Flammen-Inferno in Bangladesch

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Feuer in Dhaka: Laut Feuerwehr wurden bis zum Freitagmorgen 98 Leichen geborgen.

Dhaka - Feuersturm in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka: Mindestens 110 Menschen sind bei einem Großbrand getötet worden. Die Flammen hatten sich in Windeseile in der Stadt ausgebreitet.

Bei einem Großbrand in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka sind mindestens 110 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 100 Verletzte seien mit zum Teil schwersten Brandwunden in die beiden größten Krankenhäuser der Stadt gebracht worden, teilten Ärzte am Freitagmorgen mit.

Das nach der Explosion eines Transformators ausgebrochene Feuer griff auf ein Geschäft über, in dem leicht entzündliche Chemikalien gelagert waren. Von dort breiteten sich die Flammen in Windeseile auf sechs Mietshäuser und 15 weitere Geschäfte im Altstadtviertel Najirabazar aus.

Unter den Opfern waren 15 Gäste eines Hochzeitsempfangs, der in einem der brennenden Mietshäuser stattfand. “Warum ich, Allah? Was habe ich getan?“, klagte Gastgeber Mohammed Gulzar, der den Tod seiner Verwandten und Bekannten betrauerte. Die Braut, seine Tochter, überlebte, weil sie zum Zeitpunkt des Feuers noch in einem Schönheitssalon saß.

Wegen der engen Gassen in Najirabazar hatte die Feuerwehr Mühe, zu den brennenden Gebäuden vorzudringen. Die Verletzten mussten zum Teil mit Rikschas ins Krankenhaus gebracht werden. Zudem stürzte die Explosion des Transformators am Donnerstagabend das Altstadtviertel in tiefe Dunkelheit, was für zusätzliche Verwirrung sorgte. “Es herrschte totales Chaos“, berichtete der Polizeibeamte Abul Kalam.

Für Dhaka war es der schwerste Großbrand in Jahrzehnten. Der Leiter der Abteilung für Brandverletzungen im staatlichen Krankenhaus Dhaka Medical College Hospital, Lal Sen, erklärte, eine vergleichbare Katastrophe habe er trotz 40 Jahren Berufserfahrung noch nicht erlebt.

Die Regierung ordnete eine Untersuchung an.

dpa

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