Hagelkörner "so groß wie Orangen"

Heftige Unwetter in Italien und Griechenland: Was Reisende wissen sollten

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Schwerem Unwetter in Nordgriechenland
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Ein heftiges Unwetter ist über die Adriaküste in Italiens hinweg gezogen. Die Region ist gerade bei Urlaubern beliebt. Strände wurden dort teilweise verwüstet.

Update, 13.30 Uhr - Das sollten Reisende jetzt wissen

In Chalkidiki in Griechenland wütet ein heftiges Unwetter, an der italienischen Adriaküste werden Strände verwüstet: Nach großen Zerstörungen am Urlaubsort wie aktuell in Südeuropa stehen viele Reisende vor der Frage, wie es weitergeht.

Welche Rechte haben die Betroffenen?

Vor Ort bereits betroffene Pauschalreisende sollten zunächst beim Veranstalter erfragen, ob dieser sie an eine vergleichbaren Ort in der Region bringen kann, rät der Reiserechtler Paul Degott. Ist das nicht möglich, könnten sie den Urlaub abbrechen und sich vorzeitig zurückbefördern lassen. Die Kosten dafür trage der Veranstalter.

Steht die Reise erst noch bevor, sollte man den Reiseveranstalter kontaktieren und fragen, wie die Situation vor Ort ist: Kann die Reise noch ordnungsgemäß stattfinden? Lässt sich das bezweifeln, könnten Urlauber aufgrund außerordentlicher Umstände vom Reisevertrag zurücktreten und bekämen den Reisepreis erstattet, sagt Degott.

Mehr Ansprüche für Pauschalurlauber

Wer individuell - also nicht über einen Veranstalter - ein Hotel oder zum Beispiel einen Mietwagen gebucht hat, besitzt schlechtere Karten. Dann müsse man schauen, was nach Landesrecht geht und versuchen, Ansprüche durchzusetzen. Das sei "tendenziell schwierig", so Degott.

Pauschalurlauber dagegen haben das deutsche Recht im Rücken. Dies sieht auch umfangreiche Informationspflichten des Veranstalters vor, erklärt der Experte. Das schließt aus seiner Sicht ebenso Warnungen vor schweren Unwettern ein. "Er muss - und das kann er auch, denn er hat Reiseleiter vor Ort - gucken, was in dem Urlaubsgebiet geschieht und was als Risiko auf den Reisenden zukommen könnte", sagt Degott. Entsprechend müsse der Veranstalter Urlauber informieren und auch proaktiv Vorschläge zum Umgang mit dem Problem machen.

Wo Reisende sich über Unwetter informieren können

Allein auf den Veranstalter verlassen sollten sich Reisende aber nicht: Sie können sich am Urlaubsort auch selbst auf dem Laufenden halten, ob in der Region möglicherweise Unwetter drohen. Einen Überblick für einen großen Teil Europas bietet dazu die Website meteoalarm.eu, die für Regionen in mehr als 30 Ländern Warnhinweise auf Englisch und in der Landessprache anzeigt.

Die Warnwetter-App des Deutschen Wetterdiensts (DWD) gibt in der kostenfreien Version Warnhinweise für Regionen innerhalb Deutschlands aus, nicht jedoch für andere Regionen Europas. Anwendungen privater Anbieter dagegen bieten zum Teil Unwetterwarnungen für ganz Europa.

Grundsätzlich gilt: Bei Warnungen zum Beispiel vor schwerem Sturm oder schweren Gewittern sollten Urlauber unbedingt Schutz suchen und am besten in ihrer Unterkunft bleiben, rät Uwe Kirsche vom DWD. Sie sollten das Unwetter keinesfalls als Foto-Gelegenheit begreifen und nicht versuchen zum Beispiel am Strand spektakuläre Bilder zu machen.

Update, 9. 43 Uhr - Unglaubliche Videos

Nicht nur an der Adriaküste richtete ein verheerendes Unwetter große Schäden an, auch auf der griechischen Halbinsel wütete ein schrecklicher Sturm. Das heftige Unwetter im Norden Griechenlands hat mindestens sechs Menschen das Leben - allesamt Touristen - gekostet. 

