Chaos in Italien und Frankreich

Unwetter: Weiterhin „Alarmstufe rot“ in Urlaubsländern - Orkanböen werden erwartet

Italien/Frankreich: Nach den heftigen Unwettern im Mittelmeer-Raum und einem Brückeneinsturz ist leider noch nicht Schluss. Weitere Unwetter drohen. 

  • In Italien und Frankreich haben erneut starke Regenfälle für Überschwemmungen und Erdrutsche gesorgt. Es gibt sogar Tote.
  • Eine Autobahnbrücke auf der A6 Richtung Turin ist am 24. November kollabiert.
  • Zum Ende der Woche hin (28. November) gibt es mehrere Warnungen für Mittelmeerinseln und das Landesinnere Italiens.


Update vom 2. Dezember 2019: Unwetter haben erneut den Südosten Frankreichs getroffen. Es hab mehrere Tote. Drei Retter starben bei einem Hubschrauberabsturz.

Unwetter-Alarm in Europa

Update vom 28. November, 10.10 Uhr: Wer dem schlechten Wetter und drohendem Wintereinbruch entflieht, fährt meist auch in den Süden Europas, um die letzten Sonnenstrahlen für Weihnachten zu tanken. Doch auf zwei Inseln und im Landesinnern Italiens sollte dringend Acht gegeben werden. 

Auf den Mittelmeerinseln Sardinien und Korsika ist von der Unwetterzentrale eine“Alarmstufe rot“ ausgerufen worden. Auf Korsika (Frankreich) gilt eine fast flächendeckende Sturmwarnung von bis zu 100 km/h bis Freitagmorgen, den 29. November, um 7.00 Uhr. Auf der fast 9.000 Quadratikilometer fassenden Urlaubsinsel sind nur kleine Zonen windsicher. 

Etwas südlich liegt die zu Italien gehörige Insel Sardinien. Auch hier warnt der der Wetterdienst von Sturm- und sogar Orkanböen von bis zu 100 km/h bis in den frühen Freitagmorgen hinein. Vor allem im Nordosten, um die Stadt Nuoro herum, soll es stürmisch werden.  

Auch im Landesinneren Italiens, zwischen Florenz und Perugia, gibt es Sturmwarnungen bis in den späten Donnerstagabend (28. November). Es droht weiterhin Unwetter in vielen Bereichen rund um das Mittelmeer. 

Für internationales Entsetzen sorgte derweil ein Unfall in Sibirien: Ein Bus stürzte auf einen zugefrorenen See. Mindestens 15 Menschen kamen dabei ums Leben. 

Unwetter: „Alarmstufe rot“ in drei Mittelmeer-Regionen - „Können nicht lange durchhalten“

Update vom 27. November, 16.51 Uhr: Das schlechte Wetter in Italien hält an. Besonders für Norditalien sind die Aussichten schlecht. Nach ein paar Stunden Ruhepause drohen neue Unwetter mit Regen und Stürmen drohen. „Alarmstufe rot“ wurde für drei Regionen ausgerufen

  • Emilia Romagna
  • Lombardei 
  • Veneto 

„Alarmstufe orange“ hat das italienische Ministerium für Bevölkerungsschutz für Ligurien und Piemont ausgelöst. 

Die Flüsse, besonders der Po stehen weiter unter Beobachtung, berichet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Am Mittwoch wurde ein Hochwasser von vier Meter und 40 Zentimetern gemessen.

Der Po führt Wassermassen, wie ein Video aus Ficarolo bei Rovigo (Italien) demonstriert.

Update vom 26. November, 10.33 Uhr: Nach den schweren Unwettern in Nordwestitalien ist eine weitere Autobahn in der Nähe von Genua aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. Die Hafenstadt mit knapp 600.000 Einwohnern, wo im vorigen Jahr schon eine Autobahnbrücke eingestürzt war, fürchtet wirtschaftliche Nachteile durch die immer schlechtere Anbindung.

