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Anwohner der Fabrik fühlen sich zum Teil schlecht informiert

Ein Toter (55) bei Gasaustritt in Zellstoffwerk in Hallein

Die sogenannten Kocherei wurde noch bis Mittag vorsorglich mit Wasser besprüht um Schwefeldioxid am Boden zu
halten
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Die sogenannten Kocherei wurde noch bis Mittag vorsorglich mit Wasser besprüht um Schwefeldioxid am Boden zu halten

Ein Todesopfer fordert am Mittwochmorgen ein Gasunfall im Zellstoffwerk AustroCel. In der sogenannten Kocherei trat um 5.41 Uhr Schwefeldioxid aus, „ein Mitarbeiter, der sich im Gefahrenbereich befand, kam dabei ums Leben“, so Bernhard Krill, der kaufmännische Geschäftsführer des US-Britischen Konzerns.

Hallein - Der Tote konnte erst Stunden später geborgen werden, es handelt sich um einen 55-Jährigen aus dem Bezirk Tennengau, Betriebsrat und Kollegen, darunter ein Verwandter, überbrachten der Familie die schreckliche Nachricht.

Rund 20 Minuten nach dem Unfall war neben der Werksfeuerwehr auch die Freiwillige Feuerwehr Hallein vor Ort, Lautsprecherwagen der Betriebsfeuerwehr sollen zu diesem Zeitpunkt die Anwohner im Stadtteil Burgfried bereits über die Gefahrenlage und Schutzmaßnahmen – „bitte Fenster und Türen geschlossen halten“ informiert haben, in sozialen Netzwerken war allerdings im Laufe des Vormittags zu lesen dass sich viele Nachbarn nicht ausreichend informiert fühlten, „wir dachten es brennt irgendwo und darum fährt die Feuerwehr“, so ein Anwohner. Halleins Bürgermeister Alexander Stangassinger sagte, es sei Aufgabe der Bezirkshauptmannschaft, die Bevölkerung zu alarmieren, er habe zusätzlich über seine Facebook-Seite mehrmals die Bevölkerung informiert.

Gefahrstoffaustritt in Chemiefabrik in Hallein

Feuerwehreinsatz in Chemie-Betrieb in Hallein
Feuerwehreinsatz in Chemie-Betrieb in Hallein © hud
Feuerwehreinsatz in Chemie-Betrieb in Hallein
Feuerwehreinsatz in Chemie-Betrieb in Hallein © hud
Feuerwehreinsatz in Chemie-Betrieb in Hallein
Feuerwehreinsatz in Chemie-Betrieb in Hallein © hud
Feuerwehreinsatz in Chemie-Betrieb in Hallein
Feuerwehreinsatz in Chemie-Betrieb in Hallein © hud
Feuerwehreinsatz in Chemie-Betrieb in Hallein
Feuerwehreinsatz in Chemie-Betrieb in Hallein © hud

Hat Mitarbeiter Schutzmaske getragen?

Der Austritt des Gases sei relativ schnell unter Kontrolle gebracht worden, rund zwei Stunden später wurde offiziell Entwarnung gegeben, die Messwerte waren wieder im normalen Bereich. Über die Ursache des Unfalls gibt es derzeit nur Spekulationen, möglicherweise ist ein Schlauch oder ein Verbindungsstück gerissen, ob der verunglückte Mitarbeiter zum Unglückszeitpunkt womöglich nicht die vorgeschriebene Schutzmaske trug wird ebenso untersucht wie die Ursache des Unfalls. In einer ersten Stellungnahme hat der Geschäftsführer des Unternehmens, Jörg Harbring, den Vorfall zutiefst bedauert und sein Mitgefühl für die Familie und Angehörigen des Verunglückten ausgedrückt. Die weiteren zehn Mitarbeiter der Schicht in der Kocherei wurden in den Stunden danach vom Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut und dann nach Hause geschickt, einige von Ihnen wurden auch mit Atemwegsproblemen in die Krankenhäuser eingeliefert.

In der Kocherei werden die angelieferte Hackschnitzel erhitzt damit sie anschließend zu Zellulose verarbeitet werden können, Schwefeldioxid ist ein Gas, das nach faulen Eiern riechend schnell wahrnehmbar ist, „eine direkte Gefahr für die Anwohner hat nicht bestanden“, so Krill, „aber Messstellen haben angeschlagen und darum haben wir den Alarmplan ausgelöst und dieBehörden informiert“. Am Vormittag wurde die Kocherei vorbeugend von außen noch mit Wasser besprüht, der Tote waram Nachmittag immer noch nicht geborgen.

Die AustroCel beschäftigt am Standort Hallein derzeit rund 300 Mitarbeiter und zählt zu den Marktführern für Textilzellstoff aus Nadelholz mit einem Gesamtumsatz von rund 130 Millionen Euro. In der Bio-Raffinerie in Hallein werden bis zu 160.000 Tonnen Viskosezellstoff produziert.

Michael Hudelist

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