Ersparnis für Steuerzahler 

Österreichische Uni behandelt Zähne von Flüchtlingen kostenlos

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v.l.n.r.: Dr. Ahmed El Shafie MSc, Dir. Robert Wagner, Patientin S. H.,Karin Hoffmann, Dr. Susanne von Böhl
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Krems an der Donau - Seit Juni wurden über 50 Flüchtlinge mit Zahnproblemen an der DPU in Österreich behandelt. Die bisherigen Kosten von rund 100.000 Euro trägt komplett die Privatuniversität für Zahnmedizin.

An einem Junitag stand ein junger Mann mit starken Schmerzen am Empfang des Zahnambulatoriums der DPU in Krems. Der Mann konnte sich weder ausdrücken noch ausweisen. Der Empfang fragte bei Robert Wagner, Direktor der DPU, nach, wie man in dieser Situation vorgehen soll. Die Antwort kam schnell und eindeutig: Dem jungen Mann muss umgehend geholfen werden.

DPU und Einrichtungen treffen Übereinkunft 

Im Behandlungssaal übernahm Assistenzzahnarzt Dr. Ahmed El Shafie MSc. Der arabisch sprechende Zahnarzt konnte sich mit dem jungen Patienten verständigen und erfuhr, dass er von der Einrichtung des Diakonie Flüchtlingsdienstes in St. Pölten an die DPU verwiesen wurde. 

Aus diesem Anlassfall wurde eine Übereinkunft der Einrichtungen des Diakonie Flüchtlingsdienstes in St. Pölten mit der DPU getroffen, zahnärztliche Untersuchungen bzw. Behandlungen mit Flüchtlingen durchzuführen. Der Initiator der laufenden Hilfsaktion, Robert Wagner, klärt seither in enger Absprache mit der ärztlichen Leitung der DPU, Prim. MR Dr. Sven Orechovsky und den Flüchtlingshelfern der Diakonie St. Pölten die Termine und Behandlungen mit den teils minderjährigen und beaufsichtigungspflichtigen Flüchtlingen ab.

"Wir möchten uns an dieser Stelle herzlichst für die rasche und unkomplizierte Hilfestellung der DPU bedanken und hoffen sehr, dass wir auch in Zukunft wieder darauf zurückgreifen dürfen. Es handelt sich dabei um eine unschätzbare Unterstützung für unsere Klientinnen, die ansonsten keine Möglichkeit haben, derart rasch eine so kompetente Behandlung zu erhalten", kommentiert NÖWE-Leiter Mag. Wolfgang Gaigg die Zusammenarbeit mit der DPU.

Ärzte behandeln außerhalb ihrer Dienstzeit 

Die fachliche Leitung und Koordination der Hilfsaktion obliegt Dr. Ahmed El Shafie MSc, der bisher unter großem persönlichen Einsatz mit seinem Team Dutzende von Flüchtlinge kostenlos behandelt hat. Das notwendige Material wurde dabei von DPU gratis zur Verfügung gestellt. Auch die zahnärztliche Arbeitskraft wurde von den Ärzten und Studenten außerhalb ihrer Dienstzeit ohne Bezahlung geleistet

Besonders großes Engagement zeigten die Studierenden der DPU, die aufgrund ihrer internationalen Herkunft neben ihrer fachlichen Mitarbeit für die Flüchtlinge als Übersetzer in Sprachen wie Arabisch, Farsi, Mongolisch und andere tätig wurden.

Ersparnis für österreichischen Steuerzahler 

Heute hat die Privatuniversität ein ständig laufendes Behandlungskontingent für 50 Flüchtlinge eingerichtet. Durchgeführt werden zahnerhaltende Maßnahmen wie Röntgendiagnostik, Füllungen, Brücken und Wurzelbehandlungen aber auch zahnchirurgische Eingriffe und kieferorthopädische Maßnahmen. Nach den Honorarrichtlinien der Zahnärztekammer belaufen sich die bisherigen Behandlungen auf einen Gesamtwert von über 100.000 Euro.

„Wir entlasten mit unserer Hilfe nicht nur die ohnehin völlig überlaufenen Ambulatorien, die für die Flüchtlinge zuständig wären, sondern helfen dem österreichischen Steuerzahler auch, Geld zu sparen, weil wir uns die Kosten, die zu 80 Prozent von der Krankenkasse zu tragen wären, nicht rückerstatten lassen“, erklärt DPU-Koordinator und Prim. MR Dr. Sven Orechovsky.

„Wir haben das Glück über die Möglichkeiten zu verfügen, diesen Menschen zu helfen. Es kann nicht immer alles auf das Sozialsystem abgewälzt werden. Ich sehe es als unsere Pflicht an, einen Beitrag zu leisten. Darüber hinaus wollen wir unseren Studenten nicht nur fachliche, sondern auch soziale Verantwortung vermitteln“, kommentiert DPU-Direktor und Initiator der Hilfsaktion Robert Wagner.

Danube Private University/jg

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