Die am Montagabend gesperrte A26, die westlich von Genua nach Norden führt, sollte im Laufe des Dienstags auf jeweils einer Spur pro Fahrtrichtung wieder geöffnet werden, wie die Region Ligurien auf Twitter mitteilte. Am Sonntag war rund 50 Kilometer westlich von Genua nahe Savona ein Autobahnviadukt nach einem Erdrutsch eingestürzt. Die A6, die dort Ligurien mit Piemont und dem Norden Europas verbindet, bleibt in beide Richtungen gesperrt.

Unwetter in Italien: Autobahn vor Einsturz gesperrt

Liguriens Regionalpräsident Giovanni Totti zeigte sich besorgt über die Verkehrsprobleme in der wirtschaftsstarken Region. „Mobilität ist ein verfassungsmäßiges Recht, das im Augenblick in Ligurien nicht garantiert ist“, schrieb er auf Twitter. Der Präsident der Hafenbehörde Genuas, Paolo Emilio Signorini, warnte laut Zeitung „La Repubblica“, dass der Hafen nicht all zu lange durchhalten könne, wenn er weitgehend vom Hinterland abgeschnitten sei.

Beim Brückeneinsturz in Genua waren im August vorigen Jahres 43 Menschen ums Leben gekommen. Der Einsturz des Viadukts am Sonntag verlief glimpflich, weil laut Feuerwehr kein Fahrzeug betroffen war. Laut Medienberichten vom Dienstag waren 20.000 Kubikmeter Erdreich mit einer Geschwindigkeit von 10 bis 20 Metern pro Sekunde talwärts gerast und hatten die Pfeiler des Viadukts weggerissen.

Unwetter-Chaos: Tote in Griechenland - Italiener wird zum Helden

Update vom 25. November, 17.15 Uhr: Mit ausgebreiteten Armen hat der 56 Jahre alte Wachmann Daniele Cassol auf der Autobahn A6 bei Savona einen Bus gestoppt und womöglich eine Katastrophe verhindert. In den italienischen Medien wird er nun als Held gefeiert.

Dort war am Sonntag nach schweren Unwettern und einem Erdrutsch ein Viadukt auf 30 Metern Länge eingestürzt. „Vor mir war der Viadukt weg, ich habe dann mit aller Kraft die Arme geschwenkt, um die Fahrzeuge zu stoppen, die hinter mir kamen“, sagte Cassol der Zeitung „Corriere della Sera“.

Er war erst fünf Minuten zuvor mit seinem Kleinwagen auf die Autobahn aufgefahren, als ihn ein anderer Autofahrer auf dem rechten Standstreifen warnte und anhalten ließ. Dann sah er den Abgrund - und dachte gleich an den Fernbus, den er kurz vorher überholt hatte. „Zum Glück habe ich ihn rechtzeitig sehen können. Ich habe die Arme ausgebreitet, habe Zeichen gegeben, dass er anhalten soll, und es ist gut gegangen“, zitierte die Zeitung „La Repubblica“ den „heldenhaften Wachmann“.

Derweil wurden bei einem Herbststurm in Griechenland zwei Menschen getötet - nach Berichten der halbamtlichen Nachrichtenagentur ANA-MPA Segler, deren Boot im kleinen Hafen von Antirio nahe der Hafenstadt Patras im Sturm kenterte. Weil nach zahlreichen Erdrutschen Geröll auf den Fahrbahnen lag, blieb die wichtige Ost-West-Autobahn Athen - Patras am Montagmorgen gesperrt. Auch einige Fährverbindungen wurden wegen starker Winde geschlossen, wie die Küstenwache mitteilte.

Hochwasser in Italien.

Unwetter in Italien und Frankreich: Hochwasseralarm in Ligurien aufgehoben

Update vom 25. November, 17.15 Uhr: Das schlechte Wetter in Italien hält Einsatzkräfte weiter in Atem. Hochwasser und Erdrutsche sind die größten Probleme. In einigen Regionen hat es in den vergangenen Tagen 330 Liter pro Quadratmeter geregnet. Die Folgen sind verheerend.

