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Rächt sich die Strategie?

Corona-Musterschüler Israel hat plötzlich ein Omikron-Problem: Krankenhäuser voll mit Schwerkranken

Corona-Musterschüler Israel meldet aktuell einen Höchststand an schwerkranken Covid-19-Patienten. Hat sich das Land bei der Omikron-Welle unterschätzt?   

Tel Aviv - In der Corona-Pandemie wurde Israel* als Impfweltmeister gefeiert. Bei den Booster-Impfungen legte das Land vor. Jetzt in der Omikron-Welle gehört die vierte Impfung, insbesondere für Ältere, zur Corona*-Strategie. Doch die Krankenhäuser in Israel laufen gerade mit schwerkranken Covid-19-Patienten voll. Es sind so viele wie nie seit Ausbruch der Pandemie. Am Wochenende lag die Zahl der schwerkranken Corona-Patienten erstmals über 1.200. Bei den Neuinfektionen verzeichnet das Land täglich Rekordwerte. Allein am Dienstag wurden 37.559 positive Corona-Tests verzeichnet. Hat Israel die Omikron-Welle tatsächlich im Griff?

Omikron-Welle in Israel - Höhepunkt schon überschritten?

„Es wird noch ein paar Wochen dauern, bis wir niedrigere Zahlen erreichen“, sagte Prof. Eran Segel vom Weizmann-Institut in Rechovot wie die The Jerusalem Post berichtet. Die hohen Fallzahlen in den Krankenhäusern hätten sich in den letzten Tagen stabilisiert, es gäbe Raum für vorsichtigen Optimismus, so Segel. Die Zahlen seien jedoch immer noch sehr hoch, räumte der Experte ein. Der Höhepunkt der Omikron-Welle sei bereits seit zwei Wochen überschritten.

Israel: Die Lage in den Kliniken ist ernst. Experten gehen davon aus, dass der Höhepunkt der Omikron-Welle schon längst erreicht ist.

„Ich denke, wir haben als Land die Omikron-Fälle vielleicht etwas zu entspannt ansteigen lassen in der Annahme, dass es sich um eine relativ milde Krankheit handelt“, sagte Modellierer Barak Raveh von der Hebräischen Universität Jerusalem dem britischen Telegraph. „Selbst wenn die Krankheit in einigen Fällen milder verläuft, waren die Krankenhäuser in einer intensiven Grippesaison* überfüllt und die Zahl der schweren Fälle und Todesfälle war höher als erwartet.“

Israel9,4 Millionen Einwohner
Sars-CoV-2 Infektionen seit Beginn der Corona-Pandemie in Israel3.301.478 (Stand 9. Februar 2022; Quelle Johns Hopkins University)
Corona-Todesfälle in Israel seit Beginn de Corona-Pandemie9.303 (Stand 9. Februar 2022; Quelle Johns Hopkins University)

Impflücke in Israel für Anstieg der Todesfälle verantwortlich? Experte wägt ab

Die Zahl der Todesfälle ist in Israel im letzten Monat stark angestiegen. Nach den Daten des israelischen Gesundheitsministeriums verzeichnet das Land aktuell täglich etwa fünf Corona-Todesfälle pro 100.000 Einwohner über 60 Jahren. Die meisten Todesfälle betreffen Menschen, die ungeimpft oder nur teilweise geimpft sind. Ausgerechnet in dieser Altersgruppe der Ü-60-Jährigen sind in Israel etwa 10 Prozent noch immer ungeimpft. Doch die Zahl der Ungeimpften und die hochansteckende Omikron-Variante liefere laut Modellierer Barak Raveh nur eine „teilweise Erklärung“. Auch der nachlassende Immunschutz der Erstimpfungen trage dazu bei. Von den seit Jahresbeginn 822 Todesfällen seien nur 293 ungeimpft gewesen, sagte Barak Raveh im Telegraph. Die ersten Auffrischungsimpfungen im August haben möglicherweise erheblich nachgelassen.

„Zunächst wurde angenommen, dass dies nur die Infektionsraten betraf, aber anscheinend verursachte es auch mehr Fälle schwerer Krankheiten“, so Modellierer Barak Raveh. Gleichzeitig betont der Wissenschaftler, dass der Impfstoff noch zu 90 Prozent wirksam sei. Die vierte Dosis habe sich als außerordentlich effektiv erwiesen, wie jüngste Daten aus Israel zeigten. Bei den über 60-Jährigen habe die vierte Dosis im Vergleich zur dritten Dosis zu einem 4,3-fachen Rückgang schwerer Erkrankungen geführt.

Hat Israel die Omikron-Welle überstanden. Die Infektionszahlen sind weiter auf Rekordhoch.

Omikron-Todesfälle in Israel - Lauterbach warnt vor Lockerungen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) machte auf Twitter auf die hohe Omikron-Sterblichkeit aufmerksam. „Die neuen Daten aus Israel zeigen eine hohe Omikron Sterblichkeit, die darauf zurückgeht, dass zu viele Ältere ungeimpft sind“, twittert Lauterbach. Und: „Bisher konnten wir in Deutschland solche Sterberaten verhindern, weil ältere Ungeimpfte durch unsere Maßnahmen geschützt wurden.“

Lauterbach warnte am Dienstagabend im ZDF erneut eindringlich vor verfrühten Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen. Wenn Deutschland den Weg Israels mit wegfallenden Maßnahmen gehen würde, käme Deutschland auf eine höhere Sterbequote. „Ich mag mir einfach gar nicht vorstellen, dass wir in einer Situation wären, so spät in der Pandemie, wo wir gute Impfungen haben, wo wir dann 400, 500 Tote am Tag hätten“, sagte der Gesundheitsminister. Die Impflücke bei den über 60-Jährigen in Deutschland ist zu groß. In der Altersgruppe sind noch zu wenig geimpft. Im Unterschied zu Israel halten in Deutschland Bund und einige Länder an vielen Corona-Maßnahmen fest* - noch jedenfalls.

Israel trotz Rekordzahlen auf Lockerungens-Kurs

Trotz Rekordzahlen geht Israel schon wieder einen Schritt weiter. Seit dieser Woche entfällt weitgehend die Pflicht für den sogenannten „Grünen Pass“. Seit Montag (7. Februar) müssen die Menschen den Nachweis für Geimpfte und Genesene nur noch bei großen Veranstaltungen wie Feiern und Hochzeiten vorzeigen. Der Besuch von Restaurants, Kinos und Hotels ist nun auch ohne „Grünen Pass“ und ohne negativen Corona-Test möglich. Auch bei der Ausreise aus Israel müssen Ungeimpfte keinen negativen Corona-Test mehr vorlegen. (ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Gideon Markowicz/imago

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