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Schwangerschaftsabbruch

Japan will die Pille danach zulassen – Frauen brauchen aber Einwilligung des Partners

Die Pille danach soll in Japan zugelassen werden. Allerdings sollen Frauen diese nur mit der Zustimmung ihres Partners bekommen können. (Symbolbild)
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Die Pille danach soll in Japan zugelassen werden. Allerdings sollen Frauen diese nur mit der Zustimmung ihres Partners bekommen können. (Symbolbild)

Die Pille danach könnte Ende des Jahres in Japan zugelassen werden. Dafür fordert die Regierung aber strenge Bedigungen – das sorgt für Diskussionen.

Tokio – In Deutschland gibt es die Pille danach mittlerweile ohne Rezept in der Apotheke. In Japan dagegen wird gerade über eine Zulassung des Präparats diskutiert – auch in den USA gibt es heftige Debatten zum Abtreibungsrecht. Ende des Jahres soll die Pille danach in Japan zugelassen werden – jedoch soll sie nicht so einfach zu bekommen sein wie hierzulande.

Laut Angaben der britischen Zeitung The Guardian könnten Frauen dazu gezwungen werden, das Einverständnis ihres Ehepartners vorzuweisen, um die Pille danach zu bekommen. Das sei gemäß Japans Mutterschutzgesetz von 1948 auch für chirurgische Schwangerschaftsabbrüche notwendig – mit nur wenigen Ausnahmen.

Das Wichtigste zur Pille danach
WirkstoffHormon Levonorgestrel (LNG) oder Ulipristalacetat
EinnahmeDie Pille danach sollte möglichst schnell eingenommen werden. Je nach Präparat kann sie 72 oder 12 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden.
KostenZwischen 16 und 35 Euro
Wo die Pille danach erhältlich istOhne Rezept in der Apotheke. Frauen unter 22 Jahren können mit einem Rezept das Präparat in der Apotheke kostenlos bekommen.
(Quelle: Profamilia)

Bei der Pille danach soll das nicht anders sein. „Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass die Zustimmung des Ehepartners notwendig ist, auch wenn die Abtreibung durch ein orales Medikament eingeleitet wird“, sagte Yasuhiro Hashimoto vom japanischen Gesundheitsministerium laut Angaben von Bloomberg.

Japan will Pille danach zulassen: Aktivisten und Aktivistinnen fordern Abschaffung der Zustimmung des Partners

Seit Jahren fordern Aktivisten und Aktivistinnen die Abschaffung der Einwilligung des Partners für Schwangerschaftsabbrüche. Sie bemängeln vor allem, dass Japan für die Zulassung eines Medikaments, was in mehr als 70 Ländern schon lange erhältlich ist, so lange braucht – das zeige außerdem, wie stark Geschlechterdiskriminierung in Japan noch immer im Alltag ist.

„Das Einverständnis des Ehepartners wird zu einem Problem, wenn es zwischen den Ehepartnern Meinungsverschiedenheiten gibt oder der Partner seine Frau gegen ihren Willen zur Entbindung zwingt“, sagt Kumi Tsukahara von Action for Safe Abortion Japan. Zudem sei es eine Form von Gewalt, Frauen gegen ihren Willen zu einer Schwangerschaft zu zwingen.

Vergangenes Jahr sei ein totes Neugeborenes in einem Park in Japan gefunden worden. Die 21-jährige Mutter des Babys erklärte laut Angaben von The Guardian vor Gericht, sie habe keine Zustimmung ihres Partners gehabt und habe deshalb keine Abtreibung machen lassen können. Offenbar habe der Vater nicht kontaktiert werden können, dennoch hätten die Ärzte auf die Einwilligung bestanden. Auch bei Schwangerschaften aufgrund einer Vergewaltigung hätten sich einige Ärzte geweigert, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen – obwohl in solchen Fällen keine Zustimmung nötig sei.

Mizuho Fukushima, Abgeordnete der Sozialdemokratischen Partei im japanischen Parlament, kritisiert die Bedingungen für Schwangerschaftsabbrüche und die Pille danach. (Archivfoto)

Die Pille danach wird in Japan wahrscheinlich so viel kosten wie ein chirurgischer Schwangerschaftsabbruch

Doch wenn die Pille danach Ende des Jahres in Japan zugelassen werden sollte, wird es für Frauen nicht einfacher: Das Medikament könnte etwa 100.000 Yen kosten, das sind circa 700 Euro. Das decke sich mit den Kosten für eine Abtreibung in Japan. Deshalb fordere Chiaki Shirai, Professorin für Geistes- und Sozialwissenschaften an der Shizuoka-Universität, dass „Empfängnisverhütung, Abtreibung, Schwangerschaft und Geburt“ öffentlich finanziert werden müssten.

Auch Mizuho Fukushima, Abgeordnete im Oberhaus für die Sozialdemokratische Partei in Japan, übte Kritik an den Kosten und der Einwilligung des Partners. „Frauen sind nicht das Eigentum von Männern. Ihre Rechte, nicht die des Mannes, sollten geschützt werden. Warum sollte eine Frau die Zustimmung ihres Partners brauchen? Es ist ihr Körper“, sagte sie im Mai im Parlament. (Natascha Terjung)

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