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„Erhöhtes Sterblichkeitsrisiko nachweisbar“

So tödlich ist Long-Covid: Schockierende Erkenntnisse aus Innsbruck und den USA

Coronavirus - Intensivstation
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Laut neuen Studien besteht auch für diejenigen, die eine milde Corona-Erkrankung hatten, ein erhöhtes Risiko anderweitig zu erkranken bis hin zu einer erhöhten Sterblichkeit.

Dass ein schwerer Verlauf einer Corona-Erkrankung gefährlich ist, ist mittlerweile gut dokumentiert und allgemein bekannt. Studien aus Innsbruck und den USA zeigen nun jedoch auf, dass auch ein milder Krankheitsverlauf langfristige und gefährliche Folgen mit sich bringen kann.

Innsbruck/USA - Die Innsbrucker Uni-Klinik für Neurologie hat neue Erkenntnisse zum Thema Long-Covid gewonnen. Demnach soll eine Corona-Infektion auch bei mildem Verlauf neurologische Funktionsstörungen auslösen können. Der deutsche Neurologe Gregor Wenning spricht davon, dass das Ausmaß der neurologischen Auswirkungen von Long-Covid bereits gesichert sei. Müdigkeit und Konzentrationsstörungen sind nur zwei Beispiele aus der Liste der unterschiedlichen Langzeitfolgen. Das gibt die Ärztekammer für Wien bekannt.

Nach aktuellem Stand, teilt Wenning mit, kann die Erkrankung mit SARS-Cov-2 auch eine sogenannte Dysautonomie auslösen. Gemeint ist damit eine Dysfunktion des autonomen Nervensystems, welches Körperfunktionen wie Verdauung oder den Herzschlag steuert. Diese Dysfunktionen können nur symptomatisch behandelt werden, so Wenning.

Trotz ausgestandener Corona-Infektion: Funktionsstörungen manchmal erst nach Monaten

Wenning spricht davon, dass bei Menschen, die zum Teil vor Monaten eine Corona-Erkrankung überstanden hatten, neurologische Funktionsstörungen festgestellt werden konnten. Bereits im November 2020 sprach der Neurologe Friedemann Müller (ovb-online.de Plus-Artikel) von der Schön-Klinik Bad Aibling-Harthausen über derartige Auswirkungen. Über einen definitiven Zusammenhang meint der Professor für klinische Neurobiologie an der Medizin-Uni Innsbruck: „Ob die Betroffenen schon zuvor eine nicht-diagnostizierte Dysfunktion hatten oder diese erst durch Corona ausgelöst wurde, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.“ Im Allgemeinen sind sogenannte Long-Covid Fällen laut verschiedenen Studien auffällig häufig. Wenning spricht von 35 bis 85 Prozent.

Sogar im Gehirn konnten mittlerweile nach einer Infektion Bestandteile des neuartigen Coronavirus festgestellt werden. Sogenannte „neurodegenerative Symptome“ könnten so erklärt werden. Als Folgen werden unter anderem Gedächtnisverlust, Hirnblutungen oder Schlaganfälle aufgeführt. Innerhalb einer kleinen Studie wurden bei 62 Prozent der Untersuchten Veränderungen im Gehirn dokumentiert. Seitens der amerikanischen Seuchenschutzbehörde CDC werden solche Symptome offiziell geführt.

Auch steht die Frage im Raum, ob die Erkrankung mit Covid-19 eventuell Autoimmunerkrankungen auslösen kann, die vor der Infektion mit SARS-Cov-2 nicht vorlagen. Für eine definitive Einschätzung fehlen aber aktuell noch entsprechend vielfältige und aussagekräftige Studien.

Erschreckende Studie aus den USA: Sterblichkeit auch nach überstandener Corona-Krankheit erhöht

Eine Studie aus den USA gibt weitere schockierende Anhaltspunkte, die für eine erhöhte Sterblichkeit auch nach einer milden Corona-Infektion sprechen. US-Veteranen, die eine leichte Covid-19-Erkrankung hatten, mussten laut der Studie auch im ersten halben Jahr nach der Krankheit öfter wegen anderen Erkrankungen behandelt werden.

Auch wenn bei Infektionskrankheiten eine längere Erholungsphase nach der Genesung keine Seltenheit ist, scheint es bei Covid-19 klare Unterschiede zu geben im Vergleich mit etwa der Grippe. In der Studie aus den USA analysierte die Daten von 73.435 US-Veteranen, welche eine Covid-19-Erkrankung hatten und nicht zur Behandlung ins Krankenhaus mussten. Verglichen mit den Daten von fast fünf Millionen nicht an Covid-19 erkrankten US-Veteranen zeigte sich, dass erstere auch Monate nach der Genesung öfter medizinisch betreut werden mussten als die Allgemeinbevölkerung.

Das Ärzteblatt schreibt in Bezug auf die Ergebnisse der Studie: „Sogar ein erhöhtes Sterberisiko war nachweisbar.“ Betont wird, dass das Ergebnis erstaunlich sei, da nur die Daten von Veteranen mit milden Verläufen ausgewertet wurden. Schwere Verläufe flossen nicht in die Auswertung ein.

Um die Gründe für die erhöhte Sterblichkeit herauszufinden, wurden die Arten der Erkrankungen ausgewertet, wegen denen die Veteranen behandelt werden mussten. Es wurde dabei angegeben, dass die Krankheiten nicht nur im Zusammenhang mit den Atemwegen auftraten, „sondern auch das Nervensystem, die mentale Gesundheit, Stoffwechselerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der Magen-Darm-Trakt sowie das allgemeine Wohlbefinden“ betroffen waren. Das deckt sich großteils mit den Erkenntnissen der Innsbrucker Uni-Klinik.

mda

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