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Notfälle

Dutzende Tote bei Massenpanik in Nigeria

Tote bei Massenpanik in Nigeria
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Flip Flops und Sandalen liegen nach einer Massenpanik auf einer Straße.

Nigeria ist die größte Volkswirtschaft Afrikas. Trotzdem leben dort etwa 40 Prozent der Menschen unter der Armutsgrenze. Als eine Kirche am Wochenende Essen an Bedürftige verteilen will, kommt es zu dichtem Gedränge.

Lagos – Bei einer Massenpanik bei einer kirchlichen Wohltätigkeitsveranstaltung in Nigeria sind nach Polizeiangaben 31 Menschen ums Leben gekommen. Sieben weitere Teilnehmer wurden bei dem Unglück in der Stadt Port Harcourt im Süden des westafrikanischen Landes am Samstagmorgen verletzt, wie die Polizei der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Eine große Menschenmenge war nach Angaben von Polizeisprecherin Grace Iringe-Koko zusammengekommen, um kostenlose Lebensmittelspenden entgegenzunehmen. Dabei sei es zu der Massenpanik gekommen, sagte sie der dpa weiter. Ersten Berichten zufolge könnte ein Gedränge kurz vor Beginn der Veranstaltung das tödliche Chaos ausgelöst haben.

Nigeria ist mit mehr als 200 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land, die größte Volkswirtschaft und auch der wichtigste Ölproduzent Afrikas. Gleichzeitig leben dort nach Angaben der Weltbank aber mehr als 80 Millionen Menschen unter der Armutsgrenze des Landes. Nigerias Präsident Muhammadu Buhari teilte am Sonntag über seinen Sprecher mit, er sei sehr traurig über die Todesfälle bei der Massenpanik in Port Harcourt.

Teils schon am Vorabend angereist

Für die Veranstaltung der Kings-Assembly-Kirche im Bundesstaat Rivers seien Menschen teils schon am Vorabend angereist, berichtete die Zeitung „Punch“. Die Veranstaltung habe aus Platzgründen nicht auf dem Grundstück der Kirche stattgefunden, sondern auf einem Sportplatz, dem Port Harcourt Polo Club. Eine Untersuchung des Unglücks sei angeordnet worden, hieß es weiter. Berichte, wonach auch Kinder unter den Opfern seien, wurden zunächst nicht bestätigt.

Die Toten und Verletzten wurden Berichten zufolge in das nahe gelegene Militärkrankenhaus von Port Harcourt gebracht.

In der Vergangenheit war es bereits zu ähnlichen Vorfällen gekommen. Im Juli starben in Maiduguri im Nordosten Nigerias sieben Menschen, als eine Hilfsorganisation kostenlose Lebensmittel verteilte.

Weltweit kommt es bei religiösen Festen immer wieder zu Katastrophen. Erst vor etwa einem Jahr starben bei einer Massenpanik in Israel 45 Menschen. Bei dem Fest auf dem Berg Meron hatten sich Ende April 2021 rund 100 000 Menschen versammelt, als Teilnehmer auf einer abschüssigen Rampe ins Rutschen kamen.

Die Explosion von Feuerwerkskörpern neben einem Hindu-Tempel und die anschließende Panik kostete beim indischen Neujahrsfest Vishu in Paravur im April 2016 mehr als 100 Menschen das Leben. Bei einer Massenpanik auf der islamischen Wallfahrt nach Mekka starben im September 2015 in Saudi-Arabien nach Regierungsangaben 769 Menschen, inoffizielle Berechnungen gehen von rund 2000 Todesopfern aus. dpa

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