Traurige Gewissheit in Kaprun

In Gletscherspalte am Kitzsteinhorn gestürzt: Vermisster Freerider (23) ist tot

Kitzsteinhorn in Kaprun/Salzburg (Archivbild).
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Kitzsteinhorn in Kaprun/Salzburg (Archivbild).

Kaprun - Sonntagmittag ist auf dem Kitzsteinhorn bei Kaprun (Pinzgau) ein Freerider mehr als 40 Meter tief in eine Gletscherspalte gestürzt. Die Rettung musste Sonntagabend abgebrochen werden – wegen der Dunkelheit und der gefährlichen Verhältnisse. Am Montag machten die Retter dann einen traurigen Fund.

Update, Dienstag (20. Oktober) 6.20 Uhr: Vermisster Freerider ist tot

Jener Freerider, der Sonntagnachmittag am Kitzsteinhorn in Kaprun in 2.700 Metern Höhe in eine Gletscherspalte gestürzt ist, ist tot. Bergretter fanden den Leichnam des 23-Jährigen am Montag. Das bestätigte die Landespolizeidirektion Salzburg in einer Presseaussendung.

Ein 23-jähriger Pinzgauer fuhr am Sonntag (18. Oktober 2020) gegen 13 Uhr mit seien Skiern abseits des gesicherten Bereiches im freien Gelände am Kitzsteinhorn. Dabei stürzte er nach einer Kuppe in die dort befindliche offene und gut 100 Meter breite Randspalte. Das Unglück ereignet sich auf einer Seehöhe von ca. 2650 Metern. Nachfolgende Skifahrer verständigten via Notruf die Rettungskräfte.

Am Kitzsteinhorn suchten am Montag seit den frühen Morgenstunden Bergretter aus Kaprun weiter nach dem Freerider, nachdem die Suche am Sonntagabend abgebrochen werden musste. Mittels Dampfsonde konnte man zu dem Verschütteten vordringen. Er wurde von den Bergrettern aus der Spalte geborgen und schließlich vom Hubschrauberteam der Polizei ins Tal geflogen.

Update, Montag (19. Oktober) 12.43 Uhr: Ski und Skibrille gefunden, Suche weiter schwierig

Sonntagnachmittag stürzte ein Freerider am Kitzsteinhorn auf 2700 Metern Höhe in eine Gletscherspalte. Erschöpft und durchnässt mussten die Bergretter den Einsatz am Sonntagabend zunächst abbrechen, aktuell wird die Rettungsaktion fortgesetzt. „Wir haben auch Verstärkung durch Bergretter aus Tirol, die mit Dampfsonden dabei sind“, teilt Maria Riedler, Pressesprecherin der Salzburger Bergrettung, Montagmorgen gegenüber salzburg24.at mit. Bislang konnten sie vier bis fünf Meter weiter vordringen.

Kontakt zu dem abgestürzten Freerider konnte offenbar bislang nicht aufgenommen werden. Unklar ist zudem auch, wie tief der Wintersportler tatsächlich gestürzt ist. Gefunden wurden laut Informationen von salzburg24.at bislang lediglich Ski und eine Skibrille.

Erstmeldung, Montag (19. Oktober) 6.44 Uhr: Freerider stürzt in Gletscherspalte

Kurz nach 13 Uhr wurden die Bergretter aus Kaprun über den Spaltensturz verständigt: Ein einheimischer Freerider war abseits der Pisten am Kitzsteinhorn in eine tiefe Randkluftspalte (auf etwa 2700 Metern Höhe, Schmiedingerkees) gestürzt. Der Unfall passierte in der Nähe einer Seilbahnstütze der Kitzsteinhorn-Gipfelbahn.

Erste Versuche der Bergretter, mittels Seil zum Gestürzten vorzudringen, scheiterten. Der Einsatz musste gegen 19 Uhr erfolglos abgebrochen werden. Vor allem wegen der großen Schneemenge, die ebenfalls in die Spalte stürzte, sei der Einsatz sehr schwierig, sagte Harald Etzer von der Bergrettung Kaprun Sonntagabend zum ORF: „Unsere Leute sind jetzt in ungefähr 40 Meter Tiefe vorgedrungen und sind jetzt an der Stelle, wo sie vermuten, dass er liegt. Aber da liegt jetzt Schnee drauf. Sie haben etwa zwei bis drei Meter tief zu ihm hinuntergegraben, aber sie sind nicht zu ihm hingekommen.“

Dazu war auch viel Schnee eingebrochen, der noch immer in der engen Spalte weggeschaufelt werden muss. Allerdings sei der Einsatzort so eng, dass nur ein Mann dort arbeiten könne. Dieser schaufelt den Schnee in einen Rucksack, gibt den Rucksack weiter hinauf und der wird dann ganz hinaufgezogen und ausgeleert.

Der Einsatz soll Montagfrüh fortgesetzt werden, wenn es hell wird. Am Sonntag waren zwei Hubschrauber, drei Alpinpolizisten und 15 Bergretter aus Kaprun an der Rettungsaktion auf dem Gletscher beteiligt.

mh/Bergrettung Kaprun

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