Tigerbabys in Wiener Zoo

Tigerbabys sterben in Schönbrunn - Tiere waren nicht zu retten 

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Traurig aber wahr: In Einer Badewanne einer Slowakin in Hainburg wurden zwei kleine Tigerbabys gefunden.
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Hainburg - Traurig aber wahr: In einer Badewanne einer Slowakin in Hainburg wurden zwei kleine Tigerbabys gefunden. Ihr Zustand war kritisch. Nun sind die Jungtiere im Tiergarten Schönbrunn gestorben.

Update, 27. August, 11 Uhr: Pressemitteilung Tiergarten Schönbrunn

Vor zwei Wochen wurde der Tiergarten Schönbrunn von den Behörden mit der Aufzucht von zwei Tiger-Jungtieren betraut, die in einer Privatwohnung in Hainburg (NÖ) abgenommen wurden. Als die Tiere dem Tiergarten übergeben wurden, waren sie erst wenige Tage alt, winzig klein und völlig hilflos. Rund um die Uhr sorgten sich Tierpfleger und Tierärzte um die beiden. Leider haben sie es dennoch nicht geschafft. Zootierarzt Thomas Voracek: „Am Anfang hat uns ihre Entwicklung noch optimistisch gestimmt. Sie haben brav getrunken und an Gewicht zugenommen. Über den Berg waren sie damit aber noch lange nicht. Am Wochenende ging es ihnen dann akut extrem schlecht und sie waren leider nicht zu retten.“

Die beiden Jungtiere hatten einen sehr schlechten Start ins Leben. Viel zu früh mussten sie ohne ihre Mutter aufwachsen. Ihr Schicksal hat nahezu ganz Österreich bewegt. Die Schönbrunner Tierpfleger sind als Ersatzeltern eingesprungen: füttern, Bauch massieren, streicheln. Leider gab es trotz all der Bemühungen von Seiten der Behörden und des Tiergartens schlussendlich kein Happy End. „Es ist sehr traurig, dass es die Tiger nicht geschafft haben. Wir möchten uns beim Tiergarten Schönbrunn und seinem engagierten Team dafür bedanken, dass er die beiden Tiere in seine professionelle Pflege übernommen hat“, erklärt der zuständige Bezirkshauptmann von Bruck an der Leitha Peter Suchanek.

Pressemeldung Tiergarten Schönbrunn

Erstmeldung

Der Österreichische Tierschutzverein in Salzburg hat zwei Tigerbabys befreit, die von einer Slowakin in einer Wohnung in Hainburg gehalten wurden. „Die Babys dürften erst eine Woche alt sein, sie hatten noch Teile der Nabelschnur“, so Judith Unterdörfler vom Tierschutzverein in Salzburg.

Sie hat am Donnerstag via Facebook die ersten Hinweise von Nachbarn der Slowakin bekommen, „die ersten Fragen drehten sich nur darum, ob man Tiger überhaupt in einer Wohnung halten dürfe“. Nach der „Befreiungsaktion“ durch die Polizei und eine Nacht bei einer Tierpflegerin sind die beiden mittlerweile im Tiergarten Wien-Schönbrunn, ihr Zustand soll allerdings sehr schlecht sein.   

Am Donnerstag verdichteten sich den ganzen Tag über beim Tierschutzverein in Salzburg-Leopoldskron die Hinweise, dass in einem Plattenbau zwei Tigerbabys gehalten werden, auf Facebook zirkulierten entsprechende Fotos, die auch Tierschützer in der Nachbarschaft auf den Plan riefen. „Auch ein Video gibt es, auf dem die zwei Babys in einer Badewanne liegend mit einer Rotlicht-Wärmeleuchte zu sehen sind“. Nachdem der Ort genauer abgegrenzt werden konnte, alarmierte Unterdörfler von Salzburg aus die zuständige Polizei in Niederösterreich. 

„Gemeinsam mit einer Tiefpflegerin von uns fanden die dann in der Wohnung tatsächlich die beiden Tigerbabys, völlig dehydriert in einer Badewanne liegend. Die „Besitzerin“, eine Slowakin, gab sich ahnungslos, in ihrer Heimat sei das erlaubt, sie habe „keine böse Absicht gehabt“. In der Slowakei arbeitet die Frau in einer Auffangstation für Tiere, so die Polizei.


Sangha und Kumal jetzt im Zoo

Die beiden Raubkatzen-Babies wurden noch am Abend vom Amtstierart in die Obhut des Tierschutzvereines gegeben, der sie in eine Tierklinik nach Parndorf (Burgenland) brachten. „Jetzt sind die beiden Tigerbabys in der Quarantäne-Station des Tiergartens Schönbrunn“, so Unterdörfler am Freitagnachmittag, dort will man sich über die Zukunft der Tiere aber noch nicht äußern.

Erich Goschler als Geschäftsführer des Tierschutzvereines in Salzburg vermutet ein illegales Geschäft mit den Raubkatzen, am Schwarzmarkt würden sie zigtausende Euro einbringen, auch Tiergärten würden Raubkatzen-Babys gerne aufnehmen. „Wir wollen aber versuchen, die Obhut zurück zu bekommenum sie dann auswildern zu können“, so Guschler, „natürlich nicht in Österreich“. 

Wo die Mutter der beiden Babys ist weiß indes niemand, „ich befürchte, das werden wir auch nie herausbekommen“. Fest steht für Guschler allerdings, dass Sangha und Kumal erst vor wenigen Tagen ihrer Mutter entrissen und illegal aus der Slowakei nach Österreich geschmuggelt worden sind.

„Die Tigerbabys waren stark unterernährt und biologisch betrachtet viel zu früh der Mutter entrissen worden“, so Erich Goschler und Judith Unterdörfler vom Tierschutzverein in Salzburg, der dem Hinweis aus Niederösterreich nachgegangen ist.





Michael Hudelist

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