Irre Verfolgungsjagd endet in Haus

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Untereching/St. Georgen - Wie in einem amerikanischen Actionfilm muss sich der Hausbesitzer J. Reitsammer vorgekommen sein - denn: eine Verfolgungsjagd der Polizei endete in seiner Werkstatt!

Dramatische Sekunden haben sich gestern Abend um 21.33 Uhr in Untereching bei St. Georgen auf der Georgener Landesstraße ereignet: Ein junger Mann war einer Polizeistreife trotz Haltesignalen, Blaulicht und Martinshorn davon gefahren und mit weit überhöhte Geschwindigkeit von Oberndorf Richtung Ostermiething unterwegs.

Im Ortsteil Irlach passierte dann das tragische Unglück, der PKW des jungen Mannes, flog in einer Linkskurve nach rechts von der Straße, überquerte einen Fußgängerweg, rammte ein massives Metallgeländer, welches die Fußgänger vor den Autos schützen soll und flog gradewegs in die Werkstatt eines Landmaschinenhändlers.

Bilder von der Unfallstelle:

Jagd: Polizei- und Fluchtwagen landen in Haus

Das Fahrzeug durchbrach die Fenster und auch eine Mauer, welche die zwei Fenster trennen, und bohrte sich komplett in das Gebäude. Dabei zerstörte das Auto in der Werkstatt gelagerte Mopeds und auch Werkbänke und Maschinen.

Bruchteile später flog auch noch das Polizeifahrzeug von der Straße ab und krachte ebenfalls gegen die Werkstatt und das Garagengebäude.

Der Besitzer der Landmaschinen Firma J. Reitsammer schilderte in einem packenden Interview AKTIVNEWS, wie er die Ereignisse miterlebt hat:

"Wir saßen zu Hause gerade vor dem Fernseher, als wir die Sirene eines Einsatzfahrzeuges hörten und plötzlich hat es unheimlich Laut zweimal hintereinander gekracht. Ich habe mir sofort gedacht, dass da was passiert sein muss und bin raus zu meiner Werkstatt. Da habe ich schon gesehen, dass ein Fahrzeug komplett im Inneren des Hauses ist und ein Polizeifahrzeug in der Hauswand steckt. Ich habe sofort meine Kameraden der freiwilligen Feuerwehr alarmieren lassen sowie die Polizei und die Rettung angerufen. Dann bin ich selber sofort in die Werkstatt zu dem Auto gelaufen. Ich konnte zuerst noch mit dem jungen Mann sprechen, aber plötzlich war er ganz stumm und ich habe schon geglaubt er sei jetzt gestorben. Meine Kameraden der freiwilligen Feuerwehr St. Georgen und des Löschzuges Eching mussten zunächst erst das gesamte Gebäude abstützten. Hätten wir nicht einen Stahlträger in der Mitte der Werkstatt, der quer über die Decke läuft, dann wäre mein gesamtes Gebäude zusammengebrochen. Doch irgendwie gelang es uns das Dach des völlig zertrümmerten Autos abzuschneiden und die Türen herauszunehmen, um dann dem Notarzt zu ermöglichen ordentlich an den Verletzten heranzukommen. Für mich ist es der erste schwere Unfall dieser Art in 33 Jahren bei der Feuerwehr."

Der Notarzt musste den lebensgefährlich verletzten Fluchtfahrer noch an der Unfallstelle in ein künstliches Koma versetzten und beatmen. Nach mehr als einer Stunde konnte der Verletzte in den Schockraum des Unfallkrankenhauses nach Salzburg gebracht werden.

Auch die beiden Polizeibeamte erlitten Verletzungen bisher unbestimmten Grades und wurden von einem zweiten Rettungswagen ins Krankenhaus nach Oberndorf gebracht.

Die Feuerwehr musste zur Bergung der Fahrzeuge die Decke des Gebäudes zusätzlich abstützen.

Die Polizei Bergheim hat die Ermittlungen zum Unfallhergang und Unfallgeschehen aufgenommen. Derzeit ist noch völlig unklar, wieso der junge Mann mit dem oberösterreichischen Fahrzeug vor den Polizisten flüchtete.

Quelle: AKTIVNEWS/F.F.

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