafel in Gommern (Sachsen-Anhalt) sind bei einem Brand ums Leben gekommen. „Ein technischer Defekt an einem mit Gas betriebenen Heizgerät hatte eine Verpuffung ausgelöst“, sagte der Sprecher der Polizeidirektion Nord in Magdeburg, Mike von Hoff, am Freitag. Zwei Männer und eine Frau, die nach Zeugenaussagen gerade in der Küche aufräumten, kamen ums Leben. Drei Menschen mussten wegen eines Schocks behandelt werden.

Ermittler arbeiten am Donnerstag nach einem Feuer in Gommern (Sachsen-Anhalt) an der Brandstelle.

Die Verpuffung habe eine Druckwelle und eine Stichflamme ausgelöst, berichtete der Bürgermeister von Gommern, Jens Hünerbein. Der 41-Jährige war selbst als Feuerwehrmann im Einsatz. Zum genauen Defekt an dem mit einer Propangasflasche betriebenen Heizofen konnte die Polizei zunächst noch keine Angaben machen. Als Konsequenz aus dem Unglück sollen nun die Sicherheitsstandards bei allen Tafeln in Sachsen-Anhalt überprüft werden.

Bei der Tafel in Gommern werden laut Hünerbein jeden Donnerstag Lebensmittel an Hilfsbedürftige ausgegeben, die in der Regel von Unternehmen oder Supermärkten gespendet werden. Etwa 30 bis 50 Menschen nutzten die kostenlose Ausgabe. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sprach den Angehörigen der Opfer seine Anteilnahme aus: „Der Tod der drei ehrenamtlichen Mitarbeiter der Sozialeinrichtung in Gommern macht uns alle tief betroffen.“

Bei den Toten handele es sich um eine 59-jährige Frau sowie zwei 32 und 72 Jahre alte Männer. Die Verletzten sind laut Polizei zwei weitere Mitarbeiterinnen der Tafel sowie ein Mann, der aus einem benachbarten Betrieb zu Hilfe eilte.

Auch beim Bundesverband Deutsche Tafel löste das Unglück Entsetzen aus. „Wir sind bestürzt und tieftraurig“, sagte der Vorsitzende Jochen Brühl. Der Verband hat laut Brühl gut 60 000 Helfer.

Nach Angaben von Bürgermeister Hünerbein wurde das einstöckige Gebäude in einem Gewerbegebiet in Gommern nicht so stark beschädigt, dass es abgerissen werden muss. Zur Schadenshöhe konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen.

dpa

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