Der Einsturz der Autobahnbrücke „Madonna del Monte“ auf der A6 wurde laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa durch einen Erdrutsch verursacht. 30.000 Kubikmeter Erde und Schlamm bewegten sich demnach aus 300 Metern Höhe mit einer Geschwindigkeit von 20 Metern pro Sekunde. Die Geschwindigkeit sei verheerend gewesen, sagten Experten gegenüber Ansa. Die Schlammmassen hätten dann einen Pfeiler des Autobahnviadukts getroffen. Einsatzkräfte der italienischen Feuerwehr haben ihre Untersuchungen nach dem Einsturz des Viadukts abgeschlossen. Demnach waren keine Autos und Personen in das Unglück verwickelt.  

In Ligurien wurde der Hochwasseralarm aufgehoben, in anderen Teilen Italiens blieb die Lage kritisch. Der Po, Italiens größer Fluss, führte einen gefährlich hohen Wasserstand. In Pavia (Lombardei) trat der Fluss Ticino kurz vor seiner Mündung in den Po über die Ufer, wie die Feuerwehr auf Twitter zeigte.

Im Piemont waren nach Aussage von Regionalpräsident Alberto Cirio mindestens 130 Straßen geschlossen. Mehr als 600 Menschen seien von der Außenwelt abgeschnitten, weitere 600 mussten ihre Häuser verlassen, zitierte ihn die Nachrichtenagentur Ansa. In Sauze di Cesana im Piemont wurden laut Ansa zwei Alpinisten gerettet, die in etwa 2200 Metern Höhe im Schnee gefangen waren.

Die Wetteraussichten bleiben in einigen Teilen Italiens weiter schlecht. Alarmstufe rot hat der italienische Katastrophenschutz (ital. Protezione Civile) wegen Hochwasser für die Region Emilia-Romagna und in Teilen der Lombardei ausgerufen. 

Wetter-Chaos-Situation in Italien und Frankreich

Update vom 25. November, 9.22 Uhr: Schwere Unwetter und Überschwemmungen haben am Wochenende in Südfrankreich und Norditalien für Chaos und massive Zerstörungen gesorgt. Mindestens drei Menschen kamen ums Leben, ein 77-jähriger Franzose wurde am Sonntag noch vermisst. Im italienischen Ligurien stürzte ein Auto-Viadukt nach einem Erdrutsch ein, dabei kam aber offenbar niemand zu Schaden. Auch Venedig stand wieder unter Wasser.

In den französischen Départements Var und Alpes-Maritimes waren seit Freitag sintflutartige Regenfälle niedergegangen. Straßen verwandelten sich in Flüsse, hunderte Bewohner mussten ihre Häuser verlassen. Die Ortschaft Roquebrune-sur-Argens war nur noch per Boot oder Hubschrauber zu erreichen. Erst am Sonntag entspannte sich die Lage wieder leicht.

In der Ortschaft Le Muy entdeckten Bergungsmannschaften nach Angaben der Präfektur von Var am Sonntag eine Leiche. Ganz in der Nähe war zuvor ein Rettungsboot mit drei Feuerwehrleuten und drei weiteren Menschen umgekippt, aber nur fünf Insassen konnten sich retten. In Cabasse wurde die Leiche eines etwa 50 Jahre alten Mannes in einem Auto gefunden. Polizisten und Feuerwehrleute suchten rund um Saint-Antonin-du-Var mehrere überflutete Bäche nach einem verwirrten 77-Jährigen ab.

Unwetter am Mittelmeer fordern Tote: Brücke eingestürzt - dramatische Situation in Venedig

Für die Départements Var und Alpes-Maritimes hatte Frankreichs Wetterbehörde am Samstag wegen der massiven Regenfälle die höchste Alarmstufe rot ausgerufen. Mehrere Menschen mussten in der Nacht per Hubschrauber vor den Fluten gerettet werden.