Eine Frau aus Rumänien und ihre Tochter wurden den Angaben zufolge vom abgerissenen Dach einer Taverne erschlagen worden. Ein umstürzender Baum erschlug zudem einen Russen und dessen zweijährigen Sohn. Ein Mann aus Tschechien und seine Frau wiederum starben, nachdem ihr Wohnmobil vom Sturmböen erfasst wurde und sich mehrfach überschlagen hatte, berichtet antenne.de

„Wir haben sechs Menschen, die ums Leben gekommen sind. Mehr als 60 Menschen wurden durch Stühle, Ziegelsteine, Mülltonnen und andere Gegenstände verletzt, die durch die Gegend flogen“, sagte der Chef des Gesundheitszentrums der Kleinstadt Moudania, Athanassios Kaltsas, im Fernsehen.

Für die Region, in der 500 Mal die Feuerwehr ausrücken musste, wurde der Notstand ausgerufen. 

Im italienischen Pecara wurden 18 Menschen durch apfelsinengroße Hagelkörner verletzt und mussten im Krankenhaus behandelt werden. 

Der Wetterdienst 3BMeteo twitterte zudem ein Video, auf dem eine Straße zu sehen ist, die sich in einen reißenden Fluss verwandelt hat und ein Auto wegspült. Dazu schreibt der Wetterdienst: „Straßen wie Flüsse in Pescara“. Pescara liegt an der Adria und ist bei Italien-Urlaubern beliebt - und vor allem für seine Strände bekannt.

Erstmeldung:

Sonnenschirme fliegen durch die Luft, Sonnenliegen sind zerstört: Ein heftiges Unwetter mit Hagel und Sturmböen ist mitten in der Urlaubssaison über Teile der italienischen Adriaküste hinweggezogen. 

Betroffen waren vor allem die Regionen Emilia-Romagna um Rimini, die Marken um die Stadt Ancona und die Abruzzen, wie der Wetterdienst 3BMeteo am Mittwoch erklärte. In der Stadt Pescara wurden 18 Menschen verletzt, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. In der Nähe von Ancona sei ein Mensch an einem Blitzschlag gestorben.

Hagelkörner "so groß wie Orangen"

Zu Ancona finden sich auf Twitter Bilder von umgestürzten Bäumen und großen Hagelkörnern. Ancona Today berichtet ebenfalls über Schäden, die ein Unwetter angerichtet hat. Dort wurden teilweise ganze Strandabschnitte verwüstet: Auf Bildern sind zerstörte Strandliegen und Sonnenschirme zu sehen, die durch Wind und Regen über den Strand gefegt wurden.

Auf Videos ist zu sehen, wie sich über einem Strand in den Abruzzen dunkle Wolken zusammenbrauen und heftiger Wind peitscht. Menschen bringen sich in Sicherheit. Ansa berichtete in Pescara von Hagelkörnern „so groß wie Orangen“. Auch auf Twitter finden sich zahlreiche Bilder von Hagelkörner, die teilweise größer als eine Hand sind.

Tornado in Milano Maritima

Der Urlauberort Milano Maritima wurde von einem Tornado getroffen, mehrere 200 Jahre alte Pinien stürzten um. Ein Video auf Twitter zeigt den Wirbelsturm:

Mindestens sechs Tote bei schwerem Unwetter in Griechenland

Ein heftiges Unwetter im Norden Griechenlands hat in der Nacht mindestens sechs Menschen das Leben gekostet. Die Feuerwehr sprach von stürmischem Wind und starkem Regenfall in der Region. Unter den Opfern seien Touristen aus Tschechien, Rumänien und Russland, berichtete das Staatsradio unter Berufung auf den Zivilschutz und die Polizei. 

Betroffen war vor allem die bei Feriengästen beliebte Halbinsel Chalkidiki. Das heftige Unwetter folgte einer Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius.

mh mit Material der dpa

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