Kubanischer Revolutionsführer

Fidel Castro (90) ist tot!

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Fidel Castro ist im Alter von 90 Jahren gestorben.
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Havanna - Der ehemalige Regierungschef und Vorsitzende der Kommunistischen Partei Kubas, Fidel Castro, ist tot! Er starb am Freitagabend in der Hauptstadt Havanna.

Der kubanische Revolutionsführer und frühere Staatschef Fidel Castro ist tot. Er starb am späten Freitagabend (Ortszeit) im Alter von 90 Jahren in Havanna, wie sein Bruder und Nachfolger Raúl Castro im staatlichen Fernsehen verkündete. Ganz nach dem Wunsch des Verstorbenen soll Castro am Samstag "in den ersten Stunden" des Tages eingeäschert werden, fügte der kubanische Präsident hinzu.

"Der kubanische Revolutionsführer ist heute Abend um 22.29 Uhr (Ortszeit, 4.29 Uhr MEZ) gestorben", sagte der 85-jährige Staatschef, der im Fernsehen eine kurze Erklärung verlas. Alsbald würden auch Details zu einer Trauerfeier bekanntgegeben, die für ihn organisiert werden soll, fuhr Raúl Castro fort. Er schloss mit den historischen Worten: "Hasta la victoria, siempre!" (etwa: "Immer weiter bis zum Sieg"). Noch keine Angaben zur Todesursache von Fidel Castro

Woran genau Fidel Castro starb, dazu machte sein Bruder in der kurzen Ansprache keine Angaben. Der frühere Staatschef hatte aber wegen einer schweren Krankheit bereits Mitte 2006 die Amtsgeschäfte an Raúl Castro abgegeben. Danach trat er zunächst nicht mehr in der Öffentlichkeit auf, zeigte sich aber später allmählich wieder seinem Volk. Im Jahr 2011 gab er auch den Posten an der Spitze der Kommunistischen Partei an seinen Bruder ab.

Castro war 1959 mit seinen Rebellen in Havanna einmarschiert und hatte Diktator Fulgencio Batista vertrieben. Nach der Revolution bestimmte er fast 50 Jahre lang die Geschicke Kubas und verwirklichte nach und nach seine politischen Vorstellungen eines kommunistischen Landes: Wohnraum, Bildung und kostenlose Gesundheitsfürsorge für die gesamte Bevölkerung. Großgrundbesitzer und ausländische Firmen wurden enteignet.

Um seine Macht zu sichern, herrschte Castro auf der Karibikinsel allerdings mit eiserner Hand. Dissidenten wurden drangsaliert, aus dem Land getrieben oder eingesperrt. Viele von Castros Kampfgefährten und Verwandten verließen ihn im Laufe der Jahre.

In den vergangenen anderthalb Jahren veröffentlichte Fidel Castro immer wieder "Reflexionen" über Kuba und empfing in seinem Haus bekannte Persönlichkeiten und Würdeträger wie etwa Papst Franziskus. Fidel Castro war bekannt für seine markanten Reden, seine Kritik an den USA - aber auch für seine Zigarren, seinen langen Bart und die grüne Militäruniform, die er im Alter gegen Trainingsanzüge austauschte.

Mit einer gewissen Skepsis dürfte er die von seinem Bruder betriebene historische Annäherung Kubas an die USA verfolgt haben. US-Präsident Barack Obama und Raúl Castro hatten Ende 2014 eine Normalisierung der Beziehungen zwischen den Gegnern aus Zeiten des Kalten Kriegs eingeleitet. Im Sommer 2015 nahmen beide Länder wieder diplomatische Beziehungen auf. Die USA lockerten ihre Reise- und Handelssanktionen gegen den kommunistischen Karibikstaat.

AFP/mw

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