Die Bahnstrecke zwischen Saint-Raphaël und Toulon wurde gesperrt, weil Gleise unter Wasser standen. Am Sonntag wurde die Alarmstufe aufgehoben, doch noch immer waren hunderte Feuerwehrleute vor Ort. 

In norditalienische Piemont wurde die Leiche einer 52-Jährigen aus ihrem Wagen geborgen, der von dem Hochwasser eines Bachs fortgerissen worden war. Medienberichten zufolge konnten sich zwei Insassen gerade noch retten. Im weiter nördlich gelegenen Aosta-Tal mussten unterdessen 500 Menschen in Sicherheit gebracht werden, nachdem mehrere Straßen wegen Lawinengefahr gesperrt worden waren.

Zehn Tage nach den historischen Hochwassern stand auch Venedig wieder unter Wasser. Mit 130 Zentimetern erreichte der Pegel am Sonntagmorgen seinen Höchststand. Er lag jedoch deutlich unter den 187 Zentimetern vom 12. November.

Unwetter am Mittelmeer: Brücke eingestürzt

Meldung vom 24. November: Genua - Italien kommt nicht zur Ruhe. Heftige Regenfällen und Überschwemmungen haben den Nordwesten heimgesucht. Ein Autobahnviadukt ist nach den Unwettern der vergangenen Tage in Norditalien eingestürzt: Es handelt sich um ein etwa 30 Meter langes Teilstück der Autobahn (Autostrada) A6 in Richtung Turin, nahe der Stadt Savona (Ligurien) westlich von Genua, teilte die Feuerwehr mit.

Menschen seien nicht zu Schaden gekommen, meldete die Nachrichtenagentur Ansa. Ursache sei ein Erdrutsch, der etwa 30 Meter des Viadukts mit sich gerissen habe.

Unwetter in Italien: Alarmstufe Rot 

In den Regionen Ligurien und Piemont machten Erdrutsche viele Straßen unpassierbar. Keller, Unterführungen und Geschäftsräume wurden überschwemmt. In Ligurien waren nach Angaben der Regionalregierung 374 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. 122 weitere seien in Sicherheit gebracht worden. Außer für Teile Liguriens und Piemonts galt die höchste Alarmstufe Rot am Sonntag auch für die südliche Region Kalabrien an der Fußspitze des italienischen Stiefels.

In Turin, der Hauptstadt Piemonts, wurde am Sonntag der Marathon abgesagt, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete. Der Wasserstand des Po erreichte bedenkliche Höhen. In Sezzadio südlich von Alessandria stürzte ein Auto in den Fluss Bormida. Einer der drei Insassen werde noch vermisst, schrieb die Feuerwehr.

In Genua hatte es bereits am Samstag vor allem im Polcevera-Tal schwere Überschwemmungen gegeben. Dies ist der Teil der Stadt, wo 2018 beim Einsturz einer Autobahnbrücke 43 Menschen ums Leben kamen. Die Autobahn A10 von Genua nach Ventimiglia an der französischen Grenze wurde am Sonntag an zwei Stellen von Erdrutschen unterbrochen, wie die Region auf Twitter mitteilte.

Video: Italien-Unwetter - Hochwasser in Venedig

Auch in Venedig stieg das Wasser am Sonntag wieder und erreichte am Vormittag 130 Zentimeter über dem normalen Meeresspiegel. Am 12. November hatte ein Hochwasser von 187 Zentimetern schwere Schäden in der Lagunenstadt angerichtet. Am Sonntagabend sollte die Oper La Fenice mit einer Premiere von „Don Carlo“ von Giuseppe Verdi wieder eröffnen. Dort hatte das Hochwasser Mitte November Schäden von zwei Millionen Euro hinterlassen, wie die Zeitung „La Repubblica“ schrieb. Für den Abend wurde ein Hochwasserstand von 120 Zentimetern erwartet.

Aqua Alta: Auch Venedig steht wieder unter Wasser.

dpa/ml

Rubriklistenbild: © dpa / Bob Edme

Zurück zur Übersicht: Welt-News

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT