Krüger-Nationalpark

Rache der Natur? Elefanten trampeln Wilderer zu Tode

Afrikanischer Elefant im Krüger Nationalpark
+
Im Krüger Nationalpark hat ein Wilderer seine Jagd nach Horn und Elfenbein mit seinem Leben bezahlen müssen. Er wurde von einer Elefantenherde zu Tode getrampelt.

In Südafrikas berühmten Krüger-Nationalpark haben Ranger drei Wilderer aufgespürt. Bei ihrer Flucht stieß die Truppe auf eine Elefantenherde mit Jungen. Ein Mann unter den Wilderen kam dabei ums Leben, teilte die Nationalparkbehörde Sanparks mit. Die Elefanten hätten ihn zu Tode getrampelt.

Johannesburg - Der Krüger-Nationalpark zählt zu wichtigsten Touristenattraktionen Südafrikas und zu den größten Nationalparks auf dem afrikanischen Kontinent. Besucher aus aller Welt kriegen hier live zu sehen, was sie sonst nur aus dem Fernsehen kennen: Wilde Tiere hautnah. Giraffen, Zebras, Leoparden, Nashörner und Elefanten leben hier in freier Natur. Das macht sie zur Zielscheibe von Wilderen.

Da die Umzäunung des Nationalparks, dessen Fläche in etwas so groß ist wie Israel, weder lückenlos noch unüberwindbar ist, gelingt es Wilddieben immer wieder, sich mit Waffen in das Territorium einzuschleusen und Jagd auf das kostbare Rhinohorn zu machen. Kostbar, weil das gemahlene Horn in Asien heiß begehrt ist. Bedrohte Tierarten müssen sterben (Merkur.de* berichtete), weil ihre Körperteile in bestimmten Kulturkreisen als Heilmittel gelten.

Nun sorgte vor wenigen Tagen ein neuer Fall von Wilderei im Krüger Nationalpark weltweit für Schlagzeilen. „Im Kampf ums Überleben unserer Nashörner hatten wir ein erfolgreiches Wochenende“, betonte Parkmanager Gareth Coleman am Montag (19.04.2021) in einem Statement.

Ranger hatten am Tag zuvor Spuren von mutmaßlichen Wilderen entdeckt und daraufhin eine Suchaktion eingeleitet. Auf der Flucht vor den Wildhütern seien die drei schließlich auf eine Elefantenherde mit Nachwuchs gestoßen, die auf die Männer losggegangen war. Einer der Männer sei dabei von den Elefanten zu Tode getrampelt worden.

Krüger Nationalpark: Wilderei ist nicht zu stoppen

Da die Ranger ein Gewehr und eine Axt bei den Männern vorfanden, geht die Polizei davon aus, das sie in mörderischer Absicht unterwegs waren; bereit Nashörner und Elefanten für deren Horn und Stoßzähne zu massakrieren. Während einer der Männer festgenommen werden konnte, gelang es dem dritten Mann, zu fliehen. Trotz eines internationalen Handelsverbots mit Elfenbein werden jedes Jahr Zehntausende Afrikanische Elefanten wegen ihrer Stoßzähne getötet.

Aber auch „der anhaltende Druck auf die Nashörner im Krügerpark“ sei „besorgniserregend,“ so Robert Kless, Leiter des IFAW (International Fund for Animal Welfare) in Deutschland. Etwa 60 Prozent der im Jahr 2020 in Südafrika gewilderten Nashörner wurden im Krüger-Nationalpark getötet, informiert IFAW auf seiner Website.

Als Hauptursache für die offenbar nicht aufzuhaltende Wilderei*, gilt die Armut der heimischen schwarzen Bevölkerung am Rande des Nationalparks, die kaum von den Geschäften des Parks profitiert. Wie deutschlandfunk.de 2018 berichtete, besetzen noch immer „ausschließlich weiße Männer“ die Führungspositionen im Park. *Mekur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Kommentare