Japan: Rekordfälle von Kinderpornografie

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Beschlagnahmte Datenträger mit Kinderpornografie (Archivbild).

Tokio - In Japan hat die Polizei im ersten Halbjahr so viele Fälle von Kinderpornografie aufgedeckt wie noch nie.

Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo zitierte am Donnerstag aus einer Erhebung der nationalen Polizeibehörde, wonach die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 27,3 Prozent auf 382 gestiegen ist. Zugleich wurden in dem Zeitraum 218 Kinder unter 18 Jahren als Opfer identifiziert, ein Anstieg von 51,4 Prozent - auch dies ein Rekord.

Brutstätte für Kinderpornos

Japan gilt als eine Brutstätte für Kinderpornografie im Internet. Die Gesetze des Landes verbieten lediglich die Produktion und den Vertrieb von obszönen Abbildungen von Kindern unter 18, nicht aber deren Besitz. Eine Debatte im Parlament über strengere Vorschriften zu Kinderpornografie kam zum Erliegen, als das maßgebliche Unterhaus kürzlich für Neuwahlen Ende dieses Monats aufgelöst wurde. Japan sieht sich internationaler Kritik ausgesetzt, nicht effizient genug gegen die Verbreitung von Kinderpornos im Internet vorzugehen.

Japans Polizei führt den alarmierenden Anstieg der Zahlen auf ihre verstärkten Ermittlungen zurück. Es sei aber “nur die Spitze des Eisberges“. Die Zahl der ermittelten Personen, die Kinderpornos herstellten und vertrieben, erhöhte sich um 53,7 Prozent auf 289.

dpa

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